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von Andrea Müller
Weiß man genau, wie das Paket heißt, das man installieren will, kann man sich als SuSE-Anwender den Aufruf von YaST über das Menü und die nachfolgende Suche in der langen Software-Liste sparen. YaST kennt den Kommandozeilenparameter -i (für install=installiere), mit dem man Paketinstallationen ohne Umwege von der Kommandozeile erledigt. Der Aufruf
yast -i mozilla
den Sie als Administrator eingeben müssen, sagt YaST, dass Sie das Browser-Paket installieren wollen. Nach dieser Eingabe startet das Software-Modul von YaST im Textmodus und fordert die nötige CD an. Legen Sie sie ein und drücken Sie auf [Enter]. YaST installiert Mozilla und beendet sich danach. Weitere Interaktion von Anwenderseite ist nur dann nötig, wenn das zu installierende Paket von anderen Paketen abhängt. In diesem Fall informiert Sie YaST, welche zusätzliche Software er einzuspielen gedenkt. Sie haben dann die Möglichkeit, die Aktion abzubrechen oder die Vorschläge des Installationsprogrammes zu übernehmen.
Wenn man sowieso auf der Kommandozeile arbeitet, will man nicht unbedingt einen grafischen Datei-Manager für Kopieraktionen starten. Das Programm Midnight Commander ist ein textbasierter Datei-Manager, der in der Linux-Shell läuft (Abbildung 1).
Midnight Commander ist ein Klon des unter DOS sehr populären Norton Commander und wird ebenso wie dieser bedient. Für alle, die den Norton Commander nicht kennen, stehen die wichtigsten Tastaturkürzel am unteren Bildschirmrand, und wer sich partout nicht mit der Tastatursteuerung anfreunden kann, darf aufatmen. Der Midnight Commander von SuSE und Red Hat kann auch mit der Maus bedient werden. Klicken Sie dafür einfach auf einen der Menüpunkte am oberen Bildschirmrand. Überlegen Sie es sich im letzten Moment anders und wollen doch keine der Menüoptionen auswählen, schließen Sie das Menü durch zweimaligen Druck auf die [Escape]-Taste. Red-Hat-Anwender starten das Programm über Eingabe des Befehls mc. SuSE-Nutzer müssen den praktischen Helfer jedoch zunächst nachinstallieren. Das ist schnell mit dem Aufruf von yast -i mc erledigt.
Haben Sie den vorigen Tip befolgt und den Midnight Commander installiert, bietet dieser Ihnen die Möglichkeit, RPM-Pakete zu inspizieren, ohne sie installieren zu müssen. Klicken Sie in einem der grafischen Datei-Manager auf ein RPM-Paket, wird nach Abfrage Ihres root-Passworts sofort mit der Installation begonnen. Eine Möglichkeit, als normaler Benutzer in das Paket reinzuschauen und vor der Installation erst mal die Dokumentation zu lesen, besteht in diesem Fall nicht. Midnight Commander schafft hier Abhilfe.
Regelmäßigen Lesern von EasyLinux dürften schon die Befehle du und df begegnet sein. du zeigt den Platzverbrauch des aktuellen Verzeichnisses an, und df informiert Sie darüber, wieviel Platz auf Ihren Partitionen noch frei ist. Auch der Befehl ls, der Thema des Guru-Trainings dieser Ausgabe ist, kann durch den Parameter -l dazu gebracht werden, nicht nur einzelne Dateien aufzulisten, sondern auch deren Größe anzugeben. Allen diesen Befehlen ist gemein, dass die Ausgabe der Größe in Bytes erfolgt. Meistens muss man dann erst überlegen, was z. B. 1699640 in Megabytes sind. Die langwierige Grübelei oder gar den Aufruf eines Taschenrechners ersparen Sie sich bei allen drei Befehlen, wenn Sie sie mit dem Parameter -h (für human readable=von Menschen lesbar) aufrufen. Das weist die Programme an, Größenangaben in Giga-, Mega- oder Kilobytes darzustellen. Die Ausgaben werden dadurch viel übersichtlicher, wie in Abbildung 3 zu sehen ist, die die Ausgabe von df -h darstellt.
Die aktuellsten und damit interessantesten Zeilen einer Log-Datei befinden sich immer am Ende derselben, so dass es sich anbietet, nicht die ganze Datei zu öffnen, sondern nur die letzten Zeilen anzuzeigen. Wir für fast alles, gibt es auch für diese Aufgabe ein Programm unter Linux. Der Befehl tail dateiname zeigt nur die letzten 10 Zeilen von dateiname an. Benötigen Sie etwas mehr Informationen, können Sie tail explizit sagen, wieviele Zeilen es ausgeben soll. Mit dem Aufruf tail -25 dateiname zeigt das Programm die letzten 25 Zeilen einer Datei an. Das Gegenstück zu tail heißt head und gibt statt der letzten die ersten zehn Zeilen einer Datei aus, sofern Sie keine andere Zeilenzahl im Befehlsaufruf angeben. Jeder der Befehle kennt auch den Aufrufparameter -c (für char=Zeichen). Der Aufruf tail -c 15 gibt nicht die letzten 15 Zeilen einer Datei, sondern nur die letzten 15 Zeichen aus. Kombiniert man head und tail mit dem Pipe-Zeichen (|), kann man auch nur eine einzelne, bestimmte Zeile ausgeben. Um Zeile 27 einer Datei anzuzeigen, ruft man dann einfach head -27 dateiname | tail -1 auf. Die ersten 27 Zeilen der Datei werden mit dem Pipe-Zeichen an den Befehl tail übergeben, der aufgrund des Parameters -1 nur die letzte Zeile davon ausgibt, also Zeile 27 von dateiname.
Wenn sich das System merkwürdig verhält, findet man in den Log-Dateien oft einen Ansatz zur Lösung des Problems. Alle paar Minuten dort nachzusehen, ob sich etwas Seltsames tut ist allerdings wenig benutzerfreundlich. Rufen Sie den Befehl tail mit dem Parameter -f (für follow=folge) und einem Dateinamen auf, gibt er die letzten zehn Zeilen der Datei aus und überwacht die fragliche Datei. Sobald eine weitere Zeile in das Logfile geschrieben wird, gibt tail auch diese aus. Sie werden also sofort informiert, wenn das System neue Einträge in seinem Logbuch verewigt. Um wieder einen Prompt, also die Möglichkeit, Befehle einzugeben, zu bekommen, müssen Sie das laufende tail-Programm durch die Tastenkombination [Strg-C] beenden. Beachten Sie, dass nicht alle Log-Dateien für normale Benutzer lesbar sind. Um beispielsweise die Datei /var/log/messages zu überwachen, benötigen Sie Administrator-Rechte. Werden Sie in diesem Fall vor Eingabe des tail-Befehls zu Root. Dafür geben Sie das Kommando su ein und in der nächsten Zeile Ihr root-Passwort. (amü)
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Last modified: 2007-01-25 16:21
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