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Erschienen in EasyLinux 06/2003   »   Ausgabe bestellen

CD- und DVD-Laufwerke unter Red Hat Linux einrichten

Nur Wasser und CDs

von Mirko Dölle


DVD-Laufwerke und CD-Brenner kennt Red Hat Linux nicht, bei mehreren Laufwerken ist kaum zu erkennen, welcher Name zu welchem Gerät gehört. Wir räumen damit gründlich auf.

Red Hat erkennt DVD- und CD-Laufwerke -- egal ob DVD-Brenner, DVD-ROM oder CD-Brenner, grundsätzlich als CD-ROMs. Ist mehr als ein CD- oder DVD-Laufwerk eingebaut, werden die zusätzlichen Geräte einfach durchnumeriert -- was in der Praxis durchaus für Verwechslungen sorgt.

Als Testsystem verwenden wir einen Rechner mit einem DVD-ROM und einem CD-Brenner. Nach der Installation gibt es unter der grafischen Oberfläche GNOME die Laufwerke CD-ROM und cdrom1.

Laufwerke identifizieren

So finden Sie heraus, welche Bezeichnung welchem Laufwerk zugeordnet ist:

  1. Öffnen Sie die Schubladen beider Laufwerke und legen die CDs ein. Schließen Sie die Laufwerke nicht, sondern lassen Sie sie offen.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle am Desktop und wählen aus dem Menü unter Platten den Eintrag CD-ROM:

  3. Nun schließt sich automatisch die Schublade des betreffenden Laufwerks, und die CD wird eingebunden. Auf dem Desktop erscheint ein CD-Symbol, und ein Fenster mit einem Datei-Browser wird geöffnet.

Laufwerksnamen ändern

Die Bezeichnungen CD-ROM für unser DVD-Laufwerk und cdrom1 für den CD-Brenner sind unter Red Hat nicht gerade gelungen. Folgende Anleitung zeigt die Umbenennung der Laufwerke in eindeutige Namen wie DVD und CD-Brenner:

  1. Stellen Sie wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben fest, ob das DVD-Laufwerk als CD-ROM oder cdrom1 angesprochen wird.
  2. Melden Sie sich im grafischen System ab und als Benutzer root neu an.
  3. Rufen Sie aus dem Startmenü (roter Hut) den Eintrag Zubehör / Texteditor auf.
  4. Nachdem der Editor gestartet wurde, klicken Sie in der Symbolleiste auf Öffnen. Doppelklicken Sie bei Ordner auf .. und dann auf etc/, wählen Sie bei Dateien den Eintrag fstab aus der Liste und klicken Sie dann auf OK:

  5. Vergrößern Sie das Fenster des Editors so weit, dass die Datei möglichst ohne Umbrüche zu sehen ist:

    Uns interessieren die beiden blau hervorgehobenen Zeilen, sie sind für das DVD-Laufwerk und den CD-Brenner zuständig. Auf unserem Testsystem war CD-ROM das DVD-Laufwerk und cdrom1 der CD-Brenner. Auf Ihrem System wird der Inhalt der Datei /etc/fstab möglicherweise etwas anders aussehen, Besitzer von nur einem Laufwerk finden zum Beispiel nur eine Zeile vor, die mit /dev/cdrom beginnt.
  6. Die Bezeichnung CD-ROM in der Laufwerksauswahl von GNOME entspricht stets dem Eintrag /mnt/cdrom in der zweiten Spalte, die Bezeichnung cdrom1 entspricht /mnt/cdrom1.
  7. Um das DVD-Laufwerk als DVD statt CD-ROM einzutragen, ändern Sie in der zweiten Spalte der drittletzten Zeile unseres Beispiels /mnt/cdrom in /mnt/DVD.
  8. Um den CD-Brenner als CD-Brenner statt cdrom1 einzutragen, ändern Sie in der zweiten Spalte der vorletztenletzten Zeile unseres Beispiels /mnt/cdrom1 in /mnt/CD-Brenner.
  9. Speichern Sie die Änderungen durch einen Klick auf Speichern in der Symbolleiste. Die Datei /etc/fstab sollte nun etwa folgendermaßen aussehen, wobei wir die beiden geänderten Zeilen wieder blau hervorgehoben haben:

    Beenden Sie den Editor durch einen Klick auf das Schließen-Symbol rechts oben.

Einbindung anpassen

Nach den Änderungen der Datei /etc/fstab können die CD- und DVD-Laufwerke nicht mehr über GNOME eingebunden werden -- die Einbindung würde über die Verzeichnisse /mnt/DVD und /mnt/CD-Brenner laufen, und diese Verzeichnisse gibt es momentan noch nicht.

Der nächste Schritt ist also, die Verzeichnisse zum Einbinden der Laufwerke -- so genannte Mount-Points -- anzulegen. Dabei ist es wichtig, die selbe Schreibweise für die Verzeichnisnamen zu verwenden wie in der Datei /etc/fstab.

  1. Doppelklicken Sie das Symbol Persönliches Verzeichnis von root links oben auf dem Desktop, es wird der Datei-Browser Nautilus gestartet.
  2. Klicken Sie nun auf Rauf, als Ort wird / angezeigt, und doppelklicken Sie mnt. Als Ort wird nun /mnt angezeigt.
  3. Haben Sie zwei CD- oder DVD-Laufwerke, werden Ihnen die Verzeichnisse cdrom, cdrom1 und floppy angezeigt, bei nur einem Laufwerk fehlt cdrom1:

    Heißt Ihr DVD-Laufwerk unter GNOME CD-ROM, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf cdrom; heißt es cdrom1, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf cdrom1.
  4. Wählen Sie Umbenennen, daraufhin wird der Name des Symbols von einem schwarzen Rechteck umrandet. Geben Sie nun den neuen Namen "DVD" ein und drücken Sie [Enter]. Klicken Sie dann erneut mit der rechten Maustaste auf das Symbol und wählen Sie Verknüpfung anlegen. Es entsteht ein neues Symbol mit einem grünen Pfeil, der die Verknüpfung symbolisiert.
  5. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Verknüpfung auf DVD und wählen Sie Umbenennen:

    Der Name des Symbols wird wieder schwarz umrahmt, geben Sie nun "cdrom" als neuen Namen ein.
  6. Heißt Ihr CD-Brenner unter GNOME CD-ROM, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf cdrom; heißt er cdrom1, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf cdrom1.
  7. Wählen Sie Umbenennen und geben Sie nun den neuen Namen "CD-Brenner" ein.
  8. Schließen Sie das Fenster des Datei-Browsers mit einem Klick auf das Schließen-Symbol rechts oben.
  9. Melden Sie sich ab, indem Sie aus dem Startmenü Abmelden wählen. Bestätigen Sie den folgenden Dialog mit OK.
  10. Melden Sie sich wieder als normaler Benutzer an. Wenn Sie nun mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken und den Menüpunkt Platten wählen, sehen Sie nun neben Diskette noch die Einträge DVD und CD-Brenner:

Verknüpfung für DVD-Laufwerke

Viele Video-Programme erwarten, dass ein DVD-Laufwerk über /dev/dvd angesprochen werden kann. Dies hat sich als Standard eingebürgert, /dev/dvd ist dabei ein Verweis auf den tatsächlichen Gerätenamen des Laufwerks.

Da Red Hat Linux nur CD-ROM-Laufwerke kennt, gibt es die Verknüpfung /dev/dvd grundsätzlich nicht, und sie muss von Hand angelegt werden. Wir können dabei ausnutzen, dass /dev/cdrom und /dev/cdrom1 bereits Verknüpfungen mit den echten Laufwerksnamen sind:

  1. Melden Sie sich im grafischen System ab und als Benutzer root neu an.
  2. Doppelklicken Sie das Symbol Persönliches Verzeichnis von root links oben auf dem Desktop, um den Datei-Browser Nautilus zu starten.
  3. Klicken Sie auf Rauf in der Symbolleiste, als Ort wird nun / angezeigt.
  4. Doppelklicken Sie den Ordner dev. Dieser Ordner enthält mehrere tausend Symbole, die selbst Nautilus nicht alle anzeigen kann -- die entsprechende Meldung des Programms bestätigen Sie einfach mit OK.
  5. Blättern Sie so weit herunter, bis Sie die Einträge für cdrom und cdrom1 finden; wir haben Sie in der folgenden Abbildung blau hervorgehoben.

    Auf Rechnern mit nur einem Laufwerk gibt es entsprechend auch nur einen solchen Eintrag.
  6. Wird Ihr DVD-Laufwerk als Gerät CD-ROM unter GNOME angesprochen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol cdrom; heißt Ihr DVD-Laufwerk unter GNOME cdrom1, klicken Sie cdrom1 mit der rechten Maustaste an.
  7. Wählen Sie aus dem erscheinenden Kontextmenü den Punkt Verknüpfung anlegen:

  8. Die neue Verknüpfung heißt Verknüpfung auf cdrom oder Verknüpfung auf cdrom1. Klicken Sie diese Verknüpfung wiederum mit der rechten Maustaste an und wählen Sie den Menüpunkt Umbenennen.
  9. Der Name wird mit einem schwarzen Rechteck umrandet, und Sie können den neuen Namen "dvd" eintragen. Anschließend drücken Sie [Enter]. Nach kurzer Zeit ist der Name geändert und das Symbol entsprechend alphabetisch einsortiert.
  10. Schließen Sie das Fenster des Datei-Browsers mit einem Klick auf das Schließen-Symbol rechts oben.
  11. Melden Sie sich ab.

Damit haben wir in unserem Testsystem einen Verweis von /dev/dvd auf /dev/cdrom, von wo aus auf den echten Gerätenamen /dev/hdc weiter verwiesen wird. Für Linux ist eine solche Verweiskette kein Problem, bei einem Zugriff über /dev/dvd wird sie blitzschnell aufgelöst. (mdö)

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