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Erschienen in EasyLinux 10/2003

TurboPrint in wenigen Minuten einrichten

Mit Tempo drucken

von Hans-Georg Eßer


Alle Linux-Distributionen bringen eine große Auswahl von Druckertreibern mit -- doch nicht jeder Drucker ist damit zur optimalen Zusammenarbeit zu bewegen. In unserem Druckertest lieferten viele Geräte mit Hilfe des kommerziellen TurboPrint-Pakets bessere Druckergebnisse.

TurboPrint enthält optimierte Druckertreiber für viele Tintenstrahldrucker (vor allem Geräte von Canon, Epson und HP, daneben auch einige Brother-Drucker) -- die Software muss aber registriert werden, um wirklich brauchbar zu sein: Ohne Registrierung wird jede Druckseite mit einem TurboPrint-Logo "verziert". Trotzdem ist es sinnvoll, TurboPrint in der nicht-lizenzierten Version auszuprobieren: So können Sie die Druckqualität mit der eines vielleicht schon in der Distribution vorhandenen Treibers vergleichen.

Download

  1. Öffnen Sie einen Web-Browser und geben Sie die Adresse http://www.turboprint.de ein.
  2. Klicken Sie im Menü auf Download.
  3. Es erscheint eine neue Seite, in der Sie angeben können, wie Sie von TurboPrint erfahren haben -- wenn Sie mögen, wählen Sie dort unter Wo den Eintrag Empfehlung, dann unter Zeitschrift den Eintrag Andere und geben schließlich im Feld Andere EasyLinux als Quelle an.
  4. Das Feld Prozessorarchitektur belassen Sie auf der Voreinstellung Intel/AMD, und im letzten Feld Ihr Drucker geben Sie Hersteller und Typ Ihres Druckers an: Dies ist das einzige Feld, das ausgefüllt werden sollte, weil anzunehmen ist, dass die TurboPrint-Programmierer es auswerten und entsprechende Energien in die Treiber für Geräte stecken, die am häufigsten nachgefragt werden.

  5. Klicken Sie auf Download, um zur nächsten Seite zu gelangen. Dort klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Link zu turboprint-1.83-1.i386.rpm (oder gegebenenfalls einer neueren Version) und wählen aus dem Kontextmenü das Speichern der Datei. Legen Sie diese direkt in Ihrem Home-Verzeichnis ab.

Installation

Das TurboPrint-Paket passt für alle von EasyLinux unterstützten Distributionen, Sie können es ohne Probleme unter SuSE Linux 8.1/8.2 und Red Hat Linux 8.0/9 installieren. Wir beschreiben die nötigen Schritte in den folgenden Abschnitten.

Installation unter SuSE Linux 8.1 und 8.2

  1. Unter SuSE Linux öffnen Sie ein Konqueror-Fenster, navigieren in das Home-Verzeichnis und klicken die RPM-Datei an. In der folgenden Ansicht klicken Sie dann auf Installiere Paket mit YaST.
  2. Da die Installation eines RPM-Pakets Administratorrechte benötigt, werden Sie nun aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben. Bei der Eingabe werden an Stelle der Zeichen nur Sternchen angezeigt.
  3. War das Passwort korrekt, startet nun die Software-Installationskomponente von YaST und installiert das TurboPrint-Paket.

Installation unter Red Hat Linux 8 und 9

  1. Auch unter Red Hat Linux lässt sich das Paket leicht über den Datei-Manager installieren. Öffnen Sie unter KDE ein Konqueror- bzw. unter GNOME ein Nautilus-Fenster und doppelklicken Sie auf das TurboPrint-RPM-Paket in Ihrem Home-Verzeichnis. Auch hier wird zunächst das Root-Passwort abgefragt, das Sie im entsprechenden Dialog eingeben können.
  2. Danach wird zunächst geprüft, ob das Paket noch weitere Pakete benötigt (was nicht der Fall ist). Nach Abschluss dieser Überprüfung klicken Sie auf Weiter.
  3. Dann wird das Paket installiert, womit die Installation von TurboPrint abgeschlossen ist.

TurboPrint konfigurieren

Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort den Befehl

kdesu xtpsetup

ein. Zunächst wird wieder das Root-Passwort abgefragt: Auch die Druckerkonfiguration ist ein Job für den Administrator.

  1. Im ersten Schritt stellen Sie die Sprache ein: Wählen Sie aus der Dropdown-Box den Eintrag Deutsch und bestätigen Sie mit OK. Die Spracheinstellungen merkt sich das Programm und fragt Sie bei künftigen Starts nicht mehr danach.

  2. Im nächsten Schritt können Sie einstellen, welches Programm zur Anzeige der Hilfedateien verwendet wird; belassen Sie es ruhig bei der Voreinstellung (Konqueror), Sie werden die Hilfe meist nicht benötigen. Außerdem können Sie die Software hier registrieren, wenn Sie einen Lizenzschlüssel erworben haben. Auch dieses Fenster erscheint bei einem erneuten Start des Programms nicht mehr. Klicken Sie wieder auf OK.

  3. Jetzt wird die Liste der mit TurboPrint eingerichteten Druckerwarteschlangen angezeigt: Beim ersten Start ist sie leer. Warteschlangen, die Sie bereits über Ihr Distributions-Tool (z. B. YaST) eingerichtet haben, lässt TurboPrint in Ruhe; es zeigt sie weder an noch wird es sie löschen. Sie können also auch andere Druckertreiber neben TurboPrint weiter verwenden. Klicken Sie auf Neu, um einen neuen Drucker zu konfigurieren.

  4. Die Liste, die TurboPrint nun anzeigt, enthält in Version 1.83 insgesamt 171 Treiber. Wählen Sie Ihren Drucker in der Liste aus. Sollte Ihr Modell nicht aufgeführt sein, versuchen Sie es mit einem Modell mit ähnlicher Typbezeichnung. Nach Markieren des Eintrags klicken Sie wieder auf OK.

  5. Es öffnet sich ein weiterer Dialog, der einige Einstellungen der neuen Druckerwarteschlange anzeigt. Die meisten Werte können Sie unverändert übernehmen, lediglich das Feld Anschluß sollten Sie überprüfen: Vorausgewählt ist der Gerätedateiname /dev/lp0. Über solche Gerätenamen werden unter Linux fast alle Geräte angesprochen, und lp0 und lp1 bezeichnen Drucker, die am Parallelport angeschlossen sind. Wahrscheinlicher ist, dass Sie einen USB-Drucker verwenden -- solche Drucker verwenden Gerätenamen der Form /dev/usb/lp0 oder /dev/usblp0. (Ob "usb/lp0" mit oder ohne trennenden Schrägstrich geschrieben wird, hängt von der Linux-Distribution ab.) Im Falle eines USB-Druckers ersetzen Sie also /dev/lp0 durch einen USB-Eintrag. Nur wenn Sie mehrere USB-Drucker gleichzeitig verwenden, kann der Name statt ...lp0 auch ...lp1 usw. sein.

    Klicken Sie dann wieder auf OK. Sie können später in diesen Dialog zurückkehren, falls Sie die falsche Gerätedatei ausgewählt haben und der Drucker nicht angesprochen werden kann.

  6. Die Einrichtung ist an dieser Stelle bereits beendet. TurboPrint fragt noch, ob Sie eine Testseite ausgeben möchten. Das ist sinnvoll, weil Sie so eine Fehlkonfiguration erkennen und direkt beheben können, ohne das Programm neu starten zu müssen. Die Druckerübersicht enthält nun einen Eintrag für das gerade konfigurierte Gerät.

TurboPrint vergibt für seine Druckerwarteschlangen Namen der Form tp0, tp1 usw. Wenn Sie nur mit TurboPrint einen Drucker einrichten, brauchen Sie sich über die spätere korrekte Ansteuerung aus einer Anwendung heraus keine Gedanken zu machen, da ein einziger Drucker auch stets zum Standarddrucker wird. Haben Sie dagegen neben den TurboPrint-Warteschlangen noch weitere Konfigurationen (über YaST oder redhat-config-printer) eingerichtet, benötigen Sie bei einigen Programmen im Druckdialog diese Warteschlangenkennung.

Und wieder weg

Falls die Druckqualität mit TurboPrint nicht besser als mit einem der Standardtreiber Ihrer Distribution ist, können Sie die neue Warteschlange über das TurboPrint-Dienstprogramm auch wieder entfernen; dazu rufen Sie es wie vorher durch Eingabe von kdesu xtpsetup in einem Schnellstartfenster auf, markieren den Druckereintrag, klicken auf Löschen und bestätigen mit OK. Mit dem Verlassen des Setup-Programms wird die Warteschlange entfernt. (hge)

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