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Der Multimedia Player XMMSMusik abvon Andrea Müller |
Wie können nach dem Umstieg auf Linux Datenbestände des Windows-Systems weiter genutzt werden? Es geht dabei nicht nur die eher drögen Office-Dokumente für Arbeitsame, sondern auch die heißgeliebte, mit viel Mühe zusammengestellte MP3-Sammlung. Die Lösung heißt XMMS und spielt MP3s, wav-Dateien, Audio-CDs und viele andere Formate. XMMS ist ein grafisches Programm mit intuitiver Oberfläche, mit dem sich Windows-Anwender, die schon Winamp benutzt haben, schnell zurechtfinden.
Red-Hat-Anwendern sei jedoch der Umweg über Kasten 1 ans Herz gelegt, bevor das multimediale Vergnügen unter Linux seinen Lauf nehmen kann. Diese Distribution liefert eine XMMS-Version aus, die keine MP3-Dateien abspielen kann. Nach diesem kurzen Abstecher gibt es dann aber MP3 für alle.
| Kasten 1: MP3 unter Red Hat nachrüsten |
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Unter Red Hat Linux kann keine Anwendung das MP3-Format abspielen. Nicht etwa um die Benutzer zu ärgern, sondern weil die Auslieferung MP3-fähiger Software für eine amerikanische Firma ein Risiko darstellt. Eine kurze Stellungnahme von Red Hat lesen Interessierte unter http://www.redhat.com/advice/speaks_80mm.html nach. MP3-Support für XMMS unter Red Hat nachzurüsten, ist jedoch kein Hexenwerk.
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SuSE-Nutzer starten XMMS über den Punkt Multimedia / Sound / Xmms des Startmenüs, Red-Hat-Anwender wählen den Menüpunkt Sound&Video / Audio Player. Der erste Start zeigt Vertrautes, erinnern doch die Bedienelemente am unteren Bildschirmrand an den heimischen Kassettenrekorder (Abbildung 1).
Von links nach rechts haben sie folgende Bedeutung: ein Lied zurück, abspielen, Pause, Stopp, ein Lied vor, Auswurf. Wie bitte, eine Auswurftaste? Hier gibt es doch gar keinen Kassettenschacht! Folgerichtig dient das Auswurfsymbol auch nur als Analogie, und ein Klick darauf wirft nicht etwa Ihre Festplatte aus dem Laufwerksschacht, sondern öffnet einen Dateiauswahldialog (Abbildung 2).
Die Schaltfläche, die in Abbildung 2 mit /mnt/windows/misc/mp3/misc beschriftet ist, zeigt Ihnen, in welchem Verzeichnis Sie sich befinden, und wenn Ihre MP3-Dateien auf der Windows-Partition liegen, müssen Sie sich erstmal dorthin vorarbeiten. Im linken Fenster werden die Ordner angezeigt. Das Zeichen ../ an zweitoberster Stelle steht für das übergeordnete Verzeichnis (darüber das ./ steht übrigens für das aktuelle Verzeichnis), in welches Sie durch einen Doppelklick wechseln. Auf der obersten Verzeichnisebene angekommen, ist unter Red Hat Linux das Verzeichnis /mnt die richtige Abzweigung auf dem Weg zu Ihrer Windows-Partition; bei SuSE Linux geht der Weg über /windows.
Betreten Sie Ihr MP3-Verzeichnis und wählen Sie im rechten Fenster eine Datei zum Abspielen aus oder bedienen Sie sich der [Strg]-Taste, um gleich mehrere zu markieren. Ein Klick auf OK fügt die Dateien einer temporären Play-Liste hinzu und startet die Wiedergabe. Die Lautstärke justieren Sie mit dem linken der beiden kurzen Schieberegler.
| Tipp: Dateien aus mehreren Verzeichnissen zusammenstellen |
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Interessant sind die beiden Schaltflächen Ausgewählte Dateien hinzufügen und Alle Dateien im Verzeichnis hinzufügen im Dateiauswahldialog. Bei einem Klick darauf scheint sich nichts zu tun, doch die markierten oder alle Dateien werden der Playlist hinzugefügt. Danach können Sie in andere Verzeichnisse wechseln, um auch dort Dateien auszuwählen. |
Noch einfacher ist es, alle Dateien eines Verzeichnisses abzuspielen:
| Tipp: Verzeichnishierarchien abspielen |
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Haben Sie Ihre Musik in einer Ordnerstruktur gespeichert, in der jeder Interpret ein eigenes Verzeichnis hat, müssen Sie nicht alle Ordner einzeln auswählen. Markieren Sie nur den obersten Ordner Ihrer MP3-Sammlung, sucht XMMS alle Unterordner nach Multimediadateien ab und fügt letztere der Playlist hinzu. Es ist dabei egal, ob sich auch andere Dateitypen in den gescannten Ordnern befinden. Die Funktion ist jener des Windows Media Players ähnlich, der bei seinem ersten Start die ganze Festplatte nach Multimedia-Dateien durchsucht. |
Alle von Ihnen ausgewählten Dateien landen in einer temporären Playlist, die jedoch verloren geht, wenn Sie andere Dateien auswählen oder XMMS beenden. Um die Playlist zu speichern, bedienen Sie sich des in XMMS integrierten Playlist Editors.
Haben Sie so mehrere Playlists auf Platte gebannt, können Sie die jeweils zu Ihrer Stimmung passende Liste laden. Das geht noch einfacher vonstatten als das Speichern:
Über die anderen vier Schaltflächen im Editor fügen Sie der Playlist Dateien hinzu (+ File, bei Red Hat Add), entfernen Dateien (- File, bei Red Hat Sub) oder sortieren die Liste (Misc OPT / Sort List, bei Red Hat Misc / Sort).
Wollen Sie sich die mühsame Erstellung neuer Playlists ersparen und lieber jene wiederverwenden, die Sie mit Winamp erzeugt haben, ist auch das kein Problem. Allerdings dürfen keine absoluten Pfade wie c:\musik\interpret\lied.mp3 in den m3u-Listen stehen. Standardmäßig erzeugt Winamp Playlisten mit relativen Pfaden (z. B. .\interpret\lied.mp3), so dass keine Probleme auftreten sollten. Vorher müssen Sie XMMS nur mitteilen, dass er statt des unter Linux verwendeten Slash (/) den Backslash (\) als Verzeichnistrenner interpretieren soll. Das ist mit wenigen Klicks erledigt:
Außer musikalischem Hörgenuss bietet XMMS auch optische Reize -- unter anderem in Form von Skins, die Sie dem Player, ähnlich neuen Kleidern, überstülpen können.
Öffnen Sie den Skin-Browser durch Auswahl von Optionen / Skin-Browser im XMMS-Menü oder mit der Tastenkombination [Alt-S]. Bislang herrscht ziemliche Leere, da Sie dort per Default nur den Standard-Look und einen angepassten Distributions-Skin finden. Red-Hat-Nutzer können das Paket xmms-skins von der Distributions-DVD nachinstallieren. SuSE liefert kein separates Skin-Paket mit, so dass Anwender dieser Distribution die unten aufgeführten Quellen nutzen sollten, um an Skins zu gelangen. Ein Doppelklick auf einen der Einträge im Skin Browser ändert das Erscheinungsbild von XMMS (Abbildung 5).
| Tipp: Automatisches Umziehen |
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Klicken Sie im Skin Browser auf den Button vor Wähle zufälligen Skin beim Spielen, wirft XMMS sich bei jedem Titel neu in Schale. |
Werden Ihnen die Standard-Skins von XMMS irgendwann zu langweilig, ist es Zeit zum Shopping. Neue Skins erhält man unter http://www.xmms.org/skins.html, oder man verwendet schon vorhandene Winamp-Skins. Seinen Kleiderschrank hat der Player netterweise beim ersten Start selbst aufgestellt, und zwar in Form des Verzeichnisses /home/Nutzername/.xmms/Skins. Die neuen Skins sind dort schnell einsortiert:
Im Internet liegen Skins meistens in einem gepackten Format vor -- für Linux oft als tar.gz-Datei, für Windows als zip-Archiv. Wer jetzt glaubt, er müsse diese Archive auspacken, also sozusagen die Kleider ordentlich aufhängen, unterschätzt die Fähigkeiten von XMMS. Der Player kann auch mit Skins in gepackten Zustand umgehen und bietet Ihnen auch diese zur Auswahl an.
Ein weiteres nettes Gimmick sind die Visualisierungs-Plugins. Diese stellen Takt und Geschwindigkeit der Musik mit den unterschiedlichsten Effekten dar. Waren SuSE-Nutzer wegen des fehlenden Skins-Paketes eben noch benachteiligt, haben sie jetzt bei den Visualisierungen die Nase vorn: Durch Installation des Pakets xmms-plugins können sie die Auswahl erheblich vergrößern. Um einen optischen Eindruck von Ihren Lieblingsstücken zu erhalten, müssen Sie jedoch zunächst eines der Plugins aktivieren.
Die Schaltfläche Konfigurieren unterhalb des Auswahldialogs bietet oft weitere Konfigurationsoptionen, etwa zu den verwendeten Farben. Auch die gleichzeitige Aktivierung mehrer Plugins ist möglich, wie Abbildung 6 beweist. (fan/hge)
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Last modified: 2007-01-25 16:16
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