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Audio-CDs unter LinuxMusik-CDs unter Linux abspielenvon Andrea Müller |
In vielen Haushalten ersetzt der Computer mittlerweile die Stereoanlage, so dass man auch unter Linux seine Audio-CDs abspielen will. Oft führt der Versuch zur Enttäuschung, obwohl es nur an einer Kleinigkeit hängt. Wir zeigen Ihnen, wie man die Stolperfallen geschickt umgeht.
Für Windows-Umsteiger liegt es nahe, auf das CD-Icon auf dem Desktop zu klicken, nachdem Sie eine Musik-CD eingelegt haben. Diese Aktion führt im Arbeitsplatz oder Explorer von Windows dazu, dass der CD Player startet und die CD abspielt. Unter KDE geschieht nichts dergleichen. Lediglich eine ziemlich irreführende Fehlermeldung (Abbildung 1) erwartet den Musikliebhaber.
Es besteht kein Grund zur Beunruhigung: Weder ist Ihr Laufwerk defekt, noch sind zu viele Dateisysteme gemountet. Des Rätsels Lösung ist eine andere: Bei einem Klick auf das CD-Icon versucht KDE, den mount-Befehl für das entsprechende Laufwerk aufzurufen. Da Musik-CDs jedoch nicht wie Daten-CDs über ein Dateisystem verfügen, schlägt der mount-Aufruf fehl. Um eine Musik-CD zu hören, müssen Sie sie nicht mounten. Starten Sie einfach einen CD Player und klicken Sie auf die Play-Taste. SuSE-Nutzer finden das Abspielprogramm KsCD unter dem Punkt Multimedia / CD des Startmenüs. Red-Hat-Nutzer wählen den Menüpunkt Sound & Video / KsCD.
Tut sich nun wider Erwarten trotz eingelegter Audio-CD immer noch nichts, kann das eine ganz banale Ursache haben -- das sind gewöhnlich die, an denen man sich totsucht. Eventuell ist der Mixer stumm geschaltet, so dass zwar die Stücke abgespielt werden, Sie es nur nicht hören. Um das zu kontrollieren starten Sie eine Mixer-Anwendung. Im Startmenü von SuSE Linux findet man z. B. KMix (Abbildung 2) unter dem Punkt Multimedia /Sound. Red-Hat-Nutzer wählen den Eintrag Sound & Video / Soundmixer aus dem Startmenü.
Ziehen Sie den Schieberegler unter dem CD-Symbol nach oben und achten Sie darauf, dass die grünen Lämpchen unter dem CD-Symbol und über dem linken Regler hell leuchten. Ist das nicht der Fall, schalten Sie sie durch einen Mausklick an. Versuchen Sie dann erneut, die CD abzuspielen.
Der CD Player läuft, die Lautstärkeeinstellungen sollten eigentlich zu einem Besuch der Herren in Grün wegen Ruhestörung führen, und trotzdem gibt Ihr Rechner noch immer keinen Mucks von sich. Eine Beschädigung der CD oder des Laufwerks schließen Sie aus, da unter Windows alles funktioniert. Möglicherweise liegt das Problem darin, dass Ihr Laufwerk nicht über ein Kabel mit der Sound-Karte verbunden ist. Das würden Sie unter Windows nicht bemerken, da es dort seit Windows ME möglich ist, Audio-CDs auch in diesem Fall abzuspielen. Statt ärgerlich zu sein, dass Linux das nicht auch kann, sollten Sie sich vielmehr darüber freuen. Wird nämlich die Musik nicht direkt vom CD-Laufwerk an die Sound-Karte weitergeleitet, erfolgt der Umweg Software-seitig über Ihr System, verbraucht also Rechenzeit. Leider ist es gerade bei Komplettsystemen, die über mehrere Laufwerke verfügen, so, dass nur eines davon mit der Sound-Karte verbunden ist. In der Regel handelt es sich dabei um das DVD-Laufwerk. Statt nun also Ihren Rechner aufzuschrauben und zu kontrollieren, ob ein Kabel zur Sound-Karte führt, versuchen Sie zunächst, die CD in einem anderen Laufwerk abzuspielen.
Hier lauert nun der letzte Fallstrick. Die meisten Programme, die CDs abspielen, greifen auf /dev/cdrom zu. Dabei handelt es sich um einen Verweis, der auf die eigentliche Gerätedatei zeigt. Bei dem Gerät, das als Master am zweiten IDE-Controller hängt, handelt es sich um /dev/hdc. Der Slave an dem Controller ist /dev/hdd. Die meisten CD Player bieten die Option, die Gerätedatei selbst einzustellen. Bei kscd gehen Sie so vor:
Grundlagenwissen darüber, was es mit so genannten Gerätedateien auf sich hat, können Sie im Artikel### auf Seite### nachlesen. Nach dieser Anstrengung haben Sie sich den ungestörten Musikgenuss wirklich verdient. (amü)
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Last modified: 2007-01-25 16:17
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