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Erschienen in EasyLinux 09/2003

Firewire-Laufwerke einrichten

Heißer Draht

von Mirko Dölle


Externe Laufwerke sind leicht anzuschließen und sehr flexibel -- man kann sie notfalls einfach mitnehmen. Auch die Einbindung unter Linux ist kein Problem, wenn man ein paar Tricks und Kniffe kennt.

Firewire, auch bekannt als iLink und IEEE-1394, eignet sich unter Linux für den Anschluss externer Laufwerke besser als USB 2.0: Firewire wird bereits seit Jahren vom Linux-Kernel unterstützt, während USB 2.0 offiziell erst mit der vorletzten Version Einzug gehalten hat.

Die Entscheidung zwischen USB 2.0 und Firewire insgesamt fällt nicht leicht: USB-2.0-Geräte kann man in jedem Fall an alten Rechnern benutzen, während Firewire im PC-Bereich kaum vertreten ist. Auf der anderen Seite benötigt man für USB schnell einen Hub, wenn mehrere Geräte angeschlossen werden sollen -- und dann muss man peinlich genau darauf achten, wo man was anschließt, damit man nicht auf das langsame USB 1.1 zurückgestuft wird. Firewire hingegen erlaubt den Aufbau von Gerätebäumen ohne Hubs: An externen Laufwerken findet man bis zu drei Firewire-Buchsen zum Anschluss weiterer Geräte.

Weitere Vorteile sind, dass Firewire schneller ist und den Prozessor weniger auslastet als USB 2.0 -- wohlgemerkt unter Linux, bei Windows ist es stark von Controller und Treiber abhängig. Firewire ist also für Linux -- zumindest derzeit -- die erste Wahl.

In diesem Workshop wird der Anschluss eines externen DVD-Brenners über Firewire gezeigt. Die Anleitung gilt in genau gleicher Form auch für CD-Brenner, allerdings nicht für Firewire-Festplatten: Die Hilfsprogramme der Distributionen Red Hat und SuSE Linux erkennen Festplatten (egal ob USB oder Firewire!) entweder nicht korrekt oder richten sie so ein, dass der Rechner ohne das externe Laufwerk nicht mehr startet. Die manuelle Installation möchten wir Ihnen an dieser Stelle nicht zumuten.

SuSE Linux 8.1 vorbereiten

Obwohl vom Kernel vollständig unterstützt, erkennt SuSE Linux 8.1 angeschlossene Firewire-Laufwerke nicht automatisch. Das liegt an einer etwas veralteten Version des Hotplug-Managers, der unter anderem auch USB überwacht. Das Problem lässt sich aber durch ein Update sehr einfach lösen:

  1. Melden Sie sich als normaler Benutzer an und starten Sie den Konqueror, etwa in dem Sie auf das Haus in der Startleiste links unten klicken.
  2. Geben Sie die Adresse ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/8.2/suse/i586 ein und drücken Sie [Enter]. Im Konqueror wird nun eine Liste der verfügbaren Dateien aufgebaut
  3. Suchen Sie das Paket insserv-0.99.7-23.i586.rpm, und öffnen Sie es durch Anklicken:

    Möglicherweise gibt es bereits ein neues Paket mit einer anderen Versionsnummer, so dass sich der Dateiname hinter insserv unterscheidet.
  4. Klicken Sie im Konqueror auf Installiere Paket mit YaST oberhalb der Paketbeschreibung, und geben Sie anschließend das Root-Passwort ein. Danach öffnen und schließen sich in schneller Folge Fenster des YaST, Eingaben sind keine zu machen.
  5. Klicken Sie im Konqueror auf den Aufwärts-Pfeil, damit gelangen Sie wieder zur Paketliste. Installieren Sie nun, wie gerade für insserv beschrieben, das Paket hotplug-2002_08_26-22.i586.rpm. Auch hier könnte es eine neuere Version geben.
  6. Danach schließen Sie den Konqueror, melden sich ab und starten den Rechner neu.

Neue Laufwerke unter SuSE Linux

Die nachfolgenden Schritte gelten sowohl für SuSE Linux 8.1 nach den oben genannten Vorbereitungen als auch für die Standard-Installation von SuSE Linux 8.2.

Starten Sie den Rechner mit eingebauter Firewire-Karte sowie angeschlossenem und betriebsbereitem Firewire-Laufwerk. Der Hotplug-Manager erkennt die Karte automatisch und lädt die benötigten Module (ieee1394, ohci1394 und sbp2, ohne davon Aufhebens zu machen.

  1. Melden Sie sich wie gewohnt als normaler Benutzer an.
  2. Noch während des KDE-Starts erkennt der Hardware-Manager ein neues Laufwerk:

  3. Klicken Sie auf Ja. Es öffnet sich nun das Hauptfenster des Hardware-Managers:

  4. Sollte das neue Laufwerk noch nicht ausgewählt sein (Häkchen links), wählen Sie es aus.
  5. Klicken Sie auf Anwenden und dann auf Beenden
  6. Auf dem Desktop finden Sie nun das neue Laufwerkssymbol in Form einer goldenen CD.

Damit ist die Einrichtung bereits abgeschlossen. Das Laufwerkssymbol bleibt auf dem Desktop erhalten, selbst wenn das Laufwerk einmal nicht angeschlossen sein sollte. Bitte löschen Sie dann auch nicht das Symbol, weil es sonst beim erneuten Anstecken des Laufwerks nicht wieder angelegt wird -- KDE merkt sich, dass Sie dieses Laufwerk "nicht wollen".

Neue Laufwerke unter Red Hat Linux

Bei Red Hat Linux sind keine Aktualisierungen nötig. Wenn Sie den Rechner nach Einbau der Firewire-Karte starten, meldet sich während des Systemstarts der Hardware-Manager kudzu. Drücken Sie beim Begrüßungsbildschirm [Enter], dann erscheint wie in Abbildung 1 zu sehen das Menü zur Einrichtung der Firewire-Karte. Drücken Sie auf der Schaltfläche Konfigurieren wiederum [Enter], und nach wenigen Sekunden startet das System durch bis zum grafischen Anmeldebildschirm.


Abb. 1: Die Hardware-Erkennung von Red Hat Linux erkennt zunächst den Controller...

Starten Sie unmittelbar den Rechner neu, damit beim nächsten Booten die angeschlossenen Firewire-Laufwerke erkannt werden. Wiederum meldet sich beim Systemstart kudzu und bietet Ihnen, wie in Abbildung 2 zu sehen, die Einrichtung eines SCSI-Laufwerks an. Hintergrund ist, dass Linux grundsätzlich alle externen Laufwerke als SCSI-Laufwerke betrachtet. Kudzu zeigt dabei den Namen des Firewire-Chips (in unserem Fall Deltron) und nicht den Namen des Laufwerks an. Nach Auswahl von Konfigurieren beendet sich Kudzu und Sie gelangen zum grafischen Anmeldebildschirm.


Abb. 2: ... und erst nach dem Neustart des Rechners auch das angeschlossene Firewire-DVD-Laufwerk als SCSI-Gerät.

Starten Sie den Rechner noch einmal neu und melden Sie sich diesmal unter KDE als normaler Benutzer an. Nun gilt es, das Laufwerkssymbol auf dem Desktop anzulegen:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops.
  2. Wählen Sie Neu erstellen... / CD/DVD-ROM:

  3. Im folgenden Dialog Eigenschaften für CDROM-Device.desktop müssen Sie die spätere Bezeichnung des Laufwerkssymbols ändern -- CD/DVD-ROM ist bereits für das interne CD-Laufwerk vergeben. Wir wählten DVD-Brenner.

  4. Klicken Sie nun auf das Registerblatt Gerät links oben im Fenster. Aus dem Rollbalken neben Gerät: wählen Sie /dev/cdrom1 und aktivieren Nur lesen.

  5. Klicken Sie auf OK, wird das Laufwerkssymbol auf dem Desktop abgelegt.

Unter Gnome sind keine besonderen Einstellungen nötig, der externe DVD-Brenner meldet sich als normales Laufwerk im Menü. Beim Einlegen eines Mediums wird zudem ein entsprechendes Symbol automatisch auf dem Desktop angelegt.

Die Benennung mit cdrom1 ist bei Red Hat nicht sehr gelungen. Eine detaillierte Beschreibung, wie Sie den Namen ändern, finden Sie in EasyLinux 06/2003 ab Seite 77 oder online im Artikel-Archiv unserer Homepage.

DVDs brennen?

Derzeit ist es schlecht darum bestellt, mit Linux halbwegs komfortabel Daten-DVDs zu brennen -- an Video-DVDs ist gar nicht zu denken. Von X-CD-Roast gibt es eine Alpha-Version (also instabil und nicht empfehlenswert) mit DVD-Unterstützung, von anderen Projekten ist uns in dieser Hinsicht nichts bekannt. Zuverlässig funktioniert das DVD-Brennen derzeit nur auf der Kommandozeilen -- mit den üblichen Klippen und Fallen. (mdö)

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