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Erschienen in EasyLinux 07/2003   »   Ausgabe bestellen

Bookmarks von Windows nach Linux mitnehmen

Umzug leicht gemacht

von Inga Rapp


Bookmarks sorgen für Überblick im World Wide Web. Die persönliche Lesezeichen-Sammlung kann unter Linux in Mozilla weiter wachsen, wenn sie im HTML-Format vorliegt. Wir zeigen Ihnen, wie einfach die Übernahme sein kann.

Export und Import -- das sind die Schlüsselworte. Nein, es geht nicht um transatlantische Handelsbeziehungen. Es geht um die Frage, wie Sie Ihre unter Windows gesammelten Lesezeichen auch unter Linux weiter nutzen können.

Ein Weg, um dieses Ziel zu erreichen, besteht darin, die virtuellen Eselsohren aus dem unter Windows verwendeten Browser zu exportieren und diese Daten dann unter Linux wieder einzulesen, sie also zu importieren.

Die Daten gehen durch den Export nicht verloren. Sie werden lediglich kopiert und konvertiert, also in ein anderes Format umgewandelt. Sie können Ihre Favoriten- oder Lesezeichensammlung unter Windows weiterhin wie gewohnt benutzen. Wenn Sie auf dem Weg mit Windows durch das World Wide Web neue interessante Seiten finden und sich ein Lesezeichen darauf setzen möchten, können Sie dies nach wie vor tun. Allerdings tauchen diese neu hinzugefügten Merker nicht in der exportierten HTML-Datei auf. Um auch sie unter Linux nutzen zu können, ist ein erneuter Ex- und Import notwendig.

bookmarks.html -- der Umzugskarton

Der Internet Explorer in Version 6 bietet im Menü Datei unter dem Punkt Importieren und Exportieren einen Assistenten, der bei der Bewältigung dieser Aufgabe hilft.

Zuerst möchte er wissen, welche Aktion er durchführen soll, denn er kann noch andere Dinge. Sie wählen hier Favoriten exportieren und bestätigen mit Weiter, wie in Abbildung 1. Ein Favorit ist ein Lesezeichen (beziehungsweise englisch Bookmark) im Microsoft-Deutsch.

Abb. 1: Lesezeichen heißen im Microsoft-Deutsch Favoriten. Der hauseigene Assistent hilft beim Export.

Nun nennen Sie dem Assistenten den Quellordner, also das Verzeichnis, das exportiert werden soll. Wenn Sie alle Bookmarks mitnehmen wollen, wählen Sie den Ordner Favoriten. Je nach Gusto können Sie allerdings auch nur einzelne untergeordnete Ordner auswählen. Auch hier bestätigen Sie mit Weiter.

Im folgenden Dialog erfragt der Assistent das Ziel des Exportes. Die Schaltfläche Durchsuchen bietet die Möglichkeit, einen beliebigen Platz auf der Festplatte auszusuchen oder die Daten auf eine Diskette zu speichern. Auch der Name der neuen Datei lässt sich hier ändern.

Der Klick auf Weiter zaubert das letzte Dialogfeld hervor. Hier findet sich eine Zusammenfassung. Bei Bedarf können Sie mit einem oder mehreren Klicks auf Zurück Ihre Auswahl korrigieren.

Wenn Sie zufrieden sind, bestätigen Sie Ihre Anweisungen an den Computer mit dem Druck auf die Schaltfläche Fertig stellen. Et voilà -- Ihre höchstpersönliche Bookmark-Sammlung findet sich an dem von Ihnen ausgesuchten Ort auf Ihrer Festplatte oder Diskette!

Abb. 2: Stolz meldet der Internet Explorer den erfolgreichen Export der Favoriten-Sammlung.

Netscape siedelt die benötigte Funktion im Menü Lesezeichen an. Der Punkt Lesezeichen verwalten öffnet das Fenster mit der Bookmarkverwaltung. Alternativ funktioniert auch die Tastenkombination [Strg-B]. Der gesuchte Punkt Exportieren hat sich im Menü Extras versteckt (siehe Abbildung 3). Ein Klick hierauf öffnet eine Übersicht über die hauseigene Festplatte. Wählen Sie Ihren bevorzugten Speicherort für die Bookmark-Sammlung. Wenn Sie möchten, können Sie auch den Dateinamen der zu erzeugenden Datei ändern. Netscape gibt hier leider einfallslos Bookmarks vor, dabei würde beispielsweise Lesezeichensammelsurium viel netter klingen...

Nun ist nur noch der Klick auf Speichern notwendig, damit das Abbild der privaten Bookmark-Sammlung seinen Platz auf der Festplatte findet.

Abb. 3: Bei Netscape versteckt sich der Menüunkt Exportieren im Menü Extras der Bookmark-Verwaltung.

Das Ergebnis des Exportes, egal ob aus dem Internet Explorer oder aus Netscape Navigator, ist eine Datei im HTML-Format. Wenn Sie die Datei bookmarks.html (oder Lesezeichensammelsurium.html oder wie immer Sie sie auch benannt haben) doppelklicken, sollte sich ein Browser-Fenster öffnen, das Ihnen den Inhalt zeigt, ähnlich wie in Abbildung 4.

Abb. 4: Das Ergebnis des Exportes ist reines HTML.

Das Design mag nicht sonderlich aufregend wirken, aber es funktioniert: Jedes Ihrer mit Sorgfalt aus dem Netz gefischten Lesezeichen hat sich in einen Link verwandelt, den Sie einfach anklicken können. Im Übrigen nutzen viele Anwener genau diese Möglichkeit dazu, ihre persönliche Bookmark-Sammlung ins Internet zu stellen. Auf diese Weise ist auch von unterwegs der Zugriff auf den privaten Wegweiser durch das World Wide Web möglich.

Allerdings hat solch eine in HTML gegossene Liste den Nachteil, dass sie nicht ohne Weiteres ergänzt oder aktualisiert werden kann. Außerdem ist es mühsam, immer ein zusätzliches Fenster offen lassen zu müssen, um den direkten Zugriff zu gewährleisten. Daher bietet es sich an, die gerade exportierten Daten in den neuen Lieblings-Browser zu importieren.

Opera-Nutzer sehen an diesem Punkt übrigens leider in die Röhre: Ohne zusätzliche Hilfe in Form von kleinen Tools ist Opera nicht in der Lage, die gesammelten Lesezeichen im HTML-Format zu exportieren. Und Mozilla wiederum neigt zur Legasthenie, wenn man ihm Operas hauseigenes ADR-Format unter die Nase hält -- ein Import ist schlicht nicht möglich.

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln

SuSE und Red Hat Linux enthalten mit Mozilla einen Browser, der auf den ersten Blick Netscape zum Verwechseln ähnlich sieht. Tatsächlich ist es so, dass die Entwicklung beider Programme eng miteinander verknüpft ist und sie vieles gemeinsam haben. Mozilla versteckt sich im Menü Internet.

Der Import in Mozilla funktioniert ähnlich wie der Export in Netscape: Im Menü Bookmarks findet sich der Punkt Manage Bookmarks, also Lesezeichen verwalten (siehe Abbildung 5). Netscape-Exporteure werden sich wie zu Hause fühlen: Die Bookmark-Verwaltung sieht fast gleich aus. Und es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten: auch hier hätte alternativ die Tastenkombination [Strg-B] zum Ziel geführt.

Abb. 5: Der Weg zum Ziel -- hinter diesem Button versteckt sich die Bookmark-Verwaltung in Mozilla.

Weiter geht es im Menü Extras, allerdings ist diesmal der Punkt Import das Objekt der Begierde. Mit einem Klick öffnet sich ein Dialogfeld, das ähnlich wie sein Windows-Pendant das Durchsuchen der Festplatte nach der gewünschten Datei ermöglicht. Der vollständige Pfad erscheint im oberen Feld, der Button rechts daneben mit dem aufwärts gerichteten Pfeil führt genau wie unter Windows in die nächsthöhere Verzeichnisebene.

Abb. 6: Fast wie zu Hause -- das Festplatten-Durchsuchen-Dialogfeld sieht in Mozilla ähnlich aus wie unter Windows.

Wenn Sie Ihre Bookmarks gefunden haben, markieren Sie die Datei im Auswahlfenster und klicken auf Open, dann schließt sich das Dialogfenster, und wie von Zauberhand erscheinen die vertrauten Ordner in der Bookmark-Verwaltung von Mozilla.

Abb. 7: Abrakadabra, schon sind sie da -- die ganz persönliche Bookmark-Sammlung hat in Mozilla ihren Platz gefunden.

Doppelt gemoppelt

Wenn sich Ihre persönliche Lesezeichensammlung geändert hat, können Sie über den beschriebenen Weg jederzeit für einen Abgleich der Browser untereinander sorgen. Das Ganze funktioniert übrigens auch in der Gegenrichtung, also von Linux auf Windows: Das Prinzip bleibt dasselbe.

Allerdings bereitet Mozilla in einem Punkt Probleme: Er erkennt nicht, ob Bookmarks bereits importiert wurden oder nicht.

Nehmen wir an, Sie haben die Bookmarks A, B und C bereits importiert. Nun sind Sie beim Surfen unter Windows noch auf D gestoßen und haben sich dafür ebenfalls einen Merker gesetzt. Auch diesen möchten Sie natürlich unter Linux verwenden können. Also exportieren Sie alle vier Verweise in eine HTML-Datei und importieren sie in Mozilla. Dort sind die Hinweise auf A, B und C allerdings schon vorhanden. Man möchte vermuten, dass Mozilla in der Lage wäre, genau diese Situation automatisch zu erkennen und nur D zu importieren. Leider ist das ein Trugschluss: Mozilla importiert brav alles, was Sie ihm geben -- in diesem Fall A, B, C und D. Dadurch tauchen die ersten drei natürlich doppelt in der Bookmark-Liste auf.

Hier können zwei Strategien helfen. Zum Einen bleibt Ihnen die Möglichkeit, doppelt übertragene Bokmarks von Hand auszusortieren. Das kann bei größeren Sammlungen schnell in eine abendfüllende Arbeit ausarten. Zum Anderen können Sie aber einfach nur die Bookmarks exportieren, die neu hinzugekommen sind. Bei regelmäßigem Abgleich der Browser untereinander ist dies sicherlich der nervenschonendere Weg.

Ordnung ist das halbe Leben

Ordnung in der Bookmark-Sammlung erleichtert das Wiederfinden erheblich. Mozilla bietet hier -- wie viele andere Browser auch -- die Möglichkeit, Lesezeichen in Ordnern thematisch zu sortieren.

Einige Ordner haben Sie wahrscheinlich schon von Windows mitgebracht. Um ein neues Verzeichnis anzulegen, klicken Sie in der Bookmark-Verwaltung auf den Button New folder. Im darauf erscheinenden Dialog (siehe Abbildung 8) können Sie einen beliebigen Namen für die neue Sammelstelle angeben. Per Klick auf OK fügen Sie Ihrer Sammlung den neuen Ordner hinzu.

Abb. 8: Ein Mehr an Ordnern bringt ein Mehr an Ordnung.

Mozilla denkt streng logisch, und an diese Stelle macht sich das bemerkbar: Ihr neuer Ordner erscheint in der Liste genau über dem Ordner, der beim Klick auf den Button New folder markiert war. Wenn Sie also nichts explizit verändern, erscheint der neue Ordner an oberster Stelle in der Liste, weil beim Aufruf der Bookmark-Verwaltung automatisch der oberste Ordner markiert war.

Allerdings können Sie die Sortierung auch nachträglich verändern, das funktioniert über das Menü View. In den meisten Fällen reicht es aus, wenn die Ordnung sich nach den Namen der Ordner richtet. Manchmal kann es aber auch sinnvoll sein, nach dem Kriterium Last Modified, also dem Datum der letzten Änderung, zu sortieren -- beispielsweise als Vorbereitung auf einen Export der nachträglich überarbeiteten oder hinzugefügten Lesezeichen, um beim Import das zeitraubende Aussortieren der Doppelungen zu vermeiden.

Abb. 9: Ganz nach Wunsch -- Mozilla sortiert Ihre Lesezeichen auf Knopfdruck neu.

Der Button File Bookmark(s) bietet die Möglichkeit, einzelne Lesezeichen zur Sammlung hinzuzufügen. Im Dialogfeld können Sie wählen, in welchem Ordner Ihr neuer Merker seinen Platz finden soll. An dieser Stelle können Sie auch direkt einen neuen Ordner erstellen, wenn es nötig ist. Natürlich kann dieser neue Ordner auch in einem schon vorhandenen Ordner untergebracht sein, sozusagen als "zweite Ebene".

Hierbei ist allerdings eine kleine Stolperfalle zu beachten: Ein neuer Ordner kann nur dann in einem anderen Ordner seinen Platz finden, wenn dieser bereits "geöffnet" ist: Der dreieckige Pfeil muss nach unten zeigen, wie Sie in Abbildung 10 sehen können. Zeigt der Pfeil nach rechts (ist der Ordner also "geschlossen"), wird der neue auf derselben Ebene eingeordnet. Auch hier wird wieder über dem bereits markierten Verzeichnis eingeordnet.

Abb. 10: Untergeordnete Ebenen gibt es nur bei nach unten gerichtetem Pfeil.

Mozilla hält hier übrigens noch eine kleine aber sehr nützliche Überraschung bereit. Probieren Sie es einfach einmal aus: Sortieren Sie Ihren Lieblingsordner in den Mozilla-eigenen Ordner Personal Toolbars Folder ein. Schließen Sie die Bookmark-Verwaltung und schauen Sie sich die Oberfläche Ihres Browsers ganz genau an. Entdecken Sie etwas? Richtig, in Ihrer persönlichen Leiste hat jetzt auch Ihr Lieblingsordner seinen Platz gefunden, etwa so wie in Abbildung 11.

Abb. 11: Direkter Zugriff auf den persönlichen Lieblingsordner -- Mozilla macht's möglich.

Ein Klick auf Use default sagt Mozilla, dass die Standardeinstellung verwendet werden soll. Ihr neuer Merker würde dann einfach ans Ende Ihrer persönlichen Liste angehängt und nicht in einen Ordner einsortiert.

Virtuelle Eselsohren

Auf dem täglichen Weg durch den Datendschungel ist der Griff zur persönlichen Lesezeichensammlung recht häufig nötig. Aber nicht jedesmal muss gleich die ganze Bookmark-Verwaltung aufgerufen werden. Die Funktionstaste [F9] öffnet die Sidebar: In dieser befindet sich unter anderem eine Registerkarte, die Ihre Sammlung enthält. Mit einem Klick stehen somit alle liebevoll zusammengestellten Hinweise zur Verfügung, und über den Button Manage können Sie die Bookmark-Verwaltung jederzeit wieder aufrufen.

Von Natur aus ist die Sidebar eher überladen. Ein Rechtsklick auf eine "ungeliebte" Registerkarte und die Auswahl von Delete sorgen dafür, dass sich die entsprechende Karte in Wohlgefallen auflöst. Über die Schaltfläche Tab innerhalb der Sidebar sind die ausgeblendeten Karten jederzeit wiederherstellbar.

Auf der Registerkarte Bookmarks findet sich ein Button mit der Aufschrift Search. Dahinter verbirgt sich die oben schon kurz erwähnte Suchfunktion quer durch das Sammelsurium der eigenen Lesezeichen. Die Suche benötigt nur Wortfetzen, um die entsprechenden Bookmarks zu finden: Beispielsweise genügt die Eingabe der Zeichenkette "FC", um sofort die Homepage des 1. FC Köln zu finden (Abbildungen 12 und 13). Vor allem bei großen Bookmark-Sammlungen kann diese Funktion extrem praktisch sein. (hge)

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