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Erschienen in EasyLinux 10/2003

PS und PDF

Im Auge des Betrachters

von Heike Jurzik


Über PostScript- und PDF-Dateien stolpert man im WWW immer wieder. Mit den richtigen Werkzeugen lassen sich diese plattformunabhängigen Formate im Browser eingebettet oder in externen Programmen betrachten. Wir stellen zwei Tools vor, die PostScript- und PDF-Dateien anzeigen und erklären, wie Sie selbst solche Dokumente erstellen.

Mit dem Portable Document Format (PDF) und PostScript gibt es zwei plattform- und geräteunabhängige Formate, die im Internet weite Verbreitung finden. Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Formaten ist, dass sie das Layout von Dokumenten unabhängig vom Ausgabemedium festlegen. Daher eignen sich beide Formate hervorragend für jegliche Art von Dokumentation -- egal, auf welchem Computer unter welchem Betriebssystem: Die Datei sieht immer gleich aus.

PostScript ist eine Seitenbeschreibungssprache. Unabhängig von speziellen Druckertreibern lässt sich ein .ps-Dokument auf jedem beliebigen PostScript-Gerät ausgeben. Dazu gehören Drucker und natürlich Programme zum Betrachten am Bildschirm (so genannte Viewer). Auf dem PostScript-Format aufsetzend entwickelte Adobe einen weiteren Standard für den Austausch von Dokumenten: Seit 1996 bietet PDF in Version 3.0 eine Reihe nützlicher Funktionen, wie z. B. eingebettete Verknüpfungen (Links) zu anderen Stellen im Dokument oder anderen Dateien. Unter KDE stehen mehrere Tools zum Betrachten und Ausdrucken zur Verfügung -- wir stellen zwei davon vor.

Adobe Acrobat Reader

Der Acrobat Reader wird bei SuSE Linux 8.2 und 8.1 in Version 5.0.5 mitgeliefert; Red-Hat-Benutzer müssen das Programm nachinstallieren. Dazu gehen Sie wie folgt vor:

  1. Starten Sie den Konqueror und gehen Sie auf die Seite http://dag.wieers.com/packages/acroread/; dort liegen fertige Pakete für Red Hat Linux 8.0 und 9.
  2. Klicken Sie mit der Maus zunächst auf das acroread-Paket für Ihre Distribution, Red Hat fragt dann: "http://dag.wi...rpm" mit "Install Packages" öffnen?; klicken Sie auf Öffnen.
  3. Nach dem Download erfolgt die Abfrage des root-Passworts, und das System bereitet das Paket zur Installation vor.
  4. Verfahren Sie genauso mit dem auf der gleichen Seite zu findenden Browser-Plugin für Mozilla, wenn Sie den PDF-Viewer als Plugin verwenden möchten.
  5. Starten Sie im Zweifelsfall die KDE-Sitzung neu, um die Menü-Einträge zu aktualisieren.

Das Programm starten Sie entweder über das K-Menü (Büroprogramme/Ansicht/Acrobat Reader bei SuSE Linux 8.1 und 8.2; Grafik/Adobe Reader bei Red Hat Linux 8.0 und 9) oder mit [Alt-F2] und Eingabe von acroread. Leider ist die Software für Linux derzeit nur in englischer Sprache verfügbar; die selbst erklärenden Symbole und die große Funktionalität sollten darüber aber hinwegtrösten. Abbildung 1 zeigt den Reader mit der programmeigenen englischen Hilfe, die als PDF-Dokument mitgeliefert wird. Nach dem Start des Readers lässt sich diese Anleitung über Help/Reader Help öffnen.

Abb. 1: Ausführliches Manual, wenn auch nur in Englisch -- der Acrobat Reader.

Über File/Open... wählen Sie im neu aufgehenden Fenster eine Datei aus. Alternativ erscheint dieser Dialog über die Tasten-Kombination [Strg-O] oder über das kleine Symbol ganz links, das wie ein aufklappender Ordner aussieht. Wie fast alle grafischen Tools lässt sich der Reader über das Menü, Tastaturkürzel oder die Symbole auf der Leiste direkt unter dem Menü bedienen. Diese kleinen Icons starten die wichtigsten Funktionen des Programms per Mausklick. Wenn Sie den Mauszeiger über ein solches Symbol bewegen, sollte ein kurzer Hilfetext in der Nähe der Schaltfläche erscheinen. Tabelle 1 erklärt die wichtigsten Icons, die dazu passenden Tastaturkürzel und die Bedeutung der englischen Menü-Einträge.

Tabelle 1: Acrobat Reader -- Symbole, Tasten oder Menü?
Icon (Symbol) Tastatur-Shortcut Menü-Eintrag Bedeutung
[Strg-O] File/Open... Öffnet eine Datei.
[Strg-Umsch-S] Save A Copy... Speichert die aktuell geöffnete PDF-Datei unter anderem Namen.
[Strg-P] Print... Öffnet den Druckdialog, hier können weitere Einstellungen vorgenommen werden.
[Strg-F] Edit/Find... Startet die Suchfunktion.
[F5], [F6] Window/Thumbnails und/oder Window/Bookmarks Schaltet das Navigations-Panel links an und aus; dort wählen Sie per Mausklick aus, ob Sie Thumbnails (Vorschau einer Seite in Daumennagelgröße) oder Bookmarks (Lesezeichen) zur Navigation nutzen. [F5] wechselt zwischen Bookmarks und Vollfenster; [F6] zwischen Thumbnails und Vollfensteranzeige.
[Strg-Umsch-Bild hoch] Document/First Page Springt zur ersten Dokumentseite.
[Alt-Pfeil links] Document/Previous Page Eine Seite zurück.
[Alt-Pfeil rechts] Document/Next Page Eine Seite vor.
[Strg-Umsch-Bild runter] Document/Last Page Springt zur letzten Dokumentseite.
[Strg-Pfeil links] Document/Go To Previous View Der Reader "merkt" sich in einer History, welche Seiten Sie sich in welcher Darstellungsgröße angeschaut haben; diese Funktion bringt Sie in dieser History einen Schritt zurück.
[Strg-Pfeil rechts] Document/Go To Next View Springt in der History einen Schritt vor.
keine Tasten-Kombination kein Menü-Eintrag Ist die kleine Hand aktiviert, können Sie mit der linken Maustaste nach einer Seite "greifen", um sie im Fenster zu verschieben.
keine Tasten-Kombination kein Menü-Eintrag Aktiviert die Lupe; mit dieser können Sie ins Fenster klicken, um die Darstellung zu vergrößern. Der kleine Pfeil daneben klappt das Menü auf. Dort finden Sie auch eine Lupe mit Minus-Zeichen, um die Dokumentansicht zu verkleinern. Wird beim Klicken die [Strg]-Taste gedrückt, geht die Größenänderung jeweils in die umgekehrte Richtung.
keine Tasten-Kombination kein Menü-Eintrag Das Textwerkzeug; aktiviert lassen sich damit Textteile in die Zwischenablage kopieren. Im Kontextmenü (Pfeil nach unten klicken) findet sich ein Text-Tool, das spaltenweise in den Zwischenspeicher kopiert.
keine Tasten-Kombination kein Menü-Eintrag Mit diesem Tool können Sie Grafikelemente aus einem PDF-Dokument in die Zwischenablage kopieren. Ziehen Sie nach Aktivierung des Symbols einen Rahmen um die Grafik, kopieren Sie diese mit [Strg-C] in die Zwischenablage. In einigen anderen Programmen, z. B. KPaint, fügt [Strg-V] diesen Puffer dann wieder ein.
[Strg-Minuszeichen] View/Zoom Out Schrittweises Verkleinern der Textdarstellung. Je nach Tastenbelegung muss für diese Funktion die [Num Lock]-Taste des Ziffernblocks ausgeschaltet sein.
[Strg-M] View/Zoom To... Darstellungsgröße darf direkt in Prozent angegeben werden; der kleine Pfeil öffnet ein Menü nach unten mit voreingestellten Werten.
[Strg-Pluszeichen] View/Zoom Out Schrittweises Vergrößern der Textdarstellung. Eventuell muss für diese Funktion die [Num Lock]-Taste des Ziffernblocks ausgeschaltet sein.
[Strg-1] View/Actual Size Setzt den Zoom-Faktor auf 100 Prozent. Eventuell muss die [Num Lock]-Taste deaktiviert sein.
[Strg-0] View/Fit in Window Ganze Seite des Dokuments passt ins Fenster. Eventuell muss die [Num Lock]-Taste deaktiviert sein.
[Strg-2] View/Fit Width Zoom-Faktor wird an Fensterbreite angepasst. Eventuell muss die [Num Lock]-Taste deaktiviert sein.
[Strg-Umsch-Pluszeichen] View/Rotate Clockwise Rotiert im Uhrzeigersinn; klappt man das Menü nach unten auf oder drückt [Strg-Umsch-Minuszeichen], geht es gegen den Uhrzeigersinn.
keine Tasten-Kombination kein Menü-Eintrag Führt zur Adobe-Homepage; falls noch kein Browser definiert ist, kann dieser nun definiert werden (siehe Abschnitt zu "Links").

Die Icons sind auf der Leiste in Gruppen eingeteilt und lassen sich verschieben. Klicken Sie dazu auf den senkrechten Strich neben einer solchen Gruppe und ziehen Sie die Box an eine andere Stelle ins Fenster oder aus dem Reader hinaus auf den Desktop.

Unter den Menüleisten teilt sich das Fenster: Links finden Sie eine Spalte mit Bookmarks (Lesezeichen) bzw. Thumbnails (deutsch "Daumennagel") der Dokumentseiten (sofern diese bei Erstellung des PDFs miterzeugt wurden). Soll die Navigationsansicht ausgeblendet werden, klicken Sie auf das entsprechende Icon (Tabelle 1) oder drücken [F6]. Auf der rechten Seite ist das geöffnete Dokument zu sehen. Die Statuszeile unter dem Dokument enthält schließlich noch einige Informations-, Navigations- und Darstellungs-Buttons:

Um sich im Dokument zu bewegen, stehen Ihnen Maus und Tastatur zur Verfügung. Entweder über die Scroll-Leisten oder über die in Tabelle 1 gezeigten Pfeile lässt sich mit der Maus navigieren. Alternativ stehen Ihnen die [Pfeil hoch]- und [Pfeil runter]-Tasten für kleine Schritte, oder [Bild hoch] und [Bild runter] für seitenweises Scrollen zur Verfügung.

Was den Acrobat Reader von anderen PDF-Viewern unterscheidet, sind externe und interne Links in Dokumenten. Diese Verknüpfungen funktionieren ähnlich wie in HTML-Seiten. Fahren Sie mit der Maus über einen Link, verändert sich der Zeiger und sieht nun wie eine kleine Hand mit ausgestrecktem Finger aus (Abbildung 1). Links in PDF-Dateien dürfen intern auf Abschnitte, Seiten usw. im Dokument oder extern auf HTML-Seiten sowie andere über das Internet erreichbare PDF-Dateien verweisen. Wenn Sie unter Edit/Preferences/Weblink... den Acrobat Reader entsprechend konfigurieren, öffnet sich bei Klick auf einen Web Link die entsprechende URL im Browser bzw. im Falle einer weiteren PDF-Datei im Acrobat Reader. Tragen Sie dazu im Konfigurationsdialog im Feld Web Browser Application Folgendes ein:

Für Mozilla sehen die Einstellungen entsprechend aus:

Wichtig ist, dass Sie auf jeden Fall den kompletten Pfad zum Programm (also /usr/X11R6/bin/mozilla statt einfach mozilla) angeben, da der Reader sonst Probleme hat, den Browser zu finden. Weicht Ihre Installation vom Standard ab und das gewünschte Tool befindet sich nicht im angegebenen Verzeichnis, steht Ihnen im K-Menü unter Dateien suchen ein Hilfsprogramm zur Seite, mit dem Sie den richtigen Aufenthaltsort des Programms finden können. Acrobat Reader muss anschließend neu gestartet werden.

Multitalent KGhostView

Sie finden KGhostView im K-Menü unter Büroprogramme/Ansicht (SuSE Linux), unter Extras/Grafik/PS/PDF-Betrachter (Red Hat Linux 8.0) oder unter Grafik/Weitere Grafik-Applikationen/PS/PDF-Betrachter (Red Hat 9). Alternativ starten Sie das Programm über die Tastenkombination [Alt-F2] und geben dann kghostview ein. Das Tool zeigt beide Formate (PDF und PostScript) an -- mit einer Einschränkung: Während bei SuSE Linux 8.2 (KDE 3.1.1, KGhostView 0.13.2), Red Hat 8.0 (KDE 3.0.3, KGhostView 0.13.1) und Red Hat 9 (KDE 3.1, KGhostView 0.13.2) PostScript-Dateien problemlos angezeigt werden, gibt SuSE Linux 8.1 (KDE 3.0.3, KGhostView 0.13.1) die Fehlermeldung aus: Ghostscript ließ sich nicht starten.... Auch bei PDF-Dateien kann es Probleme geben, wenn die Ghostscript-Optionen nicht richtig konfiguriert sind. Arbeiten Sie mit SuSE Linux 8.1, gehen Sie auf Einstellungen/KGhostView einrichten. Unter Ghostscript sollten folgende Einträge stehen:

Rufen Sie Datei/Öffnen auf (oder klicken Sie auf das Ordner-Symbol links) und wählen Sie ein PostScript- oder PDF-Dokument aus. Praktisch: Wenn bei einigen KGhostView-Versionen (SuSE 8.2, Red Hat 8.0) die Checkbox Autom. Vorschau angeklickt ist, sehen Sie die erste Seite des Dokuments als Thumbnail im Feld neben der Dateiliste.

Genau wie im Acrobat Reader lassen sich die wichtigsten Funktionen in KGhostView schnell per Tastenkombination oder Mausklick aufrufen (Tabelle 2). KGhostView bietet nicht die Vielfalt der Navigationsmöglichkeiten, wie sie der Acrobat Reader hat, dafür haben Sie in diesem Programm die Möglichkeit, Seiten einzeln oder gruppenweise zu markieren. Klicken Sie entweder mit der Maus links im Navigationsbereich auf den kleinen Punkt vor der Seitenzahl oder verwenden Sie das Menü Seitenmarkierungen: Dort dürfen Sie bestimmen, ob Sie alle oder keine, gerade oder ungerade Seiten markieren oder eine bereits vorhandene Auswahl wieder löschen wollen. Die ausgewählten Dokumentseiten lassen sich z. B. über das Menü Datei/Drucken... ausdrucken oder in eine neue Datei speichern. Abbildung 2 zeigt den ausgeklappten Druckdialog -- die vorher markierten Seiten werden automatisch ausgewählt. Wenn Sie bei als Dateinamen In Datei drucken (PDF) oder In Datei drucken (PostScript) wählen, erhalten Sie die markierten Seiten als neues Dokument. So können Sie etwa ein wichtiges Kapitel aus einem als PDF-Datei vorliegenden Buch separat verwenden.

Abb. 2: Markierte Seiten aus KGhostView drucken.

Tabelle 2: KGhostView -- Abkürzungen
Icons (Symbole) Tastatur-Shortcut Menü-Eintrag Bedeutung
[Strg-O] Datei/Öffnen... Öffnet eine Datei.
[Strg-P] Datei/Drucken... Öffnet den Druckdialog.
[Strg-+] Ansicht/Vergrößern Schrittweises Vergrößern der Textdarstellung. Auf einigen Tastaturen muss für diese Funktion die [Num Lock]-Taste des Ziffernblocks ausgeschaltet sein.
[Strg--] Ansicht/Verkleinern Schrittweises Verkleinern der Textdarstellung. Auf einigen Tastaturen muss für diese Funktion die [Num Lock]-Taste des Ziffernblocks ausgeschaltet sein.
[Bild hoch] Ansicht/Vorige Seite Eine Seite zurück.
[Bild runter] Ansicht/Nächste Seite Eine Seite vor.
[Strg-Pos1] Ansicht/Erste Seite Springt zur ersten Dokumentseite.
[Strg-Ende] Ansicht/Letzte Seite Springt zur letzten Dokumentseite.
keine Tasten-Kombination Ansicht/Gehe zu Seite Öffnet einen Dialog, in den eine Seitenzahl eingegeben werden darf. (Nur bei SuSE Linux 8.2 und Red Hat 9 vorhanden)

Gut gebettet browst sich besser...

Die meisten Browser bieten heutzutage eine Möglichkeit, PDF- oder PostScript-Dateien automatisch mit einem Betrachter Ihrer Wahl zu öffnen -- eingebettet ins Browser-Fenster oder in einem separaten Programmfenster. Eine Software, die eingebunden in eine andere Anwendung neue Dienste bereitstellt, nennt man Plugin (der englische Begriff "to plug in" bedeutet "einstöpseln, einstecken"). Für PDF- oder PostScript-Viewer heißt das, sie starten im Browser-Fenster, wenn man einem Link zu einer .ps- oder .pdf-Datei folgt (Abbildung 3).

Abb. 3: Eingebettet -- der Acrobat Reader im Konqueror.

Der Konqueror definiert den Standard-PDF-Viewer über Dateizuordnungen: Gehen Sie auf Einstellungen/Konqueror einrichten.... Dort finden Sie unter Dateizuordnungen unter application/pdf den Eintrag zu PDF-Dateien (Abbildung 4). In der Rangfolge ausführender Programme markieren Sie den Eintrag Acrobat Reader mit der Maus und klicken dann rechts daneben auf Nach oben, bis er ganz oben in der Liste steht. Falls gewünscht, kann in der dahinterliegenden Registerkarte Einbetten definiert werden, ob der Reader eingebettet als Plugin oder im neuen Fenster starten soll. Nach dem Konqueror-Neustart sollten PDF-Files nun automatisch im Acrobat Reader starten (Abbildung 3).

Abb. 4: KDE-Dateizuordnung: Acrobat Reader statt KGhostView.

Unter SuSE Linux 8.2 (KDE 3.1.1) und Red Hat 8.0 (KDE 3.0.3-8) gibt es mit dieser Konfiguration Probleme. Folgender Trick hilft weiter: Entfernen Sie die anderen Einträge aus der Liste, so dass nur noch der Acrobat Reader übrig bleibt. Startet dieser immer noch nicht, schauen Sie im Kontrollzentrum nach, was dort unter KDE-Komponenten/Dateizuordnungen (SuSE 8.2 und Red Hat 9) oder Dateianzeige/Dateizuordnungen (Red Hat 8.0) unter dem Punkt application für PDFs eingetragen ist. Sollten da in der Liste, die übrigens genau wie im Konqueror aussieht, wieder andere Anwendungen vor dem Reader stehen, gehen Sie ebenso vor und entfernen alle anderen Einträge. Auf der Registerkarte Einbetten muss zusätzlich Datei in eingebettetem Betrachter anzeigen angeklickt sein, wenn kein neues Fenster geöffnet werden soll.

Für Mozilla sehen die Default-Einstellungen etwas anders aus. PDF-Dateien werden standardmäßig im Acrobat Reader (in einem neuen Fenster) angezeigt (SuSE 8.1 mit Mozilla 1.0.1 und Red Hat 9.0 mit Mozilla 1.2.1 eingebettet im Browser); bei PostScript-Dateien startet unter SuSE 8.2 gv als Plugin im Fenster. SuSE 8.1, Red Hat 8.0 und 9 fragen nach, mit welcher Applikation dieser Dateityp geöffnet werden soll. Sie können das Programm hier einmalig über Choose... wählen. Als Alternative darf im Menü unter Edit/Preferences/Helper Applications eine andere Anwendung ausgesucht werden.

Um KGhostView als Standard-Viewer für PostScript-Dokumente einzustellen, klicken Sie auf New Type.... Bei Description of type: tragen Sie PostScript ein; es handelt sich nur um einen Bezeichner. Unter File extension: steht die Dateiendung (.ps). Als MIME type: wählen Sie application/postscript, und bei Application to use: steht für SuSE 8.1 und 8.2 /opt/kde3/bin/kghostview (mit vollständiger Pfadangabe!) und bei Red Hat 8.0 und 9.0 /usr/bin/kghostview. Um eine solche Konfiguration wieder loszuwerden, klicken Sie auf den Listeneintrag und rechts daneben auf Remove. Stimmt alles, bringt Sie ein Klick auf OK zurück zum Browser, und Sie können die neuen Einstellungen direkt testen.

Do it yourself!

PDF- und PostScript-Dateien können Sie unter Linux mit wenigen Handgriffen selbst erstellen. KDE-Programme bieten Ihnen über Datei/Drucken an, direkt in eine Datei zu drucken. Dabei kann im Auswahldialog (Abbildung 5) zwischen In Datei drucken (PDF) und In Datei drucken (PostScript) gewählt werden.

Abb. 5: "Drucken in Datei" ist ein nützliches Feature, das in alle KDE-Anwendungen integriert ist.

Auch andere Programme, wie z. B. Mozilla oder OpenOffice, lassen sich mit wenigen Handgriffen dazu bringen, PostScript- oder PDF-Dateien zu erzeugen. Dazu greifen Sie am besten auf das Tool kprinter zurück. Für Mozilla sieht das beispielsweise so aus: Klicken Sie im Menü auf File/Print... (alternativ: [Strg-P]). Klicken Sie die Checkbox Printer an, und klicken Sie auf Properties.... Im Feld Print Command tragen Sie nun kprinter ein und bestätigen mit OK. Klicken Sie dann auf Print, erscheint der kprinter-Druckdialog. Hier haben Sie wieder wie im Druckdialog von KDE-Programmen die Wahl zwischen In Datei drucken (PDF) und In Datei drucken (PostScript).

Die Shell bietet mehr

Die beschriebenen Programme sind auf das Anschauen und "Drucken in" PostScript- und PDF-Dateien beschränkt. Linux bietet aber auch komplexe Werkzeuge zum Verändern solcher Dokumente, so lassen sich beispielsweise Seiten in der Größe verändern, mehrere zu einer zusammenfassen etc. -- diese Tools stehen aber nur auf der Kommandozeile zur Verfügung. Wer einen Ausflug in die Shell wagen will, sollte einen Blick in die Manual-Seiten von psnup, psselect, pstops und ps2pdf werfen: Erstere drei stecken im Paket psutils, das meist nicht automatisch installiert wird.

Einige dieser Features können Sie auch über die Feineinstellungen des KDE-Druckdialogs verwenden, so beispielsweise den papiersparenden Druck mehrerer Seiten über Eigenschaften/Seiten pro Blatt. (hge)

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