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Erschienen in EasyLinux 12/2003

Surfen mit Komfort

Mozilla-Tipps

von Elisabeth Bauer und Andrea Müller


Intuitiv bedienbar und schnell erobert Mozilla immer mehr Surfer-Herzen. Wir zeigen, an welchen Schräubchen Sie drehen müssen, um den Browser ganz nach Ihren Vorlieben einzustellen.

Tipp: Lästige PopUps unterdrücken

Sie wollen nur kurz die Telefonrechnung einsehen und schon drängeln sich Fenster mit mehr oder weniger günstigen Angeboten aller Couleur in den Vordergrund. Statt sich über die unerwünschten Werbebotschaften zu ärgern und sie jedesmal wegzuklicken, unterbinden Sie die Anzeige einfach komplett. Klicken Sie dazu auf Bearbeiten / Einstellungen und dort auf Erweitert. Unter dem Menüpunkt Scripts & Plugins deaktivieren Sie Nicht angeforderte Fenster öffnen. Mozilla öffnet in Zukunft nur noch Fenster, die Sie per Klick auf einen Link explizit anfordern. Bei neueren Mozilla-Versionen verbirgt sich das Stoppschild für die lästigen Vertreter unter dem Menüpunkt Datenschutz & Sicherheit / PopUp-Fenster. Setzen Sie ein Häkchen vor Unerwünschte PopUp-Fenster blockieren (Abbildung 1). Dort tragen Sie über die Schaltfläche Erlaubte Sites auch die Web-Seiten ein, denen Sie das Öffnen neuer Fenster erlauben wollen, weil die Seite sonst nicht funktioniert.

Abb. 1: Hier verbieten Sie neueren Mozilla-Versionen PopUp-Fenster zu öffnen.

Tipp: Mehr Treffer anzeigen bei der Google-Suche

Die Google-Suche per Eingabe in der Adresszeile ist bequem und praktisch, doch die voreingestellten zehn Treffer sind etwas knapp bemessen. Mit diesem Trick erhöhen Sie die Zahl auf ihren Wunschwert.

Abb. #: Mozilla akzeptiert nicht nur URLs, sondern auch Suchbegriffe in der Adresszeile.

Über [Alt-F2] und die Eingabe von kdesu konqueror starten Sie den Datei-Manager Konqueror im Administrator-Modus. Öffnen Sie den Suchdialog im Konqueror über Extras / Dateien suchen. Im Feld Name tragen Sie google.src ein, Suchen in: sollte auf file:/ stehen, damit Konqueror die ganze Verzeichnishierarchie durchsucht. Je nach installierter Mozilla-Version lautet das Ergebnis dann beispielsweise /usr/lib/mozilla-1.3/searchplugins/google.src

Ein Rechtklick auf die gefundene Datei öffnet das Kontextmenü, wählen Sie dort Öffnen mit / Kwrite. Wie in Abbildung # fügen Sie nun folgende Zeile ein:

<input name="num" value="50">

Die gewünschte Trefferzahl, hier 50, ändern Sie ganz nach Gusto. Klicken Sie auf Speichern und schließen Sie Kwrite. Starten Sie Mozilla: Bei der nächsten Google-Suche über die Adresseingabezeile zeigt Google nun fünfzig statt der früheren zehn Treffer an.

Abb. #: Der "num"-Parameter sorgt dafür, dass Google 50 statt nur 10 Treffer anzeigt.

Tipp: Deutsche Googlesuche

Wer das deutsche Sprachpaket von der Website mozilla.kairo.at installiert hat, kann in den Mozilla-Einstellungen die Google-Suche auf Deutsch umstellen. Dafür ist die Datei agoogle.src zuständig, die sich ebenfalls wie in Tipp ## beschrieben zu mehr Treffern bewegen lässt. Wer diese Datei nicht besitzt, hängt in google.src nach der Zeile aus Tipp ## einfach noch folgende Zeile an:

<input name="lr" value="lang_de">

und schon präsentiert die Suche ausschließlich Links in deutscher Sprache.

Tipp: Eigene Schlüsselworte definieren

Mit so genannten Keywords vereinfachen Sie Anfragen an beliebige Websites, die eine Suche anbieten. Ein Kürzel für die Bildersuche von Google definieren Sie beispielsweise so:

Schritt 1

Legen Sie ein neues Lesezeichen über Lesezeichen / Lesezeichen ablegen an. Geben Sie im Feld Adresse http://images.google.com/iamges?q=%s&hl=de ein. Wer mit Mozilla in der Version 1.4 arbeitet legt gleich hier im Feld Keyword das Schlüsselwort fest, über das er die Schnellsuche später aktiviert. Nutzer früherer Versionen folgen einfach dem Rest unserer Anleitung.

Schritt 2

Öffnen Sie nun den Dialog zur Lesezeicheverwaltung über Lesezeichen / Lesezeichen bearbeiten. Klicken Sie das neue Lesezeichen mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Eigenschaften aus dem Kontextmenü.

Schritt 3

Geben Sie hinter Schlüsselwort das Keyword ein, das Sie verwenden wollen, also z. B. ig und schließen Sie den Dialog über den OK-Button.

Zur Suche nach dem Linuxmaskottchen, geben Sie in die Adresszeile ig Tux ein. Anstelle von ig verwenden Sie das von Ihnen zuvor definierte Schlüsselwort.

Tipp: Nachschlagen im Lexikon

Schlüsselwörter lassen sich natürlich noch zu vielen weiteren Zwecken einsetzen. Für eine Lexikonsuche in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia tragen Sie die URL http://de.wikipedia.org/w/wiki.phtml?go=Go&search=%s als Lesezeichen ein und legen beispielsweise wiki als Schlüsselwort fest. Die wesentlich ausführlichere englische Ausgabe erreichen Sie analog mit der Zeichenkette http://en.wikipedia.org/w/wiki.phtml?go=Go&search=%s.

Tipp: E-Mail-Anzeige spielt verrückt

Normalerweise verwaltet Mozillas Mail-Programm auch große Mailboxen zuverlässig, nur manchmal spielt es verrückt: Gelöschte E-Mails zeigt es weiterhin an oder gaukelt dem entsetzten Anwender einstmals gut gefüllte Ordner als leer vor. Grund zur Sorge besteht nicht: Mozilla hat Ihre Löschaufträge ausgeführt und auch ein leerer Ordner bedeutet nicht, dass die Browser-Suite Ihre Post gefressen hat. Es ist nur ein Anzeigeproblem, das eine korrupte msf-Datei verursacht. In diesen Dateien mit der Endung .msf speichert Mozilla Verwaltungsinformationen für Ihre Mail-Ordner, wie etwa die von Ihnen gewählte Ansicht und den Status (gelesen, ungelesen, wichtig) Ihrer Mails. Damit Mozilla den Ordner wieder richtig anzeigt, löschen Sie diese msf-Datei.

Schließen Sie dazu Mozilla und aktivieren in Ihrem Datei-Manager die Ansicht versteckter Dateien. In Konqueror wählen Sie dafür den Menüpunkt Ansicht / Versteckte Dateien anzeigen, in Nautilus führt der Weg über Bearbeiten / Einstellungen. Markieren Sie auf der Registerkarte Ansichten die Checkbox vor Versteckte Dateien und Sicherheitskopien anzeigen.

Wechseln Sie nun in das Verzeichnis /home/ihr_benutzername/.mozilla/. Um den Übeltäter zu finden, wählen Sie Extras / Dateien suchen und geben Sie hinter Name *.msf ein. Kontrollieren Sie, ob ein Haken vor Mit Unterverzeichnissen gesetzt ist. Nach einem Klick auf Suchen präsentiert Konqueror Ihnen alle gefundenen Dateien, die mit der Zeichenfolge .msf enden. Das Sorgenkind ist die, deren erster Teil mit dem Namen des problematischen Ordners identisch ist. Wird also der Inhalt des Ordners privat nicht mehr richtig angezeigt, ist dafür die privat.msf verantwortlich. Löschen Sie die Datei über die Option Löschen des Kontextmenüs. Mozilla erstellt automatisch eine neue msf-Datei für den Ordner und zeigt danach Ihre Mails wieder korrekt an. Ihre Einstellungen, wie die Sortierreihenfolge der Mails, müssen Sie nach dieser Aktion jedoch erneut vornehmen.

Tipp: Mails ohne Umweg

Wer nur kurz eine Mail versenden will, weist Mozilla mit einem Aufrufparameter an, direkt die Mail-Komponente zu starten. Tippen Sie dafür in einem über [Alt-F2] geöffneten Schnellstartfenster mozilla -mail. Noch fixer geht es mit dem Parameter -compose. Ein mozilla -compose öffnet ein Mail-Editor-Fenster. Sie können sogar den Empfänger im Befehlsaufruf gleich mit angeben: Das erreichen Sie z. B. mit einem mozilla -compose to=freund@gmx.de

Die mysteriöse user.js

Viele "Geheimtipps" für Mozilla weisen Sie an, etwas in die Datei user.js einzutragen, die Sie auf Ihrem System aber beim besten Willen nicht finden. Das ist ganz normal, denn diese Datei muss der Benutzer selbst anlegen und füllen.

Die Datei user.js gehört ins selbe Verzeichnis wie die prefs.js. Suchen Sie diese Datei, wie in Tipp ## beschrieben. Klicken Sie das Suchergebnis mit der rechten Maustaste an und markieren Sie Vorschau in erweiterte Editorkomponente. Klicken Sie nun auf den nach oben zeigenden blauen Pfeil in der Symbolleiste und schon sind Sie in dem Verzeichnis, in das die user.js gehört (Abbildung 2). Über Bearbeiten / Neu erstellen / Textdatei und Eingabe von user.js als Dateinamen legen Sie Ihre private Konfiguration für Mozilla an.

Abb. 2: Auf diesem System gehört die user.js nach /home/andi/mozilla/default/gnmfs2tq.slt/.

Tipp: Auto-Vervollständigung loswerden

Tippt man viele Web-Seiten in die Adresszeile ein, ist die Auto-Vervollständigung nicht mehr praktisch, sondern nur noch lästig. Über die Liste im Dropdown-Feld finden Sie ab einer gewissen Länge sowieso keinen Link mehr wieder und am liebsten würden Sie das Feature abschalten, das Ihnen immer das Falsche anbietet. Mit drei Zeilen in der user.js ist das schnell erledigt:

Schritt 1

Suchen Sie die Datei user.js wie in Tipp ## beschrieben und öffnen Sie sie über einen Klick mit der mittleren Maustaste in dem KDE-Editor Kwrite.

Schritt 2

Schreiben Sie die folgenden drei Zeilen in die Konfigurationsdatei:

user_pref("browser.urlbar.autocomplete.enabled", false);
user_pref("browser.urlbar.showPopup", false);
user_pref("browser.urlbar.showSearch", false);

Schritt 3

Mit Datei / Speichern schreiben Sie Ihre Änderungen auf Festplatte und schließen danach Kwrite über Datei / Beenden.

Danach vervollständigt Mozilla nicht mehr Ihre Eingaben in der Adresszeile. Über den Dropdown-Pfeil am rechten Rand können Sie sich trotzdem noch alle von Ihnen eingegebenen Links anschauen und manuell auswählen.

Tipp: Zeilenumbruch in der Quelltext-Ansicht

Manche Homepage-Autoren sind wirklich paranoid: Vor lauter Angst, jemand könne das absolut einzigartige Design ihrer Seiten aus dem Homepage-Baukasten kopieren, machen sie ihre HTML-Quelltexte so unleserlich wie möglich. Unter Windows gibt es sogar Tools, die sauber formatiertes HTML in eine einzige lange Zeile umwandeln.

Wollen Sie über das Tastenkürzel [Strg-U] den Quelltext einer Seite ansehen, um z. B. einen Link zu finden, den Mozilla wegen abgeschaltetem Javascript nicht öffnet, müssen Sie bei solchen Seiten erst mehrere Meter weit nach rechts scrollen, um an die gewünschte Information zu gelangen. Mit der Zeile

user_pref("view_source.wrap_long_lines", true);

in der Datei user.js umbricht Mozilla überlange Zeilen in der Quelltext-Ansicht. Die Einstellung wird nach einem Mozilla-Neustart wirksam.

Tipp: Lange Newsgroup-Namen

Lesen Sie mit Mozilla Newsgroups, kürzt dieser die Namen der abonnierten Gruppen ab. Wollen Sie lieber die ausgeschriebenen Namen sehen, erreichen Sie das mit dem Eintrag der Zeile

user_pref("mail.server.default.abbreviate", false);

in die Datei user.js im Profilverzeichnis von Mozilla.

Tipp: Klassisches Quoting aktivieren

Statt der üblichen Zitierzeichen (>) zeigt die Mail-Komponente Balken an (Abbildung 3). Wer es lieber klassisch mag, trägt in seine user.js folgende Zeilen ein:

user_pref("mail.quoted_graphical", false);
user_pref("mail.quoteasblock", false);
user_pref("mailnews.display.disable_format_flowed_support", true);

Nach dem nächsten Start verwöhnt Sie Mozilla wieder mit durch > gekennzeichneten Zitaten (Abbildung 4).

Abb. 3: Per Default kennzeichnet Mozilla Zitate mit grafischen Balken.

Abb. 4: Mit den richtigen Einträgen in der user.js zitiert Mozilla-Mail auch klassisch.

Tipp: Andere Signaturfarbe einstellen

Viele Korrespondenzpartner tragen einen lustigen Spruch oder Werbung für eine Homepage am Ende Ihrer Mails mit sich herum. Mozilla stellt diese so genannten Signaturen in tristem hellgrau dar, wodurch Sie schlecht lesbar sind. Die Farbgestaltung peppen Sie durch wenige Zeilen in die Datei userContent.css im chrome-Verzeichnis schnell auf. Das Verzeichnis Chrome finden Sie dort, wo auch die user.js liegt. Erstellen Sie in diesem Verzeichnis die Datei userContent.css und schreiben Sie folgendes herein:

.moz-txt-sig, .moz-signature {
color: maroon !important;
}

Künftig stellt Mozilla Signaturen braunrot dar (Abbildung 5). Die geschweiften Klammern erhalten Sie, wenn Sie [AltGr-7] ({) und [AltGr-0] (}) drücken. Mögen Sie lieber andere Farben, tragen Sie einfach hinter color die Farbe Ihrer Wahl ein, z. B. red für rot, lime für hellgrün, aqua und navy für Blautöne oder yellow für gelb.

Abb. 5: Individuell eingefärbte Signaturen in Mozilla.

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