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OpenOfficeTipps und Tricks zu OpenOfficevon Thomas Hümmler |
Können Sie von Gewohnheiten nicht lassen und schreiben einige Wörter immer noch nach der alten Rechtschreibung? Etwa "feuerspeiend" statt "Feuer speiend", "wieviel" an Stelle von "wie viel" oder "Zuspätkommen" und nicht "Zu-Spät-Kommen"? Wenn Sie mit der neuen Rechtschreibung auf Kriegsfuß stehen, nutzen Sie doch die Ersetzungsfunktion der Autokorrektur von OpenOffice. Das funktioniert übrigens nicht nur mit den Wörtern, die nach der alten Rechtschreibung in einem Wort geschrieben wurden, sondern auch mit solchen, die früher getrennt und in gemischter Schreibweise geschrieben wurden wie "des weiteren" (nun: "des Weiteren"), "rote Johannisbeeren" ("Rote Johannisbeeren") oder "Hohe Schule" ("hohe Schule").
Dazu wählen Sie Extras/AutoKorrektur/AutoFormat und wechseln zum Register Ersetzung. Tragen Sie im Feld Kürzel das Wort ein, wie es nach der alten Rechtschreibung geschrieben wurde. Unter Ersetzen durch geben Sie die heute richtige Schreibweise ein und klicken auf Neu, um sie zu übernehmen.
Damit die Ersetzung beim Schreiben eines Textes automatisch erfolgt, müssen in OpenOffice zwei Bedingungen erfüllt sein: Unter Extras/AutoKorrektur/AutoFormat im Register Optionen muss Ersetzungstabelle anwenden in der Liste [E] markiert sein. Außerdem müssen Sie im Untermenü Format/AutoFormat die Option Während der Eingabe gewählt haben. Übrigens: Diese beiden Einstellungen sind bei OpenOffice Standard, so dass Sie dort nichts ändern müssen.
Während des Schreibens können Sie einen ganzen Absatz unterstreichen, indem Sie im folgenden Absatz drei Zeichen tippen und die [Eingabe]-Taste drücken. Der Unterstrich kann dann im (unterstrichenen) Absatz über den Befehl Format/Absatz im Register Umrandung bearbeitet und gelöscht werden. Im Folgenden eine Auflistung der verfügbaren Zeichen mit ihrer jeweiligen Wirkung:
Falls Sie mit den drei Zeichen nicht das gewünschte Ergebnis erzielen, müssen Sie über Extras/AutoKorrektur/AutoFormat im Register Optionen das Kästchen vor Umrandung anwenden markieren.
In OpenOffice gibt es eine Liste mit Abkürzungen, nach denen kein Großbuchstabe folgen soll, und eine mit Wörtern, die mit zwei Großbuchstaben beginnen. Diese Listen finden Sie über den Befehl Extras/AutoKorrektur/AutoFormat im Register Ausnahmen. Hier können Sie Abkürzungen oder Wörter hinzufügen, löschen oder in die jeweiligen Listen Automatisch aufnehmen (das ist die Voreinstellung). Voraussetzung für das automatische Aufnehmen ist, dass unter Extras/Autokorrektur/AutoFormat im Register Optionen in der Spalte ([E]) eine Markierung vor der Option Jeden Satz mit einem Großbuchstaben beginnen (wegen der Abkürzungen) beziehungsweise vor der Option ZWei Großbuchstaben am WOrtanfang korrigieren (wegen Wörtern wie AG, UStG, BAföG). Außerdem muss die Option Ersetzungstabelle anwenden ebenfalls markiert sein -- das ist ebenfalls die Voreinstellung.
Meist brauchen Sie sich um die Einstellungen nicht weiter zu kümmern und müssen nur die Ausnahmelisten pflegen. Neue Einträge geben Sie in das jeweilige Eingabefeld ein und klicken auf Neu. Es geht sogar noch einfacher: Machen Sie während des Schreibens eine vom Programm vorgenommene Korrektur sogleich mit [Strg-Z] rückgängig, wird die Ausnahme automatisch in die Liste aufgenommen.
Möchten Sie zum Beispiel ein Bewerbungsschreiben aufsetzen, können Sie dafür einen vorgefertigten Baustein nutzen, einen so genannten Autotext. Schreiben Sie BEW und drücken die Taste [F3] -- schon wird ein Text mit einer Stellenbewerbung dort eingefügt, wo kurz zuvor die Buchstaben "BEW" standen. Eingebettet in die Bausteine SGDH ("Sehr geehrte Damen und Herren") und MFG ("Mit freundlichen Grüßen") ist der Brief damit schon beinahe fertig. Eine Liste vorgefertigter Autotexte steht im Kasten "Autotexte in OpenOffice".
Sie können Autotexte auch mit der Maus aussuchen, indem Sie links in der Werkzeugleiste etwas länger auf das Symbol Autotext bearbeiten klicken, um das Untermenü zu öffnen. Nun können Sie aus einem der Untermenüs per Klick einen Textbaustein auswählen.
| Tabelle 1: Autotexte in OpenOffice | |
| Nur für Vorlagen | |
| Kopfzeile Erste Seite Festschrift | H1C |
| Kopfzeile Erste Seite Newsletter | H1N |
| Kopfzeile Erste Seite Prospekt | H1B |
| Kopfzeile Festschrift | HC |
| Kopfzeile Links Festschrift | HLC |
| Kopfzeile Links Newsletter | HLN |
| Kopfzeile Links Prospekt | HLB |
| Kopfzeile Newsletter | HN |
| Kopfzeile Prospekt | HB |
| Kopfzeile Rechts Festschrift | HRC |
| Kopfzeile Rechts Newsletter | HRN |
| Kopfzeile Rechts Prospekt | HRB |
| Protokoll: Ergebnis-TOP | PT1 |
| Protokoll: Verlaufs-TOP | PT2 |
| Standard | |
| 1. Mahnung | M1 |
| 2. Mahnung | M2 |
| Bewerbung: Absage | BEWABS |
| Bewerbung: Absage, Unterlagen behalten | BEWUNT |
| Bewerbung: Eingangsbestätigung | BEWEIN |
| Bewerbung: Einladung zum Vorstellungsgespräch | BEWVOR |
| Bewerbungsanschreiben | BEW |
| Blindtext | BT |
| Formel-Numerierung | FN |
| Kündigung | KÜ |
| Lizenzvertrag Software | LIZ |
| Mit freundlichen Grüßen | MFG |
| Sehr geehrte Damen und Herren | SGDH |
| Urheberrechtsvermerk Literatur | UL |
| Zahlungsbedingung | ZBED |
| Visitenkarten | |
| Klassisch, mit Namen | KLA2 |
| Klassisch, mit Namen, ohne Slogan | KLA3 |
| Klassisch, nur Firma | KLA1 |
| Modern, mit Namen | MOD2 |
| Modern, nur Firma | MOD1 |
Wenn Sie in einer Texttabelle eine Zahl eingeben, wandelt Writer diese normalerweise automatisch in ein Datum um. In den Regionaleinstellungen ist festgelegt, welches Zeichen automatisch ersetzt wird -- in amerikanischen Systemen gilt der Schrägstrich (/) als Trenner, im deutschsprachigen Raum der Punkt (.).
Das hat zum Teil unerwünschte Auswirkungen: Tippen Sie 14.7 in eine Tabellenzelle ein, wird diese korrekt in das Datum 14.7.2003 gewandelt. Geben Sie hingegen den Bruch 7/14 ein, wandelt OpenOffice diesen in das Datum 1.7.2014 um. Wenn Sie dieses Verhalten nicht möchten, können Sie die Ersetzung folgendermaßen ausschalten:
Normalerweise ersetzt Writer die Anführungszeichen durch typografische. In deutscher Schrift steht dabei das vordere unten und ist nach links unten geöffnet (wie die Zahl 99); das Abführungszeichen hingegen steht oben und ist nach rechts oben geöffnet (wie die 66).
In OpenOffice können Sie sowohl für die doppelten Anführungszeichen als auch für die einfachen Anführungszeichen typografische Alternativen festlegen. Möchten Sie außer den deutschen auch die französischen Anführungszeichen (»«) im Text nutzen, können Sie diese zum Beispiel anstelle der einfachen Anführungszeichen verwenden: Wählen Sie Extras/AutoKorrektur/AutoFormat und wechseln zum Register Typografische Anführungszeichen. Markieren Sie im Bereich Einfache Anführungszeichen das Feld Ersetzen, wählen dann die Schaltfläche Am Wortanfang beziehungsweise Am Wortende und suchen das jeweilige Zeichen heraus. Für den Wortanfang legen Sie Sie das Zeichen 0x00BB (187) aus dem Bereich Latein-1 fest, für das Wortende das Zeichen 0x00AB (171).
Wenn Sie danach mit der [Umschalt]- und der [#]-Taste das einfache Anführungszeichen eingeben, sollte das französische erscheinen -- falls nicht, schalten Sie diese Option über Extras/AutoKorrektur/AutoFormat im Register Optionen ein. Markieren Sie dort die Option "Gerade" Anführungszeichen durch "typografische" ersetzen.
Wenn Sie in der Tabellenkalkulation Calc in einer Formel falsche Werte eingeben, erhalten Sie in der Eingabezelle einen Fehlercode zusammen mit dem Hinweis Err:. Ist die Zelle aktiv, die den Fehler beinhaltet, sehen Sie den Klartext des Fehlers in der Statusleiste.
Woran das liegt, geht aus der Tabelle "Fehlercodes in Calc" hervor. Darin steht links der Fehlercode, in der Mitte der Klartext und rechts eine Erklärung, die Ihnen hilft, den Fehler zu beheben. (fan)
| Tabelle 2: Fehlercodes in Calc | ||
| Fehlercode | Klartext | Erklärung |
| 501 | Ungültiges Zeichen | Ein Zeichen, das in diesem Kontext ungültig ist. |
| 502 | Ungültiges Argument | Ein Argument einer Funktion hat einen ungültigen Wert, z. B. eine negative Zahl bei Funktion WURZEL(). |
| 503 | Ungültige Gleitkommaoperation | Division durch 0 oder andere Rechnungen, die einen Überlauf des definierten Wertebereiches erzeugen. |
| 504 | Fehler in der Parameterliste | Ein Parameter einer Funktion ist ein ungültiger Typ, z. B. Text statt Zahl, oder eine Bereichsreferenz statt einer einzelnen Zellreferenz. |
| 505 | Interner Syntaxfehler | Nicht belegt. |
| 506 | Ungültiges Semikolon | Nicht belegt. |
| 507 | Fehler in der Klammerung | Nicht belegt. |
| 508 | Fehler in der Klammerung | Etwa eine schließende Klammer ohne zugehörige öffnende oder fehlende schließende Klammer inmitten der Formel (fehlende schließende Klammern am Ende der Formel werden automatisch angehängt). |
| 509 | Fehlender Operator | In einer Rechnung wie =2(3+4) fehlt zwischen 2 und der Klammer ( ein Operator, etwa * oder /. |
| 510 | Fehlende Variable | Zwei Operatoren, von denen der zweite kein unärer Operator ist, folgen direkt aufeinander, z. B. =1+*2, während =1+-2 als Ergebnis -1 hat. |
| 511 | Fehlende Variable | Die Funktion benötigt mehr Variablen als angegeben, z. B. UND() und ODER() ohne Parameter. |
| 512 | Formel zu lang | Compiler: Gemeint ist die interne Anzahl Tokens (maximal 512), die nichts mit der Stringlänge der eingegebenen Formel zu tun hat, sondern die Anzahl Operatoren, Variablen, Klammern etc. Interpreter: Formeln, die zu viele Matrizen auf einmal erzeugen (maximal 150), auch Basic-Funktionen, die ein zu großes Array als Parameter bekommen würden (max. 0xFFFE, also 65534 Bytes). |
| 513 | Zeichenkette zu lang | Compiler: Ein Bezeichner in der Formel ist größer als 64KB. Interpreter: Ein Ergebnis einer Zeichenkettenoperation ist größer als 64KB. |
| 514 | Interner Überlauf | Sortieroperationen mit zu vielen numerischen Daten (maximal 100000) oder Überlauf des Rechen-Stacks. |
| 515 | Interner Syntaxfehler | Nicht belegt. |
| 516 | Interner Syntaxfehler | Eine Matrix wird auf dem Rechen-Stack erwartet, ist aber nicht vorhanden. |
| 517 | Interner Syntaxfehler | Unbekannter ausführbarer Code; tritt beispielsweise dann auf, wenn ein Dokument mit einer neuen Funktion in einer alten Calc-Version geladen wird, die diese Funktion noch nicht hat. |
| 518 | Interner Syntaxfehler | Eine Variable soll aus dem Rechen-Stack entfernt werden, ist aber dort gar nicht vorhanden. |
| 519 | kein Ergebnis (In der Zelle steht nicht Err:519 sondern #WERT!) | Eine Funktion konnte keinen Wert liefern, der der Definition entspricht, oder eine in der Formel referenzierte Zelle enthält Text statt einer benötigten Zahl. |
| 520 | Interner Syntaxfehler | Der Compiler hat sich ihm selbst unbekannten Code erzeugt. |
| 521 | Interner Syntaxfehler | Kein Ergebnis auf dem Rechen-Stack. |
| 522 | Zirkuläre Referenz | Eine Formel verweist direkt oder indirekt auf sich selbst und unter Extras / Optionen / Tabellendokument / Berechnen sind die Iterationen nicht aktiviert. |
| 523 | Rechenverfahren konvergiert nicht | Einige (finanz-)statistische Funktionen, die einem bestimmten Wert zustreben müssen, es aber nicht tun, oder Iterationen von zirkulären Referenzen, die nicht innerhalb der eingestellten maximalen Schritte die minimale Änderung erreichen. |
| 524 | Ungültiger Bezug (in der Zelle steht nicht Err:524 sondern #REF!) | Compiler: Ein Spalten- oder Zeilenbeschriftungsname konnte nicht aufgelöst werden. Interpreter: In der Formel wird eine Zelle referenziert, deren Spalte, Zeile oder Tabelle gelöscht wurde, oder die außerhalb des gültigen Bereichs liegen würde. |
| 525 | Ungültiger Name (in der Zelle steht nicht Err:525 sondern #NAME?) | Ein Bezeichner konnte nicht ausgewertet werden, weil keine gültige Referenz, kein gültiger Bereichsname, keine Spalten- oder Zeilenbeschriftung und kein Makro vorhanden sind, das Dezimaltrennzeichen falsch ist oder das entsprechende Add In nicht gefunden wurde. |
| 526 | Interner Syntaxfehler | Wird nicht mehr verwendet, könnte aber aus alten Dokumenten kommen, wenn das Ergebnis einer Formel ein Bereich war. |
| 527 | Interner Überlauf | Interpreter: Zu tiefe Verschachtelung der Referenzen (Zelle referenziert Zelle, die Zelle referenziert, die Zelle referenziert, ...). |
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Last modified: 2007-01-25 16:27
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