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Erschienen in EasyLinux 08/2006   »   Ausgabe bestellen

Sichere Datentransfers und Remote-Logins mit SSH

Transportversicherung

Hans-Georg Eßer, Marcel Hilzinger, Achim Leitner


Wollen Sie Dateien von einem Rechner auf den anderen sicher transportieren, ohne dass jemand den Inhalt ausspioniert oder gar ändert? Dann fliegen Sie am besten mit den Maschinen der SSH-Gruppe.

Wer seine Computer vernetzt hat, will Dateien nicht mehr mühsam per Diskette oder USB-Stick übertragen. Muss er auch nicht, von FTP bis Samba stehen längst Techniken zum elektronischen Kopieren bereit. Dummerweise arbeiten die meisten herzlich unsicher: Sie übermitteln Passwörter unverschlüsselt und schützen die Dateien weder vor Abhören noch vor Verändern.

Mit der SSH-Familie gibt es eine hervorragende Alternative: Sie ist praktisch und bequem in der Anwendung und gleichzeitig sicher. Sämtliche Daten (auch die Benutzerkennung und das Passwort) übermittelt sie verschlüsselt. Zudem existiert passende Software für praktisch alle Betriebssysteme. Für Linux und Windows beschreibt dieser Artikel die wichtigsten Tools und Techniken, aber auch Mac-Anwender und Besitzer von PDAs finden passende Programme.

Die originäre Aufgabe von SSH sind sichere Remote-Logins, bei denen der Benutzer per Kommandozeile Befehle auf einem fernen Rechner ausführt. Längst beherrscht SSH aber viel mehr -- zu den nützlichen Extras gehört das Übertragen von Dateien. Etwas verwirrend ist, dass sich im Laufe der Zeit drei Techniken etabliert haben: SCP, Fish und SFTP.


FTP: File Transfer Protocol, ein sehr altes Internetprotokoll, das Dateien von einem Rechner auf einen anderen kopiert. Leider überträgt FTP Benutzernamen, Passwort und Dateien völlig ungeschützt.
Samba: Linux-Software, die das SMB-Protokoll (Server Message Block) von Windows nachbildet und damit Verzeichnisse ferner Rechner lokal einbindet (mountet). Kann zwar das Passwort schützen, die Dateiübertragung bleibt aber unsicher.
SSH: Abkürzung für Secure Shell. Ursprünglich für sichere Remote-Logins als Ersatz für rsh (Remote Shell) entwickelt, verfügt SSH heute über viele Funktionen wie sicheren Dateitransfer, sicheres Tunneln von Netzwerkverbindungen oder sicheres, fernes Ausführen von grafischen Programmen.

Verwirrspiel

Begonnen hat alles mit SCP (Secure Copy). Dieser sichere Nachbau des uralten RCP (Remote Copy) erfüllte seine Aufgabe aber eher schlecht als recht: Auf der Kommandozeile war er unpraktisch, und seine beschränkte Funktionalität stellte grafische Oberflächen vor ernste Probleme. Heute zeugt davon noch der Name eines Windows-Programms: WinSCP (mehr dazu später im Artikel).

Das KDE-Projekt hat als Ausweg eine eigene Übertragungstechnik entwickelt, die ebenfalls auf SSH aufsetzt. Diese Fish getaufte Variante ist auf Konqueror als Client und Linux-/Unix-Systeme als Server ausgerichtet und funktioniert in diesem Umfeld sehr gut.

Die moderne Lösung heißt SFTP (Secure File Transfer Protocol). Aus technischer Sicht hat sie trotz des ähnlichen Namens nichts mit FTP gemein; lediglich das Kommandozeilenprogramm lässt sich sehr ähnlich bedienen wie eine FTP-Software. Sowohl Konqueror als auch WinSCP beherrschen dieses Protokoll aus der SSH-Familie.

Die sichere Basis

Alle drei Techniken verwenden SSH als Basis. Egal ob Konsole, Windows-Programm oder Konqueror -- alle loggen sich zunächst auf dem fernen Rechner ein, um dann durch den kryptographisch geschützten Kanal Daten zu übertragen. Auf dem Zielrechner muss dazu ein SSH-Server laufen, und dessen Firewall muss den Verbindungswunsch auch durchlassen. Wie Sie das Gespann unter Suse und Mandriva Linux oder Kubuntu konfigurieren, steht im Firewall-Artikel ab Seite 22.

SSH prüft bei der Anmeldung als erstes, ob Sie wirklich zum gewünschten Rechner Kontakt haben oder ob ein Angreifer die Verbindung abfängt (Man-in-the-Middle-Attacke). Dazu verwendet jeder SSH-Server einen eigenen Schlüssel. Das sehen Sie beispielsweise, wenn Sie sich per Konsole am fernen Rechner anmelden. Ihr Client kennt bei der ersten Kontaktaufnahme den Schlüssel noch nicht und fragt daher, ob das wirklich der Schlüssel des gewünschten Rechners ist (Abbildung 1).


Man in the Middle: Bei dieser Technik manipuliert ein Angreifer aktiv die Datenübertragung. Er gibt sich gegenüber dem Client als der wahre Server aus und gaukelt dem Server vor, der Angreifer sei in Wahrheit der Client. Um das zu erkennen, muss der Client den echten Server sicher identifizieren -- bei SSH dient dazu der Server-Schlüssel.

Abb. 1: Wenn Sie sich zum ersten Mal an einem Rechner per "ssh" einloggen, schreibt das Programm eine Fingerprint-Zeichenkette des Computers auf die Konsole. Wenn Sie mit "yes" bestätigen, merkt sich SSH den Schlüssel dauerhaft.

Abb. 2: Hat sich der Schlüssel des SSH-Servers geändert, dann verweigert "ssh" (je nach Konfiguration) den Login und gibt stattdessen eine deutliche, aber leider nur englischsprachige Warnung aus.

Idealerweise prüfen Sie die Schlüsseldaten (siehe Kasten Fingerprint prüfen). Bei jedem späteren Kontakt zur selben Adresse kennt SSH den Schlüssel schon und kontrolliert nur noch, ob er gleich geblieben ist.

Fingerprint prüfen

Wenn Sie prüfen wollen, ob der Fingerprint stimmt, müssen Sie den echten Fingerprint des Servers kennen. Den sollte der Betreiber bereitstellen. Verwalten Sie den Server selbst, dann sollten Sie zunächst wissen, ob das Clientprogramm RSA oder DSA verwendet. Das steht in der Fingerprint-Meldung des Clients, zum Beispiel RSA key fingerprint oder DSA key fingerprint.

Auf dem Server rufen Sie dann ssh-keygen -l auf. Das Programm fragt nach dem Pfad zur Schlüsseldatei. Der lautet /etc/ssh/ssh_host_rsa_key.pub oder /etc/ssh/ssh_host_dsa_key.pub, je nachdem, ob RSA oder DSA zum Einsatz kommt. Die Ausgabe zeigt den Fingerprint des Servers, den vergleichen Sie dann mit der Meldung des Clientprogramms.

Schlüssel geändert

Brenzlig wird es, wenn sich der Schlüssel eines SSH-Servers ändert. Das kann ein Zeichen dafür sein, dass gerade ein Angreifer an Ihre Daten will. Möglich ist aber auch, dass sich wirklich der Schlüssel des Servers geändert hat. Das passiert zum Beispiel bei einer Neuinstallation. Sind Sie sich nicht sicher, dann nehmen Sie Kontakt zum Betreiber des Servers auf. Wenn Sie aber wissen, dass sich der Schlüssel wirklich geändert hat, dann löschen Sie den alten Eintrag, den sich SSH gemerkt hat.

Öffnen Sie dazu in einem Texteditor (etwa Kate oder Kwrite) die Datei .ssh/known_hosts und löschen Sie den Schlüssel. Achtung: Da die Zeilen in der Datei sehr lang sind und umbrechen, schalten Sie besser den Zeilenumbruch aus. Drücken Sie dazu auf [F10] oder deselektieren Sie im Menü Ansicht / Zeilenumbruch. Jede Zeile beginnt nun mit dem Namen des Zielrechners, gefolgt von dessen IP-Nummer und den Schlüsseldaten. Löschen Sie die komplette Zeile, die sich auf den Rechner mit dem geänderten Schlüssel bezieht.

Fish im Konqueror

Um SSH für Dateitransfers zu verwenden, müssen Sie keine Befehle in die Konsole eintippen. Der grafische Dateimanager Konqueror nimmt Ihnen die Arbeit ab und verbindet sich mit dem fernen Rechner, wenn Sie in das Adressfeld die URL fish://Rechnername oder fish://IP-Adresse eintippen.

Melden Sie sich zum ersten Mal an diesem Rechner an, zeigt der Dateimanager den digitalen SSH-Fingerabdruck des Zielrechners an (Abbildung 3). Klicken Sie hier auf Ja, wenn Sie den Schlüssel akzeptieren und mit der Anmeldung fortfahren wollen. Bei jedem weiteren Anmelden an diesem Rechner verzichtet Konqueror auf diesen Dialog.

Anschließend erscheint das Fenster SSH-Autorisierung. Falls Sie auf dem Zielrechner denselben Benutzernamen wie lokal verwenden, tippen Sie einfach Ihr Passwort ein und klicken dann auf OK. Oft müssen Sie den Benutzernamen aber ändern. Um Konqueror gleich mit dem passenden Namen zu starten, geben Sie als Adresse fish://Benutzername@IP-Adresse ein.

Abb. 3: Bei der ersten Kontaktaufnahme fragt Konqueror, ob Sie dem neuen Schlüssel vertrauen möchten. Es handelt sich dabei um den Schlüssel des Zielrechners.

Abb. 4: Dank Fish arbeiten Sie auf fernen Rechnern wie auf Ihrem eigenen PC. Konqueror kümmert sich zusammen mit SSH um die Datenübertragung.

Fernes Verzeichnis

Nach erfolgreichem Login zeigt Konqueror den Inhalt des Home-Verzeichnisses auf dem Zielrechner an (Abbildung 4). Sie können nun bequem per Drag & Drop Dateien hin- und herkopieren. Dank KDE-Technologie ist fish:// nicht nur in Konqueror vorhanden, sondern in praktisch jeder KDE-Anwendung.

Möchten Sie zum Beispiel aus der Textverarbeitung KWord ein Dokument auf einem zweiten Rechner speichern, geben Sie einfach im Dialog Speichern unter im oberen Textfeld die Adresse fish://Rechnername ein. Auch HTML-Seiten lassen sich zum Beispiel mit QuantaPlus und fish:// gleich online bearbeiten, falls Ihr Provider SSH-Zugriff gewährt.

Fallen

Die Verbindung über sftp:// funktioniert analog zu fish://, wie eingangs erwähnt aber mit einer anderen Technik. Welche von beiden funktioniert, hängt vom Zielrechner ab. Bei älteren SSH-Servern unter Linux hat Fish die größeren Chancen; läuft der SSH-Server unter Windows, ist SFTP die bessere Wahl. In den meisten Fällen funktionieren aber beide Varianten.

Klappt die Anmeldung dennoch nicht, kann das an einem falschen Benutzernamen oder dem falschen Passwort liegen, oder es hat sich der Server-Schlüssel geändert. Im Unterschied zum Kommandozeilenprogramm ssh zeigt Konqueror dummerweise keine Fehlermeldung an, sondern verhindert schlicht die Kontaktnahme. Gehen Sie in diesem Fall genau so vor wie oben im Abschnitt Schlüssel geändert erklärt.

Führt auch das noch nicht zum Erfolg, dann melden Sie sich auf der Konsole mit ssh -v Benutzername@Zielrechner an. Wegen der Option -v zeigt SSH ausführlicher, was es gerade macht und in welchem Schritt die Anmeldung scheitert. Weitere Hinweise geben die Log-Dateien auf dem SSH-Server, meist unter /var/log/messages zu finden.

SSH unter Windows

Unter Windows haben sich zwei Programme als Standardtools etabliert: WinSCP [1] kopiert mit grafischer Oberfläche Dateien per SSH zwischen Windows- und Linux-Rechnern, und Putty [2] bietet Kommandozeilenfreunden die Möglichkeit, sich auf einem Linux-Rechner einzuloggen.

Für den schnellen Datentransfer zwischen Linux- und Windows-PCs ist unter Windows besonders WinSCP geeignet, das genau wie Linux und ein Großteil der Linux-Programme unter der GPL (GNU General Public License) steht, also u. a. frei für beliebige Zwecke benutzbar ist. Hinweise zur Installation von der Heft-DVD finden Sie im Kasten SSH-Programme unter Windows installieren.

Nach dem WinSCP-Start erscheint ein Anmeldedialog (Abbildung 5), in den Sie den Rechnernamen oder dessen IP-Adresse und die Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) eintragen. Klicken Sie auf Anmelden, um die Verbindung aufzubauen. Bei der ersten Kontaktaufnahme zu diesem Rechner merkt WinSCP (genau wie SSH und Konqueror) in einem Warnfenster an, dass es den Rechner noch nicht kennt, und zeigt dessen Fingerabdruck an. Wenn Sie den Schlüssel für korrekt halten, klicken Sie auf Ja und setzen den Verbindungsaufbau fort.

Abb. 5: Im Anmeldedialog von WinSCP geben Sie Zielrechner, Benutzername und Passwort ein. Sie können die Daten als Sitzung speichern.

Datei-Arbeiter

Im Hauptfenster sehen Sie links die lokalen Dateien und Verzeichnisse (beim Start zeigt WinSCP immer Ihr Verzeichnis Eigene Dateien an) und rechts das Home-Verzeichnis auf dem Zielrechner (Abbildung 6). In beiden Fensterhälften können Sie durch die Verzeichnisstruktur navigieren.

Abb. 6: In der linken Spalte zeigt WinSCP die lokalen Verzeichnisse und Dateien an, rechts sehen Sie das Home-Verzeichnis auf dem Linux-Rechner. Sie kopieren Dateien einfach per Drag & Drop oder mit Tastenkürzeln.

Wer die Tastenkombinationen des Norton Commanders kennt, die auch der Midnight Commander (mc) unter Linux verwendet, kann die wichtigsten Funktionen von WinSCP auf Anhieb bedienen:

Um nun markierte Dateien "auf die andere Seite" zu kopieren, drücken Sie einfach [F5] und bestätigen das Dialogfenster, das sich darauf öffnet, mit [Eingabe] (Abbildung 7). Wollen Sie die Dateien verschieben, dann drücken Sie [F6] statt [F5].

Abb. 7: Markierte Dateien kopieren Sie in WinSCP mit [F5] von einem Rechner zum anderen. Es erscheint dieses Dialogfenster, das Sie mit [Eingabe] bestätigen.

Verwandlungskünstler

Bei einfachen Textdateiformaten konvertiert WinSCP automatisch zwischen den Zeichensystemen von Linux und Windows hin und her, z. B. bei Dateien mit den Endungen .txt und .html. Wenn Sie das nicht wollen, schalten Sie diese Funktion aus: Klicken Sie dazu im mit [F5] oder [F6] geöffneten Dialogfenster (Abbildung 7) auf Profile und wählen Sie den Eintrag Binär -- dadurch bleiben sämtliche Dateien unangetastet.

Wer die Norton-Commander-Tastenkombinationen nicht mag, kann auch auf klassische Windows-Weise Dateien per Drag & Drop von einem Rechner zum anderen bewegen -- damit lassen sich die Dateien aber nur kopieren, fürs Verschieben benötigen Sie die Tastenkombination oder wählen nach einem Rechtsklick auf eine Datei im Kontextmenü Verschieben.

Sitzungen

Nehmen Sie häufig zum gleichen Rechner Kontakt auf, speichern Sie die Zugangsdaten (wahlweise mit oder ohne Passwort) in einem Sitzungsprofil, das Sie dann direkt beim WinSCP-Start auswählen können. Um eine neue Sitzung anzulegen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Starten Sie WinSCP und wechseln Sie (falls es schon eine Sitzung gibt) in der linken Übersicht auf den Eintrag Sitzung. Sie sehen dann die schon bekannten Felder für die Logindaten.
  1. Geben Sie den Rechnernamen oder dessen IP-Adresse ins Feld Rechnername und den Benutzernamen auf dem entfernten Rechner ins Feld Benutzername ein. Auf Wunsch können Sie hier auch gleich das Passwort eintragen -- WinSCP warnt Sie dann aber später, dass ein lokal gespeichertes Passwort ein Sicherheitsrisiko darstellt. Darum geht die weitere Beschreibung davon aus, dass Sie das Passwortfeld leer lassen.
  1. Klicken Sie auf Speichern und geben Sie der Sitzung im erscheinenden Dialogfeld einen Namen -- WinSCP schlägt gleich einen vor, der sich aus Benutzer- und Rechnername zusammensetzt (user@rechner). Klicken Sie auf OK, um den Namen zu übernehmen.

WinSCP wechselt dann zur Übersicht der gespeicherten Sitzungen, die künftig auch bei jedem Start des Programms erscheint; mit einem Doppelklick aktivieren Sie eine der Sitzungen und müssen dann nur noch das Passwort eingeben.

SSH-Programme unter Windows installieren

So installieren Sie WinSCP und Putty von der Heft-DVD:

WinSCP

Die aktuelle Version 3.8.2 finden Sie im Verzeichnis \programme\andere\winscp\ auf der Heft-DVD.

  1. Doppelklicken Sie auf die Datei winscp382setupintl.exe, um die Installation zu starten. Moderne Windows-Versionen warnen jetzt, dass das Programm unbekannt ist. Schließen Sie das Warnfenster mit einem Klick auf Ausführen.
  1. Wählen Sie die Sprache aus, in der Sie WinSCP bedienen wollen; mit German ist für deutschsprachige Anwender schon die richtige Vorauswahl getroffen.
  1. Der Installationsassistent schlägt vor, das Programm in C:\Programme\WinSCP3 zu installieren und ein neues Untermenü WinSCP3 anzulegen. Standard ist außerdem, ein Desktop-Icon zu erzeugen. Alle Vorgaben können Sie übernehmen -- lediglich bei der Frage nach der Benutzerschnittstelle (wie Norton Commander oder wie Windows Explorer) müssen Sie eine Entscheidung treffen.
    Die an Nortons alten Dateimanager angelehnte Variante ist Standard und hat den Vorteil, dass Sie lokale und entfernte Verzeichnisse in zwei Spalten eines einzelnen Fensters übersichtlich beieinander haben. Bei der Explorer-Variante zeigt das WinSCP-Fenster nur die Daten auf dem entfernten Rechner an; zum Kopieren oder Verschieben benötigen Sie dann noch ein normales Windows-Explorer-Fenster.
  1. Nach einem Klick auf Installieren im Übersichtsfenster landen die Programmdateien auf der Festplatte.

Starten Sie WinSCP per Klick auf Fertigstellen im letzten Installationsdialog -- später erreichen Sie das Programm über den Startmenüeintrag Alle Programme / WinSCP3 / WinSCP.

Putty

Putty finden Sie im Verzeichnis \programme\andere\putty\ auf der Heft-DVD.

  1. Mit einem Doppelklick auf die Datei putty-0.58-installer.exe starten Sie das Installationsprogramm.
  1. Auch hier (wie bei WinSCP) warnt Windows, dass das Programm unbekannt ist. Schließen Sie das Warnfenster mit einem Klick auf Ausführen.
  1. Alle Vorgaben des Installationsprogramms können Sie übernehmen; Putty wird in das Verzeichnis C:\Programme\PuTTY\ installiert und ist anschließend im Startmenü unter Alle Programme / Putty / Putty zu finden.

Putty

Als Standard-SSH-Programm unter Windows hat sich Putty etablieren können. Es steht unter der MIT-Lizenz und ist damit ein Open-Source-Programm. Putty brauchen Sie nur, wenn Sie von Windows aus die Kommandozeile eines Linux-PCs erreichen wollen. Auch zur Putty-Installation von der Heft-DVD finden Sie im Kasten SSH-Programme unter Windows installieren eine Beschreibung.

Starten Sie Putty, erscheint ein komplexes Konfigurationsfenster, in dem Sie Einstellungen für so genannte Sessions festlegen können: Auf Wunsch geben Sie hier für verschiedene Linux-Rechner, die per SSH erreichbar sind, unterschiedliche Voreinstellungen an und speichern diese unter einem Profilnamen.

Um eine Sitzung (englisch: session) anzulegen, tragen Sie neben dem Rechnernamen noch einen Sitzungsnamen ins Eingabefeld unterhalb von Saved Sessions ein und klicken auf Save (Abbildung 8).

Abb. 8: Mit Sitzungen vereinfachen Sie auch die Benutzung von Putty, ganz ähnlich wie bei WinSCP (Abbildung 5). Allerdings gibt es bei Putty deutlich mehr Optionen.

Zeichensalat

Arbeiten Sie mit einer aktuellen Distribution, die als Zeichensatz UTF-8 (statt früher eine ISO-Kodierung) verwendet, stellen Sie noch in Putty den Zeichensatz für diese Sitzung ein: Unter Window / Translation wählen Sie im obersten Drop-down-Feld den Eintrag UTF-8 -- dann funktionieren später auch Umlaute sowie z. B. die Linienzeichen in Programmen wie dem Midnight Commander.

Direkt unter Window können Sie auch die Standardfenstergröße ändern, wenn Ihnen die Vorgabe von 24 Zeilen mit je 80 Zeichen nicht ausreicht. Sie können das auch später nachholen: Fenstergrößenänderungen bekommen Linux-Programme auch hier mit, genau wie bei einem KDE-Konsole-Fenster unter Linux.

Um Änderungen an der Konfiguration zu speichern, wechseln Sie links wieder auf den obersten Eintrag (Session) und klicken erneut auf Save. Jetzt (und auch nach jedem späteren Start) aktivieren Sie eine Sitzung per Doppelklick.

Beim Erstkontakt mit einem Rechner weist Putty (genau wie die anderen SSH-Programme) darauf hin, dass es den PC nicht kennt, und zeigt Ihnen den Fingerabdruck an. Danach erscheint ein Terminalfenster, an dem Sie Benutzername und Passwort eingeben, um sich am Zielrechner anzumelden. In der Shell können Sie schließlich genauso arbeiten, wie Sie es von Linux-Terminalfenstern gewohnt sind (Abbildung 9).

Abb. 9: Putty unter Windows loggt Sie auf einem fernen Rechner ein. Sie finden sich dort auf der Konsole wieder; hier hat der Benutzer das Fenster vergrößert und den Linux-Dateimanager Midnight Commander gestartet.
Weitere Features

Wie im Artikel angedeutet, kennt die SSH-Familie eine Vielzahl weiterer Funktionen, die sich an Profis wenden [3]. Das beginnt mit kryptographischen Methoden statt einfacher Passwörter, um sich am fernen Rechner anzumelden: SSH nutzt dazu ein Schlüsselpaar. Der geheime Schlüssel ist mit einer Passphrase geschützt. Um diese Passphrase nicht bei jedem Login erneut eingeben zu müssen, hält der so genannte SSH-Agent die entschlüsselten Schlüssel parat.

Es ist auch möglich, Schlüssel auf bestimmte Zwecke einzuschränken. Dabei startet der SSH-Server nach einem Login ein festgelegtes Programm, statt dem Benutzer eine vollwertige Shell zu geben. Zusammen mit vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten passen Administratoren die Sicherheit an ihre Bedürfnisse an. Aber auch Benutzer profitieren von den Einstellungen, zum Beispiel tragen sie in .ssh/config Alias-Namen für Rechner ein und sparen sich künftig Tipparbeit.

SSH kann einzelne Netzwerkverbindungen tunneln. Wenn Sie auf einen Rechner nur per SSH Zugriff haben, dort aber ein Webserver läuft, können Sie die Webseiten vom lokal laufenden Browser aus durch den Tunnel abrufen (so genanntes TCP-Forwarding). Sie können den Browser aber auch auf dem Zielrechner starten, und SSH kümmert sich dann darum, die grafische Oberfläche umzulenken und auf Ihrer lokalen Maschine anzuzeigen. Das nennt sich X11-Forwarding.

Welten verbinden

Damit schließt sich der Kreis zu Linux: Auch wenn Sie an einem Windows-Rechner arbeiten, haben Sie jederzeit Zugriff auf Dateien, die auf einem unter Linux laufenden Computer liegen. Ob mit Windows' Putty oder dem Linux-Konsolenprogramm SSH, beide geben Ihnen Zugang zur Shell-Ebene des Linux-Servers. Für einfache Dateitransfers haben beide Plattformen sehr praktische Tools anzubieten: WinSCP integriert sich gut in Windows, und KDEs Konqueror spricht sowieso die sicheren SSH-Dateitransferprotokolle. (fjl)

Infos
[1] WinSCP: http://winscp.net/eng/docs/lang:de
[2] Putty: http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/
[3] Guru-Training-Artikel zu SSH und SCP: Heike Jurzik, "Auf Nummer Sicher", EasyLinux 10/2005, S. 84 ff.

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