claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 08/2003

Der PC als Musikstation, Teil 1

MP3 und Ogg Vorbis

von Martin Loschwitz


Musik entspannt und die Arbeit geht einem leichter von der Hand. Das Auswechseln der Silberlinge im CD-Player ist dabei ein lästiger Nebeneffekt. Das muss aber nicht sein: Mit den passenden Werkzeugen lässt sich der eigene Linux-Computer problemlos zur Jukebox umfunktionieren.

Jeder, der häufig CDs hört, kennt das Problem: Man legt eine CD in den CD-Player und es scheint, als seien bereits alle Titel abgespielt, bevor man sich nur einmal umgedreht hat. Auch besonders großen CD-Wechslern geht nach einigen Stunden der Stoff aus.

Die Lösung sind nicht teure Zusatzgeräte für die vorhandene HiFi-Anlage, sondern den PC zu erweitern. Denn auf den aktuellen großen Festplatten lassen sich dank der MP3- und OGG/Vorbis-Formate tausende von Liedern in einer Qualität speichern, die der CD sehr nahe kommt. Natürlich kann man die Soundkarte an die Stereo-Anlage anschließen. Sogar die Dolby-5.1-Eigenschaften der meisten Sound-Karten werden von Linux heute unterstüzt, sei es durch die ALSA oder durch die OSS-Soundtreiber.

Bevor der eigene Computer als Jukebox fungiert, ist einiges zu tun. Zum einen müssen die Lieblings-CDs auf die Festplatte gebracht werden, und das Programm ist auszuwählen und zu konfigurieren, mit dem man die Lieder später abspielen will.

Diese Einführung behandelt das MP3- und das OGG/Vorbis-Format und wie beide funktionieren. Im nächsten Teil des Workshops geht es um das Programm grip, ein sogenannter Ripper, das CDs ausliest und in ein Datenformat konvertiert. Der dritte Teil widmet sich noatun, dem KDE-Media-Center. Er beschreibt dessen Basiskonfiguration und zeigt, wie man Playlisten anlegt oder das Erscheinungsbild des Programms an seine Wünsche anpasst.

MP3 und OGG/Vorbis

Dateien, die man von einer Musik-CD auf die Festplatte kopiert, werden dort im .wav-Format gespeichert. Man hat dann zwar gleichwertige Kopien der Lieder, diese belegen mit 35 bis 45 MByte pro Datei jedoch viel Speicher.

Um das Problem zu lösen, stellte die Moving Picture Experts Group (kurz MPEG) einen Audio-Codec namens MPEG-1 Audio Layer III (MP3) vor, der die Lieder stark komprimiert. Für das MP3I-Format werden Teile des Liedes -- Frequenzen, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind -- herausgefiltert. Das verringert die Größe, ohne dass der durchschnittliche Hörer einen Unterschied bemerkt. Wie groß die Anzahl der Höhen und Tiefen ist, die bei der Kompression herausgefiltert wurden, darüber gibt die kbit/s-Zahl Auskunft. Je höher diese ist, desto besser ist die Aufnahme. Prinzipiell werden Lieder mit 192kbit/s mit Liedern in CD-Qualität gleichgesetzt.

Das MP3-Format ist durch das Fraunhofer-Institut patentiert. Wer Software vertreibt, die Musikstücke nach MP3 konvertiert, muss dort eine Lizenz kaufen -- für Software, die MP3s abspielt, gewährt das Fraunhofer-Institut (noch) kostenfrei die Benutzung des Verfahrens. Wegen dieser Patent-/Lizenzrechte hat RedHat zum Beispiel sämtliche MP3-Programme und -funktionalität aus den aktuellen Distributionen entfernt.

Einen anderen Lösungsansatz für des MP3-Patentproblem will das OGG/Vorbis-Projekt bieten. Es entwickelt den gleichnamigen, patentfreien Audio-Codec (den Konvertierungsalgorithmus). OGG/Vorbis unterscheidet sich wesentlich von allen anderen digitalen Musikformaten: Es ist frei von Patenten oder Lizenzen. Niemand, der OGG/Vorbis-Programme verteilt, muss Ärger befürchten.

Qualitativ bietet OGG/Vorbis leichte Vorteile gegenüber MP3: Bei geringerer kbit/s-Zahl bleibt die Klangqualität ähnlich.

Ob man auf seinem Rechner OGG/Vorbis oder MP3 benutzt ist eine Frage der persönlichen Einstellung. Für eine Hörprobe liegen einige Beispieldateien unter [1]. Mobile OGG/Vorbis-Player gibt es bisher allerdings nicht -- hier hat MP3 noch die Nase vorn.

Wer auch künftig auf MP3 setzen will, wird sich wohl mit der Lizenzfrage beschäftigen müssen -- das kann OGG/Vorbis ersparen. (fan)

Infos
[1] Dare to compare -- Vergleich von OGG/Vorbis und MP3: http://www.xiph.org/ogg/vorbis/listen.html

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2012 Linux New Media AG | Last modified: 2007-01-25 16:21

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community] [Admin-Magazin] [Ubuntu User] [Smart Developer] [Linux Events] [Linux Magazine] [Ubuntu User] [Admin Magazine] [Smart Developer] [Linux Magazine Poland] [Linux Community Poland] [Linux Magazine Brasil] [Linux Magazine Spain] [Linux Technical Review]