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Erschienen in EasyLinux 08/2003

Installations-Workshop

CrossOver Office

von Hans-Georg Eßer


Die Installation von CrossOver Office ist auch für Linux-Einsteiger unproblematisch. Wir zeigen die nötigen Schritte, bis Microsoft Word, Excel & Co. laufen.

Nach dem Erwerb von CrossOver Office erhalten Sie einen Download-Link für das Programmpaket. Auf der Herstellerseite codeweavers.com können Sie dabei zwischen einem RPM-Paket (cxoffice-2.0.1-1.i386.rpm) und einer Datei mit der Endung .sh (install-crossover-office-2.0.1.sh) wählen. Sollten Sie das Bundle aus CrossOver Office und dem CrossOver-Plugin (letzteres erlaubt die Verwendung vieler Netscape-Plugins für Windows unter Netscape, Mozilla und Konqueror) gekauft haben, heißt die Datei install-crossover-bundle-o2.0.1-p1.2.1.sh. Die auf .sh endenden Dateien erlauben eine benutzerdefinierte Installation (Auswahl des Zielverzeichnis) und eignen sich auch für Anwender, die auf ihrem Rechner keine Root-Rechte haben, also beispielweise für die Installation auf einem Büro-PC. Beim RPM-Paket benötigen Sie Root-Rechte und können auch keine Einstellungen ändern, dafür ist die Installation schneller. Die Details zur Installation von CrossOver Office haben wir in Kasten 1 ausgelagert -- hier finden Sie Abschnitte für die vier von uns unterstützten Distributionen sowie eine distributionsunabhängige Anleitung für die .sh-Datei.

Kasten 1: Installation von CrossOver Office

Installation unter SuSE Linux 8.1 und 8.2

  1. Am einfachsten ist die Installation der RPM-Datei. Unter SuSE Linux 8.2 öffnen Sie dazu ein Konqueror-Fenster, navigieren in das Download-Verzeichnis und klicken die RPM-Datei an. In der folgenden Ansicht klicken Sie dann auf Installiere Paket mit YaST.

  2. Da die Installation eines RPM-Pakets Administratorrechte benötigt, werden Sie nun aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben. Bei der Eingabe werden an Stelle der Zeichen nur Sternchen angezeigt.

  3. War das Passwort korrekt, startet nun die Software-Installationskomponente von YaST und installiert das CrossOver-Office-Paket.

Installation unter Red Hat Linux 8 und 9

  1. Auch unter Red Hat Linux lässt sich das Paket leicht über den Datei-Manager installieren. Öffnen Sie unter KDE ein Konqueror- bzw. unter GNOME ein Nautilus-Fenster und doppelklicken Sie auf das CrossOver-Office-RPM-Paket. Auch hier wird zunächst das Root-Passwort abgefragt, das Sie im entsprechenden Dialog eingeben können.

  2. Danach wird zunächst geprüft, ob das Paket noch weitere Pakete benötigt (was nicht der Fall ist). Nach Abschluss dieser Überprüfung klicken Sie auf Weiter.

  3. Dann wird das Paket installiert, womit die Einrichtung von CrossOver Office abgeschlossen ist.

Installation der sh-Datei

  1. Haben Sie sich für die Installation mit Hilfe der .sh-Datei entschieden, öffnen Sie zunächst eine Konsole. Unter KDE drücken Sie dazu [Alt-F2] und geben dann im Schnellstartfenster "konsole" (in Kleinbuchstaben) ein.

  2. Auf der erscheinenden Kommandozeile (erkennbar am "$"-Prompt) geben Sie den Befehl
    sh ./install-crossover-office-2.0.1.sh
    ein. Dabei gehen wir davon aus, dass sich die herunter geladene Datei direkt in Ihrem Home-Verzeichnis befindet; ist das nicht der Fall, verschieben Sie diese zunächst mit Hilfe von zwei Konqueror-Fenstern in das richtige Verzeichnis.

    Darauf startet das Installationsprogramm und schlägt als Zielverzeichnis das Unterverzeichnis cxoffice in Ihrem Home-Verzeichnis vor.

  3. Die Installation im Home-Verzeichnis hat den Vorteil, dass dafür keine Root-Rechte benötigt werden. Nach einem Klick auf Begin Install werden die Dateien kopiert. Nach Abschluss der Installation können Sie das Konfigurationsprogramm per Klick auf Configure Now starten.

Microsoft Office installieren

Mit der Installation von CrossOver Office allein ist es noch nicht getan, denn Microsoft Office ist natürlich in diesem Paket nicht enthalten: Es muss nun noch installiert werden.

In unserem Test war es nicht möglich, nacheinander Office 2000 und Office XP zu installieren. Wenn Sie beide Versionen besitzen, sollten Sie sich vorab für eine Version entscheiden und nur diese einsetzen. Wenn Sie es dennoch ausprobieren und damit andere Erfahrungen machen, geben Sie diese doch an uns weiter: Tipps, etwa zu einer anderen Installationsreihenfolge, die erfolgreich ist, geben wir gerne an die Leser weiter.

Unter KDE rufen Sie dazu den neu hinzugekommenen Menüpunkt Programme/Office-Setup auf. (Nach Installation über die .sh-Datei heißt der Menüpunkt CrossOver/Office-Setup.) Wenn Sie diesen nicht finden, können Sie auch in einer Konsole den Befehl

/opt/cxoffice/bin/cxsetup
eingeben. Haben Sie CrossOver Office in Ihr Home-Verzeichnis installiert, geben Sie stattdessen
~/cxoffice/bin/cxsetup
(mit führender Tilde vor dem ersten Schrägstrich) ein. (Falls Sie CrossOver Office mit der .sh-Datei installiert haben, gelangen Sie auch über den Button Configure Now dorthin, der zum Abschluss der Installation angezeigt wird.)

Das Einrichtungsprogramm startet und präsentiert auf der ersten Dialogseite nur Hinweise über seine Funktion. Klicken Sie auf Weiter.

Abb. 1: Das Konfigurationsprogramm startet.

Auf der nächsten Dialogseite können Sie einen Proxy-Server angeben, falls Sie nur via Proxy mit dem Internet verbunden sind. Das Einrichtungsprogramm benötigt Internet-Zugriff, weswegen Sie vor dem Verlassen dieser Seite eine Internet-Verbindung aufbauen müssen. Klicken Sie dazu auf Beenden.

Abb. 2: Falls nötig, können Sie hier einen Proxy konfigurieren.

Es öffnen sich dann ein, zwei Fenster, die gleich wieder verschwinden, und kurz danach erscheint die Konfigurationsübersicht, in der Sie neue Windows-Programme hinzufügen können. Halten Sie dazu schon die Installations-CD Ihrer Microsoft-Office-Version bereit.

Abb. 3: Über den Button "Installieren" starten Sie die Installation des Office-Pakets.

Klicken Sie auf den Button Installieren. Im nächsten Fenster wählen Sie das Software-Paket aus, das Sie installieren möchten. CrossOver Office 2.x unterstützt die Microsoft-Office-Versionen 97, 2000 und XP sowie eine Reihe weiterer beliebter Anwendungen wie beispielsweise Quicken, Visio und Photoshop.

Abb. 4: Auswahl der zu installierenden Software.

Legen Sie die CD ein und klicken Sie auf Weiter. Im nächsten Dialog wählen Sie noch aus, in welchem Laufwerk die CD liegt. Das Installationsprogramm schaut dazu in die Datei /etc/fstab, in der alle Laufwerke eingetragen sind, die eingebunden werden können. Die entsprechenden Mount-Verzeichnisse (die zwischen den Distributionen unterschiedlich sind) werden angezeigt, bei SuSE Linux etwa /media/dvd, /media/cdrom oder /media/cdrecorder; bei Red Hat Linux z. B. /mnt/cdrom.

Abb. 5: Wie wird die CD angesprochen?

Nach Auswahl des richtigen Laufwerks klicken Sie erneut auf Weiter. Nun startet das Installationsprogramm der jeweiligen Software, im Beispiel das von Microsoft Office 2000. Ab diesem Punkt unterscheidet sich die Installation nicht mehr von der gewöhnlichen Einrichtung unter Windows.

Wenn Sie mit Standardvorgaben installieren, landet etwa das Office-Paket in einem Unterverzeichnis von c:\Program Files\Microsoft Office\ -- das "Laufwerk" C: ist dabei das Verzeichnis .cxoffice/dotwine/fake_windows/ in Ihrem Home-Verzeichnis, so dass die Programmdateien tatsächlich in .cxoffice/dotwine/fake_windows/Program Files/Microsoft Office/ landen.

Abb. 6: Auch mit CrossOver Office kommen Sie nicht um die Eingabe der Office-Seriennummer herum.

Im Laufe der Office-Installation emuliert CrossOver Office den unter Windows üblichen Neustart. Keine Sorge: Nicht Ihr Rechner wird neu gestartet, sondern es wird nur die Windows-Emulation zurückgesetzt. Nach einigen Minuten ist der Vorgang abgeschlossen, und Sie erhalten im Fenster Software installieren die Meldung "Die Installation von Microsoft Office ist abgeschlossen." Klicken Sie dann in diesem Fenster auf Beenden.

Abb. 7: Office-Installation abgeschlsosen.

Gleich nach der Installation enthält das KDE-Startmenü neue Einträge für die installierten Office-Anwendungen. Sie finden Sie unter Windows Applications/Programs. Außerdem erscheint auf dem Desktop ein Icon für den Internet Explorer.

Abb. 8: Die Office-Programme im KDE-Menü.

Im Falle von Office XP steht nach dem ersten Start noch die lästige Prozedur der Programmaktivierung beim Microsoft-Server an. Diese verläuft aber ohne Probleme. (hge)

Abb. 9: Die Belohnung: Word und Internet Explorer unter Linux.

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