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Erschienen in EasyLinux 06/2003   »   Ausgabe bestellen

CD- und DVD-Laufwerke einrichten

Etikettenschwindel

von Mirko Dölle


Bei mehreren CD- und DVD-Laufwerken im Rechner kommt SuSE Linux 8.1 etwas durcheinander. Im schlimmsten Fall funktioniert nach der Installation kein einziges Laufwerk -- wir zeigen Ihnen, wie Sie die Probleme lösen.

Trotz Hardware-Erkennung von SuSE Linux 8.1 gibt es nach der Installation arge Probleme, die zunächst korrekt erkannten CD- und DVD-Laufwerke zum Laufen zu bringen. Besonders problematisch sind Rechner, die ein CD-ROM- oder DVD-ROM-Laufwerk und einen CD-Brenner oder DVD-Brenner eingebaut haben.

Falsche Gerätenamen

Bei SuSE Linux 8.1 wird der Treiber erst in dem Moment laden, in dem auch wirklich auf das Gerät zugegriffen wird -- doch das ist problematisch. Während des Boot-Vorgangs wird normal nicht auf das DVD-ROM-Laufwerk, in unserem Beispiel hdc, zugegriffen -- entsprechend ist der Treiber ide-cd auch nicht geladen. Zum Abschluss der Start-Prozedur wird jedoch der IDE-SCSI-Emulator geladen, um den Brenner einzurichten -- der Emulator findet zwei unbenutzte Laufwerke vor, nämlich hdc und hdd, und richtet kurzerhand für beide die SCSI-Emulation ein. Der CD-Brenner heißt danach sr0, und das DVD-ROM sr1, während das Installationsprogramm davon ausgeht, dass das DVD-ROM nach wie vor hdc heißt. Auf der grafischen Benutzeroberfläche stimmen also die Symbole nicht mit den Laufwerken überein, und auf das DVD-ROM kann gar nicht mehr zugegriffen werden.

Nach Abschluss der Installation sollten Sie unbedingt neu booten, bevor Sie den Fehler beheben -- bei der Installation werden die Laufwerke anders zugeordnet als nach dem ersten regulären Systemstart.

Laufwerksdetektiv

Zunächst müssen Sie herausfinden, welche Gerätenamen Ihre Laufwerke bekommen haben. Während Linux startet, werden diese Informationen in der Datei /var/log/boot.msg gespeichert. Zum Abrufen der Datei sind folgende Schritte nötig:

  1. Öffnen Sie das KDE-Menü, indem Sie mit der linken Maustaste auf das äußerst linke Symbol in der Startleiste am unteren Bildschirmrand klicken.
  2. Wählen Sie den Menüpunkt System / Yast 2.
  3. Geben Sie in der folgenden Passwortabfrage das Root-Passwort ein, das Sie bei der Installation eingerichtet haben. Groß-Kleinschreibung muss beachtet werden.
  4. Das Yast2-Kontrollzentrum wird nun gestartet. Klicken Sie dort auf Sonstiges und dann im rechten Bereich auf Startprotokoll anzeigen.

  5. Es öffnet sich nun das Fenster mit der Protokolldatei /var/log/boot.msg. Blättern Sie mit dem seitlichen Rollbalken nach unten und suchen Sie dabei nach den Meldungen, welche IDE-Laufwerke erkannt wurden. Die Meldungen beginnen alle mit <4>hd, in der Abbildung haben wir die Meldungen von unserem Testsystem blau markiert.

  6. Notieren Sie, welchem IDE-Gerätenamen welches Laufwerk zugeordnet ist. Diese Zuordnung ändert sich nicht, so lange Sie kein Laufwerk ausbauen oder austauschen. In unserem Beispiel ist hda eine Maxtor-Festplatte (ATA DISK drive), während hdc das DVD-ROM von Toshiba und hdd unser CD-Brenner Modell GCE-8480B von LG sind. Wenn Sie anhand der Angaben aus dem Startprotokoll nicht zuordnen können, welches Laufwerk gemeint ist, schrauben Sie einfach Ihren Rechner auf und sehen Sie auf den Aufklebern der Laufwerke nach. Dort steht gewöhnlich die Modellbezeichnung. Achten Sie darauf, anschließend die Kabel wieder genauso anzuschließen wie vorher und überprüfen Sie zur Sicherheit noch einmal das Startprotokoll wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben.
  7. Schließen Sie das Fenster mit dem Startprotokoll durch einen Klick auf OK.

Namensänderungen

  1. Klicken Sie im Yast 2 Kontrollzentrum auf System und im rechten Teil des Fensters dann auf Konfiguration des Bootloaders.

  2. Im Fenster Konfiguration des Bootloaders klicken Sie zunächst im Auswahl-Abschnitt Wählen rechts unten auf Manuelle Konfiguration für Experten und dann auf Weiter.

  3. Nach wenigen Sekunden landen Sie in der Expertenkonfiguration. Dabei handelt es sich um einen einfach gestrickten Editor, mit dem Sie direkt die Konfigurationsdatei des GRUB-Bootloaders bearbeiten. Uns interessiert nur der eingerückte Abschnitt hinter der Zeile title linux, und auch dort nur die erste Zeile, sie ist in der Abbildung blau markiert.

    Geringfügige Unterschiede zwischen der Abbildung und Ihrer Konfiguration sind normal, so ist etwa der Eintrag root=/dev/hda5 sowie die Angaben in Klammern von System zu System verschieden.
  4. Nun müssen Sie den Eintrag hdc=ide-cd hinter dem Eintrag root= einfügen, mit einem Leerzeichen vor und hinter dem Eintrag. In der Abbildung ist die Konfigurationsdatei unseres Testsystems zu sehen; den Eintrag haben wir wiederum blau hervorgehoben. Dabei müssen Sie den Gerätenamen hdc durch den Gerätenamen Ihres DVD-ROM-Laufwerks ersetzen, den Sie aus dem Startprotokoll notiert haben. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welchen Gerätenamen Ihr DVD-ROM-Laufwerk hat, sehen Sie bitte noch einmal im Startprotokoll nach. Eine falsche Eingabe kann zur Folge haben, dass Sie etwa den CD-Brenner oder eine etwaige zweite Festplatte nicht mehr verwenden können.

  5. Klicken Sie auf Weiter; es erscheint wieder der Eingangsbildschirm der Bootloader-Konfiguration, diesmal ist Aktuelle Konfiguration speichern rechts unten ausgewählt. Klicken Sie auf Beenden. Es folgt eine Meldung, dass die Einstellungen getestet werden, klicken Sie dort auf Ja. Danach werden die Konfigurationsdateien aktualisiert, und die Bootloader-Konfiguration ist beendet.
  6. Beenden Sie das YaST-2-Kontrollzentrum durch einen Klick auf Schließen.
  7. Öffnen Sie das KDE-Startmenü links unten und melden Sie sich ab. Bei der Nachfrage, was Sie als nächstes tun möchten, klicken Sie auf Rechner neu starten und dann auf OK. Nach einigen Sekunden bootet der Rechner neu.

Neu erkannte Laufwerke

  1. Loggen Sie sich an der grafischen Konsole wieder als normaler Benutzer ein.
  2. War Ihr CD-Brenner bislang nicht unter KDE eingerichtet, erwartet Sie nach dem KDE-Start die SuSE-Hardware-Erkennung.

    Klicken Sie auf Ja und geben Sie nach Aufforderung das Root-Passwort ein.
  3. Es startet die CD/DVD-Geräteintegration. Dort wählen Sie den CD-Brenner aus und klicken auf Beenden. Eine Statusmeldung informiert Sie darüber, dass das Laufwerk eingebunden wurde.

    Danach beendet sich die Geräteintegration.
  4. Als nächstes meldet die SuSE Hardware-Erkennung, dass ein weiteres DVD-ROM-Laufwerk gefunden wurde, vorsorglich wurde auch schon ein zweites DVD-Symbol auf dem Desktop angelegt. Klicken Sie auf Nein und überspringen Sie damit die Einrichtung -- es handelt sich hierbei um eine Dublette. Löschen Sie anschließend auch das zweite DVD-Symbol, indem Sie es mit der rechten Maustaste anklicken und dann Löschen auswählen.

    Damit verschwindet das zweite Symbol von der Arbeitsfläche, die Einrichtung ist abgeschlossen.

Problemfall Kombi-Laufwerke

Eine andere Systemkonfiguration bereitet schon bei der Installation Probleme: Falls das einzige Laufwerk ein so genanntes Kombi-Laufwerk ist, das DVDs lesen und CDs brennen kann. Wird die DVD von SuSE Linux 8.1 Professional für die Installation verwendet, findet YaST bei der Installation keine Software-Pakete. Bei der ersten DVD von SuSE Linux 8.2 Professional bleibt das gesamte System während der Installation einfach hängen, wenn die Pakete eingelesen werden sollen.

Abhilfe bringt in beiden Fällen die Installation von CD, anschließend kann ohne weiteres die DVD zur Nachinstallation von Programmen benutzt werden.

Laufwerke verknüpfen

Kombi-Laufwerke und Brenner behandelt SuSE genau wie CD-Brenner -- was zur Folge hat, dass es die Verknüpfung /dev/dvd nicht gibt. Das Problem ist, dass viele Video-Programme erwarten, über /dev/dvd auf das DVD-Laufwerk zuzugreifen, dies hat sich als Standard eingebürgert. /dev/dvd ist dabei ein Verweis auf den tatsächlichen Gerätenamen des Laufwerks, der in der folgenden Anleitung angelegt wird.

  1. Rufen Sie den Konqueror im Systemverwaltungsmodus über das KDE-Menü unter System / Konfiguration / Konqueror auf und geben Sie nach Aufforderung das Root-Passwort ein.
  2. Klicken Sie auf den Aufwärts-Pfeil, als Adresse wird file:/ angezeigt.
  3. Öffnen Sie den Ordner dev durch Anklicken und suchen Sie nach dem Symbol cdrecorder. Klicken Sie cdrecorder und halten die Maustaste gedrückt. Bewegen Sie den gepunkteten Rahmen mit dem Symbol auf einen freien Bereich im Fenster, so dass kein anderes Symbol eine Umrandung bekommt. Halten Sie die [Strg]-Taste gedrückt, woraufhin ein Plus-Zeichen rechts neben dem gepunkteten Rahmen erscheint. Lassen Sie nun die Maustaste, und erst danach die [Strg]-Taste los.

  4. Es erscheint ein Fenster, das vor dem Überschreiben von /dev/cdrecorder warnt. Geben Sie in dem Textfeld den neuen Namen "dvd" ein und klicken Sie auf Umbenennen. Die Verknüpfung dvd wird nun entsprechend einsortiert.

  5. Schließen Sie den Konqueror.

Während wir in der Red-Hat-Anleitung auf Seite 77 eine Verweis-Kette aufbauten, in der /dev/dvd auf /dev/cdrom und dieser Verweis auf den tatsächlichen Gerätenamen zeigte, zeigt unter SuSE Linux der Verweis /dev/dvd direkt auf den Gerätenamen. Der Nachteil ist: Ändert sich der Gerätename des Laufwerks, wird YaST nur den Verweis /dev/cdrecorder anpassen, nicht jedoch /dev/dvd -- Sie müssen in dem Fall den Verweis /dev/dvd löschen und wie im vorigen Abschnitt beschrieben neu anlegen. (mdö)

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