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Erschienen in EasyLinux 06/2003   »   Ausgabe bestellen

SuSE 8.1 und 8.2 Paketinstallation

Software nachträglich installieren

von Thomas Hümmler


Wenn Sie SuSE Linux einsetzen und neue Programme installieren wollen, geht das am schnellsten und einfachsten mit YaST2. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei vorgehen müssen.

Gewohnt waren Sie es bisher vielleicht so: Sie legen eine CD-ROM ins Laufwerk und kurz darauf startet die Installation des Windows-Programms. Dann geben Sie das Programmverzeichnis an, markieren einige Optionen, schalten Programm-Module zu oder ab und danach wird installiert.

Mit Linux ist das anders. Hier gibt es keinen Autorun-Befehl für CDs. Statt dessen suchen Sie zunächst mit Hilfe eines Konfigurationsprogramms die Software aus, die Sie haben möchten - und erst danach legen Sie die entsprechende CD oder DVD ins Laufwerk. Unter SuSE Linux nehmen Sie als Konfigurationsprogramm YaST2. Das starten Sie im K-Menü über System/YaST2. Im folgenden Fenster müssen Sie das Passwort des Benutzers root eingeben. Das ist nötig, weil so etwas wie Software-Installation immer das gesamte System betrifft und Aufgabe des Administrators ist. Wenn Sie die Option Passwort beibehalten markieren, werden Sie nicht mehr nach dem Passwort gefragt, bis Sie KDE wieder verlassen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie diese Option nicht wählen.


Abb. 1: Um YaST2 auszuführen, müssen Sie Systemverwaltungsrechte haben. Geben Sie in diesem Dialog das Passwort von root ein.

Jetzt startet YaST2, das Kontrollzentrum von SuSE Linux. YaST2 ist der Systemsteuerung von Windows recht ähnlich. Hier können Sie die Hardware-Einstellungen ändern, Benutzer anlegen, eine Rettungsdiskette erzeugen oder die Treiber-CD eines Herstellers laden.

Im obersten Bereich Software können Sie wählen zwischen fünf Einträgen:

Wählen Sie Installationsquelle wechseln, können Sie festlegen, von welchem Ort (CD, Festplatte, Netzwerk, Internet) Sie die SuSE-Pakete installieren möchten. Mit Hilfe des Online-Update installieren Sie wichtige Programmänderungen direkt vom SuSE-FTP-Server. Zusätzlich können Sie sich entscheiden zwischen einem automatischen und einem manuellen Update. Wählen Sie letzteres, startet nach dem Laden der Liste aller Patches das Modul zur Installation von Software. Hier können Sie die Programmpakete aussuchen, die installiert werden sollen.

Die Option Patch CD-Update ist nur für den SuSE Linux Enterprise Server. Der Unterschied zum Online-Update: Der Enterprise-Server-Kunde bekommt eine CD mit den Patches, die sich Allerweltskunden per FTP vom Server holen müssen.

Der Name des vierten Modul Software installieren oder löschen ist fast selbsterklärend. Außer Installieren und Löschen von Paketen können Sie diese hier auch noch aktualisieren - etwa nach einem manuellem Update. Das System-Update schließlich ermittelt, welche Pakete erneuert werden sollten. Hier können Sie ebenfalls entscheiden, welche Pakete aktualisiert werden und welche nicht. Das Basissystem kann hierüber übrigens nicht auf den aktuellen Stand gebracht werden; dazu muss der Rechner vom dem Installations-CD gebootet werden.


Abb. 2: Das Kontrollzentrum von YaST2 enthält ähnliche Elemente und Funktionen wie die Systemsteuerung von Windows

Das Modul zur Software-Installation

Einige Pakete sind zwar schon in der Standardinstallation enthalten, aber bei weitem nicht alle. So fehlt im Starterpaket SuSE 8.1 zum Beispiel Gimp, das Standard-Grafikprogramm unter Linux. Sowohl nach einer Standardinstallation unter SuSE 8.1 als auch in der neuesten Distribution 8.2 fehlt manches der schönen Spiele, die im Anschluss an die Installation in der SuSE-Tour vorgestellt werden.

Die Programme können Sie über das Modul Software installieren und löschen nachträglich schnell aufspielen. In der Bildschirmmaske des Moduls sehen Sie links - je nach gewähltem Filter - entweder die Selektionen (eine Auswahl häufig genutzter Programme), die Paketgruppen oder einen Suchen-Dialog (in SuSE 8.2 gibt es zudem eine Zusammenfassung). Zwar haben die Paketgruppen den Vorteil, dass sie hierarchisch aufgebaut sind; ein Paket ist so schneller zu finden. Allerdings ist die Gruppenstruktur englisch gehalten, und daher nicht unbedingt allgemein verständlich. Dafür tragen die Selektionen deutsche Bezeichnungen. Markieren Sie links eine mit der Maus, erscheinen in der Liste rechts die Pakete dieser Auswahl; die mit einem Häkchen sind bereits installiert. Vom obersten, das zu Beginn markiert ist, wird unten eine Beschreibung angezeigt. Auf den einzelnen Registern stehen weitere Informationen zum markierten Paket, etwa über die Programmgröße und die Autoren (unter Technische Daten) oder welche Pakete ein Programm noch benötigt (unter Abhängigkeiten).

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein installiertes Paket, können Sie dieses zum Löschen oder Aktualisieren vorsehen. Ein nicht installiertes Paket können Sie auf die gleiche Weise zum Installieren markieren oder zum Tabu-Paket erklären, das dann auf keinen Fall installiert wird.

Löschen Sie ein Programmpaket, von dem weitere Pakete abhängen, weist ein Dialogfenster darauf hin. Hier müssen Sie entscheiden, wie Sie weiter vorgehen möchten: das Paket behalten, alle abhängigen Pakete ebenfalls löschen oder die Warnung ignorieren und damit ein instabiles System zu riskieren.


Abb. 3: Wenn Sie Pakete zum Löschen markieren, erscheint eventuell dieses Dialogfenster, das auf Konflikte mit Abhängigkeiten hinweist

Software installieren

Als erstes Beispiel soll ein Schachspiel installiert werden. Wenn Sie sich durch die Spiele-Auswahl bewegen, stoßen Sie unter SuSE 8.1 bald auf gnuchess (unter SuSE 8.2 ist dieses Paket in der Spiele-Auswahl nicht aufgeführt). Gnuchess ist ein textbasiertes Schachspiel für Linux. Die Beschreibung weist auf das Paket xboard hin, eine Programmschnittstelle für die X-Oberfläche. Das soll ebenfalls installiert werden, denn textbasiertes Schach wirkt auf modernen Rechnern etwas lächerlich. Im Grunde reicht es, xboard zum Installieren zu markieren (, das auch unter SuSE 8.2 zu finden ist). Denn da dieses Paket auf gnuchess aufbaut, wird gnuchess automatisch mit installiert.

Das können Sie im Register Abhängigkeiten des Pakets xboard sehen. Wenn Sie es zum Installieren markieren und dann in der Paketauswahl nach oben auf gnuchess gehen, werden Sie feststellen, dass es auch bereits zur Installation vorgesehen ist - allerdings nur, wenn die Option Autom. prüfen (SuSE 8.2: Automatische Überprüfung) nicht ausgeschaltet ist. Sollte das versehentlich passiert sein (in 8.2 ist die Option standardmäßig ausgeschaltet), schalten Sie diese Option wieder ein. Klicken Sie zur Sicherheit aber noch einmal auf Konsistenzprüfung, um die Abhängigkeiten wieder herzustellen.


Abb. 4: Sobald Sie xboard zum Installieren markieren, wird auch das Paket gnuchess zur Installation vorgemerkt, weil es für xboard erforderlich ist.

Als nächstes wird das Grafikprogramm Gimp zur Installation ausgewählt. Das finden Sie im SuSE-Starterpaket in der Multimedia-Programmauswahl (in SuSE 8.2 steht es unter den GNOME-System-Programmen). Gimp ist ein pixelorientiertes Zeichenprogramm und kennt viele Dateiformate, es ist jedoch genauso wenig ein Multimedia-Programm wie eine Textverarbeitung oder eine DTP-Software. Und ein unbedarfter Anwender erwartet das Grafikprogramm auch nicht unbedingt in der GNOME-Auswahl.

Falls Sie ein Programm nicht über die Selektionen finden, sollten Sie es vielleicht über die Paketgruppen versuchen. Diese sind hierarchisch aufgebaut und enthalten manche schlüssigere Zuordnungen als die Selektionen. Gimp etwa steht unter Productivity/Graphics/Bitmap Editors. Ein Programm wie den Midnight Commander (ein Norton-Commander-Klon für Linux) finden Sie über die Selektionen gar nicht, sondern nur über die Paketgruppen-Liste unter Productivity/File utilities.


Abb. 5: Über die Paketgruppen finden Sie manches Paket leichter, da die hierarchische Struktur sinnvollere Bezeichnungen trägt als die Selektionen

Haben Sie alle Pakete markiert, die Sie installieren möchten, klicken Sie auf Akzeptieren. Danach werden Sie aufgefordert, die entsprechenden CDs oder DVDs einzulegen. Mit OK geht es weiter und die neuen Pakete werden installiert. Anschließend gelangen Sie wieder zum Hauptbildschirm von YaST2. Den können Sie nun mit einem Klick auf die Schaltfläche Schließen verlassen. Die neu installierten Programme sind ab sofort im KDE-Menü vorhanden . Sie können sofort benutzt werden, ohne vorab eventuell den Rechner neu zu starten.


Abb. 6: Nachdem Sie alle gewünschten Pakete markiert und auf Akzeptieren geklickt haben, werden Sie aufgefordert, die entsprechenden CDs oder DVDs einzulegen


Abb. 7: YaST2 informiert über den Verlauf der Installation; rechts sehen Sie, welche CDs gebraucht werden und wie lange es noch dauert


Abb. 8: Nach der Installation können Sie die Programme ohne Neustart des Systems sofort nutzen

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