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von Elisabeth Bauer
Wer unter Linux einen Drucker anschließen will, fühlt sich unwillkürlich an britische Bushaltestellen erinnert: Ohne eine Warteschlange, englisch "queue", geht gar nichts. Beim Anlegen einer solchen Druckerwarteschlange, über die das Linux-Drucksystem später alle Druckaufträge abwickelt, hilft unter Red Hat Linux das grafische Konfigurationstool redhat-config-printer.
Hat man den neu erworbenen Drucker an Stromnetz und Rechner angeschlossen, ist erstmal ein Systemneustart nötig, damit Red Hats automatische Hardware-Erkennung ihre Arbeit verrichten kann. Während des Boot-Vorgangs begrüßt Sie Kudzu, das Hardware-Erkennungs-Tool. Von dessen Startseite kommen Sie durch Druck einer beliebigen Taste zur Konfiguration der neu entdeckten Hardware. Dort haben Sie die Wahl zwischen Konfigurieren, Ignorieren und Keine Aktion ausführen. Drücken Sie [Return], um das voreingestellte Konfigurieren auszuwählen. Kudzu legt nun die nötigen Gerätedateien an und setzt danach den normalen Boot-Vorgang fort.
Bevor Sie nun wirklich losdrucken können, gilt es, den angeschlossenen Drucker einzurichten. Wir beschreiben zuerst die nötigen Schritte unter Version 8, anschließend unter 9.
Öffnen Sie über K-Menü / Systemeinstellungen / Printing das grafische Druckerkonfigurationsprogramm von Red Hat. Damit Red Hat Sie an die Druckerkonfiguration lässt, ist in der folgenden Dialogbox noch Ihr Administratorpasswort gefragt.
Klicken Sie auf Neu und Vor, um von der englisch-deutschen Startseite zu den Einstellungen zu gelangen
Unter Red Hat Linux 8.0 ist das Feld für den Druckernamen noch nicht vorausgefüllt -- tragen Sie unter Warteschlangentyp den Druckernamen ein. Um Probleme zu vermeiden, sollte der Name keine Umlaute oder Sonderzeichen enthalten. Lokaler Drucker ist bereits angekreuzt, ein Klick auf Vor führt zum nächsten Schritt.
Unter Lokalen Drucker konfigurieren werden nun die angeschlossenen Drucker angezeigt, die Red Hat Linux erkannt hat. Markieren Sie die Zeile mit Ihrem Druckermodell und klicken Sie auf Vor.
Nun geht es an die Treiberauswahl: Nach Herstellern sortiert sind in diesem Dialog zahlreiche Druckermodelle aufgelistet. Möglicherweise stehen bei Ihrem Modell mehrere Treiber zur Auswahl -- der von Red Hat empfohlene ist mit einem Sternchen markiert. Wählen Sie einen passenden Treiber und klicken Sie auf Vor.
Mit Anwenden erzeugen Sie die neue Warteschlange. Um die Änderungen zu aktivieren, ist noch ein Klick auf Übernehmen nötig.
Wollen Sie nun eine Testseite drucken, wählen Sie Test / A4 PostScript Testpage.
Schließen Sie das Konfigurationsprogramm über Datei / Beenden oder den Schließ-Button der Fensterleiste.
Obwohl Red Hat mit Version 9 vom vorher verwendeten Drucksystem LPRng auf CUPS umgestiegen ist, hat sich an der Vorgehensweise zur Konfiguration wenig geändert.
Öffnen Sie über K-Menü / Systemeinstellungen / Printing das grafische Druckerkonfigurationsprogramm.
Mit einem Klick auf Neu starten Sie den Assistenten, um eine neue Druckerwarteschlange zu erzeugen.
Im den nächsten Dialogfenstern brauchen Sie im Normalfall überhaupt nichts zu ändern, sondern klicken nur auf Vor.
Im vierten Dialogfenster unter Druckermodell suchen Sie aus dem Dropdown-Menü den Hersteller Ihres Druckers aus. Im unteren Auswahlfeld tauchen die unterstützten Modelle auf, aus denen Sie das für Ihren Drucker passende auswählen. Sollte der Drucker nicht aufgelistet sein, klappt das Drucken oft auch mit einem Vorläufermodell aus der gleichen Baureihe.
Schneller als Scrollen geht übrigens die Suche mit der Tastenkombination [Strg-F].
Haben Sie alles ausgewählt, können Sie sich über den Button Anmerkungen detailliertere Informationen zu Drucker und gewähltem Treiber ausgeben lassen.
Ein Klick auf Vor bringt Sie zur letzten Seite des Einrichtungsdialogs, in dem die gewählten Einstellungen nochmal zusammengefasst sind. Klicken Sie auf Anwenden, um die Warteschlange tatsächlich zu erstellen.
Der Einrichtungsassistent bietet nun noch an, eine Testseite zu drucken. Ist das erledigt, beendet er sich, und Sie sehen wieder die Übersicht vor sich. Mit einem Klick auf Übernehmen speichert Red Hat Linux die Einstellungen und startet den Drucker-Daemon neu.

Die Erstkonfiguration ist damit geschafft. Wer mit der Druckqualität unzufrieden ist oder spezielle Wünsche hat, findet in den Druckfiltereinstellungen von Linux hingegen noch viele Möglichkeiten, seine Ausdrucke zu optimieren. Ein Blick darauf lohnt sich allemal.
Markieren Sie die Warteschlange, die Sie ändern wollen, und klicken Sie auf Bearbeiten .
Sie erhalten einen Einstellungsdialog mit fünf Reitern. Unter Druckertreiber können Sie das ausgewählte Druckermodell ändern oder im auf der rechten Seite angezeigten Feld einen anderen Treiber für Ihren Drucker bestimmen.
Im letzten Reiter Treiberoptionen erwartet Sie eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten, die je nach gewähltem Filter variieren. Unter Paper size lässt sich die Papiergröße ändern, unter Dither Algorithm bestimmen Sie den Raster-Algorithmus. Die Werte in den Feldern Quality und Ghostscript Resolution sollten sinnvollerweise gleich sein. Der erste Wert legt die Auflösung fest, mit der gedruckt wird, der zweite die Auflösung, in der der Ghostscript-Filter Dokumente an den Drucker schickt. Verfälscht der Drucker Farben beim Ausdruck, kann man über stpGamma, Contrast Level, stpBrightness und die Levels der einzelnen Farbkanäle nachjustieren. Detaillierte Anweisungen à la Kochrezept lassen sich kaum geben -- um die für einen bestimmten Drucker optimalen Einstellungen zu finden, ist Experimentieren mit Testausdrucken angesagt.
Abschließend ist noch ein Klick auf Übernehmen fällig, um die Änderungen zu aktivieren.
Das Menü Test bietet unterschiedliche Typen von Testseiten -- über CUPS Testseite erhalten Sie den Ausdruck eines Farbkreis, der Größe des druckbaren Bereichs und anderer nützlicher Informationen.
Ein Letztes bleibt bei der Druckerkonfiguration noch zu tun: Wenn Sie den Drucker vom Rechner trennen, meckert Red Hats Hardware-Erkennung jedesmal beim Hochfahren, dass Ihr Drucker fehlt. Damit es dem System in Zukunft egal ist, ob der Drucker angesteckt ist oder nicht, stecken Sie den Drucker einmal aus und booten neu. Noch vor dem Start der grafischen Oberfläche meldet Kudzu nun, dass ein Drucker aus dem System entfernt wurde, und bietet an, die Konfiguration zu löschen oder sie beizubehalten. Die Option Konfiguration beibehalten ist die gewünschte: Wählen Sie mit der Tabulator- oder den Pfeiltasten diese Schaltfläche aus und drücken Sie dann [Return]. (eba)
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Last modified: 2007-01-25 16:29
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