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Erschienen in EasyLinux 11/2003

Linux als Gateway einrichten

Einer für alle

von Heike Jurzik


Sie haben zwei oder mehr Rechner zu einem kleinen Netzwerk zusammengeschlossen und wollen mit allen gleichzeitig ins Internet? Ein Router, auch Gateway genannt, dient als Schnittstelle zwischen Internet und dem eigenen lokalen Netz. Wir zeigen, wie Sie Ihren Linux-PC als Gateway zum Internet konfigurieren.

Ein Router dient dazu, Daten zwischen Netzen auszutauschen. Für ein Mini-Netzwerk zu Hause kann ein Linux-PC diese Aufgaben übernehmen. Voraussetzung ist einerseits eine Verbindung zum Internet und andererseits ein lokales Netz, in dem die Computer untereinander kommunizieren. Wie Sie Linux- und/oder Windows-PCs miteinander verbinden, beschreibt der Artikel "Richtig verbunden" auf Seite ###. In diesem Workshop erfahren Sie, wie Sie Ihren Linux-Rechner fit fürs Routing machen.

SuSE Linux

Wie eine Internet-Verbindung grundsätzlich für Ihre Distribution eingerichtet wird, beschreiben ausführlich die EasyLinux Starter Kits. Damit der Rechner als Standard-Gateway funktioniert, braucht es noch die folgenden Schritte:

  1. Starten Sie YaST und geben Sie das Root-Passwort ein.
  2. Gehen Sie auf Netzwerkgeräte (SuSE Linux 8.2) oder Netzwerk/Basis (SuSE Linux 8.1) und wählen Sie das entsprechende Gerät aus: Modem, ISDN oder DSL.
  3. Konfigurieren Sie die Internet-Verbindung entweder über den Button Hinzufügen oder verändern Sie ein bereits eingerichtetes Interface per Klick auf Ändern...
  4. Im Konfigurationsdialog ist es wichtig, dass Sie in den Einstellungen für die IP-Adresse die Checkbox Standardroute angeklickt haben (Abbildung 1).
  5. Speichern Sie die geänderte Konfiguration und gehen zurück zu den Netzwerkgeräten bzw. Netzwerk/Basis.
  6. In den Einstellungen zur Netzwerkkarte muss nun noch geprüft werden, ob die IP-Weiterleitung aktiviert ist. Klicken Sie auf Ändern..., um die Konfiguration einer bereits eingerichteten Karte zu verändern. Wählen Sie die entsprechende Karte aus der Liste aus und klicken Sie auf Bearbeiten.
  7. Im Feld Besondere Einstellungen klicken Sie auf Routing -- die Checkbox IP-Weiterleitung aktivieren muss aktiviert sein (Abbildung 2).

Abb. 1: Den Rechner als Router definieren.

Abb. 2: IP-Weiterleitung für SuSE Linux aktivieren.

Red Hat Linux

Unter Red Hat Linux gestaltet sich die Konfiguration leider deutlich schwieriger. Da im grafischen Tool eine Funktion zur IP-Weiterleitung fehlt, sind einige Schritte auf der Kommandozeile auszuführen. Starten Sie zunächst das Programm redhat-config-network (K-Menü, Systemeinstellungen/Netzwerk). Nach Eingabe des Root-Passworts gehen Sie wie folgt vor:

  1. Wählen Sie aus der Liste der Geräte eine bestehende Internet-Verbindung aus und klicken Sie in der Werkzeugleiste auf Bearbeiten. Alternativ führt der Button Neu zur Einrichtung eines neuen Interfaces (siehe auch EasyLinux Starter Kit 2, Red Hat Linux 8).
  2. Stellen Sie sicher, dass auf dem Reiter Erweitert die Checkbox Diese Verbindung als standardmäßige Route setzen angeklickt ist (Abbildung 3).
  3. Speichern Sie die Änderungen und verlassen Sie das Programm.

Abb. 3: Standardroute für Red Hat Linux setzen.

Ein kurzer Ausflug auf die Kommandozeile hilft dabei, die IP-Weiterleitung einzuschalten. Für Red Hat Linux 9 und 8.0 sehen die Schritte wie folgt aus:

  1. Öffnen Sie eine Konsole, am schnellsten geht es über [Alt-F2] und Eingabe von konsole.
  2. Werden Sie Administrator durch Eingabe von su, [Return] und dem Root-Passwort.
  3. Überprüfen Sie, ob das so genannte NAT-Modul geladen ist:
    /sbin/lsmod | grep iptable_nat
    Erhalten Sie an dieser Stelle keine Ausgabe, müssen Sie das Modul nachladen. Dazu tippen Sie:
    /sbin/modprobe iptable_nat
  4. Geben Sie dann den folgenden Befehl ein:
    /sbin/iptables -t nat -A POSTROUTING -o ppp0 -j MASQUERADE
  5. Die Konfiguration lässt sich speichern mit
    /sbin/service iptables save
  6. Das Weiterleiten der IP-Pakete schalten Sie mit dem Kommando
    echo "1" > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward
    ein; damit dieses dauerhaft, also auch nach dem nächsten Booten noch funktioniert, können Sie die Datei /etc/sysctl.conf mit Ihrem Lieblings-Editor verändern. Dazu ersetzen Sie die 0 im Eintrag net.ipv4.ip_forward = 0 durch eine 1.
  7. Diese Änderung wird nach dem Neustart des Computers aktiv -- haben Sie nur die sysctl.conf geändert, ohne im vorhergehenden Schritt die "1" in die ip_forward geschrieben zu haben, tippen Sie
    /sbin/sysctl -p
    um die Änderung zur Laufzeit ans System weiterzugeben.
  8. Tippen Sie zweimal [Strg-d], um die Konsole zu verlassen.

Konfiguration von Linux-Clients

Weitere Linux-Rechner im lokalen Netz müssen nun noch so konfiguriert werden, dass sie das Gateway zum Internet nutzen können. Bei SuSE Linux stellen Sie das Standard-Gateway wie folgt ein:

  1. Starten Sie YaST und geben Sie das Root-Passwort ein.
  2. Gehen Sie auf Netzwerkgeräte (SuSE Linux 8.2) oder Netzwerk/Basis (SuSE Linux 8.1) und klicken auf Netzwerkkarte (SuSE Linux 8.2) oder Konfiguration der Netzwerkkarte (SuSE Linux 8.1).
  3. Klicken Sie auf Ändern..., um die Konfiguration einer bereits eingerichteten Karte zu verändern. Wählen Sie eine Karte aus der Liste aus und klicken Sie auf Bearbeiten.
  4. Im Feld Besondere Einstellungen klicken Sie auf Routing und tragen im Feld Standardgateway die lokale IP-Adresse des Routers ein.

Bei Red Hat Linux hilft wieder das Programm redhat-config-network weiter:

  1. Starten Sie das Tool über das K-Menü, Systemeinstellungen/Netzwerk und geben Sie das Root-Passwort ein.
  2. Wählen Sie die Netzwerkkarte aus der Geräteliste aus und klicken Sie auf den Button Bearbeiten.
  3. Im Reiter Allgemein tragen Sie im letzten Feld Standard Gateway-Adresse: die lokale IP-Adresse des Routers ein.
  4. Speichern Sie die Änderungen und verlassen Sie das Programm.

Gateway von Windows aus nutzen

Um einen Windows-Client über den Linux-Router ans Netz zu bringen, gehen Sie für die unterschiedlichen Windows-Versionen wie folgt vor:

Windows 95/98/ME

  1. Gehen Sie auf Start/Einstellungen/Systemsteuerung und doppelklicken Sie auf Netzwerk.
  2. In der Liste der Netzwerkkomponenten finden Sie den Eintrag TCP/IP. Klicken Sie anschließend auf die Schaltfläche Eigenschaften.
  3. Gehen Sie zum Reiter Gateway und tragen Sie in das Feld Neuer Gateway die lokale Adresse des Linux-Routers ein. Klicken Sie auf Hinzufügen und speichern Sie die Konfiguration.

Windows 2000

  1. Gehen Sie auf Start/Einstellungen/Systemsteuerung/Netzwerk- und DFÜ-Verbindungen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf LAN-Verbindung und wählen Sie aus dem Kontextmenü Eigenschaften.
  2. Gehen Sie auf den Eintrag Internetprotokoll (TCP/IP) und klicken Sie auf die Schaltfläche Eigenschaften.
  3. Markieren Sie die Option Folgende IP-Adresse verwenden: und tragen Sie die Adresse des Linux-Routers in das Feld Standardgateway: ein.
  4. Klicken Sie auf OK, um die Einrichtung abzuschließen.

Windows XP

  1. Wählen Sie Start/Einstellungen/Systemsteuerung und klicken Sie auf Netzwerk- und Internetverbindungen.
  2. Klicken Sie auf Netzwerkverbindungen.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf LAN-Verbindung und wählen Sie aus dem Kontextmenü Eigenschaften.
  4. Auf dem Reiter Allgemein gehen Sie auf den Eintrag Internetprotokoll (TCP/IP) und klicken auf die Schaltfläche Eigenschaften.
  5. Markieren Sie Folgende IP-Adresse verwenden: und tragen Sie die lokale Adresse des Linux-Routers in das Feld Standardgateway: ein.
  6. Bestätigen Sie mit OK. (hge/fan/jfl)

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