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Erschienen in EasyLinux 07/2003   »   Ausgabe bestellen

Digitalkameras im Test

Bitte recht freundlich!

von Andrea Müller


Die Urlaubszeit steht vor der Tür, und manch einer wird sich überlegen, ob er sich nicht doch eine der modernen Digitalkameras zulegt. Klar, dass die dann auch unter Linux laufen soll. Wir haben sechs Modelle hinsichtlich der Linux-Kompatibilität unter die Lupe genommen.

Egal was man sich an Hardware zulegt, Windows-Treiber sind von Haus aus dabei. Als Linux-Anwender muss man ein wenig mehr Sorgfalt walten lassen und sich vor dem Kauf genau informieren, ob das Wunschgerät unter der daheim verwendeten Distribution läuft. Rechtzeitig vor dem Beginn der Sommerferien hatten wir sechs Digitalkameras auf dem Prüfstand, die Ihre Linux-Kompatibilität unter Beweis stellen mussten. Getestet wurde mit den Distributionen Red Hat Linux 8.0 und 9.0 sowie SuSE Linux 8.1 und 8.2. Die positive Nachricht ist, dass jeder der getesteten Kameras ihre Bilder auch unter Linux zu entlocken waren, wobei ein Gerät jedoch nur von der neuesten SuSE-Version unterstützt wurde.

Drei Wege, ein Ziel

Obwohl eigentlich alle Digitalkameras dasselbe leisten, nämlich Fotos oder sogar Filme aufnehmen, die man dann auf dem Rechner weiterbearbeitet und archiviert, gibt es einen Unterschied darin, wie man auf die Kameras zugreift. Der einfachste Fall liegt dann vor, wenn eine Kamera sich als Festplatte am System anmeldet. Alle anderen Kameras benötigen Treiber, damit man auf sie zugreifen kann und das ist der Punkt, wo unter Linux automatisch der Name gphoto fällt. Das gphoto-Projekt, dessen Web-Seite Sie unter http://gphoto.sourceforge.net/ finden, stellt eine Bibliothek zur Verfügung, die inzwischen über 300 Kameramodelle unter Linux unterstützt. Der Zugriff auf die Bilder findet entweder über die Kommandozeile mit dem mitgelieferten Programm gphoto2 oder über ein grafisches Frontend wie z. B. gtkam statt. Neben modellspezifischen Treibern bringt die gphoto-Bibliothek inzwischen auch Unterstützung für Kameras mit, die das Photo-Transfer-Protokoll (PTP) beherrschen: Dieses Protokoll wurde speziell für Digitalkameras entwickelt und erlaubt neben dem Zugriff auf die dort gespeicherten Fotos auch die Verwendung gewisser Steuerfunktionen der Kameras. Mit PTP steht Software-Entwicklern eine standardisierte Schnittstelle zur Verfügung, um verschiedenste Digitalkameras mit ihrer Software anzusteuern. Da dieses Protokoll noch recht neu ist, ist die gphoto-Unterstützung zur Zeit noch experimentell, was man daran sieht, dass manche Funktionen noch nicht benutzbar sind. Glücklicherweise lag das Hauptaugenmerk der Entwickler darauf, zunächst ein stabiles Herunterladen der Bilder von der Kamera zu ermöglichen, so dass auch PTP-Kameras unter Linux einsetzbar sind. Der Test widmet sich zunächst den nativ von gphoto unterstützten, dann den PTP-Kameras und zum Schluss jenen Modellen, die sich wie eine Festplatte ansprechen lassen. Einen Überblick über technische Werte und die Lauffähigkeit unter den verschiedenen Distributionen bietet ungeduldigen Lersern Tabelle 1.

Tabelle 1: Getestete Kameras
Canon PowerShot A 200 Canon Digital IXUS v³ HP Photosmart 320 HP Photosmart 720 Aito 3.3M Aito 1.3M
Red Hat 8.0 - x x x x x
Red Hat 9.0 - x x x x x
SuSE 8.1 - x x x x x
SuSE 8.2 x x x x x x
Aufnahmepixel 1600x1200 2048 x 1536 1650x1250 2048x1525 2048x1536 1280x1024
Abmessungen 110x58x36,6 87,0 x 57,0 x 26,7 113x44x69 118x75x53 116,7x53,8x29,5 95x60x35
mitgeliefertes Zubehör 2 Batterien, Handschlaufe, USB-Kabel, CF-Karte mit 8 MB, Software (Windows,Mac) 16 MB CF-Card, Lithium-Ionen Akku, Akku-Ladegerät, USB-Verbindungskabel, Videokabel, Trageriemen , Software (Windows, Mac) 4 Batterien, USB-Kabel, USB-Druckerkabel, Einsatz für HP-Docking Station, Software 4 Batterien, USB-Kabel, USB-Druckerkabel, Einsatz für HP-Docking Station, Software Akku, Akku-Ladegerät, USB-Kabel, Kamera-Tasche, Software 2 Batterien, USB-Kabel, Software
Preis (Euro) 229,- 599,- 269,- 255 250,- 105,-

Canon PowerShot A200

Die von Canon als Einsteigermodell beworbene Kamera (Abbildung 1) überrascht mit erstaunlichem Funktionsumfang und guter Bildqualität.

Abb. 1: Canon PowerShot A200.

Das Vergnügen, schöne Aufnahmen zu machen, muss man sich jedoch zunächst durch eingehendes Studium der Bedienungsanleitung erkaufen. Die Bedienelemente sind nicht selbsterklärend beschriftet, und der Weg über "Try and Error" führt kaum zum Erfolg. Eine Enttäuschung erwartet die Anwender von SuSE Linux 8.1, Red Hat 8.0 und 9.0, wenn Sie auf die gemachten Fotos zugreifen wollen: Die bei diesen Distributionen mitgelieferte gphoto-Version ist zu alt und die Kamera daher nicht nutzbar. Theoretisch ist es zwar auch dort möglich, eine neuere gphoto-Version zu installieren -- da die Distributoren jedoch keine entsprechenden Pakete bereitstellen, ist dies nur fortgeschritteneren Anwendern zu empfehlen. Darüber hinaus ist es mit einem gphoto-Update alleine nicht getan, da man dann nur über die Kommandozeile Zugriff auf seine Fotos hat. Die bei den Distributionen mitgelieferten grafischen Frontends benötigen die ältere gphoto-Version und spielen mit der neuen nicht zusammen.

Erst SuSE-Anwender, die schon Version 8.2 dieser Distribution nutzen, können erleben, wie viel Spaß Fotografieren unter Linux machen kann: Nachdem man die Kamera über das mitgelieferte USB-Kabel an den Rechner angeschlossen hat, startet man gtkam und kann bequem durch seine Aufnahmen navigieren. Eingefleischte KDE-Anwender haben außerdem die Möglichkeit, in der Adresszeile des Datei-Managers Konqueror camera:/ einzugeben. Daraufhin erscheint ein Ordner mit dem Modellnamen der Kamera, und man kann seine Bilder bequem per Drag & Drop auf die Festplatte befördern.

Canon Digital IXUS v³

Schon beim Auspacken wird klar, dass sich hinter der Bezeichnung IXUS die hochpreisigeren Geräte der Firma Canon verbergen. Ultrakompakt in edlem Design kommt die solide verarbeitete Digital IXUS v³ daher (Abbildung 2).

Abb. 2: Canon Digital IXUS v³.

Neben dem ansprechenden Design wurden auch ergonomische Gesichtspunkte nicht außer Acht gelassen, so dass die Kamera dem Benutzer intuitiven Zugang zu den am häufigsten genutzten Funktionen bietet. Bei den aufgenommenen Bildern beeindrucken vor allem die lebendigen Farben, die man auch am heimischen Linux-PC bewundern kann. Die IXUS v³ präsentiert sich "doppelgesichtig", da sie wahlweise im PTP- oder Normalmodus betrieben werden kann. Die Werkseinstellung steht auf PTP-Modus, der laut Bedienungsanleitung nur unter neueren Windows- oder MacOS-Versionen nutzbar ist.

Das ist eine Behauptung, die gphoto Lügen straft. Verwenden Sie Red Hat Linux oder SuSE Linux 8.1, können Sie mit gtkam auf die Kamera zugreifen, wie im Artikel auf Seite 24 beschrieben wird. Da die PTP-Unterstützung von gphoto sich zur Zeit noch in der Entwicklung befindet, stehen noch nicht alle Funktionen zur Verfügung, und gelegentlich treten auch Fehler auf. Der Zugriff auf die Kamera über Konqueror funktioniert überhaupt nicht: Der Datei-Manager versucht zwar, den Ordnerinhalt darzustellen, bleibt jedoch während des Ladevorgangs hängen. Auch der Versuch, eine Bilderliste über den Befehl gphoto2 -L auf der Kommandozeile zu erhalten, scheitert mit einem Eingabe-/Ausgabe-Fehler (Abbildung 3). Im Betrieb mit gtkam kam es bei unseren Tests jedoch zu keinen Problemen.

Abb. 3: Gphoto unterstützt PTP-Kameras bislang nur experimentell. Der Versuch, eine Bilderliste zu erhalten, führt zu I/O-Errors.

Die Tatsache, dass man nur als Administrator auf die Kamera zugreifen kann, ist dabei nur ein kleiner Wermutstropfen. Am besten haben es Anwender, die SuSE Linux 8.2 verwenden: Zum Einen hat auch SuSE erkannt, dass man normalen Nutzern das Recht gewähren sollte, auf Digitalkameras zuzugreifen, und so kümmert sich in der neuesten SuSE-Version das Programm resmgr darum, dass die Rechte entsprechend gesetzt werden. Zum Anderen wird die IXUS v³ von der bei SuSE Linux 8.2 mitgelieferten gphoto-Version nativ unterstützt, so dass man die Kamera auf den Normalmodus umstellen sollte. Über das Kamera-Wergzeugmenü ist das dank des guten Displays schnell erledigt, und als Lohn treten die Fehler, zu denen es im PTP-Modus kommt, nicht mehr auf; auch der Zugriff über Konqueror funktioniert, sobald man in der Adresszeile camera:/ eingibt.

HP Photosmart 320

Mit der Photosmart 320 erhält man eine kompakte, formschöne Kamera aus dem mittleren Preissegment (Abbildung 4).

Abb. 4: HP Photosmart 320.

Dass es sich bei dem Gehäuse im edlen Metallic-Look nur um Plastik handelt, enttäuscht zunächst; doch andere Stärken der Kamera gleichen das aus. Erwähnenswert ist vor allem das vorbildliche Benutzer-Interface: Wenige Bedienelemente mit klar verständlicher Kennzeichnung machen dieses Modell zu einer Kamera zum Sofort-loslegen. Eventuell muss man sich zuvor noch eine CF-Speicherkarte zulegen, denn diese ist nur optional erhältlich, und der interne Speicher mit 8 MB ziemlich knapp bemessen.

Die Photosmart 320 wird von gphoto als PTP-Kamera angesprochen. Unter allen getesteten Distributionen kann man problemlos über gtkam auf die Bilder zugreifen, ist also nicht auf die Kommandozeile angewiesen. Mit der neuesten gphoto-Version, die SuSE Linux 8.2 mitbringt, funktioniert sogar teilweise der Zugriff über den Datei-Manager Konqueror, der auch die gphoto-Bibliothek nutzt: Man kann in das Kameraverzeichnis mit den Bildern navigieren, das Kopieren der Fotos auf die Festplatte scheitert jedoch mit der Fehlermeldung, die ausgewählte Datei existiere nicht. Zum Transfer der Aufnahmen ist also auch hier gtkam erste Wahl.

HP Photosmart 720

Abb. 5: HP Photosmart 720.

Optisch erinnert die schwarzgewandete Photosmart 720 an die gute alte Zeit (Abbildung 5). In dem etwas altbackenen Gehäuse steckt jedoch eine moderne Digitalkamera, die ebenso wie das andere Testmodell von HP über ein gut durchdachtes Benutzer-Interface verfügt. Anders als die Photosmart 320 kann diese Kamera neben Fotos und Videos auch Audiodaten aufnehmen. Der interne Speicher beträgt 16 MB und kann durch eine optional erhältliche SD-Karte erweitert werden.

Auch dieses Gerät wird als PTP-Class-Camera angesprochen. Allerdings war sie die einzige PTP-Kamera im Testfeld, bei der der Zugriff mit gtkam unter Red Hat Linux 8.0 regelmäßig zum Absturz des Programmes führte. Unter dieser Distribution bleibt dem Anwender daher nur die Möglichkeit, die auf der Kamera gespeicherten Bilder mit dem Befehl gphoto2 -P übder die Kommandozeile in das aktuelle Verzeichnis herunterzuladen. Diese Vorgehensweise ist oft wesentlich schneller als der Zugriff mit einem grafischen Frontend, hat allerdings den Nachteil, dass man sich für die Bildvorschau mit dem relativ großen (4,1 cm) Display der Kamera begnügen muss. Da dieses Modell schon einige Zeit auf dem Markt ist, ist es inzwischen bei vielen Händlern recht günstig zu erwerben, und die Bestückung mit vier Batterien garantiert eine lange Laufzeit, auch am USB-Anschluss.

Aito A-23002

Die Firma Aito kommt ursprünglich aus Taiwan, tritt mit Gründung einer deutschen Niederlassung nun aber auch hierzulande in Erscheinung. Die A-23002 (Abbildung 6) ist mit 16 MB internem Speicher ausgestattet, optional kann auch eine SD-Karte eingesetzt werden.

Abb. 6: Aito A-23002.

Eine solche wird jedoch nicht mitgeliefert, und eine in der Redaktion vorhandene und lesbare Testkarte sorgte für Verwirrung: Erst nach vollständigen Formatieren der Karte ließ die Kamera sich dazu bewegen, dort Bilder zu speichern. Bei den vorherigen Versuchen wurden bei Drücken des Auslösers zwei Signaltöne ausgegeben, über deren Bedeutung das zu knapp gehaltene Handbuch sich ausschwieg. Auf der mitgelieferten CD findet sich zwar weitere Dokumentation, auf die man im fotografischen Notfall allerdings keinen Zugriff haben dürfte. Eine Fehlersuche in den Menüs offenbarte ein weiteres Manko: Die einzelnen Menüpunkte wurden teilweise derart phantasievoll übersetzt, dass wir die Sprache auf Englisch umstellen mussten, um hinter die Bedeutung der einzelnen Optionen zu kommen. Nach dem Formatieren konnte man dann endlich Bilder in ordentlicher Qualität aufnehmen.

Eine freudige Überraschung erwartet den Anwender beim Verbinden der Kamera mit dem Rechner: Diese meldet sich als SCSI-Platte am System an und kann ebenso wie eine normale Festplatte eingebunden werden. Der Zugriff auf die Bilder ist danach mit jedem Dateimanager möglich. Wie Sie dafür sorgen, dass auch normale Nutzer und nicht nur der Administrator die Kamera ins Dateisystem einhängen können, steht in Kasten 1.

Kasten 1: Mounten einer Kamera
  • Öffnen Sie über [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort kdesu konqueror ein, um den Datei-Manager mit Administrator-Rechten zu starten.
  • Geben Sie im nächsten Dialogfenster Ihr root-Passwort ein und klicken Sie auf OK.
  • Navigieren Sie im Konqueror bis zur obersten Verzeichnisebene und wechseln Sie in das Verzeichnis /mnt.
  • Klicken Sie dort im rechten Fenster mit der rechten Maustaste und wählen Sie Neu / Verzeichnis aus dem Kontextmenü.
  • Geben Sie dem Verzeichnis den Namen kamera.
  • Wechseln Sie nun in das Verzeichnis /etc und öffnen Sie die dort liegende Datei fstab mit einem Editor, z. B. kwrite. Diese Funktion steht im Kontextmenü der Datei zur Verfügung.
  • Tragen Sie folgende Zeile ans Ende der Datei ein:
/dev/sda1 /mnt/kamera vfat users,umask=0 0 0

Nun können auch normale Nutzer die Kamera durch Eingabe von mount /dev/sda1 in das Verzeichnissystem (in das Verzeichnis /mnt/kamera einbinden und sowohl lesend, als auch schreibend darauf zugreifen. Sollten Sie über andere SCSI-Geräte verfügen, ist die Gerätebezeichnung (/dev/sda1) möglicherweise eine andere. Am leichtesten finden Sie das richtige Gerät heraus, indem Sie nach dem Anschließen der Kamera an den Computer kurz ans Ende der Datei /var/log/messages schauen (dafür benötigen Sie root-Rechte). Steht dort etwas wie

kernel: sdb: Write Protect is off
kernel: sdb: sdb1
kernel: SCSI device sdb: 32000 512-byte hdwr sectors (16 MB)

ist /dev/sdb1 das Gerät, auf dem Sie Ihre Fotos finden.

Was sich so problemlos anhört und unter Red Hat Linux auch so einfach geht, hat unter SuSE Linux einige unschöne Nebeneffekte: Insbesondere die Version 8.2 scheint ein Problem mit einigen Massenspeichergeräten am USB-Anschluss zu haben. Ein Blick in die Log-Datei /var/log/messages nach dem Verbinden der Kamera mit dem Rechner zeigt, dass SuSE 8.2 nicht nur ein, sondern bis zu acht SCSI-Geräte erkennt (/dev/sda bis /dev/sgh). Das Einbinden der Kamera ist mit jedem der erkannten Gerätenamen möglich -- allerdings spielt nach dem Einbinden (Mounten) der KDE-Desktop verrückt. Für jedes erkannte SCSI-Gerät erscheint ein neues Floppy-Icon auf dem Desktop, so dass man sich nach kurzer Zeit rühmen kann, den Computer mit den meisten Diskettenlaufwerken zu besitzen. Ein Zugriff auf die Kamera ist dabei über keines der neuen Icons möglich (Abbildung 7).

Abb. 7: Nach dem Mounten der Aito A-23002 erscheinen auf dem Desktop bis zu acht neue Floppy-Symbole.

Da das letzte dieser Icons in kurzen Abständen immer wieder verschwindet, nur um unmittelbar danach erneut aufzutauchen, hat man das Gefühl, der ganze Desktop "flackere", was nach einiger Zeit nicht nur nervt, sondern Kopfschmerzen verursacht. SuSE in Version 8.1 erkennt laut der Log-Dateien zwar auch gleich acht neue SCSI-Geräte, zumindest unterbleibt aber die selbsttätige Floppy-Vermehrung auf dem Desktop. Beunruhigend sind auch die in den Log-Dateien zu lesenden USB-Fehlermeldungen, die man jedoch ignorieren kann.

Der Zugriff auf die Kamera funktioniert aber ebenso zuverlässig wie unter Red Hat Linux, und die Bilder werden problemlos auf die Festplatte übertragen.

Aito A-21014

Die preiwerteste Kamera im Testfeld kommt ebenfalls von der Firma Aito und fällt durch das kompakte Design und die einfache Bedienung positiv auf (Abbildung 8).

Abb. 8: Aito A-21014.

Die Kamera verfügt über 16 MB internen Speicher, und wer mehr benötigt, kann eine separat zu erwerbende CF-Karte in die Kamera einsetzen. Die Qualität der erzeugten Bilder ist nicht so hoch wie bei den anderen getesteten Geräten, die Farben wirken ziemlich blass, und je nach Aufnahme lässt auch die Schärfe zu wünschen übrig. Vorbildlich funktioniert jedoch der Zugriff unter Linux. Ebenso wie Ihre große Schwester wird die A-21014 als Festplatte angesprochen. Was diesmal nicht nur unter Red Hat Linux, sondern auch unter SuSE Linux 8.1 problemlos funktioniert, macht unter der Version 8.2 erneut Probleme. Zwar erscheinen hier keine neuen Icons für Diskettenlaufwerke, sondern die Kamera wird direkt nach dem Verbinden mit dem PC als Festplatte erkannt, und es wird automatisch ein (wirklich nur eins) Icon auf dem Desktop angelegt -- doch weshalb SuSE Linux 8.2 die Kamera als /dev/sdj1 anspricht, obwohl sie auf demselben Rechner von den drei anderen Distributionen korrekt als /dev/sda1 eingebunden wird, wird wohl ein Geheimnis der Nürnberger bleiben. Ein Blick in die Log-Dateien zeigt jedenfalls, dass der Kernel von SuSE 8.2 auch hier mehrere SCSI-Geräte erkennt.

Fazit

Für Digitalkameras unter Linux sieht es weit besser aus, als manch einer glauben mag. Obwohl der Zugriff auf PTP-Kameras mit der gphoto-Bibliothek noch nicht reibungslos funktioniert, war es bei allen Kameras möglich, zumindest die Fotos auf die Festplatte zu bringen. Dank der raschen Entwicklung des Projektes darf man für die Zukunft damit rechnen, dass alle PTP-Kameras auch von Linux unterstützt werden. Momentan gestaltet sich jedoch der Zugriff auf Kameras, die entweder nativ von gphoto unterstützt werden oder sich als Festplatte am System anmelden, am komfortabelsten.

Warum der Hersteller Aito jedoch sowohl in seinen Handbüchern als auch auf der Web-Seite nicht mit der Linux-Kompatibilität seiner Kameras wirbt, weiß wohl nur er allein -- ein noch problemloserer Zugriff auf eine Kamera ist nicht möglich, vor allem da bei Geräten, die sich als SCSI-Platten melden, das leidige Rechteproblem wegfällt, das man unter SuSE Linux 8.1 und Red Hat Linux mit den von gphoto unterstützten Kameras hat, auf die nur der Administrator zugreifen darf. Einzig SuSE hat sich dieses Problems in Version 8.2 ihrer Distribution angenommen.

Wer nicht erst den Kauf einer Digitalkamera plant, sondern schon stolzer Besitzer einer solchen ist, muss nicht verzagen, wenn diese weder von gphoto unterstützt wird noch als Festplatte angesprochen werden kann: Sofern die Möglichkeit besteht, die Kamera mit einer Speicherkarte zu betreiben, lohnt sich der Kauf eines Speicherkartenlesers für den USB-Anschluss. Auf die dort eingesteckten Karten greift man wie auf eine Festplatte zu, geht dabei also so vor, wie in Kasten 1 beschrieben. Leider zeigten sich auch hiermit unter SuSE Linux 8.2 massive Probleme: Ein Mounten der Speicherkarten war auf keinem der zwei Testssteme möglich und gelang auch nicht auf einem dritten "sauberen" Testsystem, an dem nie zuvor ein USB-Gerät angeschlossen war. Benutzer, die SuSE Linux 8.2 verwenden, sollten ein solches Gerät also zunächst mit ihrer Distribution testen, bevor die Kaufentscheidung fällt. (hge)

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