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Erschienen in EasyLinux 07/2003   »   Ausgabe bestellen

Tipps & Tricks für die Shell

Shell-Tipps

von Elisabeth Bauer und Andrea Müller


Wer mit seinem System komfortabel arbeiten will, muss nicht gleich zu grafischen Programmen greifen. Auch die Linux-Shell bietet dem Anwender viele tolle Features. Deren Funktionalität offenbart sich jedoch oft erst auf den zweiten Blick. Unsere Kniffe helfen bei der Eingewöhnung.

Tipp: Geschichtsstunde

Mit der [Pfeil hoch]- und [Pfeil runter]-Taste können Sie durch früher eingegebene Kommandos blättern. Sind Sie bei einem Befehl angelangt, den Sie erneut eingeben wollen, erledigen Sie das durch Duck auf [Enter]. Je nachdem an welcher Stelle der Befehl in der so genannten history steht, kann die Suche recht lange dauern. In Sekundenschnelle finden Sie einen bereits eingegebenen Befehl durch eine Kombination von history und grep. Der Aufruf lautet:

history | grep -i Suchbegriff

Der erste Befehl gibt die Liste der gespeicherten Befehle aus. Diese Liste wird mit dem Pipe-Zeichen an das Kommando grep weitergeleitet, welches darin nach einem Begriff sucht. Der Parameter -i sorgt dafür, dass grep nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet. Als Suchbegriff müssen Sie nicht den vollen Befehlsaufruf angeben, es reicht ein Teil davon.

Können Sie sich nur noch daran erinnern, dass der Befehl zum Anzeigen der Boot-Meldungen mesg im Namen hatte, könnte der Suchaufruf so aussehen: history | grep -i mesg. Die Ausgabe dieses Befehls hängt davon ab, wie oft Sie dmesg aufgerufen gaben. Ein Beispiel sehen Sie in Abbildung 1.

Abb. 1: Die Ausgabe von history | grep -i mesg. Sie zeigt eine numerierte Liste aller schon mal aufgerufenen Befehle, in denen die Zeichenkette "mesg" vorkam.

Vor den einzelnen Zeilen der Ausgabe stehen Zahlen. Um einen der Befehle der Ausgabe zu wiederholen, geben Sie einfach ein Ausrufezeichen und dahinter die Nummer des gewünschten Aufrufs ein. Für das gewählte Beispiel scheint dieses Verfahren umständlich, es erweist sich aber als praktisch, sobald man nach einer langen Befehlszeile sucht. Anwender, die z. B. CDs in der Shell brennen, wissen diese Abkürzung zu schätzen.

Tipp: Textstatistik

Für die Anzeige einer kleinen Textstatistik bietet sich das Kommando wc an. Das hat nichts mit dem stillen Örtchen zu tun, sondern steht für word count. Anders als der Name vermuten lässt, zählt das Programm jedoch nicht nur Wörter in Textdateien, sondern auch die Zeilen- und Zeichenzahl, wenn Sie es in der Form wc meintext.txt aufrufen. Wollen Sie nicht die gesamte Statistik sehen, kennt wc Aufrufparameter, die die Ausgabe einschränken. wc -l dateiname gibt die Zeilenzahl von dateiname aus (-l für lines), wc -w dateiname die Wortzahl und wc -c dateiname die in dateiname vorhandene Zeichenzahl (-c für chars).

Tipp: Red-Hat-Besonderheit

Geben Sie unter Red Hat den Befehl su ein, um kurzzeitig root-Rechte zu erlangen, können Sie manche Programme, wie z. B. shutdown zum Herunterfahren des Systems, nicht aufrufen. Geben Sie einen solchen Befehl ein, erhalten Sie nur die Meldung

-bash: shutdown: \
command not found

Betroffen davon sind alle Programme in den Verzeichnissen /sbin und /usr/sbin. Dort liegen Programme zur Systemverwaltung, die nicht im Suchpfad für Programme von normalen Nutzern liegen. Werden Sie über den Befehl su zum Administrator, "erben" Sie den Suchpfad des normalen Benutzers. Um dennoch Programme aus den Verzeichnissen /sbin und /usr/sbin aufzurufen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Tipp: Den richtigen Befehl finden mit apropos

Als Anfänger steht man vor dem riesigen Schatz an Linux-Shell-Befehlen oft wie der Ochs vorm Berg. Man ist sich sicher, dass es für die geplante Aktion einen Befehl gibt -- nur wie heißt er? Der sprechend benannte Befehl apropos hilft in dieser Situation weiter. Gefüttert mit einem Suchbegriff, wirft er die Befehle aus, die dieses Schlüsselwort in ihrer Beschreibung enthalten. Ein apropos copy fördert gleich an erster Stelle den Kopierbefehl cp zu Tage, und mit apropos user erhalten Sie eine Liste aller Befehle samt Kurzbeschreibung, die sich auf die Benutzerverwaltung per Shell beziehen.

Tipp: Mit whatis herausfinden, was ein Befehl macht

Gründliches Man-Page-Studium in Ehren -- oft will man aber einfach nur wissen, was ein Befehl macht statt seitenlange Abhandlungen zu lesen. whatis ("Was ist") übernimmt genau diesen Job. Aufgerufen mit einem Befehl, z. B. whatis chmod, gibt er eine einzeilige Beschreibung des Befehls aus, im angegebenen Fall erfahren Sie beispielsweise, dass Sie mit chmod die Zugriffsrechte einer Datei ändern können.

Tipp: Schnelle Suche

Wem die Suche nach einer Datei mit dem Suchdialog des Datei-Managers Konqueror zu lange dauert, wird sich über den Befehl locate freuen. locate Suchbegriff gibt Ihnen eine Liste aller Dateien, die den Suchbegriff im Namen oder Dateipfad enthalten.

Bei SuSE ist locate nicht im Umfang der Standardinstallation enthalten. Um es nachzuinstallieren, starten Sie über den Punkt Administration/Software nachinstallieren oder löschen im Work-Menü das YaST-Software-Modul, setzen den Filter links oben auf Suche und geben als Suchbegriff locate ein. Ein Klick auf Suche fördert das Paket findutils-locate zu Tage, bei dem Sie wie gewohnt die Checkbox anhaken und es mit einem Klick auf Akzeptieren installieren.

locate benutzt zu seiner schnellen Suche eine Datenbank. Damit Sie jetzt nicht immer, wenn Sie Dateien neu angelegt oder hin- und herkopiert haben, diese Datenbank selbst updaten müssen, bringt locate das Skript updatedb mit. Wenn also Ihr Rechner plötzlich kurzzeitig langsamer wird und die Festplatte summt -- keine Sorge, das ist weder ein Virus noch ein Hacker noch ein Amoklaufendes Programm, sondern nur das Skript updatedb, das in regelmäßigen Abständen die Datenbank auf den neuesten Stand bringt. (amü/eba)

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