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Erschienen in EasyLinux 11/2003

Nachrichten

Red Hat nur noch für Betuchte

Der bislang auf dem Weltmarkt führende Linux-Distributor hat -- kurz nachdem er aus dem Boxengeschäft ausgestiegen ist -- angekündigt, unter dem Label "Red Hat" künftig nur noch Produkte für Geschäftskunden zu entwickeln. Die Consumer-Linie solle künftig die freie Entwicklergemeinschaft pflegen, der die Firma zu disem Zweck die Distribution in die Hände legt. Weil in Zukunft nur noch hochpreisige Server- oder spezielle Desktop-Distributionen für Großabnehmer "Red Hat" hießen, solle die freie Version ab jetzt den Namen "Fedora" tragen. Red Hat verspricht sich besseren Ertrag vom Geschäft mit zahlungswilligen Großkunden -- die Knochenarbeit bei der Basisentwicklung dürfen Freiwillige leisten. Es bleibt abzuwarten, mit wechen Mitteln die Firma dann die Kontrolle über die Entwicklung behalten will. Red Hat will auf den Desktop, das hat Alex Pinchev, Präsident fürs Internationale Geschäft, unlängst erklärt. Aber nicht auf das Modell Jerker von Ikea -- es soll schon ein Mahagonischreibtisch sein.

Königlicher PDA

Die Firma Royal http://www.royal.com, ein Tochternehmen der Olivetti-Gruppe, arbeitet an einem neuen PDA. Die Linie unter dem Namen Royal Line@x noch Ende des Jahres -- zuerst in den USA für angepeilte 300 US-Dollar -- verkauft werden.

Ein weiterer Linux-PDA könnte aus Kanada kommen: Die Firma Softfield http://www.softfield.com übernahm vom Ex-Agenda-VR3-Hersteller die Hardware und verkauft jetzt ein neues Geräte unter dem Namen MX7.

Sein Display misst 320x240 Pixel, es hat 32 MByte Hauptspeicher und einen SD-Card-Slot. Ein Erweiterungsschacht bietet Platz für eine Digicam-Karte, einen Compact Flash Reader oder einen Bluetooth-Adapter. Auch der MX7 soll um die 300 US-Dollar kosten. Für Kunden in Europa kommen noch einmal 25 Dollar Versandkosten hinzu.

Opera 7.20 Beta für Linux

Opera gibt es jetzt in Version 7.20 für Linux, FreeBSD und Solaris. Die neue Version soll sogar noch schneller sein als die Vorgänger.

Nachdem die kommerzielle Weiterentwicklung von Netscape weitgehend eingestellt wurde, ist Opera der letzte kommerzielle Browser im Unix-Umfeld.

http://www.opera.com

KDE Autorun

Kaum ist die Musik-CD eingelegt, fängt XMMS schon an, die Songs abzuspielen. Das ist bald keine Zukunftsmusik mehr, denn KDE Autorun läuft schon als Betaversion. Was unter Windows längst zum Standard gehört wird vermutlich schon in der nächsten KDE-Version auch unter Linux funktionieren.

Verschiedenen MIMI-Types lassen sich beliebige Anwendugsprogramm und Aktionen zuordnen. Daten CDs werden auf Wunsch vollatomatisch in den Dateibaum eingehängt.

http://www.kde.org

Knoppix 3.3 released

Knoppix war eigentlich zum Ausprobieren gedacht. Die Live-Distribution, die von CD ein vollständig funktionsfähiges Linux-System startet, ist inzwischen bei einer ganzen Reihe Anwendern beliebt. So sehr, dass so mancher damit produktiv arbeitet. Der Entwickler, Dipl.Ing. Klaus Knopper, hat seinem Knoppix die Möglichkiet mitgegeben, das Sytem fix auf die Festplatte zu speichern. Aus dem Live-System wird dadurch eine vollwertige Installation. Das Debian-basierte Knoppix ist mit den Debian-Paketverwaltungstools erweiterbar und geeignet für fortgeschrittene Anwender. Die bisher schon hervorragende Hardware-Erkennung funktioniert jetzt auch von der Festplatten-Installation aus.

Eine besonders für den Einsatz im Unterricht für Lehrer geeignete Funktion ist der sogenannte Knoppix-Terminalserver. Ein Knoppix-Server kann andere Rechner über das Netzwerk ebenfalls unter Knoppix booten, so dass mit einer einzigen CD ein vernetztes PC-Klassenzimmer ohne Administrationsaufwand realisiert wird -- natürlich einschließlich OpenOffice.

Wörterbuch und Duden

Der Duden-Verlag http://www.duden.de bietet in Zusammenarbeit mit dem Brockhaus-Verlag http://www.brockhaus.de ein Office-Paket für Linux-Anwender an, dass neben dem Standardwerk "Deutsche Rechtschreibung" auch ein Fremdwörterbuch, den Brockhaus in Text und Bild sowie das Duden-Oxford Großwörterbuch Englisch enthält. Alle Nachschlagewerke sind auch einzeln erhältlich.

Außerdem gibt der Duden-Verlag parallel noch ein Universalwörterbuch heraus, dass über 250 000 Stichworte enthält und auch Mundarten der deutschen Sprache, Fachsprachen sowie die deutsche Sprache in Österreich und der Schweiz berücksichtigt.

Die Linux-Versionen bieten den gleichen Funktionsumfang wie die Windows-Version. Der Anwender kann über eine alphabetishe Stichwortliste suchen und Artikel exportieren und drucken. Eine Fehlertolerante Suche hilft, wenn die korrekte Schreibweise des Wortes nicht bekannt ist.

Die Preise für die Einzelkomponente reichen von 20 bis 80 Euro für den Brockhaus; das Büro Plus Paket kostet 150 Euro.

Star Office 7

Sun hat seine neue Version der Office-Suite für Linux herausgebracht. Wer 90 Euro für den kommerziellen Ableger des freien OpenOffice usgibt, möchte spürbaren Mehrwert genießen. Außer, dass Star Office unerklärlicherweise aber spürbar schneller startet, als OpenOffice, bringt SO noch eine kommerzielle Datanbank mit. Adabas D 12 ist leider auf 100 MByte große Datensätze beschränkt und lässt nur drei Clients gleichzeitig zugreifen -- es kann den Linux-Datenbanksystemen damit nicht das Wasser reichen. Was augesprochen gut funktioniert ist der PDF-Export und die Rechtschreibprüfung, letztere sucht man beim freien Pendant vergebens. Sun hat noch verschiedene Systemerweiterungen dazugepackt, damit sich Software von Drittanbietern nahtlos in die Office-Suite integriert; Spracherkennungsprogramme zum Beispiel. Für Büro ist die kommerzielle damit vielleicht sogar die bessere Wahl.

http://www.linuxland.de/katalog/03_desktopanw/office_suites/staroffice7/framify

Schnelles WLAN für Linux

Die neue Generation der WLAN-Devices, die mit 54MBps deutlich mehr Datendurchsatz ermöglichen, als die älteren 11MBps-Geräte, wurden bislang nicht von Linux unterstützt. Das ist jetzt vorbei: Mit den neuen Treibern für Intersil- und Atheros-Chips kann Linux künftig auch die schnellen Produkte gängiger Firmen wie D-LINK, Netgear und SMC ausreizen. Noch sind die Treiber im Beta-Stadium, ob sie in die Distributionen von SuSE, RedHat und Mandrake Eingang finden, die ab Oktober erwartet werden, wird sich zeigen.

http://ruslug.rutgers.edu/~mcgrof/802.11g/ http://sourceforge.net/projects/madwifi/

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