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Erschienen in EasyLinux 09/2004   »   Ausgabe bestellen

KDiskFree, df, KDirStat, du

Spürnasen

von Heike Jurzik


Wie viel freien Platz gibt es noch auf der Festplatte Und welcher Benutzer belegt eigentlich den ganzen Platz unter /home? Begeben Sie sich auf die Suche und finden Sie mehr über die Plattenplatzbelegung Ihres Systems heraus.

Die Meldung "Auf dem Gerät ist kein Speicherplatz mehr verfügbar" oder "No space left on device" verrät: Aufräumen ist dringend angesagt. Doch wo genau ist der Platz knapp geworden und welche Daten belegen die Platte? Linux bringt einige Tools zum Aufspüren von Speicherfressern mit. Wir zeigen, wie Sie -- grafisch und auf der Kommandozeile -- mehr über die aktuelle Plattenplatzbelegung erfahren.

KDiskFree

Der Datei-Manager Konqueror zeigt in der Statuszeile unten am Fensterrand, wie viele Dateien und Ordner sich im aktuellen Verzeichnis befinden (Abbildung 1). Hier erfahren Sie auch, wie viel Platz die Dateien belegen. Die Informationen beziehen sich aber immer nur auf das aktuelle Verzeichnis -- das ist also kein optimaler Weg, mehr über die Plattenplatzbelegung zu erfahren.

Abb. 1: Der Konqueror zeigt immer nur an, wie viel Platz die Dateien im aktuellen Verzeichnis belegen.

Einfacher geht es mit dem Programm KDiskFree, das Sie über den Schnellstarter [Alt+F2] und Eingabe von kdf aufrufen. Für jedes Gerät und jede Partition zeigt das Tool die Gerätedatei (Gerät), das Dateisystem (Typ), den gesamten verfügbaren Platz (Spalte Größe), den Ort, wo der Datenträger einhängt ist (Mount-Punkt), wie viel Platz frei bzw. belegt ist und einen Balken mit dem Füllstatus an (Abbildung 2).

Abb. 2: Mein rechter, rechter Platz ist frei -- KDiskFree zeigt die aktuelle Auslastung an.

Die Beispielausgabe zeigt: Neben Wechselmedien wie CD-ROM-, DVD- und Diskettenlaufwerk sind zwei IDE-Festplatten im Rechner eingebaut. Die erste Platte (hda) wurde in mehrere Partitionen unterteilt, von denen hda12 als / eingehängt und 7,5 GByte groß ist. Diese 7,5 GByte sind zu 90,3 % belegt. Klicken Sie mit der Maus auf eine Spalte, um die Anzeige neu zu sortieren.

Hier zeigt sich allerdings, dass KDiskFree nicht richtig sortiert -- so werden 89 MByte vor 745 MByte eingeordnet (die 8 also vor der 7). Eine Möglichkeit, alles in einer einzigen Maßeinheit -- also GByte oder MByte -- anzuzeigen, gibt es auch nicht.

KDiskFree bietet dafür eine komfortable Möglichkeit, eine Partition direkt im Datei-Manager Konqueror zu öffnen: Klicken Sie dazu einfach auf einen Tabelleneintrag. Ist die Partition nicht gemountet, können Sie Gerät mounten wählen, um diese jetzt einzubinden. Alternativ lassen sich Datenträger auf die gleiche Weise unmounten.

Ein Klick auf den Menüeintrag Dateiverwaltung öffnen öffnet ein Konqueror-Fenster mit den Dateien genau dieser Partition (Abbildung 3). Bevorzugen Sie einen anderen Datei-Manager, können Sie diesen über das Menü Einstellungen / KDiskFree einrichten konfigurieren.

Abb. 3: Abkürzung: KDiskFree öffnet auf Wunsch direkt den Datei-Manager mit der gewünschten Partition.

Etwas genauer bitte -- df

Das Programm df bietet auf der Kommandozeile etwas mehr Flexibilität. Starten Sie ein Terminal und geben Sie am Prompt df ein, erscheint eine Ausgabe wie im ersten Beispiel in Kasten 1.

Aufrufe von "df"
$ df
Filesystem   1K-Blöcke   Benutzt Verfügbar Ben% Eingehängt auf
/dev/hda12     7882560   6719592    762552  90% /
/dev/hda7       101086      4445     91422   5% /boot
/dev/hda13    82470800  45340732  32940720  58% /home
/dev/hdb11   112224072  78473776  28049636  74% /scratch
$ df -m
Filesystem   1M-Blöcke   Benutzt Verfügbar Ben% Eingehängt auf
/dev/hda12        7698      6562       746  90% /
/dev/hda7           99         5        90   5% /boot
/dev/hda13       80538     44280     32168  58% /home
/dev/hdb11      109594     76635     27393  74% /scratch
$ df -hT
Filesystem    Type   Größe Benut  Verf Ben% Eingehängt auf
/dev/hda12    ext3    7,6G  6,5G  746M  90% /
/dev/hda7     ext2     99M  4,4M   90M   5% /boot
/dev/hda13    ext3     79G   44G   32G  58% /home
/dev/hdb11    ext3    108G   75G   27G  74% /scratch

Die df-Ausgabe zeigt ebenfalls mehrere Spalten an: Unter dem Eintrag Filesystem sehen Sie den Namen der Partition. Als Nächstes kommen die Anzahl der vorhandenen 1-KByte-Blöcke, wie viele benutzt und verfügbar sind, eine prozentuale Angabe des benutzten Platzes und der Mount-Punkt, also wo das Gerät eingehängt ist.

Da die Angabe in 1-KByte-Blöcken gerade bei großen Festplatten nicht gut umzurechnen ist, können Sie df die Option -m mitgeben, die alle Werte in MByte anzeigt (zweiter Aufruf in Kasten 1).

Wer lieber eine gemischte Größenangabe aus GByte und MByte wie in KDiskFree sieht, verwendet statt dessen den Parameter -h -- df rundet zur nächsten Einheit auf oder ab. Was in den bisherigen Ausgaben fehlt, ist die Anzeige des eingesetzten Dateisystems auf den Partitionen. Um dieses in einer weiteren Tabellenspalte mit anzuzeigen, hängen Sie einfach zusätzlich die Option -T an (dritter Aufruf).

KDirStat

Jetzt wissen Sie zwar, auf welchen Partitionen der Platz knapp wird, aber wo genau die größten Datenmengen liegen, haben Sie immer noch nicht herausgefunden. Das Programm KDirStat, das Sie über den Schnellstarter [Alt+F2] und Eingabe von kdirstat aktivieren, bringt Licht ins Dunkel.

Nach dem Start fordert das Programm Sie auf, ein Verzeichnis auszuwählen -- haben Sie in der df-Ausgabe festgestellt, dass der Platz in den Home-Verzeichnissen knapp wird, gehen Sie in der Dateiauswahl bis zur Ebene /home nach oben. Liegen die persönlichen Daten nicht auf einer eigenen, sondern das gesamte System auf einer großen Partition, können Sie sich auch weiter hoch bis zur obersten Ebene / hangeln. Nach kurzer Zeit, die das Programm braucht, um die Daten auszulesen und eine Statistik zu erstellen, präsentiert KDirStat die Belegung in einer übersichtlichen Baumansicht (Abbildung 4).

Abb. 4: Übersichtlich: KDirStat präsentiert die Plattenplatzbelegung der Home-Verzeichnisse.

Die Unterverzeichnisse klappen Sie über einen Klick auf das Pluszeichen vor den Ordnersymbolen auf. Versteckte Dateien und Verzeichnisse, die mit einem Punkt beginnen, zeigt KDirStat standardmäßig mit an. Praktisches Extra: Unterverzeichnisse packen Sie mit einem einzigen Klick in ein mit bzip2 komprimiertes Tar-Archiv (Menü / Aufräumen / Komprimieren). Wenn Sie herausgefunden haben, dass beispielsweise der Anwender easter den meisten Platz unter /home verbraucht, markieren Sie das entsprechende Home-Verzeichnis mit der Maus und gehen im Menü auf Report / Mail an Benutzer senden. Dann erscheint ein KMail-Fenster mit einer Nachricht an den richtigen Account, die eine freundliche Mitteilung und Details über die Platzbelegung enthält (Abbildung 5).

Abb. 5: Freundlicher Hinweis automatisch generiert -- KDirStat und KMail Hand in Hand.

Gut sortiert -- du und sort

Das Programm du arbeitet ähnlich, nur auf der Kommandozeile. Geben Sie am Prompt du ein, arbeitet sich der Befehl rekursiv durch alle Unterverzeichnisse und zeigt die Größe der enthaltenen Dateien an. Ist das zu unübersichtlich, leiten Sie die Ausgabe an den Pager less weiter und betrachten das Ergebnis seitenweise (du | less). Alternativ hängen Sie die Option -s an, um nur eine Zusammenfassung zu sehen:

$ du -s
17193544

Standardmäßig erfolgt die Ausgabe wieder in KByte -- alternativ rechnet du für Sie in andere Einheiten um und präsentiert das Ergebnis in MByte oder GByte:

$ du -ms
16791   .
$ du -hs
17G     .

Mit den passenden Zugriffsrechten durchsuchen Sie nicht nur das eigene Home-Verzeichnis, sondern lassen den Befehl auch auf systemweite Verzeichnisse los. Ohne Root-Rechte meldet du -sh / allerdings bei vielen Unterverzeichnissen

du: kann Verzeichnis »/verzeichnis/...« nicht lesen: Keine Berechtigung

Werden Sie daher zunächst mit su - zum Administrator root.

Die besondere Stärke der Kommandozeile: Befehle können Sie kombinieren, und so hilft das Programm sort dabei, die Ausgabe zu sortieren:

# du -sm /home/* | sort -rn | less
16791   /home/suse9
12472   /home/transpluto
2594    /home/suse82
1909    /home/petronella
[...]

Hinter den Kulissen passiert dabei Folgendes: Mit du forden Sie eine Ausgabe des Platzverbrauchs in MByte aller Home-Verzeichnisse an; durch das Pipe-Zeichen leiten Sie die Ausgabe an das Kommando sort weiter. Dessen Optionen sorgen dafür, dass numerisch sortiert wird (-n) und dass die Ausgabe in umgekehrter Reihenfolge, also mit der größten Zahl an erster Stelle, sortiert wird (-r). Der Dateibetrachter less zeigt das Ganze schließlich seitenweise an. (hge)

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