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Daten im Netzwerk übertragen mit WinSCP und FishRichtig verbundenvon Heike Jurzik |
Mit dem neuen Betriebssystem hält häufig auch ein neuer Rechner Einzug ins Büro. Da sich mittlerweile viele alltägliche Aufgaben wie Text- und Bildverarbeitung, Internet-Recherche und Multimediales auch unter Linux erledigen lassen, stellt sich sehr bald die Frage, wie zwischen Windows- und Linux-Rechnern Daten ausgetauscht werden können, ohne den lästigen Umweg über Floppy, Zip-Laufwerk oder CD-ROM gehen zu müssen. Wir zeigen, wie Sie sicher und komfortabel über ein kleines Netzwerk arbeiten.
Damit sich zwei Computer "unterhalten" können, müssen sie neben einer physikalischen Verbindung (Netzwerkkarten und ein entsprechendes Kabel) auch die gleiche Sprache sprechen. In den 70er Jahren wurde dafür das TCP/IP-Protokoll entwickelt. Das Ziel war damals, Rechner verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Betriebssystemen miteinander zu verbinden. TCP steht für Transmission Control Protocol, und IP bedeutet Internet Protocol. Die Spezifikationen für diese Protokolle sind in so genannten RFCs (Request for comment) festgelegt. Dabei handelt es sich um "Diskussionspapiere", in denen technische Konzepte und Vorschläge, z. B. zur Internet-Architektur oder zu Protokollspezifikationen, diskutiert werden. Diese RFCs sind kostenlos im Internet für jeden erhältlich und lassen sich über Suchmachinen leicht finden. Das RFC für TCP/IP definiert u. a., dass TCP ein "verbindungsorientiertes" Protokoll ist. Das bedeutet, dass Datenpakete, die eine Seite auf den Weg schickt, immer eine Empfangsbestätigung von der Gegenseite erwarten. IP wird hingegen als "verbindungslos" bezeichnet, da nicht darauf gewartet werden muss, dass die andere Seite einen Eingang der Daten meldet.
Linux und Windows sprechen beide TCP/IP (neben anderen Protokollen) und können somit kommunizieren. Beide Computer müssen zunächst miteinander verbunden werden. Dazu braucht man für jeden Rechner eine entsprechende Netzwerkkarte und ein entsprechendes Kabel (Twisted Pair) zwischen den beiden Computern. Alternativ ist auch eine Verkabelung der beiden Parallel-Ports der Maschinen möglich. (Bei älteren Computern ist dort beispielsweise der Drucker angeschlossen.) Dieses Setup wird Ihnen heutzutage jedoch nicht mehr oft begegnen, denn die Datenübertragung ist über diesen Weg viel langsamer als zwischen Ethernet-Karten.
Jeder PC muss eine eigene IP-Adresse haben, damit beide miteinander "reden" können. Eine solche IP-Adresse setzt sich aus vier Bytes zusammen, die jeweils durch einen Punkt getrennt werden, und liegt theoretisch zwischen 0.0.0.0 und 255.255.255.255. Die weltweite Vergabe von IP-Adressen wird von Gremien überwacht um sicherzustellen, dass es zu keinen Kollisionen kommt. Man spricht von Netzen drei verschiedener Größen (oder Klassen):
Durch das explosionsartige Wachstum des Internets ist dieses Schema allerdings etwas ungenügend, so dass mittlerweile praktisch nur noch Class-C-Netze vergeben werden können. Bei einem kleinen Netz zu Hause empfiehlt es sich, Adressen aus dem Bereich 192.168.0.x bis 192.168.255.x zu wählen, da diese für den privaten Bereich reserviert und somit nicht offiziell vergeben sind.
Für das Mini-Netzwerk zwischen Windows- und Linux-PC weisen Sie zunächst beiden Rechnern eine feste IP-Adresse zu, z. B. 192.168.1.1 für den Windows-Computer und 192.168.1.2 für die Linux-Maschine. Bei den unterschiedlichen Windows-Versionen gehen Sie dazu wie folgt vor.
Unter Linux stehen Ihnen auf SuSE- und Red-Hat-basierten Systemen unterschiedliche Tools zur Seite, die beim Einrichten der Netzwerkkarte und der IP-Adresse (sofern dieses bei der Installation nicht bereits geschehen ist) helfen. Für SuSE Linux 8.1 und 8.2 gehen Sie wie folgt vor:
Bei Red Hat Linux hilft das Tool redhat-config-network weiter. Sie starten es über das K-Menü, Systemeinstellungen/Netzwerk. Auch hier fragt das System nach dem Root-Passwort, bevor es weitergeht:
Zu TCP/IP gehören mehrere Dienstprogramme, die beim Datenaustausch helfen, u. a. Telnet, ein virtuelles Terminal-Protokoll, das einen Shell-Zugang vom eigenen Rechner zu einem anderen Computer erlaubt, und FTP (File Transfer Protocol), das dazu dient, Daten zwischen zwei Computern hin- und herzukopieren. Beide Protokolle haben einen entscheidenden Nachteil: Daten und damit auch die Passwörter wandern unverschlüsselt übers Netz. Daher gehen wir hier nicht weiter auf diese veralteten Protokolle ein, sondern behandeln die sichere Variante SSH.
SSH (Secure SHell) ist einerseits der Name des Protokolls und andererseits das Programm selbst. Mit SSH können Sie sich auf anderen Computern über eine verschlüsselte Verbindung anmelden, Kommandos ausführen und Daten zwischen den Rechnern kopieren. Dazu kommt das Tool scp ("secure copy", d. h. "sicheres Kopieren") ins Spiel. Die meisten Linux-Distributionen enthalten OpenSSH, eine freie SSH-Variante.
Um eine sichere Verbindung zwischen Ihren PCs zu nutzen, müssen Sie allerdings nicht unbedingt auf die Kommandozeile. Das grafische Windows-Programm WinSCP (die aktuelle Version ist 3.3) kennt ebenfalls beide SSH-Protokolle und kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.
Sie finden das unter der GPL stehende Programm in verschiedenen Formen auf der Projekt-Homepage:
Als dieser Artikel entstand, war Version 3.2.1 aktuell. Alle Abbildungen zeigen diese unwesentlich ältere WinSCP-Variante. In der Zwischenzeit ist der Sprung zu WinSCP 3.3 gelungen. Die beschriebenen Schritte haben sich allerdings für die neue Version in den Grundzügen nicht geändert. Kasten 1 informiert Sie über die wichtigsten Neuerungen.
| Kasten 1: Neues in WinSCP 3.3 |
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Seit dem 15.09. ist WinSCP 3.3 verfügbar. An der grundsätzlichen Arbeitsweise hat sich nicht viel geändert, allerdings sind einige Bugs gefixt worden und ein paar nette Features hinzugekommen:
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Das Programm starten Sie mit einem Doppelklick auf winscp330.exe. Danach erscheint das Login-Fenster, in das Sie folgende Dinge eintragen müssen, um eine Verbindung zum Linux-Rechner aufzubauen (Abbildung 4).
Unter Host name tragen Sie die IP-Adresse des Linux-PCs ein, also 192.168.1.2. Die Portnummer steht standardmäßig auf 22 und darf nicht verändert werden. Im Feld User name steht Ihr Benutzername auf dem Linux-Rechner. Bei der Passworteingabe rechts daneben erscheinen Sternchen. Klicken Sie anschließend auf Login. Die folgende Warnung (Abbildung 5) ist ein Sicherheitsmechanismus: Hier wird die Identität des Rechners, mit dem Sie verbinden, geprüft -- genauer gesagt dessen host key. Dieser "Schlüssel" ist einzigartig für den jeweiligen Rechner. Bestätigen Sie an dieser Stelle mit Yes, wird der Key auf dem Windows-Rechner gespeichert und bei jedem weiteren Login überprüft. Sollte bei einem späteren Verbindungsaufbau der Key von dem bekannten abweichen, verhindert SSH die Anmeldung um sicherzustellen, dass die Passworteingabe nicht abgehört wird. WinSCP legt alle Konfigurationen standardmäßig in der Windows Registry ab -- um diese Einträge zu entfernen, wählen Sie aus dem Login-Dialogfenster Clean up.
Sie können zwischen zwei verschiedenen Datei-Manager-Layouts wählen -- Norton Commander Interface (linke Seite zeigt den lokalen und rechte Seite den entfernten Rechner) und Windows-Explorer-Modus, in dem nur der Rechner, zu dem verbunden wird, angezeigt wird. Abbildung 6 zeigt das Norton-Commander-Outfit. Für das lokale und entfernte Verzeichnis stehen jeweils die gleichen Navigationssymbole zur Verfügung, z. B. Pfeile, die in der History vor und zurück gehen, oder verschiedene Ordner, die dabei helfen, in den Unterverzeichnissen zu navigieren. Für beide Seiten ist ebenfalls ein Refresh-Button vorhanden, der bei Klick die jeweilige Verzeichnisansicht aktualisiert.
Dateien lassen sich einfach per Drag & Drop zwischen den Rechnern hin und her bewegen. Dabei gelten für das Markieren die gleichen Richtlinien wie für den Windows-Explorer: Einzelne Dateien markieren Sie durch einen einfachen Mausklick; halten Sie die [Strg]-Taste gedrückt, können SIe weitere einzelne Dateien aus der Liste per Klick hinzufügen, und mit gedrückter [Shift]-Taste wählen Sie ganze Bereiche aus. Auf der Linux-Seite lassen sich, genau wie auf der Windows-Seite, neue Ordner anlegen (Abbildung 7).
Beim Kopieren können Sie mit einem Klick auf More >> weitere Optionen auswählen (Abbildung 8):
Weitere nützliche Features sind das Session-Management, mit dem Sie Verbindungsdaten speichern (z. B. Rechner- und Benutzername, Startverzeichnis auf beiden Seiten usw.). Auf Wunsch lassen sich das lokale und das entfernte Verzeichnis miteinander vergleichen und sogar Logfiles von den Sitzungen anlegen. (hge)
| Kasten 2: Linux ruft Linux -- sicher Browsen mit fish und Konqueror |
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Um eine sichere Verbindung zwischen zwei Linux-Rechnern herzustellen, können Sie natürlich immer auf der Kommandozeile mit ssh und scp arbeiten. Wer es lieber grafisch mag, muss keine neue Software installieren. KDEs Allround-Talent Konqueror bringt seit KDE 3.1 das SSH-Modul fish mit. In die Adresszeile des Konquerors tippen Sie einfach fish://user@ip-adresse/ (wobei Sie die richtige IP-Adresse der Gegenseite wählen) und geben das Passwort bei der folgenden Abfrage ein. Konqueror verbindet sich mit dem Rechner und Sie können genauso wie auf der lokalen Maschine mit dem Datei-Manager arbeiten. |
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Last modified: 2007-01-25 16:31
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