claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 11/2003

Zugriff auf gepackte Archive von Diskette und CD

Zip und Rar tauschen

von Anja M. Wagner


Es gibt sie noch, die gute alte 3,5-Zoll-Diskette, auch wenn der Computer-Nutzer ein Laufwerk für die Floppy an manch günstig erstandenem PC vergeblich sucht. Sollen kleine Datenmengen -- unter 1,44 MB -- gespeichert oder ausgetauscht werden, ist die Diskette der CD-R meist überlegen.

"Kannst du meine Seminararbeit gegenlesen? Ich hab sie Dir gepackt gespeichert." Doch Kommilitone Bills Hand, die Ihnen die Diskette entgegen reicht, verharrt zögernd in der Luft. "Hm, du benutzt doch Linux. Kannst du damit überhaupt was anfangen?", fragt er skeptisch. Da können Sie gelassen lächeln und sich die Diskette schnappen. "Klar kann ich."

Erst mounten

Der Zugriff auf eine Diskette oder eine CD erfolgt über die grafische Linux-Oberfläche fast wie unter Windows. Standardmäßig finden Sie auf dem KDE-Desktop von SuSE Linux 8.1 und 8.2 die Icons für sämtliche erkannten Laufwerke im System, also in der Regel Diskettenlaufwerk und ein oder mehrere CD-Laufwerke. Auch ein CD-Brenner wird meist problemlos erkannt und wie ein Laufwerk behandelt (Abbildung 1, links).

Abb. 1: Links: Alle erkannten Laufwerke sind durch ein Icon auf dem SuSE-Desktop vertreten. Der kleine grüne Pfeil zeigt an, dass das Laufwerk oder die Partition am System angemeldet -- "gemountet" -- ist. Rechts: Auf dem Desktop von Red Hat liegt nur das Floppy-Icon, obwohl ein CD-Laufwerk erkannt wurde.

Aktiviert der Red-Hat-Nutzer nach dem Start KDE (standardmäßig verwendet Red Hat Linux die grafische Oberfläche GNOME), erscheint auf dem Desktop das Icon für das Diskettenlaufwerk, hier "Floppy" genannt. Das CD-Laufwerk wird nicht durch ein Desktop-Icon dargestellt, obwohl es erkannt wurde (s. Abb.2).

Bevor Sie auf das Medium im jeweiligen Laufwerk zugreifen können, muss das Laufwerk in die Verzeichnisstruktur von Linux eingehängt werden. Dies ist ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Linux und Windows. Windows hat ein geräteorientiertes Dateisystem. Jedes Laufwerk, z. B. Diskettenlaufwerk A:, Festplatte C:, Partition E: usw., hat einen eigenen separaten Dateibaum mit Verzeichnissen, Unterverzeichnissen und Dateien.

Linux hat hingegen nur einen einzigen Dateibaum. Jeder Datenträger, der benutzt werden soll, muss deshalb beim Hochfahren des Systems in diesen Dateibaum eingehängt werden. Dies geschieht beim Booten mit den Partitionen der Festplatten automatisch. Laufwerke für Wechselmedien müssen manuell angemeldet, gemountet (von englisch "to mount", einbinden, einhängen) werden. Das klingt komplizierter als es ist.

Diskette einhängen

Schritt 1

Führen Sie den Mauszeiger über das Desktop-Icon Diskette bei SuSE oder Floppy bei Red Hat Linux.

Schritt 2

Per Rechtsklick öffnen Sie das Kontextmenü, in dem Sie Laufwerk einbinden wählen.

Schritt 3

Liegt kein Medium im Laufwerk, erhalten Sie eine Fehlermeldung.

Schritt 4

Das Anmelden des Laufwerks erfolgt meist so schnell, dass das Statusfenster nur kurz aufblitzt.

Schritt 5

Nun können Sie wie gewohnt mit der linken Maustaste das Floppy-Icon anklicken. Der KDE-Dateimanager Konqueror öffnet sich und stellt den Inhalt des Mediums dar.

Benutzen Sie SuSE Linux 8.1 oder 8.2, gehen Sie mit dem CD-Laufwerk genauso vor. Da auf dem KDE-Desktop von Red Hat Linux 8.0 und 9 kein Icon für ein CD-Laufwerk zu finden ist, müssen Sie es auf einem anderem Weg mounten. Wir stellen hier eine von mehreren Möglichkeiten vor:

CD unter Red Hat Linux mounten

Schritt 1

Klicken Sie auf den K-Menü-Button und wählen Systemtools/weitere Systemtools/KDiskFree.

Schritt 2

Ein kleines Tool startet, das alle Laufwerke, ihren Mount-Punkt und die Speicherkapazität auflistet.

Schritt 3

Klicken Sie das CD-Laufwerk an und wählen im sich öffnenden Menü Gerät mounten.

Schritt 4

Über Konqueror können Sie nun auf den Inhalt der CD zugreifen.

Achtung

Bevor Sie eine Diskette oder CD aus dem gemounteten Laufwerk nehmen, müssen Sie den Datenträger abmelden, unmounten. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das zugehörige Desktop-Icon und wählen die Option Laufwerksbindung lösen im Kontextmenü oder starten Sie KDiskFree und wählen im Menü des Laufwerks Gerät unmounten.

Ein CD-Laufwerk lässt sind in der Regel vor dem Abmelden gar nicht öffnen, so dass der Anwender an das Unmounten erinnert wird. Ein angemeldetes Diskettenlaufwerk wirft dagegen auf Knopfdruck die Floppy aus. Dies kann zu Beschädigungen (der Diskette) führen. Also immer erst unmounten, dann auswerfen.

Dateien packen und entpacken

Zurück zur Seminararbeit von Kommilitone Bill. Er ist gefürchtet für seine langen Ausführungen und hat die Datei sicherheitshalber gepackt.

Schritt 1

Sie mounten das Diskettenlaufwerk (s. o.) und klicken mit der linken Maustaste auf das Desktop-Icon.

Schritt 2

Der Dateimanager Konqueror startet unter SuSE wie auch unter Red Hat Linux und zeigt den Inhalt der Diskette.

Schritt 3

Die gängigen Archivformate .zip, .rar und .ace werden erkannt.

Der Zugriff auf die CD-Laufwerke erfolgt genauso: Erst mounten, dann anklicken.

Es bereitet also keine Schwierigkeiten, auf die komprimierten Dateien auf einer Diskette zuzugreifen. Um nun Bills Seminararbeit bearbeiten zu können, muss das Archiv noch entpackt werden. KDE bietet dazu beispielsweise das Tool Ark. Mit diesem Programm, das Sie mit dem Schnellstarter [Alt]+[F2] und Eingabe ark starten, können Sie sowohl Archive mit den unter Windows üblichen Endungen .zip und .rar als auch in der Linux-Welt häufig verwendete Archive mit den Endungen .tar.gz, .tgz und .tar.bz2 entpacken oder packen. Mit Archiven, die auf .ace enden, kann Ark dagegen nichts anfangen.

Archive mit Ark öffnen

Schritt 1

Starten Sie ark über den Schnellstarter oder mit einem Klick auf die gepackte Datei im Dateimanager. Das Hauptfenster von Ark ist zunächst leer; Sie müssen die gepackte Datei auswählen.

Schritt 2

Klicken Sie auf den Symbol-Button Öffnen oder wählen in der Menüleiste Datei/Öffnen.

Schritt 3

Suchen Sie die zu entpackende Datei in Ihrem System. Sollte sie auf einer Diskette liegen, denken Sie daran, das Laufwerk vorher zu mounten.

Schritt 4

Nach dem Bestätigen mit OK erscheinen nun im Ark-Hauptfenster die Dateien, die im Archiv liegen. Wollen Sie all diese Dateien in einen gemeinsamen Ordner entpacken, brauchen Sie keine zu markieren. Klicken Sie einfach auf den Symbol-Button Entpacken und wählen über Durchsuchen den Zielordner.

Schritt 5

Existiert der Zielordner noch nicht, klicken Sie auf den Symbol-Button Neues Verzeichnis und vergeben einen aussagekräftigen Namen.

Schritt 6

Aktivieren Sie die Option Alle, wenn alle Dateien entpackt werden sollen. Die Option Ausgewählte Dateien ist nur aktiv, wenn Sie vorher im Hauptfenster von Ark eine oder mehrere Dateien markiert haben.

Schritt 7

Bestätigen Sie mit OK und schon sind die Dateien an Ort und Stelle entpackt.

Umgekehrte Richtung

Um Dateien zu komprimieren, erstellen Sie ein neues Archiv.

Schritt 1

Wählen Sie Datei/Neu.

Schritt 2

Legen Sie im Dialogfenster das Verzeichnis fest, in dem das neue Archiv gespeichert werden soll, zum Beispiel Ihr Home-Verzeichnis. In die Textzeile Adresse geben Sie den Namen und die Archivendung ein. Mit der Endung, zum Beispiel .zip oder .tar.gz, legen Sie den Archivtyp fest.

Schritt 3

Mit Inhalt füllen Sie das neue Archiv entweder über Aktion/Datei hinzufügen oder Aktion/Verzeichnis hinzufügen.

Schritt 4

Wählen Sie im sich öffnenden Fenster die Dateien und Verzeichnisse aus, die im Archiv komprimiert werden sollen. Sie können diese aus einem geöffnetem Konqueror-Fenster per Drag & Drop in das Hauptfenster von Ark ziehen.

Schritt 5

Beenden Sie den Vorgang mit Datei/Archiv schließen. (hge)

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2012 Linux New Media AG | Last modified: 2007-01-25 16:31

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community] [Admin-Magazin] [Ubuntu User] [Smart Developer] [Linux Events] [Linux Magazine] [Ubuntu User] [Admin Magazine] [Smart Developer] [Linux Magazine Poland] [Linux Community Poland] [Linux Magazine Brasil] [Linux Magazine Spain] [Linux Technical Review]