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Erschienen in EasyLinux 07/2003   »   Ausgabe bestellen

Kooka-Workshop

Scannen mit Kooka

von Thomas Hümmler


Fast jeder Scanner bringt sein eigenes Scan-Programm mit -- leider läuft das nur unter Windows. Für KDE gibt es Kooka: Dieses Scan-Programm greift über die SANE-Bibliothek auf Scanner zu. Es hat Einiges zu bieten, wie dieser Workshop zeigt.

Kooka ist im K-Menü von Red Hat sehr versteckt: Wenn Sie Grafik / Scanning wählen, starten xsane. Kooka hingegen rufen Sie unter Red Hat 9 über Grafik / Weitere Grafik-Applikationen / Scan- und OCR-Programm auf.

Unter Red Hat Linux 8.0 und SuSE Linux 8.1/8.2 finden Sie Kooka zunächst überhaupt nicht: Sie müssen es erst installieren. Wie das geht, beschreiben die Kästen Kooka unter SuSE / Red Hat Linux installieren. Nach der Installation starten Sie Kooka unter SuSE Linux dann über Graphik / Bearbeitung / Kooka im K-Menü; bei Red Hat Linux 8.0 wählen Sie stattdessen Extras / Grafik / Scan- und OCR-Programm.

Nach dem Programmstart von Kooka erscheint zunächst ein Dialogfenster, in dem Sie den Scanner auswählen. Wenn Sie hier die Option Nicht mehr nachfragen, immer dieses Gerät benutzen markieren und OK wählen, werden SIe bei künftigen Kooka-Starts nicht mehr von diesem Dialog belästigt.

Abb. 1: Markieren Sie die Option "Nicht mehr nachfragen, ...", um das Gerät als Standard festzulegen.

Danach erscheint der Hauptbildschirmm, der aus drei Teilen besteht:

Einstellungen für den Scanner

Links unten bearbeiten Sie die Scanner-Einstellungen. Für gewöhnlich sind dies Vorgaben für Auflösung, Helligkeit und Kontrast, den Scan-Modus und die Gammawerte. Da die Scan-Ergebnisse von diesen Einstellungen abhängen, sollten Sie diese zuerst vornehmen. Am Beispiel eines HP Scanjets 6200C wird gezeigt, was sich alles einstellen lässt.

  1. Zunächst wählen Sie einen der vier Scan-Modi aus der Auswahlliste neben Scan mode: Lineart (Schwarzweiß), Halftone (Halbtonbild), Greyscale (Graustufen) oder Color (Farbe).

    Wenn Sie Halftone (Halbtonbild) gewählt haben, können Sie außerdem aus der Auswahlliste Halftone pattern eines der folgenden Dithering-Verfahren wählen: Coarse (grob), Fine (fein), Bayer (Bayer), Vertical (vertikal), Horizontal (horizontal) oder Custom (benutzerdefiniert).

  2. Mit Hilfe des Schiebereglers neben Auflösung legen Sie die Auflösung des Scans fest: Die Skala reicht von 12 bis 1600 Punkten pro Zoll. Je nach gewählter Auflösung ändert sich die Größe des fertigen Bildes, die im Vorschaufenster rechts sofort angezeigt wird.

  3. Im unteren Teil des Einstellungsfensters können Sie die Scan-Geschwindigkeit für die Endversion des Bildes ändern, falls Sie mit der Voreinstellung Auto nur unbefriedigende Ergebnisse erzielen. Wählen Sie dann zum Beispiel Slow (langsam), Normal oder Fast (schnell).

  4. Über die Regler Brightness (Helligkeit) und Contrast (Kontrast) können Sie den Scan aufhellen oder abdunkeln bzw. den Kontrast erhöhen oder heruntersetzen. Wenn Sie stattdessen die Option Use custom gamma table (Wende benutzerdefinierte Gamma-Tabelle an) markieren, werden die beiden Optionen abgeblendet, und Sie können mit Bearbeiten nicht nur die Helligkeit und den Kontrast anpassen, sondern auch den Gammawert einstellen. Allerdings ist es meist ratsam, die Einstellungen von Helligkeit, Kontrast und Gammawert in der Bildbearbeitung zu machen, mit der Sie dieses Bild später weiterverarbeiten: Dort können Sie den fertigen Scan noch feiner abstimmen, als das mit Kooka möglich ist. Möchten Sie den Scan allerdings direkt drucken, helfen Ihnen die Einstellmöglichkeiten von Kooka schon weiter.

Scannen

  1. Wenn Sie mit den Einstellungen des Scanners zufrieden sind, können Sie über die Schaltfläche Vorschau einlesen einen Probe-Scan machen. Ist rechts das Register Vorschau aktiviert, sehen Sie kurz darauf dort das Ergebnis.

  2. Im Vorschaufenster können Sie nun die so genannte Einlesegröße auswählen. Wählen Sie hier entweder eine der vorgegebenen Größen (DIN A4, DIN A5, DIN A6, 9x13 cm, 10x15cm oder Letter), oder entscheiden Sie sich für Benutzerdefiniert -- dann können Sie mit der Maus einen Ausschnitt markieren, der dann gescannt wird. Die Markierung können Sie noch vergrößern und verkleinern oder insgesamt verschieben. Sobald der Ausschnitt die richtigen Maße hat, klicken Sie im Dialog der Einleseparameter auf die Schaltfläche Endversion einlesen.

  3. Ist die endgültige Version fertig eingescannt, erscheint der Speicher-Assistent von Kooka. Hier können Sie eines der folgende Grafikformate BMP, EPS, ICO, JPEG, KRL, PBM, PGM, PNG, PPM, XBM, XPM oder XV wählen. Wollen Sie das gescannte Bild in einer Bildbearbeitung wie Gimp weiter bearbeiten, sollten Sie ein verlustfreies Format wie BMP wählen. Möchten Sie den Scan dagegen zum Beispiel auf Ihre Homepage stellen, sind Formate wie JPEG oder das Open-Source-Format PNG besser geeignet, da sie die Bilder stark komprimieren. Wenn Sie in diesem Dialog außerdem die Option Nicht mehr nach dem Dateiformat fragen, wenn es bereits definiert ist markieren, erscheint der Assistent beim Speichern der nächsten Bilder nicht mehr.

Arbeiten mit der Galerie

Das Bild wird gescannt und unten bei den Minibildern angezeigt -- sofern die neue Datei nicht größer als 1 MB ist. Außerdem erscheint der Dateiname mit der Größe in Pixeln links in der Galerie. Dort finden Sie alle Bilder, die Sie mit Kooka gescannt haben. Sie können auch Unterverzeichnisse anlegen, in denen die Scans gespeichert werden, Bilder einzeln kopieren oder auch löschen. Wenn das Register Bildanzeiger im Vordergrund steht, können Sie dort sofort jedes Bild sehen, das Sie in der Galerie markieren.

Sollte das Bild größer als der vorhandene Platz im Bildanzeiger sein, können Sie es mit den Befehlen Bild / Skalieren auf Breite (oder [Strg-I]) und Bild / Skalieren auf Höhe (oder [Strg-H]) so verkleinern, dass es komplett zu sehen ist. Mit Bild / Originalgröße bzw. [Strg-S] erscheint es wieder in voller Größe.

Außerdem können Sie für das Bild noch einen Zoomfaktor angeben. Den entsprechenden Dialog erreichen Sie, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den Rand der Anzeigefläche des Bildes klicken und im Kontextmenü den Befehl Zoomfaktor einstellen wählen (Abbildung 2). Leider merkt Kooka sich die einmal gewählte Einstellung beim Wechsel zum nächsten Bild nicht, so dass Sie jedes Mal neu skalieren müssen.


Abb. 2: Über das Kontextmenü in der Anzeigefläche stellen Sie den Zoomfaktor ein.

Mit weiteren Befehlen im Bild-Menü können Sie den Scan direkt manipulieren. Diese Funktionen erreichen Sie übrigens auch über die Hauptwerkzeugleiste unterhalb der Menüleiste. Zur Auswahl stehen die folgenden Funktionen:

Wählen Sie zum Beispiel den Befehl Bild / Drehen im Uhrzeigersinn, wird die Datei um 90 Grad nach rechts gedreht und direkt gesichert. Mit dem Befehl Bild / Aus Auswahl erzeugen hingegen speichern Sie die Auswahl in einer neuen Datei im gleichen Galerie-Verzeichnis.


Abb. 3: Nachdem Sie einen Bereich mit der Maus markiert haben, können Sie diesen mit [Strg-N] in eine neue Datei schreiben.

Die in Kooka gescannten und gespeicherten Bilder liegen im Unterverzeichnis .kde/share/apps/ScanImages/ Ihres Home-Verzeichnisses. Von dort können Sie die Bilder mit dem Dateimanager Konqueror an andere Stellen verschieben. Alternativ machen Sie das direkt aus Kooka heraus -- das geht so:

  1. Klicken Sie mit der linken Maustaste auf den Dateinamen, der mit kscan_ beginnt. Geben Sie nun einen aussagekräftigen Namen und die richtige Dateiendung für das Bild ein. Wenn Sie versuchen, die Endung zu wechseln, erhalten Sie die Meldung, dass Änderungen des Bildformats nicht möglich sind.

  2. Nun können Sie das Bild speichern. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Dateinamen des Bildes und wählen im Kontextmenü Bild speichern. Als Speicherort erscheint zunächst das Home-Verzeichnis -- das können Sie in diesem Dialog übernehmen oder ändern. (hge)

OCR mit Kooka

Kooka kann nicht nur scannen, sondern mit Hilfe des Programms gocr Gescanntes -- selbst aus einer zuvor markierten Auswahl -- auch in Text wandeln. Für Red Hat Linux 8.0 und 9.0 gibt es allerdings noch kein gocr-Paket. Wenn Sie SuSE Linux 8.1 oder 8.2 einsetzen, ist es hingegen dabei. Sie brauchen dort auch nichts weiter zu tun, da gocr gleich mit Kooka installiert wird.

Beachten Sie, dass das Texterkennungsprogramm gocr noch im Entwicklungsstadium ist, weswegen es zu Abstürzen kommen kann. Auch ist die Texterkennung noch nicht sehr ausgereift, so dass mit einer hohen Fehlerrate zu rechnen ist.

Um die Fehlerzahl so gering wie möglich zu halten, nutzen Sie am besten absolut weißes Papier mit schwarzem Textaufdruck. Dann können Sie auch im Schwarzweiß-Modus (Lineart) scannen; anderenfalls in Graustufen oder in Farbe. Den Text können Sie danach per Klick im Text-Editor Kate öffnen.

Kooka unter SuSE Linux installieren

Standardmäßig wird Kooka bei SuSE Linux 8.1 und 8.2 nicht installiert. Das können Sie aber schnell mit dem Konfigurations-Tool YaST 2 nachholen. Starten Sie es aus dem System-Ordner im K-Menü und geben Sie das Administratorkennwort ein. In YaST2 klicken Sie rechts auf den Eintrag Software installieren oder löschen. Im folgenden Dialogfenster wählen Sie aus der Auswahlliste neben Filter den Eintrag Suche, geben in das Suchfeld kdegraphics3-scan ein und bestätigen mit der Eingabetaste.

Sobald das Paket angezeigt wird, markieren Sie es und klicken auf Akzeptieren. Danach folgt ein Dialog, der darüber informiert, dass zusätzlich das Paket gocr benötigt und installiert wird. Dieses ist das OCR-Programm, auf das Kooka zugreift. Bestätigen Sie mit Weiter und legen jeweils die angeforderten CDs ein.

Nach der Installation beenden Sie YaST 2. Kooka finden Sie anschließend im K-Menü unter Graphik / Bearbeitung / Kooka.

Kooka unter Red Hat Linux 8.0 installieren

Standardmäßig ist Kooka bei Red Hat Linux 8.0 nicht installiert. Um das zu ändern, wählen Sie im K-Menü Systemeinstellungen / Pakete und geben das Administratorkennwort ein. Gehen Sie unter Applications zu Grafik und wählen Details. Dort markieren Sie Kooka, schließen das Fenster und klicken auf Aktualisierung, um die erforderlichen Pakete zu installieren.

Kooka finden Sie anschließend im K-Menü unter Extras / Grafik / Scan- und OCR-Programm.

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