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Erschienen in EasyLinux 09/2003

Elektronisches Wörterbuch

Wer sucht, der findet

von Thomas Hümmler


Kdict ist ein grafischer Client für das DICT-Protokoll. Damit können Sie Wörter und Redewendungen in einer Wörterbuch-Datenbank suchen. Die gefundenen Definitionen zeigt Kdict dann an.

Datenbanken arbeiten meistens nach dem Client-Server-Prinzip: Auf der einen Seite ist der Client, der Anfragen an den Server richtet. Die Ergebnisse schickt der Server zurück an den Client, der diese daraufhin dem Benutzer präsentiert. Der Server kann dabei der eigene PC, ein Zentralrechner im Firmennetz oder irgendein Rechner im Internet sein.

Letzteres ist zunächst der Fall, wenn Sie Kdict, den grafischen DICT-Client unter KDE, installieren. "Zunächst" deshalb, weil es auch die Möglichkeit gibt, mit Hilfe des Paketes dictd einen eigenen DICT-Server aufzusetzen. In SuSE Linux 8.2 ist dieses Paket enthalten, in den SuSE- und Red-Hat-Starterkits sowie in Red Hat Linux 9 gibt es den DICT-Server nicht. Daher befasst sich dieser Beitrag mit Kdict-Abfragen über das Internet.

Kdict benötigt eine Internet-Verbindung zum DICT-Server dict.org. Wenn diese steht, können Sie in den dort vorhandenen elf englischen Datenbanken (siehe Kasten "Wörterbücher auf dict.org") nach Begriffen suchen.

Abb. 1: Elf Datenbanken bietet der DICT-Server dict.org an.

Ein Klick auf einen Eintrag liefert eine kurze Beschreibung. Das Programm ist einfach und intuitiv aufgebaut. Sowohl die grundlegende als auch die erweiterte Abfrage sind in Kdict einfach gestaltet, so dass sich der Benutzer sofort zurechtfindet. Das Programmfenster domieren die zwei Listenfenster links und rechts. Links werden die Ergebnisse angezeigt, im rechten Fenster, der so genannten Suchliste, können Sie schnell einen gewünschten Eintrag aus einer umfangreicheren Liste wählen, etwa dem Ergebnis einer erweiterten Anfrage.

Ansonsten ist Kdict ähnlich wie der Web-Browser Konqueror gestaltet: Mit Hilfe der Pfeiltasten wechseln Sie ebenso schnell zwischen den Abfrageergebnissen, wie Sie diese auch aus der Aufklappliste Suchen nach oder dem Verlauf-Menü wählen können.

Wörter suchen mit Kdict

Es gibt zwei unterschiedliche Methoden, ein Wort oder eine Wendung mit KDict nachzuschauen. Bei Definieren führt KDict eine Suche nach exakten Übereinstimmungen in den Datenbanken durch und zeigt alle Definitionen im linken Fenster an. Bei Suchen werden alle passenden Datenbankeinträge in der Liste auf der rechten Seite angezeigt. Aus dieser Liste kann man Einträge zur Anzeige auswählen. Diese Methode hat den Vorteil, dass umfangreichere Suchstrategien, wie die Suche nach Präfix, Suffix oder regulären Ausdrücken, durchgeführt werden können.

Abb. 2: Die exakte Suche liefert weniger Ergebnisse als andere Suchstrategien. Nach Doppelklick auf einen Eintrag erscheint links die Erklärung.

Kdict kann Einträge nach verschiedenen Strategien suchen. Zunächst ist rechts in der Auswahlliste die Unscharfe Suche eingestellt. Damit wird einfach der Begriff gesucht, den Sie neben Suchen nach eingegeben haben. Sie können aber noch weitere Suchstrategien einstellen:

Wollen Sie zum Beispiel alle Einträge aller Datenbanken finden, in denen der Begriff "auto" vorkommt, geben Sie neben Suchen nach zunächst den Begriff ein. In der folgenden Aufklappliste wählen Sie den Eintrag Alle Datenbanken. Darunter können Sie die Suchstrategie wählen. Wollen Sie alle Vorkommen finden, entscheiden Sie sich für den Eintrag substring. Klicken Sie danach auf Suchen, präsentiert Ihnen Kdict nach kurzer Zeit über 400 Ergebnisse aus den unterschiedlichen Datenbanken. Diese können Sie nun mit einem Klick auf das Plus-Symbol öffnen und per Doppelklick auf einen Eintrag (oder über die Schaltfläche Auswahl laden) links den Datenbankeintrag sehen.

Abb. 3: Wollen Sie alle Vorkommen einer gesuchten Zeichenkette finden, entscheiden Sie sich bei der Suchstrategie für "substring", die in diesem Beispiel über 400 Ergebnisse liefert.

Wählen Sie Alle laden, zeigt Kdict nach einigen Sekunden alle Einträge in der linken Liste an. Die können Sie dann zum Beispiel mit Datei / Speichern als auto.html sichern.

Hilfreiche Zusatzfunktionen

Zwei weitere Funktionen machen Kdict zu einem gern benutzten Helfer. Einerseits kann das Programm den Inhalt der Zwischenablage suchen oder definieren. Markieren Sie zum Beispiel im Web-Browser Konqueror ein Wort, das Sie nicht kennen. In Kdcit wählen Sie dann Bearbeiten / Inhalt der Zwischenablage suchen oder Inhalt der Zwischenablage definieren, um eine Auswahl an Erklärungen zu erhalten. Sollte ein Wort nicht in einer der Datenbanken vorhanden sein, schlägt der Server ähnlich lautende Begriffe vor, deren Erläuterungen Sie per Klick ansehen können.

Darüber hinaus können Sie Kdict als Mini-Programm in die Kicker-Leiste integrieren. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Kicker-Leiste und wählen Hinzufügen / Miniprogramm / Lexikon. Nun können Sie von dort direkt Abfragen starten. Wenn Kdict nicht läuft, wird es gestartet und liefert nach der Abfrage bei dict.org die Ergebnisse.

Abb. 4: Kdict können Sie als Miniprogramm in die Kicker-Leiste integrieren.

Das Miniprogramm Lexikon hat drei Schaltflächen: C sucht den im Feld markierten Text, D definiert ein Wort bzw. einen Ausdruck, und M sucht zutreffende Definitionen. Welches Ergebnis M anzeigt, hängt von der eingestellten Suchstrategie in Kdict ab. Da Kdict beim Beenden die Suchstrategie speichert, sollten Sie die von Ihnen bevorzugte einstellen, bevor Sie das Programm schließen. Dann liefert auch das Miniprogramm Lexikon immer das gewünschte Ergebnis.

Suche auf einige Datenbanken beschränken

Die elf Datenbanken von dict.org sind sehr unterschiedlicher Natur. Sie können sie zu Gruppen zusammenfassen und diese in der Aufklappliste der Datenbanken wählen. Klicken Sie dann auf Suchen oder Definieren, werden nur die Datenbanken der gewählten Gruppe abgefragt.

Abb. 5: Wenn Sie einige Datenbanken zu einer Gruppe zusammenfassen, gibt es zwar weniger Treffer, dafür aber die erwünschten.

Um solche Gruppen zusammenzustellen, wählen Sie Server / Datenbankgruppen bearbeiten. Im folgenden Dialogfenster stehen rechts die verfügbaren Datenbanken, links die, die Sie per Klick auf die Pfeile auswählen. Eine sinnvolle Gruppierung wäre etwa die folgende:

Die Gruppe Computer zum Beispiel erzeugen Sie so:

Schritt 1

Tragen Sie in das Feld Gruppe den Begriff Computer ein.

Schritt 2

Markieren Sie foldoc in der Liste Verfügbare Datenbanken. Klicken Sie auf den Einzelpfeil nach links, um die Datenbank auszuwählen.

Schritt 3

Markieren Sie jargon in der Liste Verfügbare Datenbanken. Klicken Sie auf den Einzelpfeil nach links, um die Datenbank auszuwählen.

Schritt 4

Klicken Sie auf Speichern, um die Datenbankgruppe zu sichern.

Abb. 6: Mit wenig Aufwand können Sie die vorhandenen Datenbanken gruppieren.

Weitere Gruppen erzeugen Sie fast genauso. Nur müssen Sie hier zunächst noch auf die Schaltfläche Neue Gruppe klicken, um die Einträge zu löschen. (fan)

Tabelle 1: Wörterbücher auf dict.org
elements: Elements database 20001107Datenbank über chemische Elemente (130 Einträge).
web1913: Webster's Revised Unabridged Dictionary (1913)Laut Lizenzvertrag ist das Rivesed Unabridge Dictionary frei für den privaten Gebrauch (185399 Einträge).
wn: WordNet (r) 1.7Ein lexikalisches Referenzsystem mit Nomen, Verben, Adjektiven und Adverbien (136975 Einträge).
gazetteer: U.S. Gazetteer (1990)Eine Datenbank mit Ortschaften, Bezirken und Postleitzahlen der USA (52994 Einträge).
jargon: Jargon FileDas Jargon File ist ein umfassendes Kompendium des Hacker-Slangs; er beleuchtet viele Aspekte der Hacker-Tradition (2373 Einträge).
foldoc: The Free On-line Dictionary of Computing (09 FEB 02)FOLDOC ist ein Wörterbuch voller Akronyme, Jargon, Programmiersprachen-Tools, Architekturen, Betriebssysteme, Netzwerk, Theorie, Standards, Telekommunikation, Firmen, Produkte rund um die Computerei (13533 Einträge).
easton: Easton's 1897 Bible DictionaryDie Stichwörter dieser Datenbank entstammen dem Illustrierten Bibellexikon von M.G. Easton (3968 Einträge).
hitchcock: Hitchcock's Bible Names Dictionary (19. Jahrhundert)Das Wörterbuch enthält über 2500 Eigennamen aus der Bibel und dem Umfeld mit Bedeutungen (2619 Einträge).
devils: THE DEVIL'S DICTIONARY ((C)1911 Released April 15 1993)Ein "zynisches" Wörterbuch, das um die Jahrhundertwende der vorigen Jahrhunderts in einer Wochenzeitschrift erschien (997 Einträge).
world02: CIA World Factbook 2002Enthält Länderinformationen, die der Geheimdienst CIA gesammelt hat, die aber nicht so geheim und daher allgemein zugänglich sind (272 Einträge).
vera: V.E.R.A. -- Virtual Entity of Relevant Acronyms December 2001Ein Wörterbuch für Akronyme (8930 Einträge).
Kdict unter SuSE Linux installieren

Kdict ist in der Standardinstallation nicht enthalten. Aber Sie können es leicht nachträglich installieren:

Schritt 1

Öffnen Sie das Work-Menü rechts neben dem K-Menü. Wählen Sie den Eintrag Administration und im folgenden Menü den Befehl Software nachinstallieren.

Schritt 2

Wählen Sie Büroprogramme / Datenbank / Kdict (Online Dictionary). Unter diesem Eintrag finden Sie Kdict nach der Installation auch im K-Menü.

Schritt 3

Im Dialogfenster geben Sie das Root-Passwort ein. Dann müssen Sie die angeforderte CD einlegen. Von dieser wird das Paket kdenetwork-query installiert, in dem Kdict enthalten ist.

Kdict unter Red Hat installieren

Kdict ist in der Standardinstallation nicht enthalten. Aber Sie können es leicht nachträglich installieren:

Schritt 1

Öffnen Sie das K-Menü. Wählen Sie den Eintrag Systemeinstellungen und im folgenden Menü den Befehl Hinzufügen/Entfernen von Applikationen.

Schritt 2

Im folgenden Dialogfenster geben Sie das Root-Passwort ein. Dann markieren Sie die KDE-Desktopumgebung und klicken auf Aktualisieren. Legen Sie die angeforderten Medien ein, von denen KDE samt Kdict installiert wird.

Schritt 3

Nach der Installation finden Sie Kdict im K-Menü unter Zubehör.

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