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von Elisabeth Bauer
Man findet sie überall im Netz: Java-Applets heißen die kleinen Programme auf Web-Seiten, die nette Spielereien und manchmal sogar sinnvolle Anwendungen enthalten.
Doch egal ob man nur spielen will oder Java für seine Bankgeschäfte dringend braucht, unter Red Hat muss man Java erstmal installieren.
Gesagt, getan -- wenn es denn so einfach wäre. Auf der Website des Java-Herstellers Sun wimmelt es nur so von J2SEs, JDKs, JREs und anderen kryptischen Kürzeln, die alle mit J anfangen -- was davon braucht man wirklich? Für den, der nur Java-Applets im Browser abspielen und fertige Javaprogramme laufen lassen will, ist das Java Runtime Environment, kurz JRE, gedacht. Wer selbst Java programmieren will, braucht das Software Development Kit (Java SDK), das aus JRE und Entwicklerwerkzeugen besteht.
Mozilla 1.3, dessen Installation wir im letzten EasyLinux-Heft beschrieben haben, benötigt eine JRE-Version, die mit einem bestimmten Compiler, dem GCC 3.2, übersetzt wurde. Diese erhalten Sie auf der Website des Blackdown-Projekts, das speziell für Linux Java-Distributionen zusammenstellt. Um die folgende Anleitung exakt nachzuvollziehen, sollte Sie, wie in EasyLinux 07 beschrieben, Mozilla 1.3 installiert haben. Aber nun genug der Theorie und auf zur Tat:
Laden Sie das Java-Runtime-Environment von Blackdown von folgender URL und speichern Sie es in Ihrem Home-Verzeichnis: ftp://ftp.gwdg.de/pub/languages/java/linux/JDK-1.4.1/i386/01/j2re-1.4.1-01-linux-i586-gcc3.2.bin.
Öffnen Sie ein Terminal mit [Alt-F2] konsole und wechseln Sie mit cd in Ihr Home-Verzeichnis, in dem die eben heruntergeladene Datei liegt.
Die Datei ist ein selbstentpackendes Installationsskript-Skript. Bevor Sie es aufrufen können, muss es deshalb noch mit dem Befehl chmod +x ("change mode") ausführbar gemacht werden:
chmod +x j2re-1.4.1-01-linux\ -i586-gcc3.2.bin
Diesen Bandwurmnamen, wie auch alle weiteren Ordner- und Dateinamen, müssen Sie übrigens nicht Buchstabe für Buchstabe abtippen: Geben Sie ein paar Anfangsbuchstaben ein und drücken Sie die Tabulator-Taste -- die Shell vervollständigt dann die Namen.
Anschließend wechseln Sie mit dem Befehl cd dorthin, wo das Java Runtime Environment installiert werden soll. Für Software, die man selbst, d. h. nicht über den Paket-Manager von Red Hat, installiert, ist bei allen Linux-Distributionen das Verzeichnis /usr/local/ vorgesehen.
cd /usr/local/
Die Installation müssen Sie als root durchführen. Geben Sie dazu su und Ihr Administrator-Passwort ein.
Mit /home/benutzername/j2re-1.4.1-01-linux-i586-gcc3.2.bin (benutzername tauschen Sie gegen Ihren Benutzernamen aus) starten Sie jetzt das Installationsskript.
Nun erscheint als erstes die Lizenzvereinbarung. Mit der Leertaste blättern Sie durch, bis zur Frage Do you agree to the above license terms? [yes or no] Tippen Sie yes und bestätigen Sie mit Return.
Sobald der Prompt wieder erscheint, können Sie sich mit der Eingabe von ls davon überzeugen, was neu installiert wurde. In /usr/local/ müsste jetzt ein Ordner j2re1.4.1 liegen.
Mozilla weiß noch nichts davon, dass Sie gerade frisch eine Java-Umgebung installiert haben. Um Mozilla mit dem Java-Plugin bekanntzumachen, erzeugen Sie im Mozilla-Plugin-Verzeichnis eine Verknüpfung. Das erledigt der Shell-Befehl ln -s:
ln -s /usr/local/j2re1.4.1/\ plugin/i386/mozilla/javaplu\ gin_oji.so\ /usr/lib/mozilla/plugins/
Wenn Sie ll /usr/lib/mozilla/plugins eingeben, zeigt die Shell die neu gesetzte Verknüpfung (oder Link, wie man unter Linux sagt) an (siehe Abbildung 2).
10. Tippen Sie exit oder drücken Sie [Strg-D], um die root-Shell zu verlassen.
11. Schließen Sie das Terminal. Um die Java-Fähigkeiten von Mozilla zu testen, finden Sie auf http://java.sun.com/applets jede Menge lustige kleine Beispielapplets.
In den 10 MB, die Sie aus dem Netz gezogen haben, steckt natürlich mehr als nur das Java-Plugin für Mozilla. Mit dem Java Runtime Environment können Sie beliebige Java-Programme auf Ihrem Rechner laufen lassen. Dazu ist allerdings noch ein klein wenig Konfiguration nötig. Genauer gesagt gilt es, dafür zu sorgen, dass das System das frischinstallierte Java auch findet. Dies regelt die Shell-Variable $PATH: Hier stehen die Verzeichnisse, in denen das System nach Programme fahndet. Damit es auch die Javaprogramme findet, muss man das Verzeichnis in den Suchpfad des Systems aufnehmen. Den Suchpfad setzt man entweder systemweit in der Datei /etc/profile oder in den Profilen der einzelnen Benutzer. Wir beschreiben die zweite Methode, bei der Sie zwar die Einstellungen für jeden Benutzer -- so es mehr als einen gibt -- einzeln vornehmen, dafür aber an den allgemeinen Systemeinstellungen nichts ändern müssen.
Mit [Alt-F2] und der Eingabe von kwrite starten Sie einen Text-Editor. Gehen Sie im Menü Datei auf Datei Öffnen und drücken Sie im folgenden Datei-Auswahldialog F8. Jetzt sehen Sie die üblicherweise versteckten Dateien, die in Ihrem Home-Verzeichnis liegen. Öffnen Sie die Datei .bash_profile.
Dort setzen Sie in der Zeile PATH=$PATH:$HOME/bin ein Kommentarzeichen: # PATH=$PATH:$HOME/bin. Falls Sie später einmal wieder zurück zu Ihrer Ausgangskonfiguration wollen, lassen sich die Änderungen so leicht rückgängig machen. Direkt darunter ergänzen Sie folgende Zeile (siehe Abbildung 3):
PATH=/usr/local/j2re1.4.1/bin:\ $PATH:$HOME/bin
und speichern sie über Datei/Datei speichern oder [Strg-S]. Anschliessend beenden Sie Kwrite.
Beim Login liest das System die Datei, die Sie gerade geändert haben. Um also die neuen Einstellungen zu aktivieren, müssen Sie sich einmal aus- und wieder einloggen. (eba)
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Last modified: 2007-01-25 16:21
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