OpenOffice auf Version 1.1.0 aktualisieren
Easy OpenOffice Update
von Heike Jurzik
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Seit einigen Wochen ist sie da -- die neue OpenOffice-Version 1.1.0.
Während neuere Distributionen wie z. B. SuSE Linux 9.0 diese schon im
Programm haben, muss auf älteren Systemen nachgerüstet werden. Wir zeigen,
wie Sie unter SuSE Linux 8.2, Red Hat Linux 8 und 9 auf den neuesten
OpenOffice-Stand kommen.
Die bei SuSE Linux 8.2, Red Hat Linux 8 und 9 mitgelieferte
OpenOffice-Installation ist eine so genannte Mehrbenutzer- oder
Netzwerk-Installation. Das bedeutet, dass eine OpenOffice-Installation
auf dem Rechner (vom Systemadministrator durchgeführt) für mehrere
Benutzer zur Verfügung steht.
Dabei sind systemweit nur gemeinsame Komponenten installiert, und jeder
Benutzer richtet OpenOffice nach seinen Vorstellungen im eigenen Home-Verzeichnis
ein, wo dann auch persönliche Dinge gespeichert werden. Diese
Einzelplatz-Installation findet jeweils beim ersten Programmstart statt;
bei einigen Linux-Distributionen passiert das vollautomatisch, so dass beim ersten Aufruf nur eine ungewöhnlich lange Startzeit auffällt.
Wir zeigen, wie Sie OpenOffice 1.1.0 systemweit installieren und
anschließend die neue Programmversion für einen Benutzer-Account
einrichten.
Voraussetzungen
Bevor Sie loslegen, sollten Sie sicherstellen, dass genug Platz auf der
Festplatte vorhanden ist. OpenOffice 1.1.0 braucht zwischen 190 und 250 MB
freien Speicherplatz und während der Installation selbst zusätzlich
etwa 80 MB Platz für temporäre Daten.
Laden Sie das passende Paket (OOo_1.1_LinuxIntel_install_de.tar.gz
für die deutsche Variante) aus dem Internet in ein temporäres Verzeichnis,
z. B. /tmp, herunter. Sie finden einen FTP-Server in Ihrer Nähe,
wenn Sie von der OpenOffice-Homepage aus den Links zum Download-Bereich
folgen. Achten Sie darauf, dass Sie den Linux-Installer (und nicht
die Windows- oder Solaris-Variante) auf den eigenen Rechner kopieren.
Die komprimierte Archiv-Datei muss zunächst entpackt werden:
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste im Konqueror auf die Datei
OOo_1.1.0_LinuxIntel_install_de.tar.gz.
- Im nun erscheinenden Kontext-Menü klicken Sie auf Auspacken
(SuSE Linux 8.2)
-- im Hintergrund packt KArchiver das Archiv nun in ein neues
Unterverzeichnis OOo_1.1.0_LinuxIntel_install_de aus.
- Bei Red Hat Linux 8 und 9 heißt der Menü-Eintrag Hier
entpacken... -- eine Warnmeldung verrät, dass das Archiv nur gelesen
werden kann.
- Bestätigen Sie einfach über OK, bietet Ark
automatisch an, in file:/tmp/ alle Dateien zu entpacken. Ein
erneuter Klick auf OK legt ein neues Unterverzeichnis
OOo_1.1.0_LinuxIntel_install_de mit den benötigten Dateien an.
Systemweit installieren für SuSE Linux 8.2
Bei SuSE Linux 8.2 ist OpenOffice in Version 1.0.2 dabei und liegt
in /opt/OpenOffice.org/. Um die neue Version 1.1.0 systemweit
einzuspielen, müssen Sie kurz auf die Kommandozeile, danach geht's mit
einem grafischen Installer weiter:
- Öffnen Sie eine Konsole, z. B. über [Alt-F2] und Eingabe von
konsole.
- Werden Sie Administrator durch Eingabe von
ssh -X root@localhost
und tippen Sie am Prompt das Root-Passwort ein. (Es
ist wichtig, dass Sie diesen SSH-Aufruf und nicht etwa das Kommando
su verwenden, damit der grafische Installer richtig starten
kann.)
- Wechseln Sie in das temporäre Verzeichnis, in dem die ausgepackten
OpenOffice-Dateien liegen, z. B.:
cd /tmp/OOo_1.1.0_LinuxIntel_install_de
- Danach führen Sie
./setup -net
gefolgt von [Return] aus.
- Der Startbildschirm zur Installation begrüßt Sie.
- Klicken Sie auf Weiter >>. Das nächste Fenster zeigt
nur die Datei Readme an. Die anschließend gezeigten Lizenzbedingungen müssen vollständig gelesen
werden, danach klicken Sie die Checkbox Ich akzeptiere die
Bedingungen des Vertrags. an und klicken auf Weiter
>>.
- Im nächsten Dialog kann die Art der Installation (Standard,
Benutzergesteuert oder Minimal) gewählt werden -- was Sie hier anklicken,
richtet sich nach dem vorhandenen Platz auf der Festplatte.
- Anschließend muss das Verzeichnis angegeben werden, in das OpenOffice
1.1.0 installiert werden soll, z. B. /opt/OpenOffice.org1.1.0 --
existiert dieses noch nicht, schlägt der Installer vor, es anzulegen.
- Sind Sie sich sicher, dass alle Angaben stimmen, klicken
Sie auf Installieren, um das Einspielen der einzelnen
Komponenten zu beginnen.
- Die letzte Abfrage betrifft eine eventuelle
Java-Runtime-Umgebung auf Ihrem System, mit der OpenOffice zusätzliche
Funktionen bekommt. Sie können java-jre bei Bedarf über
YaSTs Software-Modul einspielen und OpenOffice dann den Pfad zur
Java-Installation über den Button Manuell suchen mitteilen (auf
dem Testrechner war dies nach Installation des Paketes java-jre
das Verzeichnis /usr/lib/java/).
- Nach erfolgreicher Installation klicken Sie auf Fertig, um
das Setup abzuschließen.
- Tippen Sie zweimal [Strg-d], um die Konsole zu verlassen.
Systemweit für Red Hat Linux 8 und 9
Red Hat Linux 8 bringt standardmäßig OpenOffice 1.0.1 mit, bei
Red Hat Linux 9 finden Sie Version 1.0.2. Auch hier muss der Installer über die
Kommandozeile gestartet werden. Folgen Sie der SuSE-Linux-8.2-Anleitung
bis zum Punkt, an dem eine eventuell installierte Java-Runtime-Umgebung
angegeben werden soll (Schritt 10). Ein solches Paket ist bei Red Hat
Linux nicht dabei und muss im Zweifelsfall über RPM-Suchmaschinen wie
rpmseek.com oder rpmfind.net nachträglich eingespielt
werden. Natürlich können Sie darauf auch verzichten und einfach
die Checkbox Kein Java mit OpenOffice.org 1.1.0 verwenden
anklicken. Danach geht es wie in der SuSE-Linux-Anleitung weiter.
Für jeden Benutzer
Anschließend installiert jeder Benutzer OpenOffice 1.1.0 für die
Einzelplatz-Verwendung. Dazu führen Sie folgende Schritte aus:
- Öffnen Sie eine Konsole ([Alt-F2], konsole) und arbeiten
Sie unter Ihrem Benutzer-Account. Gehen Sie ins Verzeichnis, in das
Sie OpenOffice 1.1.0 vorher systemweit installiert haben, z. B.
cd /opt/OpenOffice.org1.1.0
- Starten Sie den Installer durch Eingabe von
./setup
- Eine eventuelle Warnung, dass die bereits installierte ältere Version in einer
anderen Sprache vorliegt, ignorieren Sie und klicken Sie auf OK,
um OpenOffice 1.1.0 in ein neues Verzeichnis zu installieren.
- Im nächsten Dialog ist somit auch die Option OpenOffice.org 1.1.0
in ein neues Verzeichnis installieren die einzig mögliche Variante
und angeklickt. Bestätigen Sie mit Weiter >>.
- Anschließend folgen nochmal die Readme-Datei und die
Lizenzbedingungen.
- Danach sehen Sie eine Dialogbox, in der Sie Ihre
Benutzerdaten eingeben können. Sind alle Angaben korrekt, klicken Sie
auf Weiter >>.
- Die nächste Dialogbox bietet eine Auswahl zwischen Workstation
Installation (die vom Admin systemweit installierten Daten nutzen)
und Lokale Installation (alle Daten noch einmal im eigenen Home
ablegen). Wählen Sie die Workstation-Variante aus und klicken
auf Weiter >>.
- Anschließend bestimmen Sie das Verzeichnis, in das installiert
wird. Der Installer schlägt automatisch einen Unterordner
OpenOffice.org1.1.0 im eigenen Home-Verzeichnis vor, wo auch
standardmäßig das Verzeichnis OpenOffice.org (SuSE Linux 8.2)
oder .openoffice (Red Hat Linux) für die alte Version
liegt. Bestätigen Sie mit Weiter >> -- existiert
dieses neue Verzeichnis noch nicht, wird es durch einen Klick auf
Ja angelegt.
- Klicken Sie auf Installieren, um mit dem Einspielen der Komponenten zu beginnen.
- Die bei SuSE Linux 8.2 folgende Warnmeldung über Ersetzen von Dateien
in /home/user/.kde/share/mimelnk/application/ übergehen Sie durch
einen Klick auf Alle ersetzen.
- Nach erfolgreicher Installation klicken Sie auf Fertig,
um den Installer zu beenden.
Start übers Menü
Die neue OpenOffice-Version sollte automatisch im K-Menü auftauchen
(Abbildung 1). Ist dieses nicht der Fall, fügen Sie einen eigenen Eintrag
mit wenigen Mausklicks hinzu:
Abb. 1: SuSEs Startmenü -- OpenOffice 1.1.0 dabei.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf der K-Menü und starten den
Menü-Editor.
- Im linken Feld sehen Sie die Strukturen der entsprechenden Menüs.
Durch einen Klick auf die kleinen Pluszeichen vor den einzelnen Menüs
öffnen sich die Folder, so dass Sie die Unter-Menüs sehen können. Hangeln
Sie sich für SuSE Linux 8.2 bis zum Eintrag Büroprogramme durch. Bei Red Hat Linux 8 und 9 empfiehlt sich der Ordner
Office.
- Klicken Sie auf den Button Neues Element in der
Werkzeugleiste und geben Sie ins Feld den Namen für den neuen Eintrag
ein, z. B. OpenOffice 1.1.0 -- rechts erscheinen nun detaillierte
Informationen zu dem jeweiligen Eintrag.
- Im Feld Befehl muss der Name der ausführbaren Datei stehen,
welche das Programm startet. Klicken Sie einfach auf den kleinen Ordner
neben dem Feld, um über einen Dialog die richtige Datei zu finden.
Diese heißt soffice und liegt im Verzeichnis
OpenOffice.org1.1.0 im eigenen Home. Wählen Sie die
Datei aus und klicken auf OK.
- Zum Schluss weisen Sie der Anwendung noch ein Symbol Ihrer Wahl zu,
indem Sie auf den Button neben dem Name-Feld (SuSE Linux 8.2 und
Red Hat Linux 9) oder
Arbeitsverzeichnis-Feld (Red Hat Linux 8) klicken. In
der Auswahl finden Sie mehrere OpenOffice-Symbole, wenn Sie in den
alphabetisch sortierten Icons weiter nach unten blättern.
- Klicken Sie auf Anwenden und schließen Sie den Editor. Über
das K-Menü starten Sie danach schnell und sicher beide
OpenOffice-Programmversionen -- je nach Lust und Laune.
Neu dabei
Neu bei Version 1.1.0 ist neben verbesserter Kompatibilität zu anderen
Office-Suiten der Export von PDF-Dateien. Dokumente lassen
sich nun kinderleicht über Datei/Exportieren als PDF... im
Portable Document Format abspeichern (Abbildung 2). Geben Sie einen
Dateinamen an und klicken auf Exportieren..., um weitere Optionen
zu wählen. Sie haben die Wahl, welche Seiten Sie exportieren und ob das
anschließende Dokument für den Bildschirm, den Druck oder die
Druckvorstufe optimiert werden soll.
Auch das Exportieren ins Macromedia-Flash-Format (SWF) ist neu im
Programm. Leider hakt es an einigen Stellen noch, so zeigt Mozilla eine
mit OpenOffice Impress erstellte Präsentation als SWF-Datei "leicht
entstellt" an (Abbildung 3). (hge)
Abb. 2: Aus .doc wird .pdf.
Abb. 3: Probleme mit den Buchstaben -- eine nach SWF exportierte
Präsentation.
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