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Christian Baun
Gimp macht klassische Bildbearbeitung: um nur ein paar Striche und Kreise zu zeichnen, brauchen Sie kein derart umfangreiches Programm. Wollen Sie hingegen Bilddateien aus Digicam, Scanner oder dem Internet bearbeiten, ist Gimp Ihr Werkzeug.
Das Programm unterstützt viele -- wirklich viele -- Bildformate, in denen es digitale Bilder öffnen, manipulieren, speichern und konvertieren kann. Natürlich können Sie mit Gimp auch zeichnen -- das macht ohne Grafiktablett aber keine rechte Freude.
In den SuSE-Distributionen ist Gimp enthalten Bei einer Erstinstallation wählen Sie es über den Paketauswahl-Eintrag gimp in der Paketgruppe Multimedia.
Ist SuSE ohne Gimp installiert, holen Sie das einfach nach -- am besten mit YaST2: Wählen Sie SuSE / System / YaST2 (Abbildung 1).
Wählen Sie aus der Modul-Gruppe Software / Software installieren oder löschen.
Im Paketmanager finden Sie Gimp in der Paketgruppe Multimedia.
Nach der Installation starten Sie Gimp mit SuSE / Graphik / Gimp.
Bei Red Hat 8.0 und 9.0 ist Gimp ebenfalls dabei. Bei der Installation können Sie das Paket gimp in der Paketgruppe Grafik auswählen.
Um es nachzuinstallieren, starten Sie unter Red Hat 9.0 Hinzufügen/Entfernen von Applikationen im Ordner Systemeinstellungen (Abbildung 5).
Unter Red Hat 8.0 erreichen sie den Paketmanager mit dem Eintrag Pakete im Ordner Systemeinstellungen.
Im Paket-Management gehen Sie in die Paketgruppe Grafik (Abbildung 7),
wählen den Eintrag gimp (Abbildung 8) und Schließen die Auswahl. Wieder im Paket-Management klicken Sie Aktualisierung und das Programm wird installiert.
Beenden Sie den Einrichtungs-Assistenten mit Weiter -- jetzt startet das eigentliche Programm.
Der erste Start von Gimp dauert recht lang; aber keine Sorge: beim nächsten Mal geht das deutlich schneller. Das Programm prüft beim ersten Start sämtliche mitinstallierten Plug-Ins, und legt diese Infos für weitere Sitzungen in Ihrem Home-Verzeichnis ab.
Wenn Sie Gimp starten, erscheinen fünf neue Fenster (Abbildung 7) auf Ihrem Bildschirm:
-die Werkzeugkiste (Toolbox) -die Werkzeugeinstellungen -die Pinselauswahl, mit der Sie die Form Ihres Malwerkzeuges festlegen -der Ebenendialog mit dem Sie Ebenen, Kanäle und Pfade bearbeiten -das Fenster mit dem Tip des Tages
Das wichtigste, das Hauptfenster ist die Werkzeugkiste (Abbildung 8). Hier finden Sie die Funktionen, ohne die praktisch nichts geht. Die Buttons teilen sich in drei Gruppen: die Auswahlwerkzeuge, die Malwerkzeuge und die Transformationswerkzeuge.

Um ein Bild mit Gimp zu öffnen, klicken Sie im Dateimenü Datei auf den Eintrag Öffnen..., oder benutzen die Tastenkombination Strg-O.
Eine neue Bilddatei erzeugen Sie mit Strg-N, oder über das Menü Datei / Neu.... Im Dialog (Abbildung 9) bestimmen Sie die Details wie Größe, Auflösung und Bildart (RGB oder S/W).

Speichern können Sie Ihr Bild über das Hauptmenü. Das erhalten Sie, indem Sie mit der rechten Maustaste an beliebiger Stelle ins Bild klicken: dort, im obersten Menüeintrag Datei finden Sie die Einträge für das Öffnen und Speichern, sowie das Erzeugen von neuen Bildern (Abbildung 10). Das Tastaturkürzel für Speichern ist Strg-S, so können Sie ein Bild jederzeit sichern ohne sich durch das Menü zu klicken.

Im Hauptmenü befinden sich alle Befehle und Funktionen, die Sie von anderen Programmen aus der Menüzeile kennen und gewohnt sind. L: Im Menü Bearbeiten des Hauptmenüs befinden sich alle Einträge, die Sie auch von anderen Programmen her kennen, unter anderem für das Ausschneiden, Einfügen, Kopieren und Löschen.
Alle Werkzeuge für die eigentliche Bildbearbeitung erreichen Sie über die Werkzeugkiste, das Hauptfenster von Gimp, genauso wie auf dem Weg über Haupt- und Untermenüs. Mit der Werkzeugkiste geht es aber am schnellsten.
Die erste Gruppe sind die Auswahlwerkzeuge (Abbildung 11). Mit sechs Buttons können Sie die Bereiche eines Bildes auswählen (selektieren), um sie dann zu bearbeiten. Die Kunst ist für jede Auswahl das passende Werkzeug zu finden.
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Bei den Auswahlwerkzeugen handelt es sich von links nach rechts um...
-die Rechteckauswahl -die Ellipsenauswahl -das Freihand-Auswahlwerkzeug (Lasso) -die Fuzzy-Auswahl (Zauberstab) -das Bezier-Auswahlwerkzeug -die Schere
Mit der Rechteck- und der Ellipsenauswahl (Tastenkürzel R und E) ziehen Sie bei gedrückter Maustaste entsprechend geformte Bereiche auf. Halten Sie dabei die Shift-Taste gedrückt wird aus der Rechteckauswahl ein Quadrat und aus der Ellipsenauswahl ein Kreis. Einige Rechteck- und Ellipsenauswahlen sehen Sie in Abbildung 12.

Während Sie bei der Rechteck- und der Ellipsenauswahl auf bestimmte Formen festgelegt sind, lassen Sie mit dem Freihand-Auswahl (in der Toolbox das Icon mit dem Lasso) ihrer Kreativität freie Bahn. Fahren Sie bei gedrückter Maustatste einfach den Bereich ab, den auswählen wollen. Sie sollten über eine ruhige Hand verfügen, besser wäre ein Grafiktablett.
Wenn sich sich der Bereich, den Sie auswählen wollen, farblich vom Untergrund abhebt, können Sie mit der Fuzzyauswahl, in der Toolbox der Zauberstab, arbeiten. Das Tastenkürzel für dieses Werkzeug ist Z. Die Fuzzy-Auswahl lässt Sie zusammenhängende Bereiche auswählen: Sie klicken einfach mit dem Zauberstab auf den Bereich des Bildes, dass Sie auswählen möchten und das Programm markiert alle benachbarten Pixel mit gleicher oder ähnlicher Farbe -- wie ähnlich, das bestimmt ein Schwellenwert, den Sie in der Werkzeugeinstellung des Zauberstabs (Abbildung 13) ändern können. Je höher der Wert, desto größer die Toleranz.

Mit dem Bezier-Auswahlwerkzeug (Tastenkürzel: B) wählen Sie mathematisch aus Einzelpunkten errechnete Kurven aus. Klicken Sie Punkte um den gewünschten Bereich, bis sich die Bezier-Kurve schließt, und klicken Sie dann hinein, um ihn auszuwählen.
Das letzte Werkzeug in der Gruppe ist die Schere (Tastenkürzel: I). Die Schere ist ein intelligentes Werkzeug, da sie versucht die Kanten des auszuwählenden Bereiches zu "erraten". Das halten Sie für unmöglich? Probieren Sie es einfach!
| Werkzeug-Tipp |
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Haben Sie einen Bereich ausgewählt, können Sie durch Drücken der Shift-Taste einen weiteren Bereich auswählen -- berühren oder überlappen sich die beiden, werden Sie zu einem großen Bereich zusammengefasst. Das Gegenteil erreichen Sie, wenn Sie statt der Shift-Taste die Strg-Taste gedrückt halten. Dann wird der der Bereich der zweiten Auswahl von dem der ersten "abgezogen". Wenn Sie die Shift- und die Strg-Taste gedrückt halten, wird nur der Schnitt-Bereich (Durchschnitt) der beiden Bereiche ausgewählt. |
Abbildung 14 zeigt den Mauszeiger von Gimp bei ausgewählter Rechteckauswahl. Den linken Mauszeiger erhalten Sie bei gedrückter Shift-Taste, um weitere Bereiche zu einem bereits ausgewälten hinzuzufügen. In der Mitte sehen Sie den Mauszeiger bei gedrückter Strg-Taste, um eine neue Auswahl von bereits bestehenden abzuziehen und ganz rechts sehen Sie, wie der Mauszeiger sich verändert, wenn Sie die Shift- und die Strg-Taste gleichzeitig gedrückt halten, um die Schnittmenge aus alter und neuer Auswahl zu erhalten.

Bei den Transformationswerkzeugen aus Abbildung 15 handelt es sich um...
-das Bewegen-Werkzeug -das Vergrößerungswerkzeug (Lupe) -das Freistellungswerkzeug (Skalpell) -das Transformationswerkzeug -das Spiegelungswerkzeug
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Mit dem Bewegen-Werkzeug (Tastenkürzel: M) verschieben Sie eine Auswahl. Sie können das ganze Bild oder einzelne Ebenen verschieben. Das Bewegen-Werkzeug hat keine Werkzeugeinstellungen.
Mit der Lupe zoomen Sie in Bilder hinein- und heraus. So können Sie jederzeit ausgewählte Bildteile vergrößern, im Detail bearbeiten, und zwischendurch herauszoomen, um die Wirkung zu prüfen. Das Tastenkürzel für das Vergrößerungswerkzeug ist Shift-M. Per Voreinstellung zoomt die Lupe in das Bild -- zum herauszoomen halten Sie zusätzlich die Strg-Taste gedrückt.
Das Freistellungswerkzeug (Tastenkürzel: Shift-C) hat das Skalpell-Symbol. Mit ihm wählen sie einen Bildbereich aus und entfernen den Rand. Abbildung 16 zeigt, wie das Freistellungswerkzeug arbeitet. Wählen Sie einfach mit dem Skalpell den Bereich aus, den Sie erhalten wollen, und klicken Sie auf den Button Zuschneiden. Schon ist der Rand weg.
Mit dem Transformationswerkzeug (Tastenkürzel: Strg-T) können Sie Ihre Bilder rotieren, skalieren, scheren und perspektivisch verzerren.
Mit dem Spiegelungswerkzeug können Sie ihr Bild horizontal oder vertikal spiegeln.
Mit dem Textwerkzeug (Tastenkürzel T) plazieren Sie Text mit beliebigen Schriften, Farben und Schriftgrößen auf Ihren Bildern. Klicken Sie mit der linken Maustaste auf die Stelle im Bild, wo der Text plaziert werden soll. In dem Fenster, das erscheint, (Abbildung 17) geben Sie den Text ein und legen Schriftart, Schriftgröße und Schriftform fest. Bestätigen Sie mit OK, und der Text liegt als schwebende Auswahl auf dem Bild. Die lässt sich mit dem Bewegen-Werkzeug (Tastenkürzel: M) frei verschieben. Wenn Sie mit links außerhalb der schwebenden Auswahl klicken, verankern Sie den Text.
Bei den Malwerkzeugen (Abbildung 18) handelt es sich um...
-die Farbpipette -das Füllwerkzeug (Eimer) -das Farbverlauf-Werkzeug -den Stift -den Pinsel -das Radiergummi -das Airbrushwerkzeug -das Klonwerkzeug -das Verknüpfen-Werkzeug (Tropfen) -der Füller -das Abwedeln- oder Nachbelichtungswerkzeug -das Werkzeug zum Verschmieren (Finger) -das Messwerkzeug, um Distanzen und Winkel zu messen

Außerdem gehört hierher noch der Farbdialog, mit dem Sie die Vorder- und Hintergrundfarbe festlegen und vertauschen können, sowie die Pinsel-, Muster- und Farbverlaufsauswahl.
Vorder- und Hintergrundfarbe bestimmen Sie über die beiden Icons unten links in der Toolbox. Mit der Farbpipette "entnehmen" Sie den genauen Farbwert an einer bestimmten Stelle Ihres Bildes. Das Tastenkürzel der Pipette ist O. Standardmäßig wird die entnommene Farbe zur neuen Vordergrundfarbe.
Um einen zusammenhängenden Bild-Bereich, eine Auswahl, oder das gesammte Bild mit einer Farbe oder einem Muster zu füllen, greifen Sie am besten auf das Füllwerkzeug (Tastenkürzel: Shift-B) zurück. Das Icon des Füllwerkzeuges in der Toolbox ist der Eimer.
In der Werkzeugeinstellung des Füllwerkzeuges (Abbildung 19) können Sie festlegen, ob Sie mit der Vorder- oder Hintergrundfarbe, oder mit einem Muster füllen wollen.

Mit dem Farbverlauf-Werkzeug (Tastenkürzel: L) können Sie Farbverläufe, sogenannte Gradienten, erzeugen. Für einen Farbverlauf nehmen Sie entweder die aktuelle Vordergrund- und Hintergrundfarbe, oder Sie greifen auf einen der Farbverläufe zurück, die Gimp mitbringt -- das sind eine ganze Menge. Den Verlauf "ziehen" Sie mit gedrückter Maustaste über die Fläche, die verlaufen soll -- in Richtung des Farbwechsels.
Drei Werkzeuge sind in jedem Zeichen- und Bildbearbeitungsprogramm zu finden: der Stift für harte Striche (Tastenkürzel: Shift-P), der Pinsel für , um weiche Striche zu zeichnen (Tastenkürzel: P), und der Radiergummi, um nach Hintergrund oder Transparenz zu löschen (Tastenkürzel: Shift-E).

Die Form Ihres Malwerkzeuges, also von Stift oder Pinsel, legen Sie in der Pinselauswahl (Abbildung 21) fest. Diese befindet sich in der unteren rechten Ecke ihrer Toolbox.

Moderner als Stift und Pinsel ist das Airbrushwerkzeug (Tastenkürzel A). Über die Werkzeugeinstellungen (Abbildung 22) lassen sich Deckkraft, Druckempfindlichkeit, Sprührate und Druck einstellen.

Das Klonwerkzeug (Der Stempel -- Tastenkürzel: C) ist ideal, um Bilder zu retuschieren. Klicken Sie mit rechts einen bestimmten Bildbereich an,und kopieren Sie dessen Inhalt mit linkem Mausklick an eine andere Stelle des Bildes. So können Sie Bildteile wegretuschieren, indem Sie Sie mit der Hintergrundfarbe oder einer Struktur wie Wald oder Wasser, überstempeln.
Auf ähnliche Weise malen Sie mit einem Muster. Suchen Sie aus dessen Menü (Im Hauptfenster rechts unten -- Abbildung 23) ein beliebiges aus und schalten Sie in den Werkzeugeinstellungen des Klonwerkzeugs (Abbildung 24) die Quelle audf Muster.


Mit dem Verknüpfen-Werkzeug (Tropfen) können Sie Teile Ihres Bildes weichzeichnen oder schärfen.
Neben Stift, Pinsel und der Airbrush-Pistole kann Gimp auch einen Füller simulieren. Sie können Typ und Form der Feder bestimmen, aber auch Deckkraft, Justierung oder Empfindlichkeit (Abbildung 25).
Unregelmäßigkeiten aller Art verwischt oder verschmiert der "Finger". Das Tastenkürzel dieses Werkzeuges ist V.
Um Pixelabstände oder Winkel innerhalb des Bildes abzumessen, benutzen Sie den Winkel aus dem Werkzeugkasten. Klicken Sie auf den ersten Messpunkt und bewegen Sie die Maus mit gehaltener Maustaste zum zweiten Messpunkt. Pixelabstand und Winkelgrade lesen Sie unter dem Bild ab.
Gimp kann auch Screenshots machen -- von einzelnen Fenstern oder dem ganzen Desktop. Die Screenshot-Funktion finden Sie in dem Menüleiste unter Datei im Eintrag Holen. (fan)

| Info |
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[1] Gimp Homepage: http://www.gimp.org
[2] Dokumentation zu Gimp: http://manual.gimp.org [3] Machen Sie mit!: http://registry.gimp.org [4] Tipps zu Gimp: http://gimp-savvy.com [5] Deutsche Gimp-Seite: http://www.gimp.de [6] Gimp -- Das offizielle Benutzerhandbuch, Karin Kylander, Olof S.Kylander, 2. Auflage 2001, mitp-Verlag/Bonn [7] Grokking the Gimp, Carey Bunks, März 2000, New Riders Publishing |
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Last modified: 2009-01-29 12:00
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