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K3b - Das Brennprogramm für LinuxCDs-brennen in seiner schönsten Formvon Christian Baun |
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Jedem neuen CD-Brenner liegt gewöhnlich ein Programm bei, um Audio-, Daten- und manchmal sogar Video-CDs zu brennen. Leider sind diese Beigaben samt und sonders nur für Windows. Aber es gibt Abhilfe: K3b [1] ist angetreten, die Herzen aller Brandmeister zu erobern. Vorbei sind die Zeiten der Kommandozeilentools mit den unzähligen Parametern, die nötig waren, um etwa aus einem Verzeichnis voller MP3-Dateien eine Audio-CD zu brennen.
Es sollte mit so einem Programm möglich sein:
Für Linux existiert eine Vielzahl an Kommandozeilentools für diese Zwecke [2,3]. Cdrecord [4] und Cdrdao [5] sind zwei Brennprogramme, die praktisch keine Wünsche offen lassen. Mit mkisofs erzeugen Sie CD-Images und cdparanoia ist ein hervorragendes Tool, um Audio-CDs zu rippen. K3b greift im Hintergrund auf diese vier Programme zurück.
Optional können Sie noch andere Tools einbinden, etwa transcode und VCDImager um Video-CDs zu brennen oder die Ogg-Vorbis-Bibliothek [6], als Alternative zum Mp3-Format für Musikdateien. Das ist aber nicht Gegenstand dieses Artikels.Die Funktionalität dieser Programme zusammengenommen, mit einer ansprechenden Oberfläche versehen: Das ist K3b. Das Programm ist eine KDE-3-Applikation und darum müssen Sie KDE und die darin enthaltenen QT-Bibliotheken zumindest installiert haben -- auch wenn Sie vielleicht statt KDE einen anderen Window Manager benutzen.
Bei der Installation von SuSE 8.1 (EasyLinux Starter Kit 2) oder SuSE 8.2 können Sie K3b gleich mitinstallieren. Dabei müssen Sie bei der Paketauswahl, wie in Abbildung 1 zu sehen ist, im Ordner KDE Desktop-Umgebung das Paket k3b auswählen.
Alle erforderlichen Pakete,werden von SuSEs Yast dann automatisch mitinstalliert. Vorausgesetzt, Sie belassen die automatische Konsistenzprüfung aktiviert (in Abbildung 1 ganz unten) -- es gibt wirklich keinen Grund diese Voreinstellung abzuwählen.
Wem Kontrolle besser als Vertrauen scheint, kann prüfen, ob in der Paketgruppe Multimedia die folgenden Pakete ausgewählt sind:
Wenn Sie zwar SuSE-Linux schon auf Ihrem Rechner, aber noch kein K3b installiert haben, ist das auch kein Problem. Starten Sie das SuSE-Konfigurationstool YaST2 (YaST2 control center), so wie in Abbildung 2.
Wählen Sie, wie in Abbildung 3 zu sehen, in der Modul-Gruppe Software das Modul Software installieren oder löschen aus.
Im Paketmanager, können Sie dann wie in Abbildung 1 K3b installieren. Das Paket k3b befindet sich im Ordner KDE Desktop-Umgebung.
Bei Red Hat 8.0 (EasyLinux Starter Kit 1) und Red Hat 9.0 ist K3b nicht enthalten. Aber keine Sorge: Die nötigen Pakete können Sie vom Download-Bereich unserer Homepage ziehen. Die Installation ist einfach.
Unter Red Hat benötigen Sie von Ihrem Installationsmedium noch die Pakete
aus der Paketgruppe Sound und Video.
Wenn Sie diese bei der Grundinstallation noch nicht ausgewählt hatten, gelangen Sie mit der Menüfolge Red-Hat-Menü / Systemeinstellungen / Pakete -- nach Abfrage des Root-Passworts -- ins Paket-Management und können alles nachinstallieren.
Nachdem Sie die notwendigen Pakete installiert haben, müssen Sie bei der Red Hat 8.0 noch die Pakete mad-libs-0.14.2b-3.i386.rpm und k3b-0.8.1-easylinux.i386.rpm installieren. Und das geht so:
suein, um dessen Identität anzunehmen. Das System fragt Sie nach dem Root-Passwort. Geben Sie es ein.
rpm -Uvh mad-libs-0.14.2b-3.i386.rpm rpm -Uvh k3b-0.8.1-easylinux.i386.rpm cp /usr/lib/libmad.so.0.1.0 /usr/lib/libmad.so.0
exitwieder auf.
Benutzen Sie Red Hat 9.0, installieren sie statt des EasyLinux-K3b-RPM-Paketes das Original-RPM von unserer Homepage [7]. Das Original-RPM heißt k3b-0.8.1-rh8.i386.rpm. Der Download klappt hier ebenso per Doppelklick; Sie müssen lediglich statt des Easylinux-RPMs das Original-Paket installieren. Die Kommandos, die Sie als Root im Terminal eingeben müssen, lauten also:
rpm -Uvh mad-libs-0.14.2b-3.i386.rpm rpm -Uvh k3b-0.8.1-rh8.i386.rpm cp /usr/lib/libmad.so.0.1.0 /usr/lib/libmad.so.0
Nun steht Ihnen K3b auch unter Red Hat 8.0 oder 9.0 zur Verfügung.
Den ersten Aufruf von K3b müssen Sie als Systemverwalter (root) machen. Dazu loggen Sie sich im Terminal wieder mit su als root ein, und starten k3bsetup.
su k3bsetup
Das ist beim ersten Start von K3b unbedingt erforderlich, damit das Programm die CD-Laufwerke und -Brenner findet und die Zugriffsrechte anpassen kann. Die sechs Schritte des Einrichtungs-Assistenten im einzelnen:
Nachdem alle Schritte der Installation und Konfiguration erfolgreich abgeschlossen sind, wird es Zeit K3b zu starten und die erste CD zu brennen. Starten Sie das Programm im Terminal mit dem Befehl k3b.
k3b
Wie in Abbildung 11 präsentiert sich K3b. Ganz oben sehen Sie die Menüleiste, und darunter die Toolbars mit den Icons. Die Toolbars können mit beliebigen Aktionen belegt werden. Und zwar, wie in Abbildung 12 zu sehen ist, über die Menüauswahl Settings / Configure Toolbars.
Im Menü Settings haben Sie mit dem Eintrag Configure K3b daneben noch die Möglichkeit, K3b nachzukonfigurieren, wenn Sie bei der Installation etwas falsch eingestellt oder vergessen haben.
Eine Daten-CD zusammenzustellen und anschließend zu brennen ist mit K3b ein echtes Kinderspiel. Als erstes erzeugen Sie ein neues Projekt zum Brennen einer Daten-CD.
Hier haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie wählen in der Menüleiste unter File / New Project / New Data Project aus oder Sie gehen, wie in Abbildung 13 zu sehen ist, den Weg über das Icon New Project in der Toolbar.
Unter dem Dateibaum ist das Projekt Data1 angezeigt. In dieses Fenster ziehen Sie mit Drag&Drop die Dateien und Verzeichnisse aus dem Verzeichnisbaum, die auf CD gebrannt werden sollen. In Abbildung 14 liegen bereits drei Verzeichnisse im Projekt-Fenster.
Die Füllstandsanzeige in Abbildung 14 unten zeigt an, wieviel Platz in MByte die bisherige Auswahl belegt und wie viel noch frei ist. Da nicht alle Rohlinge gleich groß sind, können Sie die Größe der Füllstandsanzeige an die Größe Ihrer Rohlinge anpassen. Dazu klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste auf die Anzeige. Alles weitere erklärt Abbildung 15.
Sie können die Daten-CD auch umbenennen: Klicken Sie auf das Feld Data1 neben dem kleinen CD-Icon im Projekt-Fenster und geben Sie einen beliebigen Namen ein.
Nachdem Sie alle Dateien und Verzeichnisse, die auf die Daten-CD gebrannt werden sollen, in das Projekt-Fenster gezogen haben, starten Sie den eigentlichen Brennvorgang.
Drei Wege führen hier zum gleichen Ergebnis: Entweder Sie drücken die Tastenkombination Strg-B, oder Sie wählen aus der Menüleiste Project / Burn aus, oder Sie klicken in der Toolbox auf das Icon Burn.
Daraufhin startet der Dialog aus Abbildung 16.
Hier können Sie
Unterhalb des Reiters Settings im Brenndialog (Abbildung 17) legen Sie fest, welches Dateisystem auf der CD erzeugt werden soll: Wollen Sie die gebrannten CDs auch unter Windows lesen, aktivieren Sie unter dem Feld File Systems die beiden Checkboxen Generate Rock Ridge extensions (für Linux/UNIX) und Generate Joliet extensions (für Windows).
Wenn alle Einstellungen fertig sind, klicken Sie auf den Button Write, den Sie im Brenndialog ganz rechts oben sehen -- dann wird die CD gebrannt.
Abbildung 18 zeigt die Fortschrittsanzeige.
Ist die CD fertig gebrannt, zeigt das Programm wie in Abbildung 19 die Durchschnittsgeschwindigkeit des Bennvorgangs -- hier war das die etwa achtfache Geschwindigkeit eines normalen Audio-CD-Players, das sind etwa 1200 kb/s.
Während viele andere CD-Brenn-Programme unter Linux voraussetzen, dass die zu brennenden Musikdateien als Wav-Dateien vorliegen, ist K3b in diesem Beziehung flexibel. Sie können mit Wav-Dateien arbeiten, MP3- oder Ogg-Dateien einbinden. Diese Formate werden dann automatisch von K3b umgewandelt und auf die CD gebrannt.
Ein Beispiel: Sie haben einen Stapel ihrer Musik-CDs bereitgelegt, aus denen Sie eine Best-of-CD zusammenstellen möchten. Ausserdem sollen noch ein paar MP3-Dateien mit auf die CD sollen. Die Tracks, die noch nicht auf Ihrer Festplatte liegen, müssen Sie zunächst rippen, also dorthin speichern. Das geht so:Legen Sie eine Audio-CD ein, und klicken im Dateibaum auf das CD-Laufwerk mit dieser CD, zeigt Ihnen K3b die einzenen Tracks. K3b versucht ausserdem, Zusatzinformationen wie Interpret oder Titel aus einer CDDB-Datenbank abzurufen. Schlägt das fehl, etwa weil Ihr Rechner keinen Internetzugang hat, zeigt das Programm lediglich die nummerierten Tracks und deren Größe (Länge) an (Abbildung 20.
Wählen Sie mit der Maus die Tracks aus, die auf die Best-of-CD sollen, und klicken Sie sie mit der rechten Maustaste an. Nun können Sie mit Copy das Rippen der Audio-Tracks anstoßen, alternativ auch einfach Strg-C drücken. Dann öffnet sich das Dialogfenster Ripping CD(Abbildung 21).
Hier können Sie das Rippen feinjustieren, unter anderem, in welchem Verzeichnis die Audio-Tracks auf der Festplatte gespeichert werden. Ist alles eingestellt, rippen Sie mit dem Button Start Ripping die ausgewählten Tracks (Abbildung 22), die dann im Wav-Format auf Ihrer Festplatte gespeichert werden.
Sind alle Titel, die auf die CD sollen, zusammengestellt, starten Sie ein neues Projekt New Audio Project -- entweder über die Menüleiste File / New Project / New Audio Project oder mit dem entsprechenden Icon aus der Toolbar.
Danach ziehen Sie mit Drag&Drop die Audio-Dateien, die auf die CD sollen, aus dem Verzeichnisbaum in das Projektfenster. In Abbildung 23 befinden sich bereits sieben Titel in dem Projekt-Fenster des Projekts Audio1, davon fünf MP3-Dateien und zwei Wav-Dateien. Die MP3-Dateien werden von K3b beim Brennen automatisch in Wav-Dateien umgewandelt. Mit Ogg-Dateien geht das übrigens auch.
Wenn Sie alle Dateien zusammen gestellt haben, wechseln Sie mit dem Icon Burn aus der Toolbox oder Ctrl-B in den Brenndialog aus Abbildung 24.
Im Brenndialog legen Sie fest, ob die CD im Disc-at-once-Verfahren gebrannt werden soll -- also ohne eine 2-Sekunden-Pause zwischen den Tracks -- oder ob Sie on-the-fly -- also ohne ein zwischengespeichertes CD-Image -- brennen, und wenn nicht, wo das Image abgelegt werden soll. Ausserdem können Sie im Reiter CD-Text noch verschiedene Benennungen vornehmen. Ist alles fertig eingestellt, können Sie Ihre Lieblings-CD endlich brennen; den Vorgang starten Sie mit dem Button Write.
Eine CD zu kopieren für K3b auch keine große Sache. Es gibt dafür zwei Arten:
Wenn Sie nur einen IDE-Brenner besitzen, Ihr Rechner eine geringe Systemleistung hat oder Ihr Brenner über keinen Buffer-Underrun-Schutz wie Burn-Proof vefügt, ist es auch mit zwei Laufwerken sicherer, den Weg über das CD-Image zu gehen. Sonst kann ein Buffer-Underrun eintreten, also der Datenstrom während des Brennens abreißen und den Rohling unbrauchbar machen.
Um eine CD zu brennen, wählen Sie entweder, wie in Abbildung 25 zu sehen ist, den Menüleintrag Tools / Copy CD aus oder Sie klicken in der Toolbox auf das entsprechende Icon.
Im Dialogfenster aus Abbildung 26 wählen Sie das Lese-Laufwerk und den Brenner aus. Außerdem legen Sie hier fest, wo gegebenenfalls das CD-Image zwischengespeichert werden soll. Mit der Checkbox Remove image weisen Sie K3b an, das Image nach erfolgreichem Kopieren automatisch zu löschen.
Hier können Sie auch die Brenngeschwindigkeit festlegen und angeben, ob Sie dasCD-Image lediglich anlegen, aber noch nicht brennen wollen. Da in Abbildung 26 das Lese-Laufwerk zugleich auch der CD-Brenner ist, steht die Option On the fly nicht zur Verfügung -- die Checkbox bleibt deaktiviert.
Wenn Sie alle notwendigen Einstellungen vorgenommen haben, kann es losgehen. Mit dem Button Copy starten Sie den Kopiervorgang.
Bespielte CD-RW-Rohlinge können Sie auch wieder löschen.
Den Erase CD-RW-Dialog (Abbildung 28) wählen Sie in der Menüleiste unter Tools / Erase CD-RW, oder Sie klicken auf das entsprechende Icon in der Toolbar.
Passen alle Einstellungen, löschen Sie die Daten mit dem Button Erase.
Mit K3b ist das Brennen von CDs unter Linux zum Kinderspiel geworden. Mit seinen Features braucht sich das Programm selbst vor kommerziellen Konkurrenten nicht zu verstecken. Wenn Sie ein einfach zu bedienendes, aber leistungsfähiges Brennprogramm für Linux suchen, wählen Sie K3b. (fan)
| Infos |
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[1] http://www.k3b.org
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| Der Autor |
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Christian Baun liebt seine Freundin Katrin, seine Eltern und natürlich Linux. Wenn er nicht gerade Informatik studiert oder Bücher über LaTeX und PHP schreibt, feiert er wilde Partys. |
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Last modified: 2007-01-25 16:16
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