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Erschienen in EasyLinux 01/2004   »   Ausgabe bestellen

Office-Bibliothek jetzt auch für Linux

Nachschläger

von Hans-Georg Eßer


Einen Begriff am Computer nachzuschlagen, ist schneller als der Gang zum Bücherregal, doch Lexikon und Wörterbuch müssen dazu auf dem Rechner installiert sein. Für Windows gibt es schon länger Duden, Brockhaus und andere Nachschlagewerke, die jetzt erstmals auch für Linux erhältlich sind.

Wörterbuch und Lexikon sind wichtige Hilfsmittel für alle Anwender, die mit Texten arbeiten: Auch wenn dank Rechtschreibprüfung im Office-Programm und Recherche-Tools im Internet der Griff zum 20-bändigen Lexikon immer seltener wird, findet man eben nicht alles im Netz, und die Informationen in den Fundstellen sind oft zu oberflächlich.

Wer zum Nachschlagen eines Fremdwortes oder zur umfassenderen Themenrecherche im Lexikon nicht vom Computer aufstehen mag, kann sich jetzt mit der "Office-Bibliothek" (Bibliographisches Institut / Brockhaus) behelfen: Das ist eine aus mehreren "Büchern" bestehende Reihe, die in ihrer aktuellen Version für Linux, Windows und MacOS X erhältlich ist. Wir haben uns die Titel

angesehen. Die verschiedenen Bücher können gemeinsam genutzt werden: Die Office-Bibliothek stellt die verbindende Oberfläche dar. So schlagen Sie einen Begriff nach und erhalten Treffer in allen installierten Büchern.

Die Programme lassen sich komfortabel installieren, da die CDs RPM-Pakete enthalten, die mit SuSE und Red Hat Linux zusammen arbeiten.

Die Installation läuft damit folgendermaßen ab:

Installation unter SuSE Linux

Schritt 1

Legen Sie die CD ein und öffnen Sie diese per Klick auf das CD-ROM-Icon auf dem Desktop.

Schritt 2

Ein Klick auf officebib-...rpm bringt Sie zu einer Detailansicht für dieses RPM-Paket, in der Sie auf die Schaltfläche Installiere Paket mit YaST klicken.

Schritt 3

Wie bei Programminstallationen üblich, müssen Sie nun Ihr Root-Passwort eingeben; danach startet das SuSE-Konfigurationstool YaST und richtet das neue Paket ein.

Schritt 4

Nach Abschluss der Installation finden Sie im Startmenü einen neuen Eintrag Büroprogramme/Office-Bibliothek -- falls nicht, starten Sie die grafische Oberfläche neu. Bei SuSE Linux 9.0 muss der Eintrag in jedem Fall manuell erzeugt werden.

Installation unter Red Hat Linux

Schritt 1

Legen Sie die CD ein und öffnen Sie diese per Doppelklick auf das CD-ROM-Icon auf dem Desktop -- bei Einsatz von GNOME öffnet sich das Verzeichnis selbstständig.

Schritt 2

Ein Doppelklick auf das RPM-Paket ruft einen Passwortdialog auf. Geben Sie hier das Administratorpasswort ein, danach wird das Paket installiert.

Nach Abschluss der Installation finden Sie im Startmenü einen neuen Eintrag Office/Weitere Office-Applikationen/Office-Bibliothek.

Erster Start

Um die Office-Bibliothek zu starten, rufen Sie den neu hinzugefügten Menüpunkt im Startmenü auf. Sollte trotz Neustart der grafischen Oberfläche kein solcher Menüpunkt existieren, starten Sie das Programm über den Schnellstarter: Drücken Sie [Alt-F2] und geben Sie dann

/opt/officebib/officebib

ein. Wie Sie bei fehlendem Menüeintrag nachträglich selbst einen anlegen können, erfahren Sie im Kasten Menüeintrag ergänzen.

Beim ersten Start der Software können Sie der Office-Bibliothek ein erstes Buch (oder erste Bücher) hinzufügen.

Schritt 1

Es erscheint eine Maske, in der Sie den Pfad zur CD eingeben -- im Dialog steht etwas vom "Namen des Laufwerkes", das ist wohl ein Überbleibsel der Windows-Version. SuSE-Anwender geben hier /media/cdrom oder /media/dvd bzw. den tatsächlichen Einhängepunkt der CD an: Sie können im Konqueror-Fenster noch sehen, wie das Verzeichnis heißt. Bei Red Hat Linux ist es meist /mnt/cdrom.

Schritt 2

Nach dem Finden der Daten zeigt das Programm einen Lizenzhinweis an, den Sie mit Annehmen bestätigen. Im Fall der Brockhaus-CD muss außerdem der Lizenzschlüssel von der CD-Verpackung eingegeben werden.

Schritt 3

Im nächsten Dialog werden Sie gefragt, ob die Dokumente von der CD auf Ihre Festplatte kopiert werden sollen. Dem sollten Sie unbedingt zustimmen, denn dann können Sie das Programm später auch ohne eingelegte CD verwenden. Das Programm teilt auch mit, wieviel Speicherplatz durch die Installation verbraucht wird, das schwankt je nach Produkt aus der Office-Bibliothek zwischen ca. 50 MB und 600 MB für das größte Buch, den Brockhaus.

Schritt 4

Nach dem Bestätigen werden die Dateien kopiert. Sie landen alle im Verzeichnis /opt/officebib/.

Schritt 5

Hat alles geklappt, erhalten Sie eine Erfolgsmeldung. Danach besteht die Möglichkeit, das Programm zu registrieren. Die folgende Maske empfiehlt, die automatische Internet-Suche nach Updates zu aktivieren. Beim Test in der Redaktion war noch keine neuere Version verfügbar.

Schritt 6

Nun ist die Ersteinrichtung abgeschlossen, im Programmfenster können Sie erste Recherchen durchführen. Außerdem können Sie die CD unmounten und aus dem CD-Laufwerk entnehmen.

Weitere Bücher einbinden

Ist die Oberfläche für die Bibliothek einmal installiert, können weitere Bücher aus der gleichen Reihe im Schnellverfahren nachinstalliert werden: Dazu mounten Sie einfach die nächste CD und klicken links unten im Programmfenster auf Neues Buch installieren (Abbildung 1). Es erscheint dann der gleiche Dialog wie beim ersten Buch, in dem Sie den Pfad zur CD eingeben. Nach der Installation ist die Liste der Buch-Icons (ebenfalls links unten unterhalb von Ausgewählte Bücher um einen oder mehrere neue Einträge angewachsen.

Abb. 1: Ein neues Buch fügen Sie der Bibliothek schnell hinzu.

Nachgeschlagen

Um einen Begriff nachzuschlagen, bieten sich Ihnen zwei Varianten: die einfache Suche nach Schlagworteinträgen und die Volltextsuche. Für die erste Variante geben Sie links oben im Suchfeld einen Begriff ein -- sofort füllt sich die Ergebnisspalte mit den Treffern. Dabei steht jedem Treffer ein Icon voran, an dem Sie erkennen können, zu welchem Buch der Treffer gehört: So können Sie beispielsweise gezielt nur die Schreibweise eines Wortes prüfen anstatt den längeren Text aus dem Brockhaus zu lesen. Sollen überhaupt nur Treffer aus bestimmten Büchern angezeigt werden, lassen sich diese per Klick auf die Buch-Icons separat deaktivieren und wieder einschalten.

Ein Doppelklick auf eine Trefferzeile führt im rechten Bereich des Fensters zur Anzeige des Eintrags. In längeren Texten können Sie mit Mausrad oder [Bild hoch] und [Bild runter] navigieren -- für die Navigation per Taste müssen Sie dazu zunächst mit der Tabulatortaste in das Textfenster wechseln oder einmal mit der Maus hinein klicken.

Abb. 2: Ist auch der Brockhaus installiert, finden Sie sogar Informationen zu Linux.

Die Volltextsuche rufen Sie auf, indem Sie auf den Button Erweiterte Suche klicken, aus dem Menü Suchen/Erweiterte Suche wählen oder [F3] drücken. In jedem Fall erscheint ein neues Fenster, in dem Sie unter Suche den Eintrag Volltext (inkl. Stichwörter) aktivieren und oben einen Suchbegriff eingeben und mit [Eingabe] bestätigen.

Abb. 3: Über die "erweiterte Suche" rufen Sie auch die Volltextsuche auf.

Bei jedem neuen Aufruf der erweiterten Suche sind wieder die gleichen Optionen aktiviert (eben: nicht die Volltextsuche). Das können Sie einfach ändern, indem Sie wieder Volltext auswählen und dann auf Einstellungen speichern klicken -- ab sofort wird jede erweiterte Suche standardmäßig eine Volltextsuche sein.

Navigation

Wörterbuch- oder Lexikoneinträge enthalten oft Verweise auf andere Einträge: Diese sind an einer blauen Unterstreichung zu erkennen, sehen also wie Links im Web-Browser aus -- genau so funktionieren Sie auch: Per Klick auf den Link springen Sie zum nächsten Eintrag.

Finden Sie in einem Eintrag ein unbekanntes Wort, können Sie dieses per Doppelklick zum neuen Suchkriterium machen: Sofort wird die Trefferliste links aktualisiert.

Die Office-Bibliothek verwaltet auch eine History der zuletzt angesehenen Einträge. Durch diese navigieren Sie nicht browser-typisch mit [Alt-links] und [Alt-rechts], sondern mit [Alt-Bild hoch] und [Alt-Bild runter]. Trotz der ungewohnten Tastenbelegung können Sie so schnell zu älteren Texten zurück springen.

Copy & Paste

Sind die benötigten Informationen erst einmal gefunden, wollen Sie vielleicht Passagen als Zitat in ein eigenes Dokument übernehmen. Das Aptippen können Sie sich sparen, denn das Programm unterstützt Copy & Paste -- wenn auch nicht in der typischen Linux-Manier: Einfaches Markieren mit der Maus führt nicht zum Kopieren des Textes in die Linux-Zwischenablage, Sie müssen stattdessen die Tastenkombination [Strg-C] verwenden. Auch einfügen können Sie den Text anschließend nicht mit dem üblichen Klick der mittleren Maustaste; je nach Programm müssen Sie unterschiedlich vorgehen.

In OpenOffice verwenden Sie zum Einfügen die Tastenkombination [Strg-V], eine Terminal-Anwendung, die in einer KDE-Konsole läuft, nimmt den Text über Bearbeiten/Einfügen entgegen.

Grafiken

Viele Brockhaus-Einträge enthalten am Anfang des Textes eine Grafik. Diese können Sie per Klick auf die Grafik in einer größeren Version anzeigen lassen. Klicken Sie in dem separaten Grafikfenster auf Kopieren, wandert das Bild in die Zwischenablage -- und lässt sich dann beispielsweise in OpenOffice ebenfalls mit [Strg-V] einfügen.

Abb. 4: Praktisch: Nicht nur Text, sondern auch Abbildungen können direkt aus der Office-Bibliothek in die Zwischenablage kopiert und dann in OpenOffice in ein Dokument eingebunden werden.

Preise und Fazit

Die Office-Bibliothek läuft unter allen von EasyLinux unterstützten Distributionen stabil und ist leicht zu installieren. Leider sind die Programme nicht ganz billig: Rechtschreib- und Fremdwörterduden sind mit 19,95 Euro die billigsten Angebote, das Universalwörterbuch kostet 29,95 Euro, und das Paket "Duden Büro Plus Professional" (mit Brockhaus-Lexikon, Rechtschreib- und Fremwörterduden sowie Duden/Oxford-Wörterbuch Deutsch/Englisch) kommt auf stolze 149,95 Euro. Dafür erhalten Sie aber ein gut funktionierendes Nachschlagewerk, bei dem vor allem die gute Integration aller Bücher und die Copy & Paste-Fähigkeiten Spaß machen. (hge)

Menüeintrag ergänzen

SuSE Linux 9.0 legt bei der Installation keinen Menüeintrag an -- das können Sie mit wenigen Schritten nachholen.

Schritt 1

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Startmenü-Icon in der Startleiste und wählen Sie aus dem Kontextmenü Menü-Editor.

Schritt 2

Es startet der KDE-Menü-Editor. Links sehen Sie eine Baumansicht des Startmenüs. Öffnen Sie per Klick auf das "+" das Untermenü Büroprogramme und markieren Sie diese Menüzeile.

Schritt 3

Klicken Sie auf Neues Element und geben Sie im erscheinenden Fenster einen Namen für den neuen Menüeintrag an, z. B. "Office-Bibliothek".

Schritt 4

Der neue Eintrag sollte jetzt unterhalb von Büroprogramme erscheinen. Auf der rechten Seite des Menü-Editors geben Sie weitere Informationen ein. Am wichtigsten ist dabei das Feld Befehl, in das Sie "/opt/officebib/officebib" eintragen.

Schritt 5

Klicken Sie auf die Icon-Schaltfläche, um ein brauchbares Icon zu vergeben. Wählen Sie dann Sonstige Symbole und wechseln Sie in das Verzeichnis /opt/officebib/icons/ -- wählen Sie dann eines der Office-Bibliothek-Icons aus.

Schritt 6

Zurück im Menü-Editor-Fenster klicken Sie auf Anwenden und schließen das Fenster mit [Alt-F4]. Nach wenigen Sekunden wird das Startmenü angepasst.

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