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Erschienen in EasyLinux 12/2003

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Manchmal läuft alles wie verhext. Programme spucken Fehlermeldungen aus, man sucht vergebens im Menüdschungel die richtige Einstellung oder vermisst ein unter Windows liebgewonnenes Programm. Mit den Linux-Tipps wappnen Sie sich gegen solche Probleme.

Tipp: Red Hat Linux erkennt Installations-CD nicht

In seltenen Fällen kennt Red Hat Linux seine eigenen Installations-CDs nicht mehr. Sie wählen im Paket-Manager Software zur Installation aus und legen die CD ein, doch Red Hat Linux weist sie mit einer Fehlermeldung zurück (Abbildung 1).

Abb. 1: Red Hat Linux erkennt die eingelegte CD nicht als Installationsmedium.

Das Problem tritt auf, wenn in der Datei /etc/fstab bei Ihrem Installationslaufwerk nicht das richtige Dateisystem eingetragen ist. In /etc/fstab steht, wo Linux die Laufwerke Ihres Rechners ins Dateisystem einhängen soll -- normalerweise füllt die Installationsroutine die Datei mit den richtigen Werten, manchmal geht das jedoch schief. So beheben Sie den Fehler:

Schritt 1

Öffnen Sie über [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort kdesu kwrite /etc/fstab ein. Authentifizieren Sie sich im nächsten Fenster mit Ihrem root-Passwort.

Schritt 2

Suchen Sie die Zeile, wo in der zweiten Spalte /mnt/cdrom steht. Dort müssen Sie den Eintrag in der dritten Spalte anpassen. Macht die Installationsroutine von Red Hat einen Fehler, steht dort auto. Eigentlich ist das nicht schlimm, denn Linux erkennt selbst, dass es sich um ein CD-ROM-Dateisystem handelt, wenn Sie das Laufwerk über einen Klick auf das passende Desktop-Icon mounten. Der Red-Hat-Paket-Manager jedoch kommt bei diesem Eintrag ins Schleudern.

Schritt 3

Ersetzen Sie den Eintrag auto durch iso9660. Wer Red Hat Linux 9.0 benutzt und ein DVD-Laufwerk sein Eigen nennt, schreibt stattdessen udf,iso9660 in die dritte Spalte. udf ist die Abkürzung für Universsal Disk Format, das oft als Dateisystem für DVDs verwendet wird. Eine Lösung für Anwender von Red Hat Linux 8.0, die DVDs mit UDF-Dateisystem nutzen wollen, finden Sie in Tipp ##.

Schritt 4

Speichern Sie Ihre Änderungen über Datei / Speichern und schließen Sie Kwrite. Nach dieser Änderung akzeptiert der grafische Paket-Manager Ihre Installations-CDs wieder.

Tipp: UDF-DVDs mit Red Hat Linux 8.0 nutzen

Wie in Tipp ## beschrieben, erkennt der Paket-Manager von Red Hat Linux 8.0 nur die Laufwerke als Installationsquelle, bei denen iso9660 als Dateisystem in der /etc/fstab steht. Wenn Sie versuchen, eine DVD mit UDF-Dateisystem über das Desktop-Icon zu mounten, erhalten Sie eine Fehlermeldung. Das System spricht die DVD als iso9660-Dateisystem an -- und das schlägt bei UDF-Medien fehl. Schreiben Sie hingegen udf,iso9660 in den fstab-Eintrag Ihres DVD-Laufwerks, verweigert der Red Hat Paket-Manager jegliche Zusammenarbeit -- gefangen zwischen Scylla und Charybdis. Doch glücklicherweise ist das Programm in einer Skriptsprache geschrieben -- mit einer kleinen Änderung im Text-Editor machen Sie den Paket-Manager UDF-kompatibel.

Schritt 1

Geben Sie in einem Schnellstartfenster ([Alt-F2]) kdesu kwrite /usr/share/redhat-config-packages/method.py ein, um die richtige Komponente des Paket-Managers als Administrator zu bearbeiten.

Schritt 2

Blenden Sie über Einstellungen / Zeilennummern anzeigen die Anzeige der Zeilennummern ein und gehen Sie bis zur Zeile 878.

Schritt 3

Zur Zeit steht dort if fields[2] == "iso9660":. Diese Anweisung schaut nur nach, ob in der dritten Spalte der Datei /etc/fstab irgendwo die Zeichenkette iso9660 steht. Damit auch der Eintrag udf,iso9660 berücksichtigt wird, ändern Sie die Zeile in

if fields[2] == "iso9660" or fields[2] == "udf,iso9660":

Achten Sie dabei darauf, die Einrückung der Zeile beizubehalten und vergessen Sie unter keinen Umständen den Doppelpunkt am Ende der Zeile, da sonst der Paket-Manager nicht mehr startet. Das Ergebnis muss genauso aussehen wie Abbildung 2.

Schritt 4

Speichern Sie die method.py mit einem Klick auf das Diskettensymbol in der Icon-Leiste von Kwrite und beenden Sie den Editor über Datei / Beenden.

Abb. 2: So muss Zeile 878 in der Datei method.py aussehen.

Jetzt tragen Sie ebenso wie die Anwender von Red Hat Linux 9.0 udf,iso9660 in die dritte Spalte Ihres DVD-Laufwerks in der Datei /etc/fstab ein. So haben Sie Zugriff auf DVDs mit UDF-Dateisystem und auch der Paket-Manager akzeptiert das Laufwerk.

Tipp: Tuxracer im Fenster spielen

Das Spiel Tuxracer, das unter Red Hat Linux zur Standardausstattung gehört, startet immer im Vollbildmodus. Wollen Sie nebenbei ein anderes Programm, etwa einen E-Mail-Monitor, im Auge behalten, ist das lästig. Über seine Optionsdatei schalten Sie Tuxracer auf normalen Fensterbetrieb.

Tippen Sie in einem über [Alt-F2] geöffneten Schnellstartfenster kwrite ~/.tuxracer/options (Die Tilde ~ steht dabei für Ihr Home-Verzeichnis). Ersetzen Sie in der Konfigurationsdatei die Zeile set fullscreen true durch set fullscreen false. Schreiben Sie die Änderungen über Datei / Speichern auf die Festplatte und schließen Sie Kwrite.

Beim nächsten Start präsentiert sich Ihnen der wintersportelnde Pinguin in einem 640x480 Bildpunkte großen Fenster (Abbildung 3). Wollen Sie die Fenstergröße ändern, ist auch dafür die Datei /home/benutzername/.tuxracer/options der richtige Ort. In der Zeile mit dem Inhalt set x_resolution stellen Sie die Breite und in der Zeile set y_resolution die Höhe Ihres Tuxracer-Fensters ein.

Abb. 3: Tuxracer läuft auch in einem normalen Fenster.

Tipp: Minesweeper unter Linux

Auf das unterhaltsame Bombensuchspiel muss man auch unter Linux nicht verzichten. Sowohl SuSE als auch bei Red Hat Linux installieren standardmäßig die KDE-Minesweeper-Variante KMines. SuSE-Linux-Nutzer starten das Spiel über Spiele / Taktik & Strategie / KMines, Red-Hat-Anwender wählen Spiele / KMines aus dem K-Menü.

Die Bedienung funktioniert ebenso wie unter Windows. Nach einem Mausklick auf ein Feld explodiert entweder eine Bombe, oder das Spiel blendet ein, auf wievielen Nachbarfeldern Explosivgüter liegen. Mit angewandter Logik und einer Portion Glück markieren Sie per rechter Maustaste die 10 Felder, hinter denen Sie die Bomben vermuten. Erfolgreiche Minensucher dürfen sich danach in die Bestenliste eintragen. Ein Klick auf den Smiley startet die nächste Runde.

Red Hat Linux bringt zusätzlich die GNOME-Version von Minesweeper mit, die Sie im K-Menü unter Spiele / GNOME-Mines finden. Wer unter SuSE Linux den GNOME-Minensucher ausprobieren will, installiert dazu über YaST das Paket gnome-games nach. Starten Sie das Konfigurations-Tool über System / YaST2 und wählen Sie unter dem Eintrag Software Software installieren oder löschen aus der rechten Fensterhälfte. Stellen Sie im Dropdown-Menü Suche ein und verwenden Sie gnome-games als Suchbegriff. Ein Klick auf Suche fischt das richtige Paket heraus. Markieren Sie es mit einem Häkchen und starten Sie die Installation über die Schaltfläche Akzeptieren. Den GNOME-Minesweeper finden Sie nun unter Spiele / Logik / GNOME-Mines im K-Menü.

Tipp: Richtig löschen mit Nautilus

Anders als Konqueror besitzt der GNOME-Datei-Manager scheinbar keinen richtigen Löschbefehl: Das Kontextmenü bietet nur den Eintrag In den Müll verschieben. Manchmal will man Dateien jedoch sofort loswerden. Der Löschbefehl in Nautilus ist über Bearbeiten / Einstellungen schnell aktiviert. In älteren Nautilus-Versionen markieren Sie in der Baumansicht auf der linken Seite den Eintrag Desktop und Müll. Nutzer von Red Hat Linux 9.0 und SuSE Linux 8.2 wechseln stattdessen auf die Registerkarte Verhalten.

Auf dem Reiter rechts mit dem sinnigen Namen Müll-Verhalten schalten Sie den Befehl zum sofortigen Löschen in Nautilus frei: Setzen Sie ein Häkchen vor Einen Löschbefehl bereitstellen, der den Müll umgeht. Wer die neueste Version seiner Distribution verwendet, findet diese Option als letzten Menüpunkt unter dem Registerreiter Verhalten. Künftig verschwindet der Datenmüll sofort von der Festplatte, wenn Sie Löschen aus dem Kontextmenü einer Datei wählen (Abbildung 4). (eba)

Abb. 4: Auch mit Nautilus löschen Sie Dateien ohne Umweg über den Mülleimer.

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