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Erschienen in EasyLinux 08/2004   »   Ausgabe bestellen

Archive erstellen und entpacken mit Ark

Linux kann einpacken

von Andrea Müller


Geht es um das Erzeugen oder Entpacken komprimierter Archive, ist das in der Windows-Welt ein Fall für das populäre Winzip. Unter Linux wartet mit dem Verpackungskünstler Ark eine leistungsfähige Alternative auf den Anwender.

Linux-Neulinge müssen sich nicht nur an das neue Betriebssystem, sondern auch an andere Dateiformate gewöhnen. Die unter Windows so verbreiteten Zip-Dateien spielen kaum eine Rolle; fast alle gepackten Archive, wie etwa das zur Installation der Browser-Suite Mozilla, tragen die Dateiendung .tar.gz oder .tar.bz2. Die Doppelendung deutet schon an, dass hier nicht ein Universalprogramm am Werk war, wie es bei .zip-Dateien der Fall ist, sondern zwei Programme sich die Arbeit teilen: tar fasst mehrere Dateien in einem Archiv zusammen, für die Kompression ist entweder gzip (.gz) oder bzip2 (bz2) zuständig. Alle drei Anwendungen sind Kommandozeilenprogramme [1], was den Vorteil hat, dass sich viele Packaufträge, etwa für ein Backup, leicht in einem Skript zusammenfassen lassen.

Um schnell ein komprimiertes Archiv zu erstellen, ist es unpraktisch, jedes Mal eine KDE-Konsole zu öffnen. Viel schneller erledigen Sie solche Aufgaben mit dem KDE-Programm Ark. Unter Mandrake und SuSE Linux landet der Packer standardmäßig auf der Festplatte, bei Red Hat ist er mit an Bord, wenn Sie, wie unter [2] beschrieben, den KDE-Desktop nachinstalliert haben. Ark beschränkt seine Fähigkeiten dabei nicht auf die Linux-Formate tar, gzip und bzip2, sondern entpackt auch Zip-Dateien, die Sie von Windows-Anwendern erhalten.

Auf den Inhalt kommt es an

Sie starten das Tool mit dem Befehl ark, den Sie in ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster eingeben. Den Inhalt von Archiven zu betrachten und auszupacken, ist mit wenigen Mausklicks erledigt:

  1. Klicken Sie auf Datei / Öffnen und navigieren Sie im folgenden Dateiauswahlfenster in den Ordner, in dem die gepackte Datei liegt. Markieren Sie sie und klicken Sie auf OK.
  1. Im unteren Teil des Ark-Fensters sehen Sie nun alle Ordner und Dateien im Archiv. Neben den Dateinamen zeigt das Programm weitere Einzelheiten wie die Größe und das Änderungsdatum an. Sagt Ihnen die Anordnung der Spalten nicht zu, bietet Ark wie jedes andere KDE-Programm das Feature, die einzelnen Spalten einfach per Drag & Drop beliebig zu arrangieren. Klicken Sie dazu eine Spaltenüberschrift an und ziehen Sie sie mit gedrückt gehaltener linker Maustaste an die gewünschte Position.

  1. Obwohl noch gut verpackt, können Sie mit dem Archivinhalt schon arbeiten wie mit normalen Dateien. Ein Rechtsklick auf eine öffnet das Kontextmenü, in dem Sie entscheiden, ob Sie die markierte Datei entpacken (Entpacken), einen Blick hineinwerfen (Ansehen) oder sie aus dem Archiv löschen (Löschen) wollen.

  1. Um das gesamte Archiv zu entpacken, reicht es, im Menü Aktion / Entpacken zu wählen. Noch schneller geht es über das Symbol in der Werkzeugleiste, das ein Päckchen mit einem von sich weg deutenden roten Pfeil zeigt (Abbildung 1). Ark öffnet ein Dialogfenster, in dessen obere Eingabezeile Sie das Zielverzeichnis schreiben. Um Tippfehler zu vermeiden, klicken Sie die Schaltfläche mit dem blauen Ordner an. Im KDE-Dateiauswahldialog entscheiden Sie danach, wo die entpackten Dateien landen sollen.
  1. Kontrollieren Sie, ob im Abschnitt Zu entpackende Dateien der Punkt Alle angekreuzt ist, und klicken Sie danach auf OK, um den Archivinhalt ins ausgewählte Verzeichnis zu verfrachten.

    Abb. 1: Mit dem fünften Icon von links geben Sie Ark den Befehl auszupacken.

    Verpackungskünstler

    Es gibt viele Gründe, Dateien einzupacken, z. B., wenn man seine privaten Dateien als Backup auf CD brennen will. Ein Tar-Archiv ist ideal für diesen Zweck, da Sie keinen Ärger mit langen Dateinamen beim Brennen der CD bekommen und tar außerdem die Rechte der Dateien mitsichert.

    Zusätzlich lassen sich Archive gut komprimieren: Das spart nicht nur Platz auf der Festplatte, sondern auch Bandbreite, wenn Sie Dokumente und Grafiken per Mail verschicken. Die Übertragung geht schneller, und Sie laufen nicht Gefahr, den Empfänger zu verärgern, etwa weil der nur eine kleine Mailbox hat oder sich noch mit einem langsamen Modem ins Internet einwählt.

    1. Sagen Sie dem KDE-Packer mit Klick auf Datei / Neu, dass Sie ein Archiv erstellen wollen.
    1. Ark öffnet einen Dateidialog, wie Sie ihn von anderen Anwendungen kennen, sobald Sie ein Dokument speichern. Hier fügen Sie nicht etwa Dateien zum Archiv hinzu, sondern bestimmen, welchen Namen es bekommen soll, beispielsweise sicherung.tar.bz2, und klicken auf Speichern. Die Dateiendung müssen Sie mit angeben, sonst beschwert sich Ark. Es bietet immerhin an, ein Archiv vom Standardtyp .zip zu erstellen und diese Endung an den von Ihnen gewählten Dateinamen anzuhängen.

      1. Über Aktion / Dateien hinzufügen oder Aktion / Verzeichnis hinzufügen öffnen Sie einen klassischen Dateiauswahldialog oder den Verzeichniswähler (Abbildung 2). Dort markieren Sie alles, was ins Archiv soll, und klicken auf OK. Haben Sie einmal die falsche Datei erwischt, markieren Sie sie im Ark-Hauptfenster und sortieren Sie über Aktion / Löschen wieder aus.
      1. Fügen Sie auf diese Weise alle Dateien dem Archiv hinzu und schließen Sie Ark. Die gepackte Datei müssen Sie jetzt nur noch per Mail verschicken oder auf eine CD brennen.

      Wie bei jedem anderen Programm gibt es bei Ark einige Abkürzungen, die Ihnen das Ein- und Auspacken erleichtern. Die praktischsten Tricks finden Sie im Kasten Tipps rund um Ark. (amü)

      Abb. 2: Ganze Ordner fügen Sie am schnellsten über den Ark-Verzeichniswähler einem Archiv hinzu.
      Tipps rund um Ark

      Um ein Archiv zu öffnen, müssen Sie Ark nicht jedesmal über das Menü starten. Klicken Sie einfach eine gepackte Datei im Konqueror mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Ark aus dem Kontextmenü.

      Wollen Sie ein Archiv direkt entpacken, ohne vorher reinzuschauen, erledigen Sie das ebenfalls im Konqueror über das Kontextmenü der Datei: Klicken Sie auf Actions / Hier entpacken, um den Extraktionsdialog von Ark zu öffnen. Soll der Inhalt des Archivs wirklich im aktuellen Verzeichnis landen, reicht jetzt ein Klick auf OK. Verwenden Sie doch lieber einen anderen Zielordner, tragen Sie ihn im Eingabefeld hinter Entpacken nach: ein.

      Ebenso schnell packen Sie einzelne Ordner direkt im Datei-Manager in ein Zip-Archiv. Markieren Sie das Verzeichnis, das Sie komprimieren wollen. Mit dem Kontextmenüeintrag Actions / Zip this directory erstellen Sie ein Archiv, das den Originalnamen des Ordners mit der Dateiendung .zip trägt.

      Interessieren Sie einmal nur bestimmte Dateien eines Archivs, etwa alle Bilder im PNG-Format, erspart Ihnen Ark die Arbeit, alle einzeln zu markieren. Weisen Sie das Programm wie gewohnt an, das Archiv zu entpacken, und setzen Sie im Einstellungsdialog ein Häkchen vor Muster. In die Eingabezeile dahinter gehört das Namensmuster, unter das alle Dateien fallen, die Sie entpacken wollen. Geht es um PNG-Dateien, lautet der richtige Eintrag *.png. Das Sternchen dient als Platzhalter, der für eine beliebige Zeichenfolge steht -- mit diesem Muster extrahiert Ark nur Dateien, deren Namen auf .png endet.

      Liegen die einzupackenden Dateien in vielen verschiedenen Ordnern, ist es unpraktisch, jedemal erneut den Dateiauswahldialog zu öffnen, um eine einzige Datei herauszufischen. Sie sparen sich den Weg über das Menü oder die Symbolleiste, wenn Sie stattdessen ein Konqueror-Fenster öffnen. Ziehen Sie die Dateien einfach von dort per Drag & Drop in das Ark-Fenster und lassen sie dort fallen.

      Sie haben Ark schon den Auftrag gegeben, ein Archiv zu entpacken, und merken erst jetzt, dass Sie das Zielverzeichnis noch gar nicht erstellt haben? Kein Problem: Schreiben Sie einfach den Namen des noch nicht existierenden Ordners in das Eingabefeld Entpacken nach. Sobald Sie auf OK klicken, fragt Ark nach, ob es den Zielordner erstellen soll.

      Infos
      [1] Heike Jurzik: "Komprimierkünstler", EasyLinux 07/2004, S. 84, http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/07/084-guru-tar
      [2] Elisabeth Bauer: "Wechsel zu KDE", EasyLinux 06/2003, S. 25

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