![]() |
|
||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
von Andrea Müller
Solange Sie nur Software vom Installationsmedium Ihrer Distribution einspielen, reichen die vorhandenen Paketverwaltungsprogramme aus. Problematisch wird es, wenn Sie sich ein Programm aus dem Internet herunterladen, zum Beispiel von unserer Homepage. Unter Red Hat Linux können Sie sich den Inhalt des Pakets und die Beschreibung nicht einmal anzeigen lassen, und SuSE Linux hat einen Fehler in der im Konquerorer eingebetteten Funktion Installiere Paket mit YaST: Existiert ein gleichnamiges Paket neuerer Version auf den Distributions-CDs, fordert YaST immer wieder das Installationsmedium an und installiert das veraltete Paket. Wer keine Software-Installationen auf der Kommandozeile mag, für den ist KPackage eine leistungsfähige Alternative. (Einen Workaround für den YaST-Bug finden Sie übrigens auch auf Seite 73.)
KPackage befindet sich unter SuSE Linux im Paket kdeadmin, das noch einige weitere Tools zur Systemadministration enthält. Mit wenigen Mausklicks spielen Sie die Software ein:
Starten Sie YaST über den Eintrag System / YaST2 des K-Menüs und geben Sie das root-Passwort ein.
Wählen Sie in der linken Auswahlliste den Punkt Software und klicken Sie auf der rechten Seite auf Software installieren oder löschen.
Stellen Sie im Dropdown-Feld links oben Suche ein und schreiben Sie kdeadmin in das Feld für den Suchbegriff. Klicken Sie nun auf Suche.
YaST präsentiert Ihnen die Suchergebnisse in der rechten Fensterhälfte. Setzen Sie ein Häkchen vor kdeadmin3 und klicken Sie auf Akzeptieren.
YaST installiert das Paket und bringt die Systemdateien auf den neuesten Stand. Beenden Sie nun das Konfigurationsprogramm über den Schließen-Button. Sie finden das praktische Tool danach unter dem Punkt System / Konfiguration / KPackage im K-Menü.
Zwar gibt es auch unter Red Hat Linux ein kdeadmin-Paket, leider aber ohne KPackage. Der Distributor hat alle grafischen Paketverwaltungsprogramme aus seiner Software-Zusammenstellung entfernt. Das soll für Sie kein Hinderungsgrund sein: Laden Sie sich einfach das KPackage-Paket von der EasyLinux-Download-Seite (http://www.easylinux.de/Download) herunter. So gehen Sie vor, um KPackage zu installieren:
Öffnen Sie über das Icon Persönliches Verzeichnis auf dem Desktop einen Datei-Manager und navigieren Sie in den Speicherordner des heruntergeladenen RPM-Pakets.
Klicken Sie doppelt auf die Datei und geben Sie im Authentifizierungsfenster das root-Passwort ein.
Das Programm redhat-install-packages überprüft, ob noch weitere Software zum Betrieb von KPackage nötig ist. Sofern Sie KDE installiert haben, sollte das nicht der Fall sein.
Danach wird das grafische Frontend für die Software-Verwaltung installiert. Im K-Menü reiht es sich als Extras / Systemtools / KPackage ein. Falls Sie Red Hat Linux 9.0 benutzen, finden Sie es unter Systemtools / Weitere Systemtools / KPackage.
Starten Sie das Programm über das K-Menü oder geben Sie in einem Schnellstartfenster ([Alt-F2]) kpackage ein. Anders als bei den Paketverwaltungsprogrammen Ihres Distributors müssen Sie kein root-Passwort angeben. KPackage fordert es erst bei Bedarf an. Der Start des Programms dauert ein wenig, da das Programm zunächst die Paketdatenbank einliest. Passen Sie zuerst die Einstellungen von KPackage an: Öffnen Sie den Konfigurationsdialog über Einstellungen / KPackage einrichten und entfernen Sie auf der Registerkarte Typen die Häkchen bei allen Paketformaten außer RPM (Abbildung 1). Obwohl KPackage auch andere Paketformate, wie etwa .deb-Dateien für die Debian-Distribution, kennt, können Sie solche Pakete auf Ihrem System nicht installieren. Indem Sie KPackage das mitteilen, beschleunigen Sie die künftige Arbeit des Tools.
Nun können Sie nach Herzenslust die installierte Software durchstöbern. Die linke Fensterhälfte von KPackage zeigt alle Pakete Ihres Systems in einer Baumstruktur an. Bei den Ordnersymbolen handelt es sich um Kategorien, die eine ungefähre Vorstellung davon geben, wozu die Software in dieser Gruppe gut ist. Klicken Sie ein Paket an, erscheint in der rechten Fensterhälfte eine Beschreibung (Abbildung 2), und auf der Registerkarte Dateiliste informiert KPackage über die einzelnen Dateien des Pakets. Ein grünes Häkchen vor einer Datei zeigt, dass sie seit der Installation nicht verändert wurde. Klicken Sie eine der Dateien an, öffnet das Programm sie mit einer passenden Anwendung oder präsentiert Ihnen einen Dialog, in dem Sie eine Anwendung auswählen können.
Ein bestimmtes Paket finden Sie über den Menüpunkt Datei / Paket suchen. Im Suchdialog reicht es aus, nur einen Teil des Paketnamens anzugeben. Mit Datei / Datei suchen durchforsten Sie Ihr System nach einer bestimmten Datei -- das kann aber ziemlich lange dauern.
KPackage erledigt nicht nur Verwaltungsaufgaben, das Tool kümmert sich auch um den handwerklichen Teil, die Installation neuer Software.
Klicken Sie auf Datei / Öffnen und navigieren Sie in das Verzeichnis, in dem das RPM-Paket liegt. Markieren Sie es und klicken Sie auf OK. Die KPackage-Version für Red Hat Linux 8.0 hat hier einen kleinen Bug: Zunächst passiert nichts. Wählen Sie einfach erneut Datei / Öffnen, dann öffnet sich ein Installationsfenster mit dem zuvor ausgewählten Paket. Sie umgehen das Problem auch, wenn Sie ein RPM-Paket direkt aus dem Datei-Manager heraus öffnen, wie im Tipp Installation über Konqueror beschrieben.
Klicken Sie im geöffneten Installationsfenster auf Installieren und geben Sie bei der folgenden Abfrage Ihr root-Passwort ein. KPackage spielt das Paket ein, und in der linken Fensterhälfte des Programms ändert sich das Icon des Pakets von einem N (für neu) zu einem kleinen Paket. Möchten Sie zuvor lieber einen Probelauf durchführen, setzen Sie einen Haken vor Test (keine Installation) und klicken erst dann auf Installieren. In der rechten Fensterhälfte lesen Sie nach, ob die Installation erfolgreich gewesen wäre, oder ob noch weitere Pakete benötigt werden. Ein abschließendes RESULT=0 heißt soviel wie "alles in Ordnung".

| Tipp: Installation über Konqueror |
|
Sie können neue RPM-Pakete auch aus dem Datei-Manager Konqueror heraus öffnen. Klicken Sie dafür eine Datei mit der Endung .rpm mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Öffnen mit / KPackage. |
| Tipp: Viele auf einen Streich |
|
Haben Sie ein Verzeichnis in dem mehrere Pakete liegen, fügen Sie dieses Verzeichnis als Installationsquelle zu KPackage hinzu. Schritt 1Öffnen Sie den Einstellungsdialog über Einstellungen / KPackage einrichten. Schritt 2Klicken Sie auf der Registerkarte Typen in der Kategorie RPM auf die Schaltfläche Speicherort von Paketen. Schritt 3Im sich öffnenden Dialog können Sie mehrere Speicherorte für Pakete definieren. Klicken Sie auf die erste Schaltfläche mit drei Punkten und wählen Sie das Verzeichnis, in dem die Pakete liegen. Markieren Sie die Checkbox vor Benutzen und eventuell die vor Unterverzeichnisse -- wenn KPackage auch dort nach Paketen suchen soll. Schritt 4Schließen Sie den Dialog und die Konfiguration von KPackage durch Klick auf OK. Drücken Sie nun die Taste [F5], damit KPackage das neue Verzeichnis einliest. Unter der Registerkarte Verfügbare (unter SuSE Linux 8.2 und Red Hat Linux 9.0 ist der Reiter mit Neue beschriftet) finden Sie jetzt die Pakete des neu hinzugefügten Verzeichnisses. Schritt 5Setzen Sie in der Spalte Markieren (unter SuSE Linux 8.2 und Red Hat Linux 9.0 Auswählen) einen Haken hinter alle Pakete, die Sie einspielen wollen und starten Sie die Installation über den Button Markierte Pakete installieren (Ausgewählte Pakete installieren unter SuSE Linux 8.2 und Red Hat Linux 9.0). |
Nicht immer funktioniert die Installation so problemlos. Nur zu oft meldet KPackage im rechten Teil des Installationsfensters, dass Ihnen eine Datei fehlt, um die Software einzuspielen. Das Programm hilt aber auch, sich im Dschungel der Abhängigkeiten zurechtzufinden. Vielleicht verbirgt sich das fehlende Paket ja sogar auf Ihren Installations-CDs. So finden Sie es heraus:
Legen Sie Ihr Installationsmedium ein und mounten Sie es über einen Klick auf das entsprechende Desktop-Symbol. Weisen Sie Kpackage an, auch dort nach Paketen zu suchen. Gehen Sie dabei so vor, wie im Tipp Viele auf einen Streich beschrieben. Welches Verzeichnis Sie angeben müssen, finden Sie heraus, indem Sie das Symbol zum Einhängen des Laufwerks auf dem Desktop mit der rechten Maustaste anklicken und dort Eigenschaften wählen. Das Verzeichnis, das auf der Registerkarte Gerät hinter Mount-Punkt steht, müssen Sie bei der Konfiguration von KPackage als Verzeichnis eintragen.
Wechseln Sie in KPackage auf die Registerkarte Verfügbare bzw. Neue und suchen Sie nach der fehlenden Datei oder dem fehlenden Paket. Markieren Sie das Ergebnis der Suche mit einem Haken in der Spalte Markieren bzw.Auswählen und lösen Sie so nacheinander die Abhängigkeiten des neuen Pakets auf.
Markieren Sie zuletzt noch Ihr neues Paket und klicken Sie auf Markierte Pakete installieren bzw. Ausgewählte Pakete installieren. KPackage erkennt die Abhängigkeiten durch die zusätzlich zu installierenden Pakete als erfüllt und spielt die Software ein.
Führt auch das nicht zum Erfolg, haben Sie möglicherweise ein Paket erwischt, das nicht zu Ihrer Distribution passt, oder Sie müssen im Internet nach dem fehlenden Paket suchen. Solange Sie Software von Ihrem Distributor oder aus dem EasyLinux-Download-Bereich verwenden, sollten Sie keine unlösbaren Probleme mit Abhängigkeiten bekommen.
Die Deinstallation eines Programms mit KPackage ist ebenfalls schnell erledigt:
Markieren Sie auf der Registerkarte Installierte das Paket, das Sie loswerden wollen.
Klicken Sie nun auf die Schaltfläche Deinstallieren und geben Sie Ihr Administrator-Passwort ein.
Entfernen Sie die Software über einen Klick auf Deinstallieren.
Sie brauchen keine Angst zu haben, dabei etwas kaputt zu machen: KPackage überprüft in der Standardeinstellung, ob nicht ein anderes Programm dieses Paket benötigt. Sie sollten daher unter keinen Umständen das Häkchen vor der Option Abhängigkeiten überprüfen entfernen: Wenn Sie danach für das System wichtige Pakete löschen, kann Ihr Linux-System unbrauchbar werden. (fan)
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.
Druckerfreundliche Version |
Feedback zu dieser Seite |
Datenschutz |
© 2012 Linux New Media AG |
Last modified: 2007-01-25 16:30
[Linux-Magazin]
[LinuxUser]
[Linux-Community]
[Admin-Magazin]
[Ubuntu User]
[Smart Developer]
[Linux Events]
[Linux Magazine]
[Ubuntu User]
[Admin Magazine]
[Smart Developer]
[Linux Magazine Poland]
[Linux Community Poland]
[Linux Magazine Brasil]
[Linux Magazine Spain]
[Linux Technical Review]