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KDE-Desktop EinrichtenSchreibtisch nach Maßvon Elisabeth Bauer |
KDE nach den eigenen Vorlieben und Wünschen einzurichten artet schnell in stundenlange Konfigurationsorgien aus. "Wo versteckt sich die verflixte Funktion jetzt schon wieder?" Unter Ihrem Linux-Desktop ist zwar kein Kobold unterwegs, doch wenn es darum geht, eine bestimmte Einstellung wiederzufinden, verlieren auch Könner schon mal den Überblick in den Tiefen des KDE-Kontrollzentrums, das zentral alle Einstellungen für den Desktop (und noch vieles mehr) regelt.
Um die Suche abzukürzen, bahnt dieser Artikel den Weg zum Schreibtisch nach Maß -- allein Sie bestimmen, wie Ihr Linux auszusehen hat.
Starten Sie aus dem KDE-Menü heraus das Kontrollzentrum. In der linken Spalte sehen Sie nun verschiedene Kategorien von Einstellungen. Uns interessiert hier die Gruppe Erscheinungsbild, die sie unter SuSE mit einem Klick auf diesen Eintrag aufklappen. Unter Redhat ist dazu, wie auch für die meisten folgenden Aktionen, ein Doppelklick nötig. Mit Anwenden aktivieren Sie Ihre Änderungen in den jeweiligen Reitern, mit Zurücksetzen machen Sie Änderungen rückgängig. Voreinstellungen stellt im aktiven Reiter die ursprünglichen Einstellungen wieder her.
Das langweilige Hintergrundbild ist unser erstes Opfer. Ein Klick auf Hintergrund öffnet die Einstellungen für den Schreibtischhintergrund. Wer es schlicht liebt, wird hier vielleicht nur seine Lieblingsfarbe einstellen. Wer Freund, Freundin, Nachwuchs oder die endlosen Weiten der Tundra als Schreibtischzier bevorzugt, klickt im Reiter Hintergrundbild auf Auswählen und sucht sich in seinem persönlichen Bildarchiv das Passende aus. Die Bilder sollten im Format JPG oder PNG gespeichert sein. Wer keine eigenen Bilder besitzt, findet vielleicht im Verzeichnis /usr/share/wallpapers/ oder im Internet z.B. unter [1] ein Hintergrundbild, das Ihnen gefällt. Ein Klick auf Anwenden aktiviert die neuen Hintergrund-Einstellungen.
Ein nettes Gimmick verbirgt sich im Reiter Hintergrund. Im Drop-Down-Menü von Modus läßt sich nicht nur festlegen, ob der Hintergrund eine einfache Farbe oder einer von zahlreichen Verläufen sein soll, die Programmierer haben auch die Möglichkeit eingebaut, ein Programm abzuspielen. Dazu wählen Sie in Modus Programm für Hintergrund und klicken dann auf Einrichtung. Dort bietet Ihnen KDE nun kwebdesktop und -- leider nur unter SuSE und nicht unter Redhat -- eine Weltzeituhr zur Wahl. Kwebdesktop tapeziert den Schreibtisch mit der Homepage von KDE, was wohl nur für sehr rabiate KDE-Fans interessant sein dürfte (obwohl Sie über den Button Ändern in den Programmeinstellungen von kwebdesktop natürlich auch die URL Ihrer favorisierten Nachrichtenseite eintragen können). Kdeworld hingegen zaubert eine wunderschöne Weltzeituhr auf den Desktop, auf der im 10 Minuten Takt die Tag-und-Nacht-Grenze weiterwandert. Anrufe bei den Freunden in USA zur Unzeit dürften sich damit erledigt haben. Vorher sollten Sie jedoch sicherstellen, dass die Checkbox bei "Kein Hintergrundbild" angekreuzt ist, andernfalls überlagert das Bild die Uhr.
Mit dem Tapetenwechsel sind die Möglichkeiten der KDE-Konfiguration noch längst nicht ausgereizt. Unter dem Einstellungspunkt Farben rücken wir dem Einheitsgrau der Menüs zuleibe. Klicken Sie dazu im Beispielfenster oben auf das Element, das Sie ändern wollen, z. B. den Menü-Hintergrund. Im Feld Elementfarbe erscheint nun die korrekte Bezeichnung für dieses Element. Im Farbwähler, der sich nach Klick auf den darunterliegenden Farb-Balken öffnet, kann man nun nach Belieben fröhlichere Farbtöne einstellen. Mit Anwenden werden die neuen Farbeinstellungen wirksam. Gelungene Farbharmonien sollte man anschließend noch unter einem eigenen Namen als Schema speichern, damit man sie jederzeit wiederherstellen kann -- andere Einstellungen im Modul Erscheinungsbild neigen dazu, die mühsam kalibrierten Farben zu überschreiben.
Unter Fensterdekorationen bestimmen Sie, wie die Titelleisten und Rahmen von Fenster aussehen sollen. Wer seinen Fenstern einen Hauch von Windows-Look & Feel verleihen will, stellt unter Fensterdekorationen den Stil Redmond ein. Selbst die Knöpfe zum Minimieren, Maximieren und Schließen lassen sich positionieren. Dazu ziehen Sie im Reiter Knöpfe die gewünschten Elemente aus der Liste in die Beispielleiste und schieben Sie dort an den gewünschten Platz.
Auch die Fensterinhalte haben Ihr eigenes Kontrollfeld: In Stil legen Sie fest, welches Aussehen Bedienelemente wie Buttons, Checkboxen, Verlaufsbalken und Scrollbars haben sollen. KDE bietet hier zahlreiche vorgefertigte Sets zur Auswahl. Die meisten davon übernehmen die Einstellung, die Sie in Farben getroffen haben, einige Stile setzen jedoch eigene Hintergrundmuster und Farben, so dass Sie Ihre eigenen Farbeinstellungen eventuell abermals auswählen müssen, um beides miteinander zu kombinieren.
Auf dem Reiter Verschiedenes versteckt sich noch eine Funktion, die vor allem Umsteiger vom Macintosh erfreut: Menüleiste am oberen Bildschirmrand wie bei MacOS hängt das Kontextmenü des gerade aktiven Programm permanent sichtbar oben an den Screen.
Das große All-in-One Facelifting für den Desktop schließlich bietet die Design-Verwaltung. Dort können Sie zwischen kompletten Themes hin- und herschalten. Außerdem eignet sich die Design-Verwaltung dazu, alle Ihre vorhergehenden Einstellungen zu Hintergrund, Farben etc. als eigenes Theme abzuspeichern. Auf diese Weise kann man auch leicht zwischen mehreren persönlichen Einstellungen umschalten. Konfigurieren Sie sich dazu zuerst die KDE-Oberfläche so hin, wie Sie sie haben wollen. Anschließend klicken Sie in der Design-Verwaltung auf Erstellen (siehe Abbildung 4). Verpassen Sie Ihrem Theme einen aussagekräftigen Namen; wer mit anderen tauschen will, füllt vielleicht noch die übrigen Felder wie Autor und E-Mail-Adresse aus. Der Knopf Bildschirmphoto nimmt automatisch ein Beispielfoto für die Theme-Auswahl in der Design-Verwaltung für Sie auf. Ein Klick auf OK und fertig ist das eigene Theme!
Leider merkt sich die Design-Verwaltung dabei nicht alle Einstellungen -- wenn Sie auf den zweiten Reiter Inhalt gehen, sehen Sie, welche Elemente das ausgewählte Theme enthält. Schalten Sie auf ein Theme um, das nicht alle Gruppen enthält, bleiben eventuell Rückstände aus dem vorigen Theme zurück. Mit den Checkboxen bestimmen Sie, was KDE beim Themawechsel ändern soll: Sollen beispielsweise Ihre Hintergrundeinstellungen in allen Themes erhalten bleiben, entfernen Sie, bevor Sie ein neues Theme auswählen, das Häkchen vor Hintergrundmuster.
Nirgendwo wirkt die Macht der Gewohnheit stärker als bei der Position der Task-Leiste oder Kontrollleiste -- hat man sich erst einmal daran gewöhnt, sie oben, unten, links oder rechts zu haben, rutscht die Maus automatisch dorthin. Im Modul "Kontrollleiste" kann man einstellen, an welcher Position das unersetzliche Stück liegen soll. Wer einen kleinen Bildschirm hat, möchte es aber vielleicht doch nicht immer vor Augen haben -- hier empfiehlt es sich, die Größe etwas zu reduzieren und vielleicht im Reiter Ausblenden das automatische Ausblenden zu aktivieren, so dass die Kontrollleiste nur dann im Bild erscheint, wenn Sie die Maus an den unteren Rand bewegen (siehe Abbildung 5).
Natürlich läßt sich noch vieles mehr einstellen, Schriften oder Symbole zum Beispiel, aber wir verlassen an dieser Stelle das Kontrollzentrum und kümmern uns um den Desktop und den Inhalt der Kontrollleiste.
Die Kontrollleiste besteht wie die Task-Leiste unter Windows aus mehreren Elementen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste direkt in ein Element, gelangen Sie unter Persönliche Einstellungen... zu seiner Konfiguration. So stellen Sie zum Beispiel in der Uhr ein, ob diese als altmodische analoge Zeigeruhr oder blinkende Digitalanzeige erscheinen soll. Wenn Sie auf den schmalen Rand mit dem schwarzen Dreieck daneben klicken, können Sie das Element auf der Kontrollleiste verschieben oder entfernen. Über Hinzufügen befördern Sie Start-Knöpfe für Programme, die Sie oft verwenden, in die Kontrollleiste.
Bei den meisten Linux-Distributionen liegt schon einiges herum auf dem Schreibtisch. Manches davon, wie der Mülleimer, das Drucker- oder CD-ROM-Symbol ist praktisch, anderes, wie der goldene Schlüssel unter SuSE, der lediglich eine Web-Site zur Support-Key-Freischaltung öffnet, verschwendet vor allem auf kleinen Bildschirmen nur Platz. Weg damit! Über das Kontextmenü, das sich beim Klick der rechten Maustaste auf das Icon öffnet, ist der Schlüssel schnell gelöscht. Der freie Raum lässt sich natürlich auch mit Eigenkreationen füllen: Verknüpfungen mit den persönlichen Programmfavoriten oder Links auf tägliche besuchte Web-Seiten. Ein Rechtsklick auf die Arbeitsfläche öffnet ein Kontextmenü, in dem Sie unter "Neu erstellen" Verknüpfungen mit Programmen oder Internetadressen anlegen können. Die Verknüpfung mit Ihrer Lieblingswebsite ist schnell gemacht -- einfach die vollständige URL eintragen und fertig! Bei den Programmen wird es komplizierter, denn wo -- gute Frage -- findet man unter Linux die installierten Programme? Die netten deutschen Bezeichnungen aus dem K-Menü erweisen sich hier oft als trügerisch. Faustregel: Programme liegen üblicherweise in einem Verzeichnis namens bin (für "binary"). Um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es unter Linux davon gleich mehrere -- für typische Anwendungsprogramme wird man z. B. in /usr/bin, in /opt/kde/bin oder in /usr/X11R6/bin/ fündig. Programmnamen sind in der Regel kleingeschrieben und enthalten keine Leerzeichen.
Als Beispiel erklären wir, wie Sie eine Verknüpfung mit dem Adobe Acrobat Reader auf dem Schreibtisch anlegen, auf die Sie PDF-Dateien per Drag & Drop ziehen und anschauen können. Im Kontextmenü der Arbeitsfläche wählen Sie Verknüpfung mit Programm. Sie erhalten einen Eigenschaften-Dialog mit vier Reitern: Allgemein, Berechtigungen, Ausführen und Programme. In Allgemein verpassen Sie dem Kind den Namen, unter dem es auf dem Schreibtisch erscheinen soll. Ein Klick auf das Icon-Symbol zeigt die verfügbaren Icons, darunter auch dasjenige von Acrobat. Im Reiter Ausführen tragen wir ein, welches Programm unsere Verknüpfung aufrufen soll -- in diesem Fall nicht "Acrobat Reader" (Kleinschreibung und Leerzeichen!), sondern acroread. Unter Programme geben wir nun noch an, Dateien welchen Typs unsere Acrobat-Verknüpfung öffnen soll: markieren Sie in der langen Liste der möglichen Datei-Typen den Eintrag "application/pdf" und befördern Sie ihn in die linke Spalte. Ein Klick auf OK noch, und unsere Verknüpfung erscheint in aller Pracht auf dem Desktop. Wenn Sie jetzt eine PDF-Datei auf das Acrobat-Icon auf dem Desktop ziehen, öffnet sich automatisch der Acrobat Reader mit dieser Datei.
Auch einer Verknüpfung ein individuelles Logo zu verpassen, geht ganz einfach: man braucht dazu lediglich ein Bild im Format PNG oder XPM. Für die Google-Verknüpfung haben wir das "G" des offiziellen Google-Logos im Bildbearbeitungsprogramm Gimp ausgeschnitten und einen dünnen blauen Rahmen ergänzt (Bei Red Hat ist Gimp schon dabei, unter SuSE läßt es sich wie im Artikel auf Seite xx beschrieben nachinstallieren: Sie finden Gimp in der Gruppe Graphik). Anschließend speicherten wir das ursprüngliche GIF-Bild in Gimp als PNG. Zurück auf der Arbeitsfläche, öffnen Sie über das Kontextmenü den Eigenschaftendialog der Verknüpfung, die Sie mit dem neuen Icon bestücken wollen und klicken auf das Icon-Symbol. Im folgenden Dialog Symbol auswählen aktivieren Sie die Checkbox bei Sonstige Symbole, gehen auf Durchsuchen und wählen im Datei-Requester ihr vorher abgespeichertes Bild aus.
Zum frisch gestrichenen Schreibtisch gehören natürlich auch farblich passende Programme. In "XMMS" und "Mozilla" erfahren Sie, wie Sie nach dem Desktop auch den Programmen XMMS und Mozilla ein neues Outfit verpassen.
| Schritt für Schritt: Schöner Anmelden in SuSE |
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"Willkommen, welcome, bienvenue..." -- es ist ja ganz nett, wenn der Rechner einen so überschwenglich international begrüßt, aber irgendwie hätten Sie es gerne etwas persönlicher? Etwa ein beherztes "Moin moin" und das Wattenmeer als Hintergrund? Der SuSE-Login-Schirm läßt sich in wenigen Schritten flugs umgestalten (siehe Abbildung 6 und 7).
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| Infos |
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[1] http://www.kde-look.org: umfangreiche Sammlung von Themes und Bildschirmhintergründen für KDE |
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