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von Thomas Hümmler
Was es auf der IFA an neuer Heimelektronik zu sehen gibt, wer den Nobelpreis erhält oder wie es in einem Spiel der zweiten Bundesliga steht: All das ist eine Meldung in Zeitung oder Fernsehen wert. Wer auch bei der Arbeit am Rechner wissen will, was in der Welt passiert, greift zu einem RSS-Reader. Diese auch als Newsticker bezeichneten Programme versorgen Sie mit aktuellen Informationen. Gegenüber klassischen Medien haben sie den Vorteil, dass Sie dort auch Nachrichten mitbekommen, die Radio und Fernsehen niemals aufgreifen. Je nach der eingestellter News-Quelle informieren Sie sich dort über Ihr Hobby oder die neueste Software für den KDE-Desktop. Welche Nachrichten Sie lesen, hängt vom ausgewählten RSS-Feed ab.
RSS-Feeds sind Dateien in einem XML-basierten Format. Der Aufbau dieser Textdateien ist einfach: Sie enthalten Überschriften, kurze Beschreibungen, eventuell eine Zeitangabe und Links zu den vollständigen Artikeln im Internet. Sehr viele Seiten bieten RSS-Feeds an, die Sie mit einem Programm wie KNewsTicker oder Akregator anzeigen.
Der KDE-Newsticker hält Sie mit minimalem Platzbedarf auf dem Laufenden. Standardmäßig nistet sich KNewsTicker in der Kontrollleiste ein, Sie können das Programm jedoch auch in den Personal Information Manager Kontact integrieren. Auf Wunsch starten Sie die Anwendung sogar in einem eigenen Fenster, indem Sie in ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]) den Befehl
appletproxy knewsticker.desktop
eingeben (Abbildung 1). Unter Suse Linux gehört KNewsTicker zur Standardinstallation, Mandrake-Nutzer spielen das Programm nachträglich ein. Wie Sie dabei vorgehen, lesen Sie im Kasten KNewsTicker unter Mandrake installieren.
| KNewsTicker unter Mandrake Linux installieren |
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Unter Mandrake Linux spielen Sie den KDE-Newsticker mit dem Paketverwaltungswerkzeug der Distribution ein: Starten Sie dazu RpmDrake über den Eintrag System / Einstellungen / Paketverwaltung / Software installieren im K-Menü und geben Sie das Administratorpasswort ein. Tragen Sie hinter Finden den Begriff knewsticker ein und klicken Sie auf Suche. Unter Suchergebnisse markieren Sie beide Treffer: das Programm selbst und die von ihm benötigte Bibliothek. Mit einem Klick auf Installieren spielen Sie die Software ein. |
Sie starten KNewsTicker über das Kicker-Kontextmenü. Wählen Sie dort Hinzufügen (bzw. Zur Kontrollleiste hinzufügen unter Suse Linux 9.3) und dann Miniprogramm / KNewsTicker.
Dort laufen die Schlagzeilen wie bei einen Ticker über den Monitor. Ein Klick auf eine davon öffnet die Seite mit der vollständigen Meldung im Konqueror. Ist eine interessante Schlagzeile gerade aus der Anzeige verschwunden, können Sie den zugehörigen Artikel trotzdem noch laden. Das erreichen Sie auf mehrere Arten: Klicken Sie zum Beispiel mit der linken Maustaste auf den Lauftext und halten Sie die Maustaste gedrückt. Schieben Sie dann den Text durch Bewegungen nach links und rechts vor oder zurück. Sobald Sie die Maustaste loslassen laufen die Meldungen an der aktuellen Position weiter. Arbeiten Sie mit einer Radmaus, spulen Sie den Lauftext mit Drehungen des Rads über dem Ticker vor und zurück. Noch übersichtlicher präsentiert Ihnen das Newsticker-Kontextmenü die Schlagzeilen: Es zeigt alle Nachrichtenquellen mit einem Untermenü an, in dem Sie die aktuellen Meldungen finden und per Mausklick im Konqueror anzeigen.
Aus welchen Quellen KNewsTicker neue Nachrichten bezieht, entscheiden Sie im Konfigurationsdialog: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf KNewsTicker und wählen Sie aus dem Kontextmenü KNewsTicker einrichten. Wechseln Sie dort zum Register Nachrichtenquellen und markieren Sie alle RSS-Feeds, die Sie erhalten wollen (Abbildung 2). Fehlt eine für Sie wichtige Quelle, können Sie diese über die Schaltfläche Hinzufügen in die Liste aufnehmen. Im folgenden Dialogfenster geben Sie Name und Quelldatei des RSS-Feeds ein und legen eine Kategorie, ein Symbol und die maximale Zahl der Meldungen (0 bis 1000) fest, die KNewsTicker von dieser Quelle anzeigt.
Im Register Allgemein bestimmen Sie außerdem das Abfrageintervall. Standardmäßig lädt der Newsticker nach einer halben Stunde neue Nachrichten herunter. Sie können in Minutenschritten jedes beliebige Intervall von fünf Minuten bis zu drei Stunden auswählen. Schieben Sie den Regler ganz nach links, schalten Sie das automatische Abholen der Dateien ab. In dem Fall überträgt KNewsTicker nur dann neue Meldungen, wenn Sie im Kontextmenü Nachrichten holen auswählen.
Wenn Ihnen KNewsTicker zu spartanisch ist, sollten Sie sich den RSS-Reader Akregator ansehen, der vom Fenster-Layout her KMail ähnelt (Abbildung 3). Bei Suse Linux 9.3 gehört das Programm bereits zur Grundausstattung von KDE und verbirgt sich im Paket kdepim. Nutzer von Suse Linux 9.2 und Mandrake Linux installieren die Software von unserer Heft-DVD, die sich als Installationsquelle bei den Paketverwaltungswerkzeugen der Distributionen registriert.
Links im Akregator-Fenster befinden sich die Nachrichtenquellen, standardmäßig sind das einige Feeds rund um den KDE-Desktop. Sobald Sie eine davon markieren, erscheinen die Schlagzeilen in der rechten oberen Fensterhälfte. Klicken Sie eine Meldung an, um den zugehörigen Text im Fensterbereich darunter anzuzeigen. Über einen Klick auf Vollständiger Text öffnet Akregator ein neues Tab, in dem er die Internet-Seite mit der vollständigen Nachricht lädt.
Im Gegensatz zu KNewsTicker aktualisiert Akregator die Schlagzeilen nicht automatisch, sondern nur auf Wunsch: Wählen Sie dazu entweder Nachrichtenquelle / Nachrichtenquelle abholen oder Nachrichtenquelle / Alle Nachrichtenquellen abholen. Ist es Ihnen zu lästig, sich immer selbst darum zu kümmern, sorgen Sie im Konfigurationsdialog dafür, dass Akregator Ihnen diese Arbeit abnimmt:
Das Intervall, in dem Akregator neue Schlagzeilen bezieht, können Sie auch individuell für jede Nachrichtenquelle einstellen. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Sie mit Akregator tagespolitische Nachrichten oder Börsenkurse abrufen. Der RSS-Feed von http://www.finanzen.net liefert beispielsweise täglich circa 150 News-Meldungen, während http://www.aktien-blog.de nur wenige Nachrichten übermittelt. Tageszeitungen wie die Netzeitung bringen ebenfalls mehr News als etwa eines der in Akregator voreingestellten KDE-Foren.
Um eine Nachrichtenquelle in einem eigenen Intervall zu aktualisieren, markieren Sie diese und wählen Bearbeiten / Nachrichtenquelle bearbeiten. Im folgenden Dialogfenster schalten Sie auf der Registerkarte Allgemein die Option Benutze eigenes Aktualisierungsintervall ein. Stellen Sie dann neben Nachrichtenquelle überprüfen alle das Intervall in Minuten, Stunden oder Tagen ein (Abbildung 5). Möchten Sie außerdem erfahren, ob es etwas Neues gibt, hilft die Option Über neue Artikel informieren.
Im Gegensatz zu KNewsTicker verwirft Akregator alte Schlagzeilen nicht, sondern behält standardmäßig alle Artikel. Ihnen entgeht so keine Meldung, selbst wenn Sie länger nicht am Rechner sitzen. Möchten Sie nicht alle Nachrichten speichern, deaktivieren Sie die Option oder schränken das Archiv mengenmäßig oder zeitlich ein: Unter Archiv im Einrichten-Dialog schalten Sie dazu Begrenze Größe des Nachrichtenarchivs auf ein. Standardmäßig steht dort 1000. Sie können das auf jeden anderen Wert zwischen 1 und 1000000 ändern. Wenn Sie fünf Nachrichtenquellen haben, die täglich um die 50 neue Meldungen liefern, bleiben die Artikel mit der Voreinstellung ungefähr drei Wochen im Archiv, bevor Akregator sie löscht.
Setzen Sie ein Häkchen vor Löschen von Artikeln, die älter sind als, damit Akregator alle Meldungen entfernt, die älter als zwei Monate sind. Das Verfallsdatum der News ändern Sie im Eingabefeld dahinter: Wer auf dem Standpunkt steht, dass Neuheiten schon nach der Veröffentlichung keine mehr sind, stellt den Zähler auf 1 Tag zurück. Die Obergrenze liegt übrigens bei 1000000 Tage (etwas über 2700 Jahre).
Möchten Sie die Meldungen nicht in einem Akregator-Tab, sondern im Web Browser lesen, klicken Sie statt mit der linken mit der mittleren Maustaste auf den Link vollständiger Text. Auch dieses Verhalten ändern Sie im Einrichten-Dialog. Dazu wechseln Sie in das Menü Browser und wählen das Verhalten der linken Maustaste bzw. das Verhalten der mittleren Maustaste. Wenn Sie beispielsweise zunächst alle Nachrichten im Schnelldurchgang lesen wollen, schalten Sie das Verhalten einer Maustaste auf in inaktivem Unterfenster öffnen. Dann bleibt bei einem Klick auf Vollständiger Text das Fenster mit der Nachrichtenübersicht aktiv; Sie können dann zunächst die weiteren Schlagzeilen lesen und anschließend ein Unterfenster nach dem anderen durcharbeiten. Noch mehr Ticker-Charakter bekommt das Ganze, wenn Sie unter Ansicht / Anzeigemodus in die kombinierte Ansicht wechseln (Abbildung 6).
Zu Anfang kennt Akregator nur fünf Nachrichtenquellen mit Informationen über Akregator und KDE. Weitere ergänzen Sie über den Menüpunkt Nachrichtenquelle / Nachrichtenquelle hinzufügen. Im folgenden Dialog geben Sie die entsprechende Internet-Adresse ein und bestätigen mit OK (Abbildung 7). Akregator lädt daraufhin die Datei und fügt aus dieser den Titel als Name der Nachrichtenquelle hinzu. Rechts im Fenster stehen die aktuellen Meldungen dieses Feeds.
Kennen Sie keinen RSS-Feed, der Informationen zu einem bestimmten Thema anbietet, gilt es herauszufinden, ob es nich auch dazu einen Newsticker gibt. Am schnellsten kommen Sie in Akregator zu neuen News-Lieferanten, indem Sie die Quellen aus dem gut ausgestatteten KNewsTicker kopieren. Wechseln Sie dazu in den Einrichtungsdialog von KNewsTicker. Dort sind Sie unter Nachrichtenquellen am richtigen Ort. Sie finden dort Links zu Informationen aus den Bereichen Computer (insgesamt 45 Quellen bzw. 47 bei Suse Linux), Erholung (1), Geschäft (2), Gesellschaft (3), Kunst (3), Magazine (1 bzw. 3 bei Suse 9.3) und Verschiedenes (4 bzw. 5 bei Suse Linux 9.3). Schreiben Sie den Namen der gewünschten Datei einfach in den Dialog Nachrichtenquelle einfügen, um die Quelle in das Programm zu übernehmen.
Finden Sie bei diesen fünf Dutzend Nachrichtenquellen nichts passendes, sollten Sie im deutschsprachigen RSS-Verzeichnis unter http://www.rss-verzeichnis.de oder unter folgenden englischsprachigen Adressen ein wenig stöbern (Abbildung 8):
Hier kopieren Sie den Pfad zur Quelldatei über das Kontextmenü des Konqueror und tragen ihn in den Dialog Nachrichtenquelle einfügen ein.
Zufallsfunde im Web integrieren Sie noch schneller in Akregator: Befinden Sie sich mit dem Konqueror auf einer Seite, die News im RSS-Format anbietet, zeigt der Browser das durch ein rot-weißes Icon rechts unten in der Statuszeile an. Packen Sie das Symbol mit der linken Maustaste und ziehen Sie es auf das Akregator-Fenster. Sobald Sie dort die Maustaste loslassen, entscheiden Sie sich im aufklappenden Menü dafür, diesen Feed als neue Nachrichtenquelle zu übernehmen. (amü)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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