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von Andrea Müller
Der beim Datei-Manager Midnight Commander mitgelieferte Text-Editor mcedit ist auch für Shell-Novizen leicht zu bedienen. Um ihn zu installieren, loggen Sie sich unter SuSE Linux in der Shell mit su und Ihrem Administrator-Passwort in der nächsten Zeile als root ein. Tippen Sie danach yast -i mc. Das SuSE-Konfigurationsprogramm startet im Textmodus, fordert das Installationsmedium an und spielt die Software ein. Mit exit oder dem Tastenkürzel [Strg-D] verlassen Sie anschließend die Root-Shell.
Red-Hat-Benutzer starten die Paketverwaltung über Systemeinstellungen / Pakete (Systemeinstellungen / Hinzufügen/Entfernen von Applikationen bei Red Hat Linux 9.0). Authentifizieren Sie sich mit Ihrem Administrator-Passwort und markieren Sie das Paket mc in der Rubrik Systemtools. Die bereits von Ihrem Distributor vorausgewählte Software dürfen Sie entfernen. Sie wird für den Betrieb des mc nicht benötigt. Nach einem Klick auf Aktualisierung spielt der Paket-Manager die Software ein.
Sie starten Ihren neuen Editor mit mcedit. Um eine neue Datei anzulegen oder eine schon existierende zu bearbeiten, geben Sie mcedit dateiname ein. Die wichtigsten Aktionen führen Sie mit den Funktionstasten durch. Welche Taste was bewirkt, steht in der Statuszeile, so dass Sie nicht lange überlegen müssen. Mit [F3] schalten Sie in den Markierungsmodus, in dem Sie Abschnitte des Textes mit den Pfeiltasten markieren. Mit einem weiteren Druck auf [F3] verlassen Sie den Modus. Benötigen Sie später die markierte Textpassage, fügen Sie sie mit [F5] ein oder verschieben Sie mit [F6] an die aktuelle Cursor-Position. Haben Sie sich vertan, machen Sie die Aktion mit [Strg-u] rückgängig. Über [F7] nehmen Sie umfangreiche Suchen-Ersetzen-Operationen vor, wofür mcedit eine komfortable Eingabemaske bietet (Abbildung 1).
Damit Ihre Änderungen von Dauer sind, speichern Sie die Datei mit [F2] und beenden den Editor über [F10]. Bevorzugen Sie statt der Funktionstasten klassische Menüs, ist auch das kein Problem: Ein Druck auf [F9] blendet das Menü ein, dessen Punkte Sie wie gewohnt mit der Maus auswählen.
Um schnell eine Datei im wav-Format abzuspielen, eignet sich das Kommando play. Red Hat Linux hat es standardmäßig mit an Bord, SuSE-Linux-Nutzer installieren es mit einem vom Benutzer root aufgerufenen yast -i sox. Um eine wav-Datei abzuspielen, geben Sie play /pfad/zu/audiodatei.wav ein. Arbeiten Sie mit KDE und haben die Systemklänge aktiviert, kann play eventuell nicht auf die Soundkarte zugreifen und Ihre Lautsprecher bleiben stumm. Falls das Problem bei Ihnen auftritt, geben Sie artsdsp play /pfad/zu/audiodatei.wav ein. Mit diesem Befehl zwingen Sie play, das Soundsystem von KDE zu benutzten, damit es die Datei korrekt abspielt.
Haben Sie einen Teil Ihrer CD-Sammlung in das komprimierte ogg-Format umgewandelt, brauchen Sie keinen ausgewachsenen Player wie XMMS, um die Dateien abzuspielen. Die einfache Wiedergabe beherrscht ogg123 ebenso gut.
Unter SuSE Linux wird das Tool nicht per Default installiert, was Sie jedoch mit einem schnellen yast -i vorbis-tools nachholen. Da nur der Administrator Software einspielen und entfernen darf, werden Sie mit su und der Eingabe Ihres root-Passwortes erst zum Administrator, bevor Sie den Installationsbefehl eingeben.
Mit dem Aufruf ogg123 musikdatei.ogg spielen Sie einen Titel ab. Das Programm zeigt dabei sogar Informationen zur Abspielzeit und eventuell gesetzten ID3-Tags an (Abbildung 2).
Weitere Befehle können Sie erst dann eintippen, wenn ogg123 die Datei fertig abgespielt hat. Mit [Strg-C] beenden Sie das Programm auch mitten im Lied. Anders als dem play-Befehl dürfen Sie ogg123 mehrere Dateinamen übergeben, die es abspielen soll. Liegt Ihre Musiksammlung zum Beispiel im Verzeichnis /home/benutzername/music, sorgt ein ogg123 /home/benutzername/music/*.ogg dafür, dass das Programm alle Dateien mit der Endung .ogg in alphabetischer Reihenfolge abspielt. Die Tastenkombination [Strg-C] beendet ogg123 dann nicht, sondern springt zum Anfang des nächsten Musikstücks.
Haben Sie Probleme mit der Wiedergabe unter KDE, weisen Sie ogg123 mit dem Aufruf artsdsp ogg123 /pfad/zur/musik.ogg an, den KDE-Soundserver arts zu nutzen und nicht auf die Soundkarte direkt zuzugreifen.
Bei Problemen geben Linux-Programme oft ausführliche Fehlermeldungen aus, die man gerne seinem lokalen Linux-Guru zeigen würde. Wollen Sie die Fehlermeldungen mit befehl_der_nicht_funktioniert > fehlermeldung.txt in eine Textdatei umleiten führt das jedoch oft nicht zum Erfolg. Der Umleitungsbefehl (>) leitet nur die Standardausgabe eine Programmes um, nicht jedoch die Fehlerausgabe. Die erscheint weiterhin brav auf dem Bildschirm. Doch auch dafür gibt es eine Lösung: Rufen Sie
befehl_der_nicht_funktioniert &> fehlermeldung.txt
auf, um sämtliche Ausgaben in die Datei fehlermeldung.txt zu verfrachten. Das Kaufmanns-Und (&) ist dabei eine Art Wildcard, die sowohl die Standard- als auch die Fehlerausgabe eines Programms erfasst. Wollen Sie nur die Fehlermeldung, nicht aber die normalen Ausgaben eines Programms in eine Datei umleiten, ist befehl_der_nicht_funktioniert 2> fehlermeldung.txt der richtige Befehl. Die 2 steht dabei für den Fehlerausgabekanal des aufgerufenen Programms.
Besitzen Sie einen Laptop der Firma Dell, müssen Sie nicht auf so wichtige Informationen, wie die Temperatur des Computers verzichten. Anders als unter Windows brauchen Sie dafür kein spezielles Programm: Ihr Linux bringt die Auslesefunktion in Form eines Treibers von Haus aus mit.
Geben Sie su und in der nächsten Zeile Ihr root-Passwort ein, um zum Administrator zu werden.
Tippen Sie nun /sbin/lsmod. Der Befehl zeigt, welche Treiber momentan geladen sind. Entdecken Sie in der linken Spalte den Eintrag i8k, ist der Treiber zur Temperaturkontrolle bereits aktiv und Sie lesen bei Schritt 4 weiter.
Finden Sie das Modul i8k nicht in der Liste, geben Sie /sbin/modprobe i8k ein, um den Treiber zu laden. Er wurde nicht mit allen Laptops der Firma Dell getestet, funktioniert aber mit vielen Modellen der Inspiron- und Latitude-Reihe (Inspiron 8000, 8100, 4000,4100 und Latitude C400, C510 C600, C610, C800). Spielt der Treiber nicht mit Ihrem Notebook zusammen (z. B. bei den Modellen Inspiron 3200, 7000, 7500) erhalten Sie eine entsprechende Fehlermeldung und müssen auf die Funktion verzichten.
Geben Sie exit ein, um Ihre Administrator-Rechte wieder aufzugeben. Die Temperatur dürfen auch normale Benutzer auslesen. Das geht mit dem Befehl cat /proc/i8k. In der 4. Spalte der Ausgabe steht die Temperatur in Celsius (Abbildung 3).
Die anderen Werte zeigen unter anderem die Bios-Version (A09), den Lüfterstatus (Feld 5 und 6) und auf einigen Modellen die Umdrehungsgeschwindigkeit der Lüfter (Feld 7 und 8). Stehen in Feld 7 und 8 negative Werte, kann der Treiber bei Ihrem Gerät die Drehgeschwindigkeit nicht ermitteln. Für Feld 5 und 6 gibt es die Werte 0 (Lüfter ist aus), 1 (Lüfter läuft) und 2 (Lüfter läuft mit maximaler Geschwindigkeit). Haben Sie ein Modell mit nur einem Ventilator, wie etwa den Latitude C600, zeigt das sechste Feld den Lüfterstatus an.

Das populärste Kompressionsformat in der Windows-Welt ist Zip. Um unter Linux auf solche Archive zuzugreifen, verwenden Sie die Befehle zip und unzip. Ihr Aufruf ist denkbar einfach. Erhalten Sie ein Zip-Archiv, entpacken Sie es mit dem Befehl unzip archiv.zip in das aktuelle Arbeitsverzeichnis. Selbst ein Archiv erstellen geht ebenso schnell: Mit zip archiv.zip musik/* dokument.txt verstauen Sie das Verzeichnis musik samt seinem Inhalt und die Datei dokument.txt in einem neuen Archiv namens archiv.zip. Haben Sie eine Datei vergessen, hängen Sie sie mit zip archiv.zip vergessene_datei.txt an ein schon vorhandenes Archiv an. (eba)
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Last modified: 2007-01-25 16:35
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