claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 12/2004

Downloadmanager KGet

Transferleistung

von Heike Jurzik


KDEs Download-Manager KGet organisiert Ihre Datentransfers: In einem einzigen Fenster verwalten Sie alle Übertragungen. Ob Sie diese anhalten, wieder aufnehmen, löschen oder zu einem genau festgelegten Zeitpunkt starten wollen -- KGet ist immer an Ihrer (Download-) Seite.

Web-Browser wie Mozilla und Konqueror stehen hilfreich zur Seite, wenn es darum geht, Daten aus dem Internet herunterzuladen. Ein Download-Manager wie KGet bietet allerdings zusätzlichen Komfort: Er lässt Sie Datentransfers anhalten und wieder aufnehmen. Dank eingebautem Timer erlaubt KGet es sogar, Daten zu einem festgelegten Zeitpunkt zu übertragen. Darüber hinaus speichern Sie Web-Adressen in so genannten Transferlisten -- das spart bei Aktualisierungen Such- und Tipparbeit.

Richtig verbunden

Sie starten KGet über KDEs Schnellstarter [Alt-F2] und Eingabe von kget. Wenn Sie das Programm zum ersten Mal ausführen, fragt es nach, ob Sie eine Einbindung in den Konqueror wünschen. Bestätigen Sie dies durch Klick auf die Schaltfläche Ja. Anschließend erscheint in der Kontrollleiste rechts unten ein kleines Icon mit einem nach unten zeigenden Pfeil (Abbildung 1).

KGet nach dem Start

Abb. 1: Das KGet-Icon in der Kontrollleiste.

Klicken Sie mit der linken Maustaste auf den Pfeil, um das Programmfenster in den Vordergrund zu bringen. Über das Menü Einstellungen / KGet einrichten konfigurieren Sie KGet (Abbildung 2). Auf dem ersten Reiter Verbindungen stellen Sie ein, nach welcher Zeit und wie oft KGet versuchen soll, eine abgebrochene Übertragung wieder aufzunehmen. Voreinstellung sind hier eine Minute Wartezeit und zehn Versuche -- das sind sinnvolle Werte. Im unteren Bereich des Reiters haben Sie die Möglichkeit, die eigene Internet-Verbindung genauer zu spezifizieren.

Abb. 2: Über den Einrichtungsdialog konfigurieren Sie KGets Download-Verhalten.

Alles automatisch

Auf dem zweiten Reiter Automatisierung stellen Sie ein, ob und wie oft KGet die Liste der Downloads speichert (Klick in die Checkbox Dateiliste automatisch speichern alle: x Minuten) -- das ist ein hübsches Feature, denn so erinnert sich KGet automatisch beim nächsten Programmstart an Ihre Download-Wünsche. Als Intervall für die automatische Speicherung sind zehn Minuten voreingestellt. Nur wenn Sie häufig neue Adressen hinzufügen, sollten Sie dieses Intervall kleiner wählen.

Auf Wunsch beendet sich KGet selbst nach dem Ende aller Downloads, wenn Sie die Checkbox Nach Abschluss der Transfers automatisch beenden aktivieren. KDE-typisch interagieren die einzelnen Tools -- so ist es möglich, KGet zur Zusammenarbeit mit KDEs Zwischenablage Klipper zu überreden. Klicken Sie dazu in die Checkbox Automatisch aus Zwischenablage einfügen. Wenn Sie jetzt einen Link markieren, öffnet KGet ein Dialogfenster und schlägt vor, die entsprechende Adresse in seine Download-Liste einzutragen (Abbildung 3).

Sollte das einmal nicht zuverlässig funktionieren, rufen Sie in KGets Hauptfenster über Datei / Öffnen den entsprechenden Dialog auf. Gehen Sie anschließend auf das Klipper-Icon im KDE-Panel, wählen Sie den richtigen Eintrag aus der Ablage mit der Maus und klicken Sie mit der mittleren Maustaste in KGets Öffne-Transfer-Dialog, um den Inhalt der Zwischenablage einzufügen. Auf dem Testrechner funktionierte dieses Feature übrigens auch einwandfrei mit Mozilla: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Link und wählen Sie Copy Link Location (in der deutschen Mozilla-Version: Link-Adresse kopieren) aus dem Kontextmenü. Nach kurzer Zeit beginnt KGet mit dem Download.

Abb. 3: KGet arbeitet auf Wunsch mit Klipper zusammen.

Das richtige Maß

Auf dem Reiter Begrenzungen ist lediglich die Anzahl der offenen Verbindungen konfigurierbar. Voreingestellt sind zwei offene Verbindungen; um die Anzahl hoch oder runter zu setzen, klicken Sie auf die kleinen Pfeile. Alternativ tragen Sie in das Feld die gewünschte Ziffer ein. Die beiden Felder zu maximaler und minimaler Netzwerkbandbreite bleiben grau unterlegt und lassen sich nicht verändern.

Auf der Karteikarte Erweitert stellen Sie verschiedene allgemeine Optionen ein. Hier legen Sie beispielsweise fest, ob neue Downloads in eine Warteschlange eingereiht oder aufgeschoben werden sollen. Weiterhin konfigurieren Sie hier, ob die einzelnen Downloads in separaten Fenstern angezeigt werden, ob die Einträge nach Abschluss des Downloads von der Transferliste verschwinden, ob das Hauptfenster beim Start von KGet erscheint und vieles mehr. Aktivieren Sie die Option Expertenmodus, fragt KGet nicht mehr nach einer Bestätigung, wenn Sie einen Download abbrechen oder ganz von der Liste streichen.

Wer viel herunterlädt, muss auch viel aufräumen -- KGet bietet daher auf dem Reiter Verzeichnisse (Suse Linux 9.0 und Mandrake Linux 9.2) bzw. Ordner (Suse Linux 9.1, Fedora Core 2) an, Download-Ordner für verschiedene Dateitypen einzurichten. Der Download-Manager fragt standardmäßig nach, wohin Sie Daten speichern möchten; die hier vorgenommenen Einstellungen lassen KGet die Verzeichnisse lediglich vorschlagen -- Sie können sich beim Download immer noch umentscheiden. Um für alle Dateitypen ein Standardverzeichnis (z. B. /home/user/downloads) einzurichten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Klicken Sie auf die Schaltfläche Auswählen. Im aufgehenden Dialog legen Sie durch Klick auf das Symbol für neue Ordner ein neues Verzeichnis an. Geben Sie diesem z. B. den Namen downloads und bestätigen Sie über OK.
  2. Klicken Sie in das Feld links neben dem neuen Eintrag und tragen Sie ein Sternchen, das für alle Dateien steht, ein.
  3. Ein Klick auf die Schaltfläche Hinzufügen fügt den neuen Eintrag der Liste hinzu. Um ein Verzeichnis aus dieser zu entfernen, markieren Sie es mit der linken Maustaste und klicken auf Löschen.

Es ist möglich, noch genauer zu unterscheiden. So können Sie beispielsweise für alle RPM-Pakete ein Standardverzeichnis /home/user/downloads/rpms definieren oder alle Bilder nach /home/user/downloads/bilder speichern. Die entsprechenden Filter auf dem Reiter Verzeichnisse bzw. Ordner richten Sie wie folgt ein:

  1. Klicken Sie wieder auf Auswählen und legen Sie über das Ordner-Icon ein neues Verzeichnis, z. B. rpms, an.
  2. Ins linke Feld tragen Sie *.rpm ein, um alle Dateien abzufangen, die auf .rpm enden.
  3. Über den Button Hinzufügen schließen Sie die Konfiguration ab.
  4. Wiederholen Sie die Schritte auf Wunsch für andere Dateitypen. Es können problemlos mehrere Einträge nebeneinander in der Liste existieren. Achten Sie allerdings darauf, dass die Reihenfolge stimmt, da die Liste nacheinander abgearbeitet wird. So muss der Eintrag für alle Dateien (* /home/user/downloads) ganz am Ende der Liste stehen, da sonst die anderen Filter nicht mehr greifen. Mit den beiden Pfeilen verschieben Sie Filter nach oben oder unten.

Auf dem letzten Reiter System stellen Sie KGets Look & Feel ein. Dazu gehören die verwendete Schriftart, eventuelle Animationen und Klänge für die verschiedenen KGet-Aktionen. Aktivieren Sie dazu die Checkbox Klänge verwenden und wählen Sie aus dem Pull-down-Menü eine der folgenden Aktionen: Hinzugefügt, Gestartet, Fertiggestellt oder Alles fertig. Um den voreingestellten Klang abzuspielen, klicken Sie auf Test; wer den Sound verändern möchte, wählt über die Schaltfläche Wechseln aus dem Dateidialog einen neuen Klang.

Einzelstücke

Daten mit KGet herunterladen ist einfach -- KDE-typisch ziehen Sie beispielsweise aus dem Konqueror einen Link per Drag & Drop ins KGet-Programmfenster (Abbildung 4). KGet fragt anschließend nach, wohin Sie die ausgewählte Datei speichern wollen. Wenn Sie bei der Konfiguration verschiedene Download-Verzeichnisse für die einzelnen Dateitypen angegeben haben, zeigt der Dialog Speichern unter automatisch den richtigen Ordner an, den Sie im Dialogfenster noch ändern können. Klicken Sie auf Speichern beginnt KGet mit der Arbeit.

Abb. 4: Per Drag & Drop wählen Sie Dateien zum Download aus.

Alternativ wählen Sie im KGet-Menü Datei / Einfügen oder drücken die Tastenkombination [Strg-V]. In das neue Dialogfeld geben Sie die Download-Adresse ein. Wenn Sie die Option Automatisch aus Zwischenablage einfügen aktiviert haben, erledigt KGet dies automatisch für Sie. Ein weiterer Weg, eine Adresse zum Download auszuwählen, ist über Datei / Öffnen.

Haben Sie bei der Einrichtung von KGet die Konqueror-Integration gewählt, sehen Sie in KDEs Datei-Manager den kleinen KGet-Pfeil als Icon in der Werkzeugleiste. Ein Klick auf das Symbol öffnet ein Zielfeld, auf das Sie ebenfalls ganz bequem Links ziehen können (Abbildung 5). Das Icon mit dem Pfeil finden Sie darüber hinaus in KGets Werkzeugleiste -- über einen Klick mit der linken Maustaste schalten Sie das Zielfeld ein und aus.

Abb. 5: KGet bietet ein Zielfeld für Drag-&-Drop-Aktionen an.

In KGets Hauptfenster verfolgen Sie anschließend den Fortschritt des Downloads. Neben dem Dateinamen sehen Sie Informationen über die Anzahl der Download-Versuche, die Dateigröße, die Geschwindigkeit, die verbleibende Zeit und die Ursprungsadresse (Abbildung 6). Einen Transfer unterbrechen Sie per Klick auf das Pause-Icon; entsprechend nehmen Sie den Download wieder auf, indem Sie auf den Play-Button links daneben klicken.

Abb. 6: KGet gibt sich während des Downloads informativ.

Ich will alles

All seine Vorzüge zeigt KGet, wenn es um die Verwaltung mehrerer Downloads geht. Schalten Sie das Programm zunächst in den Offline-Modus, um in aller Ruhe die Transfers vorzubereiten. Dazu klicken Sie entweder auf das Icon mit der Ampel (Suse Linux 9.0 und Mandrake Linux 9.2) bzw. der Weltkugel (Suse Linux 9.1 und Fedora Core 2) in der Werkzeugleiste oder wählen im Menü Optionen / Offline-Modus. Fügen Sie nun über die schon gezeigten Wege sämtliche Dateien ein, die Sie herunterladen möchten. Da Sie im Offline-Modus sind, versieht KGet alle Einträge im Hauptfenster mit einem Symbol, das wie ein getrennter Stecker aussieht.

Um eine Datei zeitversetzt mit Hilfe des eingebauten Timers herunterzuladen, doppelklicken Sie einen Listeneintrag. Im erscheinenden Dialogfenster klicken Sie zuerst das Icon mit der Uhr an, um den Timer zu aktivieren. Öffnen Sie danach die Timer-Konfiguration über die Schaltfläche Erweitert. Voreingestellt ist der aktuelle Tag -- passen Sie das Datum und die Zeit nach Ihren Wünschen an (Abbildung 7). Damit der Download wirklich zu diesem Zeitpunkt startet, müssen Sie KGet zurück in den Online-Modus bringen. Dazu klicken Sie entweder noch einmal auf das Ampel-Icon in der Werkzeugleiste (bei Suse Linux 9.1 und Fedora Core 2 verwandelt sich die Weltkugel im Offline-Modus in ein Stecker-Symbol) oder rufen wieder den Menüpunkt Optionen / Offline-Modus auf.

Abb. 7: Timing ist alles -- über den Timer legen Sie den genauen Zeitpunkt fest, zu dem KGet mit der Arbeit beginnen soll.

Um einfach nur gezielt Einträge auszuwählen und deren Download zu verzögern, markieren Sie die Dateinamen durch einfachen Mausklick und klicken auf das Icon mit dem blauen Kreuz (Suse Linux 9.0 und Mandrake Linux 9.2) bzw. roten Kreuz (Suse Linux 9.1 und Fedora Core 2), oder Sie rufen den Menüpunkt Transfer / Verzögerung auf. Tipp: Alle Einträge markieren Sie, indem Sie zunächst die Maus über den obersten bewegen, die Maustaste gedrückt halten und die Maus zum untersten ziehen. Dann lassen Sie die Maus los. Um lediglich einzelne Listeneinträge auszuwählen, wählen Sie diese mit gedrückt gehaltener [Strg]-Taste einzeln aus.

Die einfachste Möglichkeit, Einträge aus der Transferliste zu entfernen, ist, mit der rechten Maustaste auf den entsprechenden Eintrag zu klicken und aus dem Kontextmenü Löschen zu wählen. Alternativ markieren Sie mit der Maus wie oben gezeigt einzelne oder alle Einträge und klicken auf das Icon mit dem Mülleimer oder wählen aus dem Menü Transfer / Löschen.

Transferlisten

Ein praktisches Feature sind KGets Transferlisten. Standardmäßig (und sofern nicht anders konfiguriert) speichert KGet die Einträge der Download-Liste automatisch alle zehn Minuten ab und lädt die Informationen beim nächsten Programmstart wieder. Die automatisch generierte Liste finden Sie in Ihrem Home-Verzeichnis im versteckten Ordner .kde unter ~/.kde/share/apps/kget/transfers.kgt.

Natürlich ist es auch möglich, selbst solche Transferlisten anzulegen. Um alle Einträge im Download-Fenster als Liste abzuspeichern, wählen Sie im Menü Datei / Transferliste exportieren. Im aufgehenden Dialogfenster Speichern unter wählen Sie selbst Ort und Name -- wichtig ist lediglich, dass die Liste die Endung .kgt erhält (Abbildung 8). Genauso einfach ist der Import: Rufen Sie den Menüpunkt Datei / Transferliste importieren auf und laden Sie die .kgt-Datei. (hge)

Abb. 8: Gut gelistet -- speichern Sie häufige Download-Adressen einfach in Transferlisten ab.

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2012 Linux New Media AG | Last modified: 2007-01-25 17:28

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community] [Admin-Magazin] [Ubuntu User] [Smart Developer] [Linux Events] [Linux Magazine] [Ubuntu User] [Admin Magazine] [Smart Developer] [Linux Magazine Poland] [Linux Community Poland] [Linux Magazine Brasil] [Linux Magazine Spain] [Linux Technical Review]