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Rechner im lokalen Netz mit VNC fernbedienenFernsteuerungvon Heike Jurzik |
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Desktop Sharing -- hinter diesem Konzept versteckt sich ein Client-Server-Modell, mit dem Sie Ihre Arbeitsfläche nicht nur mit anderen Benutzern "teilen", sondern auch von einem anderen Computer aus komfortabel fernsteuern können. Voraussetzung sind eine Freigabe auf der einen Seite und ein Programm, das darauf zugreifen kann, auf der anderen Seite.
Das Zauberwort heißt VNC (Virtual Network Computing). Um VNC zu verwenden, müssen zwei Rechner miteinander über ein Netzwerk verbunden sein. Auf der einen Seite starten Sie einen VNC-Server, auf der anderen einen VNC-Viewer. Mit dem Viewer greifen Sie anschließend auf die Arbeitsfläche des Rechners mit dem Server zu -- Bildschirminhalt, Tastatur- und Mausbewegungen werden dabei auf Wunsch übertragen, und je nach Geschwindigkeit der Netzwerkverbindung entsteht der Eindruck, man säße direkt vor dem entfernten Computer. Es gibt für fast alle gängigen Betriebssysteme sowohl Server- als auch Viewer-Programme -- dieser Artikel zeigt, wie Sie Windows-, Mac- und Linux-Desktops untereinander fernsteuern.
Unter SuSE Linux 9.0 und 9.1 installieren Sie die Pakete kdenetwork3-vnc, tightvnc und XFree86-Xvnc über YaST. Starten Sie den Paketverwalter und geben Sie in die Suchmaske "vnc" ein, um alle drei Pakete aufzuspüren. Markieren Sie diese in der rechten Auswahl mit einem Häkchen und klicken Sie auf Akzeptieren, um mit der Installation zu beginnen.
Stellen Sie für Fedora Core 2 sicher, dass die folgenden beiden Pakete installiert sind: kdenetwork (Gruppe KDE, Extra Pakete) und vnc-server (Gruppe X Window System). Sollten diese Komponenten nicht installiert sein, versehen Sie sie im Paket-Manager (K-Menü / Systemeinstellungen / Hinzufügen/Entfernen von Applikationen) mit einem Häkchen, klicken auf Schließen, Aktualisierung und danach auf Beenden.
Unter Mandrake Linux 9.2 starten Sie RpmDrake z. B. über das K-Menü / Einstellungen / Paketierung / Software installieren. Geben Sie in die Suchmaske vnc ein -- sofern noch nicht auf Ihrem System eingespielt, tauchen in den Suchergebnissen die beiden Pakete tightvnc und tightvnc-server auf. Weiterhin empfiehlt es sich, das Paket kdenetwork einzuspielen. Da die Abhängigkeiten vom Paket-Manager selbst aufgelöst werden, läuft die Installation der KDE-Network-Komponenten anschließend automatisch.


Auch für den Mac gibt es sowohl Viewer als auch Server frei im Internet zum Download. Auf dem Testsystem (MacOS X 10.3.4) ließen sich die beiden folgenden Tools zur zuverlässigen Mitarbeit überreden: VNCViewer [2] (als Stuffit-Archiv ca. 200 KByte) und OSXvnc [3] (als Image ca. 300 KByte):

Den eigenen KDE-Desktop geben Sie ganz komfortabel per Mausklick über das Kontrollzentrum frei:



Als Nächstes starten Sie auf einem anderen Rechner das VNC-Viewer-Programm und bauen die Verbindung zum Linux-Rechner auf. Unter Windows gehen Sie dazu wie folgt vor:




Um von einem Mac-Rechner aus den KDE-Desktop fernzusteuern, gehen Sie die folgenden Schritte:



Auf KDE-Seite passiert ebenfalls etwas: Unten rechts auf der Startleiste erscheint ein kleines Icon mit einem Auge bzw. mit einem Monitor und einer Weltkugel. Ein Klick mit der linken Maustaste auf das Symbol bringt ein Menü nach vorne. Hier können Sie u. a. die Fernsteuerung per Maus und Tastatur aus- und einschalten (Enable Remote Control), den Dialog zu den Einladungen wieder nach vorne bringen oder die Freigabe beenden (Abbildung 2). Schließen Sie den VNC-Viewer auf Mac- oder Windows-Seite, geht für kurze Zeit eine kleine Dialogbox auf, die mitteilt, dass die Verbindung von der Gegenseite unterbrochen wurde.
Bevor Sie den VNC-Server auf dem Macintosh starten, überprüfen Sie zunächst einige Netzwerkeinstellungen. Dazu starten Sie die Systemeinstellungen und gehen im Bereich Internet & Netzwerk zum Abschnitt Sharing. Auf dem Reiter Dienste sollte die Checkbox vor Entfernte Anmeldung aktiviert sein. Ist darüber hinaus die Firewall eingeschaltet (Reiter Firewall), müssen Sie in der Liste der aktivierten Ports den Eintrag VNC (5900-5902) freigeben (Abbildung 3).
Anschließend starten und konfigurieren sie den Server:

Um den Mac von Linux aus fernzusteuern, starten Sie KDEs eingebauten Remote Desktop Client:


Eine Alternative ist das Programm vncviewer, ein VNC-Client, der über die Kommandozeile oder KDEs Schnellstarter ([Alt-F2] und Eingabe von vncviewer <IP-Adresse>) gestartet wird. Die Angabe des Displays ist hier optional (z. B. vncviewer 192.168.1.2:0) und darf weggelassen werden. Anschließend erscheint ein VNC-Fenster unter KDE, das den entfernten Desktop anzeigt (Abbildung 4, hier MacOS X). Diesen Viewer steuert man mit Parametern beim Programmstart, z. B. vncviewer -fullscreen 192.168.1.2:0, um im Vollbildmodus zu starten.
Um vom Windows-Rechner auf den Macintosh zuzugreifen, starten Sie (wie schon im Szenario Windows-KDE) den Viewer aus dem TightVNC-Programmordner. Geben Sie die IP-Adresse des Macs, gefolgt von der Display-Nummer (z. B. 192.168.1.2:0) ein und klicken auf OK. Damit holen Sie den MacOS-X-Desktop auf den Windows-Bildschirm (Abbildung 5).
Um den VNC-Server unter Windows zu starten, wählen Sie aus dem Programmordner TightVNC die Anwendung Launch TightVNC Server. Der folgende Dialog erscheint nur beim ersten Start, hier konfigurieren Sie den Server. Es gibt zwei Password-Felder: Der erste Eintrag steht für vollen Zugriff des VNC-Viewers auf den Rechner (inklusive Tastatur und Maus), der zweite erlaubt lediglich lesenden Zugriff. Die anderen Einstellungen (welcher Port, Server-Verhalten nach Beenden der Viewer-Verbindungen, Keyboard- und Mausverhalten) sind mit sinnvollen Werten vorkonfiguriert (Abbildung 6). Klicken Sie auf OK, um den Server zu starten.
Anschließend erscheint ein kleines Icon mit einem "V" in der Startleiste
unten rechts. Fahren Sie mit der Maus über das Symbol, sehen Sie
die IP-Adresse des Windows-Rechners.

Sobald ein Viewer von einer anderen Maschine aus mit dem
Server verbunden ist, erscheint dieses Icon invers dargestellt -- so
erkennen Sie auf einen Blick, ob andere Benutzer auf den Server zugreifen.
Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf dieses kleine Icon klicken, erhalten Sie ein Kontextmenü. Über dieses bringen Sie beispielsweise den Konfigurationsdialog (Properties) wieder nach vorne, schließen die Verbindung für alle auf den Server zugreifenden Viewer in einem Rutsch (Kill All Clients) oder beenden den Server selbst (Close).
Um den Windows-Rechner von KDE aus fernzusteuern starten Sie (wie schon im Szenario KDE-Mac beschrieben) den Viewer, z. B. über das K-Menü / System / Verbindung zu Fremdrechner / Verbindung zu Fremdrechner (SuSE Linux 9.0 und 9.1), Netzwerk / Entfernter Zugriff / Virtuelle Netzwerkverbindung (Mandrake Linux 9.2) bzw. Internet / Verbindung zu Fremdrechner (Fedora Core 2). Geben Sie in das Feld Entfernte Arbeitsfläche die IP-Adresse und die Display-Nummer des Windows-Rechners ein (z. B. 192.168.1.3) und klicken Sie auf Verbinden. Haben Sie in der Konfiguration des TightVNC-Servers ein Passwort gesetzt, geben Sie dieses in den nächsten Dialog ein und klicken auf OK. Anschließend begrüßt Sie der Windows-Desktop unter KDE (Abbildung 7).
Möchten Sie den Windows-Rechner vom Mac aus fernsteuern, startet Sie wieder den VNCViewer (siehe Abschnitt zu Mac-KDE), gehen im Menü auf Display / Open, geben die IP-Adresse des Windows-Rechners an und klicken auf OK. Geben Sie das Passwort ein und klicken Sie wiederum auf OK. Dann erscheint der Windows-Desktop auf dem Mac (Abbildung 8).
VNC ist plattformunabhängig und kann daher prima dazu verwendet werden, Systeme von anderen Computern aus fernzusteuern: Ist das iBook an die Stereoanlage angeschlossen und das Kabel zu kurz, bedienen Sie iTunes doch einfach vom Linux-Rechner aus; steht der Windows-Rechner in einem anderen Raum und wollen Sie nur mal eben nachschauen, in welchem Menü sich ein Programm versteckt -- dank VNC haben Sie schnellen Zugriff auf die anderen Arbeitsflächen.
Eines sollte bei der "Fernsteuerei" aber nicht außer Acht gelassen werden: Zugrunde liegt ein Protokoll, das Daten unverschlüsselt überträgt. Sollten Sie VNC daher außerhalb des eigenen Netzwerks mit anderen Computern im Internet einsetzen wollen, aktivieren Sie immer eine Passwortabfrage für den Server und verschicken Sie das Kennwort nicht im Klartext per E-Mail. Es ist außerdem empfehlenswert, VNC-Server zu deaktivieren, wenn sie nicht benötigt werden. (hge)
| Infos |
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[1] TightVNC für alle Plattformen: http://www.tightvnc.com/
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Last modified: 2007-01-25 17:25
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