Linux als Gateway einrichten
Einer für alle
von Heike Jurzik
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Sie haben zwei oder mehr Rechner zu einem kleinen Netzwerk
zusammengeschlossen und wollen mit allen gleichzeitig ins Internet? Ein
Router, auch Gateway genannt, dient als Schnittstelle zwischen Internet
und dem eigenen lokalen Netz. Wir zeigen, wie Sie Ihren Linux-PC als
Gateway zum Internet konfigurieren.
Ein Router dient dazu, Daten zwischen
Netzen auszutauschen. Für ein Mini-Netzwerk zu Hause kann ein Linux-PC
diese Aufgaben übernehmen. Voraussetzung ist einerseits eine Verbindung
zum Internet und andererseits ein lokales Netz, in dem die Computer
untereinander kommunizieren. Wie Sie Linux- und/oder Windows-PCs miteinander
verbinden, beschreibt der Artikel "Richtig verbunden" auf Seite ###. In diesem Workshop erfahren Sie, wie Sie Ihren Linux-Rechner fit fürs
Routing machen.
SuSE Linux
Wie eine Internet-Verbindung grundsätzlich für Ihre Distribution
eingerichtet wird, beschreiben ausführlich die EasyLinux Starter Kits.
Damit der Rechner als Standard-Gateway funktioniert, braucht es noch die
folgenden Schritte:
- Starten Sie YaST und geben Sie das Root-Passwort ein.
- Gehen Sie auf Netzwerkgeräte (SuSE Linux 8.2) oder
Netzwerk/Basis (SuSE Linux 8.1) und wählen Sie das entsprechende
Gerät aus: Modem, ISDN oder DSL.
- Konfigurieren Sie die Internet-Verbindung entweder über den Button
Hinzufügen oder verändern Sie ein bereits eingerichtetes Interface
per Klick auf Ändern...
- Im Konfigurationsdialog ist es wichtig, dass Sie in den
Einstellungen für die IP-Adresse die Checkbox Standardroute
angeklickt haben (Abbildung 1).
- Speichern Sie die geänderte Konfiguration und gehen zurück zu den
Netzwerkgeräten bzw. Netzwerk/Basis.
- In den Einstellungen zur Netzwerkkarte muss nun noch geprüft
werden, ob die IP-Weiterleitung aktiviert ist. Klicken Sie auf
Ändern..., um die Konfiguration einer bereits eingerichteten
Karte zu verändern. Wählen Sie die entsprechende Karte aus der Liste
aus und klicken Sie auf Bearbeiten.
- Im Feld Besondere Einstellungen klicken Sie auf
Routing -- die Checkbox IP-Weiterleitung aktivieren
muss aktiviert sein (Abbildung 2).
Abb. 1: Den Rechner als Router definieren.
Abb. 2: IP-Weiterleitung für SuSE Linux aktivieren.
Red Hat Linux
Unter Red Hat Linux gestaltet sich die Konfiguration
leider deutlich schwieriger. Da im grafischen Tool eine
Funktion zur IP-Weiterleitung fehlt, sind einige
Schritte auf der Kommandozeile auszuführen. Starten Sie
zunächst das Programm redhat-config-network (K-Menü,
Systemeinstellungen/Netzwerk). Nach Eingabe des Root-Passworts
gehen Sie wie folgt vor:
- Wählen Sie aus der Liste der Geräte eine bestehende
Internet-Verbindung aus und klicken Sie in der
Werkzeugleiste auf Bearbeiten. Alternativ führt der Button
Neu zur Einrichtung eines neuen Interfaces (siehe auch EasyLinux
Starter Kit 2, Red Hat Linux 8).
- Stellen Sie sicher, dass auf dem Reiter Erweitert die
Checkbox Diese Verbindung als standardmäßige Route setzen
angeklickt ist (Abbildung 3).
- Speichern Sie die Änderungen und verlassen Sie das Programm.
Abb. 3: Standardroute für Red Hat Linux setzen.
Ein kurzer Ausflug auf die Kommandozeile hilft dabei, die IP-Weiterleitung
einzuschalten. Für Red Hat Linux 9 und 8.0 sehen die Schritte wie
folgt aus:
- Öffnen Sie eine Konsole, am schnellsten geht es über [Alt-F2] und
Eingabe von konsole.
- Werden Sie Administrator durch Eingabe von su, [Return]
und dem Root-Passwort.
- Überprüfen Sie, ob das so genannte NAT-Modul geladen ist:
/sbin/lsmod | grep iptable_nat
Erhalten Sie an dieser Stelle
keine Ausgabe, müssen Sie das Modul nachladen. Dazu tippen Sie:
/sbin/modprobe iptable_nat
- Geben Sie dann den folgenden Befehl ein:
/sbin/iptables -t nat -A POSTROUTING -o ppp0 -j MASQUERADE
- Die Konfiguration lässt sich speichern mit
/sbin/service iptables save
- Das Weiterleiten der IP-Pakete schalten Sie mit dem Kommando
echo "1" > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward
ein; damit dieses
dauerhaft, also auch nach dem nächsten Booten noch funktioniert,
können Sie die Datei /etc/sysctl.conf mit Ihrem Lieblings-Editor
verändern. Dazu ersetzen Sie die 0 im Eintrag net.ipv4.ip_forward =
0 durch eine 1.
- Diese Änderung wird nach dem Neustart des Computers aktiv --
haben Sie nur die sysctl.conf geändert, ohne im vorhergehenden Schritt die "1" in die ip_forward geschrieben zu haben, tippen Sie
/sbin/sysctl -p
um die Änderung zur Laufzeit ans System weiterzugeben.
- Tippen Sie zweimal [Strg-d], um die Konsole zu verlassen.
Konfiguration von Linux-Clients
Weitere Linux-Rechner im lokalen Netz müssen nun noch so konfiguriert
werden, dass sie das Gateway zum Internet nutzen können. Bei SuSE Linux
stellen Sie das Standard-Gateway wie folgt ein:
- Starten Sie YaST und geben Sie das Root-Passwort ein.
- Gehen Sie auf Netzwerkgeräte (SuSE Linux 8.2)
oder Netzwerk/Basis (SuSE Linux 8.1) und klicken auf
Netzwerkkarte (SuSE Linux 8.2) oder Konfiguration der
Netzwerkkarte (SuSE Linux 8.1).
- Klicken Sie auf Ändern..., um die Konfiguration einer bereits
eingerichteten Karte zu verändern. Wählen Sie eine Karte aus der Liste
aus und klicken Sie auf Bearbeiten.
- Im Feld Besondere Einstellungen klicken Sie auf Routing
und tragen im Feld Standardgateway die lokale IP-Adresse des Routers
ein.
Bei Red Hat Linux hilft wieder das Programm redhat-config-network
weiter:
- Starten Sie das Tool über das K-Menü,
Systemeinstellungen/Netzwerk und geben Sie das Root-Passwort
ein.
- Wählen Sie die Netzwerkkarte aus der Geräteliste aus und klicken Sie
auf den Button Bearbeiten.
- Im Reiter Allgemein tragen Sie im letzten Feld
Standard Gateway-Adresse: die lokale IP-Adresse des Routers ein.
- Speichern Sie die Änderungen und verlassen Sie das Programm.
Gateway von Windows aus nutzen
Um einen Windows-Client über den Linux-Router ans Netz zu bringen, gehen
Sie für die unterschiedlichen Windows-Versionen wie folgt vor:
Windows 95/98/ME
- Gehen Sie auf Start/Einstellungen/Systemsteuerung und
doppelklicken Sie auf Netzwerk.
- In der Liste der Netzwerkkomponenten finden Sie den Eintrag
TCP/IP. Klicken Sie anschließend auf die Schaltfläche
Eigenschaften.
- Gehen Sie zum Reiter Gateway und tragen Sie in das Feld
Neuer Gateway die lokale Adresse des Linux-Routers ein. Klicken Sie auf
Hinzufügen und speichern Sie die Konfiguration.
Windows 2000
- Gehen Sie auf Start/Einstellungen/Systemsteuerung/Netzwerk-
und DFÜ-Verbindungen, klicken Sie mit der rechten Maustaste
auf LAN-Verbindung und wählen Sie aus dem Kontextmenü
Eigenschaften.
- Gehen Sie auf den Eintrag Internetprotokoll (TCP/IP) und
klicken Sie auf die Schaltfläche Eigenschaften.
- Markieren Sie die Option Folgende IP-Adresse verwenden: und
tragen Sie die Adresse des Linux-Routers in das Feld
Standardgateway: ein.
- Klicken Sie auf OK, um die Einrichtung abzuschließen.
Windows XP
- Wählen Sie Start/Einstellungen/Systemsteuerung und klicken
Sie auf Netzwerk- und Internetverbindungen.
- Klicken Sie auf Netzwerkverbindungen.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf LAN-Verbindung
und wählen Sie aus dem Kontextmenü Eigenschaften.
- Auf dem Reiter Allgemein gehen Sie auf den Eintrag
Internetprotokoll (TCP/IP) und klicken auf die Schaltfläche
Eigenschaften.
- Markieren Sie Folgende IP-Adresse verwenden: und tragen Sie die
lokale Adresse des Linux-Routers in das Feld Standardgateway: ein.
- Bestätigen Sie mit OK. (hge/fan/jfl)
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