TurboPrint in wenigen Minuten einrichten
Mit Tempo drucken
von Hans-Georg Eßer
|
|
Alle Linux-Distributionen bringen eine große Auswahl von
Druckertreibern mit -- doch nicht jeder Drucker ist damit
zur optimalen Zusammenarbeit zu bewegen. In unserem Druckertest
lieferten viele Geräte mit Hilfe des kommerziellen
TurboPrint-Pakets bessere Druckergebnisse.
TurboPrint enthält optimierte Druckertreiber für viele
Tintenstrahldrucker (vor allem Geräte von Canon, Epson und HP,
daneben auch einige Brother-Drucker) -- die Software muss aber
registriert werden, um wirklich brauchbar zu sein: Ohne
Registrierung wird jede Druckseite mit einem TurboPrint-Logo
"verziert". Trotzdem ist es sinnvoll, TurboPrint in der
nicht-lizenzierten Version auszuprobieren: So können Sie die
Druckqualität mit der eines vielleicht schon in der Distribution
vorhandenen Treibers vergleichen.
Download
-
Öffnen Sie einen Web-Browser und geben Sie die
Adresse http://www.turboprint.de
ein.
-
Klicken Sie im Menü auf Download.
-
Es erscheint eine neue Seite, in der Sie angeben können, wie Sie
von TurboPrint erfahren haben -- wenn Sie mögen, wählen Sie dort
unter Wo den Eintrag Empfehlung, dann unter Zeitschrift
den Eintrag Andere und geben schließlich im Feld Andere
EasyLinux als Quelle an.
-
Das Feld Prozessorarchitektur belassen Sie auf der
Voreinstellung Intel/AMD, und im letzten Feld Ihr Drucker
geben Sie Hersteller und Typ Ihres Druckers an: Dies ist das einzige
Feld, das ausgefüllt werden sollte, weil anzunehmen ist, dass die
TurboPrint-Programmierer es auswerten und entsprechende Energien in
die Treiber für Geräte stecken, die am häufigsten nachgefragt werden.
-
Klicken Sie auf Download, um zur nächsten Seite zu gelangen.
Dort klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Link zu
turboprint-1.83-1.i386.rpm (oder gegebenenfalls einer neueren
Version) und wählen aus dem Kontextmenü das Speichern der Datei.
Legen Sie diese direkt in Ihrem Home-Verzeichnis ab.
Installation
Das TurboPrint-Paket passt für alle von EasyLinux unterstützten
Distributionen, Sie können es ohne Probleme unter SuSE Linux 8.1/8.2
und Red Hat Linux 8.0/9 installieren. Wir beschreiben die nötigen
Schritte in den folgenden Abschnitten.
Installation unter SuSE Linux 8.1 und 8.2
-
Unter SuSE Linux öffnen Sie ein Konqueror-Fenster, navigieren
in das Home-Verzeichnis und klicken die RPM-Datei an.
In der folgenden Ansicht klicken Sie dann auf Installiere
Paket mit YaST.
-
Da die Installation eines RPM-Pakets Administratorrechte
benötigt, werden Sie nun aufgefordert, das Root-Passwort
einzugeben. Bei der Eingabe werden an Stelle der Zeichen
nur Sternchen angezeigt.
-
War das Passwort korrekt, startet nun die
Software-Installationskomponente von YaST und installiert
das TurboPrint-Paket.
Installation unter Red Hat Linux 8 und 9
-
Auch unter Red Hat Linux lässt sich das Paket leicht
über den Datei-Manager installieren. Öffnen Sie unter
KDE ein Konqueror- bzw. unter GNOME ein Nautilus-Fenster
und doppelklicken Sie auf das TurboPrint-RPM-Paket in
Ihrem Home-Verzeichnis.
Auch hier wird zunächst das Root-Passwort abgefragt, das
Sie im entsprechenden Dialog eingeben können.
-
Danach wird zunächst geprüft, ob das Paket noch weitere
Pakete benötigt (was nicht der Fall ist). Nach Abschluss
dieser Überprüfung klicken Sie auf Weiter.
-
Dann wird das Paket installiert, womit die Installation
von TurboPrint abgeschlossen ist.
TurboPrint konfigurieren
Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie
dort den Befehl
kdesu xtpsetup
ein. Zunächst wird wieder das Root-Passwort abgefragt: Auch
die Druckerkonfiguration ist ein Job für den Administrator.
-
Im ersten Schritt stellen Sie die Sprache ein: Wählen Sie aus
der Dropdown-Box den Eintrag Deutsch und bestätigen Sie
mit OK. Die Spracheinstellungen merkt sich das Programm
und fragt Sie bei künftigen Starts nicht mehr danach.
-
Im nächsten Schritt können Sie einstellen, welches Programm
zur Anzeige der Hilfedateien verwendet wird; belassen Sie es
ruhig bei der Voreinstellung (Konqueror), Sie werden die Hilfe
meist nicht benötigen. Außerdem können Sie die Software hier
registrieren, wenn Sie einen Lizenzschlüssel erworben haben.
Auch dieses Fenster erscheint bei einem erneuten Start des
Programms nicht mehr. Klicken Sie wieder auf OK.
-
Jetzt wird die Liste der mit TurboPrint eingerichteten
Druckerwarteschlangen angezeigt: Beim ersten Start ist sie
leer. Warteschlangen, die Sie bereits über Ihr
Distributions-Tool (z. B. YaST) eingerichtet haben, lässt
TurboPrint in Ruhe; es zeigt sie weder an noch wird es sie
löschen. Sie können also auch andere Druckertreiber neben
TurboPrint weiter verwenden. Klicken Sie auf Neu,
um einen neuen Drucker zu konfigurieren.
-
Die Liste, die TurboPrint nun anzeigt, enthält in Version 1.83
insgesamt 171 Treiber. Wählen Sie Ihren Drucker in der Liste
aus. Sollte Ihr Modell nicht aufgeführt sein, versuchen Sie es
mit einem Modell mit ähnlicher Typbezeichnung. Nach Markieren
des Eintrags klicken Sie wieder auf OK.
-
Es öffnet sich ein weiterer Dialog, der einige Einstellungen
der neuen Druckerwarteschlange anzeigt. Die meisten Werte können
Sie unverändert übernehmen, lediglich das Feld Anschluß
sollten Sie überprüfen: Vorausgewählt ist der Gerätedateiname
/dev/lp0. Über solche Gerätenamen werden unter Linux
fast alle Geräte angesprochen, und lp0 und lp1
bezeichnen Drucker, die am Parallelport angeschlossen sind.
Wahrscheinlicher ist, dass Sie einen USB-Drucker verwenden --
solche Drucker verwenden Gerätenamen der Form
/dev/usb/lp0 oder /dev/usblp0. (Ob "usb/lp0" mit
oder ohne trennenden Schrägstrich geschrieben wird, hängt von
der Linux-Distribution ab.) Im Falle eines USB-Druckers ersetzen
Sie also /dev/lp0 durch einen USB-Eintrag. Nur wenn Sie
mehrere USB-Drucker gleichzeitig verwenden, kann der Name statt
...lp0 auch ...lp1 usw. sein.
Klicken Sie dann wieder auf OK. Sie können später in diesen
Dialog zurückkehren, falls Sie die falsche Gerätedatei ausgewählt
haben und der Drucker nicht angesprochen werden kann.
-
Die Einrichtung ist an dieser Stelle bereits beendet. TurboPrint
fragt noch, ob Sie eine Testseite ausgeben möchten. Das ist
sinnvoll, weil Sie so eine Fehlkonfiguration erkennen und direkt
beheben können, ohne das Programm neu starten zu müssen.
Die Druckerübersicht enthält nun einen Eintrag für das gerade
konfigurierte Gerät.
TurboPrint vergibt für seine Druckerwarteschlangen Namen der
Form tp0, tp1 usw. Wenn Sie nur mit TurboPrint
einen Drucker einrichten, brauchen Sie sich über die spätere
korrekte Ansteuerung aus einer Anwendung heraus keine Gedanken
zu machen, da ein einziger Drucker auch stets zum Standarddrucker
wird. Haben Sie dagegen neben den TurboPrint-Warteschlangen
noch weitere Konfigurationen (über YaST oder
redhat-config-printer) eingerichtet, benötigen Sie bei
einigen Programmen im Druckdialog diese Warteschlangenkennung.
Und wieder weg
Falls die Druckqualität mit TurboPrint nicht besser als mit einem
der Standardtreiber Ihrer Distribution ist, können Sie die neue
Warteschlange über das TurboPrint-Dienstprogramm auch wieder
entfernen; dazu rufen Sie es wie vorher durch Eingabe von
kdesu xtpsetup in einem Schnellstartfenster auf, markieren
den Druckereintrag, klicken auf Löschen und bestätigen
mit OK. Mit dem Verlassen des Setup-Programms wird die
Warteschlange entfernt. (hge)
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr
vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links"
nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst
unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.