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Erschienen in EasyLinux 08/2003

Tipps & Tricks zu Gimp

Herr der Pixel

von Elisabeth Bauer


Bilder für die Homepage anpassen, schnell noch den Hintergrund transparent machen oder die Farbe wechseln -- unsere kleinen Tricks erleichtern die Arbeit mit dem Grafikkünstler.

Gerade für Anfänger ist das Bildbearbeitungsprogramm Gimp nicht leicht zu bedienen. Manche Funktionen stecken in Menüs, in denen man sie als letztes erwartet hätte, oder tragen Bezeichnungen, aus denen man beim besten Willen nicht erraten kann, was sie bedeuten. Grund genug, mit unseren Tricks ein wenig nachzuhelfen.

Tipp: Gerade Linien ziehen

Egal ob Skizze oder großangelegte Grafik -- gerade Linien braucht man dauernd. Statt umständlich mit Lineal und Maus zu hantieren, benutzen Sie in Gimp dazu die [Umschalt]-Taste. Wählen Sie ein beliebiges der Malwerkzeuge (z. B. Pinsel, Bleistift oder Airbrush) und klicken einmal auf den gewünschten Ausgangspunkt Ihrer Linie. Wenn Sie jetzt die [Umschalt]-Taste drücken, verwandelt sich der Mauszeiger in ein Fadenkreuz. Bewegen Sie den Mauszeiger mit gedrückter [Umschalt]-Taste und klicken Sie mit der linken Maustaste auf den Punkt, zu dem Gimp die Linie ziehen soll (Abbildung 1). Dieser wird dann zum neuen Ausgangspunkt. So können Sie ganz leicht Vielecke zeichnen.

Abb. 1: Mit gedrückter Shift-Taste ziehen alle Malwerkzeuge gerade Linien.

Tipp: Transparente Bilder erzeugen

Klicken Sie mit der rechten Maustaste ins Bild und wählen Sie den Menüpunkt Ebenen / Alphakanal hinzufügen (Abbildung 2). Anschließend können Sie mit dem Radiergummi im Bild transparent radieren. Damit das fertige Bild transparent bleibt, speichern Sie es in einem Format, das Transparenz unterstützt, wie zum Beispiel PNG.

 

Abb. 2: Bilder macht man transparent, indem man einen Alphakanal hinzufügt. Mit dem Radiergummi rubbelt man transparente Bereiche frei.

Tipp: Menüs zum Abreißen

Beim konzentrierten Malen stört es sehr, wenn man mit der Maus in zig Untermenüs kramen muss. Wer genug Platz auf dem Desktop hat, reisst die Menüs deshalb einfach ab: Dazu öffnen Sie mit der linken Maustaste ganz normal ein Menü und wählen noch oberhalb des ersten Eintrags den kleinen Trennstreifen -- schon wird aus dem Menü ein kleines Fenster (Abbildung 3). Dies beherrscht übrigens nicht nur Gimp, sondern auch viele andere Linux-Programme, die für ihre grafische Oberfläche GTK, das Gimp Tool Kit, verwenden.

 

Abb. 3: An dieser Stelle abtrennen! So wird das Menü zum eigenen Fenster.

Tipp: Hintergrundfarbe auswechseln

Eigentlich ist ein einfarbiger Hintergrund die perfekte Ausgangsposition, um ein Objekt freizustellen -- wenn da nicht der leidige Schattenwurf wäre (Abbildung 4). Sicher kann man einfach den Farbeimer darüber ausschütten, doch bei Schatten und weichen Kanten bleiben häßliche Übergänge stehen. In Gimp löst man dieses Problem elegant per Filter. Mit einem Rechtsklick auf das Bild wählen Sie Filter / Farben / Farbe zu Transparenz. Um exakt die Farbe des Hintergrunds zu treffen, klicken Sie mit dem Pipettenwerkzeug auf den Hintergrund. Ziehen Sie die Farbe aus dem Pipetten-Dialog in das Farbfeld von Farbe zu Transparent und klicken auf OK (Abbildung 5). Daraufhin verschwindet der Hintergrund und der Schatten ist jetzt ein sanfter Übergang ins Transparente (Abbildung 6).

Abb. 4: Das Ausgangsbild mit beigen Hintergrund, der entfernt werden soll.

Abb. 5: Die mit der Pipette aufgenommene Hintegrundfarbe zieht man ins Farbfeld des Filterdialogs.

Abb. 6: Der Filter "Farbe zu transparent" ersetzt die Hintergrundfarbe durch Transparenz. Der Schatten bleibt jedoch erhalten.

Um einen neuen Hintergrund einzufügen, blenden Sie über den Punkt Dialoge im Kontextmenü die Ebenen, Kanäle und Pfade ein. Klicken Sie dort im Reiter Ebenen auf das Seitensymbol links unten und konfigurieren Sie die neue Ebene nach Ihren Wünschen, indem Sie diese zum Beispiel mit der Vordergrundfarbe füllen. Ebenen sind wie Folien, bei denen die oberste die darunterliegenden überdeckt. Damit auch die Kugel wieder zu sehen ist, ziehen Sie im Ebenendialog die neue Hintergrundebene unter die Ebene mit Ihrem Objekt (Abbildung 7).

Abb. 7: Der neue Hintergrund muss unter die "Kugel"-Ebene gezogen werden.

Abb. 8: Die Kugel mit neuem Hintergrund.

Wenn Sie Ihr Bild in etwas anderem als dem Gimp-internen Format XCF speichern wollen, müssen Sie am Ende die Ebenen vereinigen, zum Beispiel über das Kontextmenü Ebenen / Sichtbare Ebenen vereinen, da andere Grafikformate mit den Gimp-Ebenen nichts anfangen können (Abbildung 9).

Abb. 9: Um die Kugel in einem Format wie GIF oder PNG zu speichern, muss man die Ebenen vereinen.

Tipp: Textlogos leichtgemacht mit Filtern

Mit Gimps Script-Fu-Filtern können Sie aus dem Handgelenk effektvolle Schriftzüge und Logos gestalten (Abbildung 10). Erzeugen Sie ein neues Bild und wählen dabei als Füllart Transparent. Klicken Sie mit der Maus auf das Textwerkzeug und anschließend ins Bild, um den Text-Dialog zu öffnen. Geben Sie dort im Feld Vorschau den gewünschten Text ein und suchen eine passende Schriftart und -größe aus. Beim Klick auf OK im Textdialog wird der angegebene Text als eine so genannte schwebende Auswahl ins Bild eingesetzt. Paßt Ihnen die Platzierung des Schriftzugs nicht, können Sie ihn mit Hilfe der Maus verschieben. Bewegen Sie dazu die Maus an eine Stelle innerhalb der Auswahl, bis sich der Mauszeiger in ein Kreuz verwandelt. Mit dem Skalierungswerkzeug (zweite Reihe rechts) vergrößern, drehen oder verzerren Sie den Schriftzug nach Belieben. Sobald Sie mit der Form des Logos zufrieden sind, wählen Sie im Kontextmenü den Punkt Ebenen / Ebene verankern, um die schwebende Auswahl in die Hintergrundebene einzufügen. Rufen Sie danach über das Kontextmenü Script-Fu / Alpha als Logo / Einfach I (oder Einfach II) auf. In der folgenden Dialogbox können Sie Hintergrund und Textfarbe wählen. Ein Klick auf OK startet die Ausführung des Skripts und versieht den Schriftzug mit Verlauf und Schatten. Im Menü Alpha als Logo stecken noch wesentlich mehr Skripte, die schöne Effekte ins Bild zaubern -- eine Erkundungstour lohnt sich. Alle Skripte dort können Sie jedoch grundsätzlich nur in transparenten Bildern ausführen. (eba)

Abb. 10: Mit Gimps Script-Fu-Filtern lassen sich Schriftzüge gestalten.

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