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Erschienen in EasyLinux 01/2004   »   Ausgabe bestellen

OpenOffice auf Version 1.1.0 aktualisieren

Easy OpenOffice Update

von Heike Jurzik
 [ Titelbild ]


Seit einigen Wochen ist sie da -- die neue OpenOffice-Version 1.1.0. Während neuere Distributionen wie z. B. SuSE Linux 9.0 diese schon im Programm haben, muss auf älteren Systemen nachgerüstet werden. Wir zeigen, wie Sie unter SuSE Linux 8.2, Red Hat Linux 8 und 9 auf den neuesten OpenOffice-Stand kommen.

Die bei SuSE Linux 8.2, Red Hat Linux 8 und 9 mitgelieferte OpenOffice-Installation ist eine so genannte Mehrbenutzer- oder Netzwerk-Installation. Das bedeutet, dass eine OpenOffice-Installation auf dem Rechner (vom Systemadministrator durchgeführt) für mehrere Benutzer zur Verfügung steht.

Dabei sind systemweit nur gemeinsame Komponenten installiert, und jeder Benutzer richtet OpenOffice nach seinen Vorstellungen im eigenen Home-Verzeichnis ein, wo dann auch persönliche Dinge gespeichert werden. Diese Einzelplatz-Installation findet jeweils beim ersten Programmstart statt; bei einigen Linux-Distributionen passiert das vollautomatisch, so dass beim ersten Aufruf nur eine ungewöhnlich lange Startzeit auffällt.

Wir zeigen, wie Sie OpenOffice 1.1.0 systemweit installieren und anschließend die neue Programmversion für einen Benutzer-Account einrichten.

Voraussetzungen

Bevor Sie loslegen, sollten Sie sicherstellen, dass genug Platz auf der Festplatte vorhanden ist. OpenOffice 1.1.0 braucht zwischen 190 und 250 MB freien Speicherplatz und während der Installation selbst zusätzlich etwa 80 MB Platz für temporäre Daten.

Laden Sie das passende Paket (OOo_1.1_LinuxIntel_install_de.tar.gz für die deutsche Variante) aus dem Internet in ein temporäres Verzeichnis, z. B. /tmp, herunter. Sie finden einen FTP-Server in Ihrer Nähe, wenn Sie von der OpenOffice-Homepage aus den Links zum Download-Bereich folgen. Achten Sie darauf, dass Sie den Linux-Installer (und nicht die Windows- oder Solaris-Variante) auf den eigenen Rechner kopieren. Die komprimierte Archiv-Datei muss zunächst entpackt werden:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste im Konqueror auf die Datei OOo_1.1.0_LinuxIntel_install_de.tar.gz.
  2. Im nun erscheinenden Kontext-Menü klicken Sie auf Auspacken (SuSE Linux 8.2) -- im Hintergrund packt KArchiver das Archiv nun in ein neues Unterverzeichnis OOo_1.1.0_LinuxIntel_install_de aus.
  3. Bei Red Hat Linux 8 und 9 heißt der Menü-Eintrag Hier entpacken... -- eine Warnmeldung verrät, dass das Archiv nur gelesen werden kann.
  4. Bestätigen Sie einfach über OK, bietet Ark automatisch an, in file:/tmp/ alle Dateien zu entpacken. Ein erneuter Klick auf OK legt ein neues Unterverzeichnis OOo_1.1.0_LinuxIntel_install_de mit den benötigten Dateien an.

Systemweit installieren für SuSE Linux 8.2

Bei SuSE Linux 8.2 ist OpenOffice in Version 1.0.2 dabei und liegt in /opt/OpenOffice.org/. Um die neue Version 1.1.0 systemweit einzuspielen, müssen Sie kurz auf die Kommandozeile, danach geht's mit einem grafischen Installer weiter:

  1. Öffnen Sie eine Konsole, z. B. über [Alt-F2] und Eingabe von konsole.
  2. Werden Sie Administrator durch Eingabe von
    ssh -X root@localhost
    und tippen Sie am Prompt das Root-Passwort ein. (Es ist wichtig, dass Sie diesen SSH-Aufruf und nicht etwa das Kommando su verwenden, damit der grafische Installer richtig starten kann.)
  3. Wechseln Sie in das temporäre Verzeichnis, in dem die ausgepackten OpenOffice-Dateien liegen, z. B.:
    cd /tmp/OOo_1.1.0_LinuxIntel_install_de
  4. Danach führen Sie
    ./setup -net
    gefolgt von [Return] aus.
  5. Der Startbildschirm zur Installation begrüßt Sie.

  6. Klicken Sie auf Weiter >>. Das nächste Fenster zeigt nur die Datei Readme an. Die anschließend gezeigten Lizenzbedingungen müssen vollständig gelesen werden, danach klicken Sie die Checkbox Ich akzeptiere die Bedingungen des Vertrags. an und klicken auf Weiter >>.
  7. Im nächsten Dialog kann die Art der Installation (Standard, Benutzergesteuert oder Minimal) gewählt werden -- was Sie hier anklicken, richtet sich nach dem vorhandenen Platz auf der Festplatte.
  8. Anschließend muss das Verzeichnis angegeben werden, in das OpenOffice 1.1.0 installiert werden soll, z. B. /opt/OpenOffice.org1.1.0 -- existiert dieses noch nicht, schlägt der Installer vor, es anzulegen.
  9. Sind Sie sich sicher, dass alle Angaben stimmen, klicken Sie auf Installieren, um das Einspielen der einzelnen Komponenten zu beginnen.
  10. Die letzte Abfrage betrifft eine eventuelle Java-Runtime-Umgebung auf Ihrem System, mit der OpenOffice zusätzliche Funktionen bekommt. Sie können java-jre bei Bedarf über YaSTs Software-Modul einspielen und OpenOffice dann den Pfad zur Java-Installation über den Button Manuell suchen mitteilen (auf dem Testrechner war dies nach Installation des Paketes java-jre das Verzeichnis /usr/lib/java/).
  11. Nach erfolgreicher Installation klicken Sie auf Fertig, um das Setup abzuschließen.
  12. Tippen Sie zweimal [Strg-d], um die Konsole zu verlassen.

Systemweit für Red Hat Linux 8 und 9

Red Hat Linux 8 bringt standardmäßig OpenOffice 1.0.1 mit, bei Red Hat Linux 9 finden Sie Version 1.0.2. Auch hier muss der Installer über die Kommandozeile gestartet werden. Folgen Sie der SuSE-Linux-8.2-Anleitung bis zum Punkt, an dem eine eventuell installierte Java-Runtime-Umgebung angegeben werden soll (Schritt 10). Ein solches Paket ist bei Red Hat Linux nicht dabei und muss im Zweifelsfall über RPM-Suchmaschinen wie rpmseek.com oder rpmfind.net nachträglich eingespielt werden. Natürlich können Sie darauf auch verzichten und einfach die Checkbox Kein Java mit OpenOffice.org 1.1.0 verwenden anklicken. Danach geht es wie in der SuSE-Linux-Anleitung weiter.

Für jeden Benutzer

Anschließend installiert jeder Benutzer OpenOffice 1.1.0 für die Einzelplatz-Verwendung. Dazu führen Sie folgende Schritte aus:

  1. Öffnen Sie eine Konsole ([Alt-F2], konsole) und arbeiten Sie unter Ihrem Benutzer-Account. Gehen Sie ins Verzeichnis, in das Sie OpenOffice 1.1.0 vorher systemweit installiert haben, z. B.
    cd /opt/OpenOffice.org1.1.0
  2. Starten Sie den Installer durch Eingabe von
    ./setup
  3. Eine eventuelle Warnung, dass die bereits installierte ältere Version in einer anderen Sprache vorliegt, ignorieren Sie und klicken Sie auf OK, um OpenOffice 1.1.0 in ein neues Verzeichnis zu installieren.
  4. Im nächsten Dialog ist somit auch die Option OpenOffice.org 1.1.0 in ein neues Verzeichnis installieren die einzig mögliche Variante und angeklickt. Bestätigen Sie mit Weiter >>.
  5. Anschließend folgen nochmal die Readme-Datei und die Lizenzbedingungen.
  6. Danach sehen Sie eine Dialogbox, in der Sie Ihre Benutzerdaten eingeben können. Sind alle Angaben korrekt, klicken Sie auf Weiter >>.

  7. Die nächste Dialogbox bietet eine Auswahl zwischen Workstation Installation (die vom Admin systemweit installierten Daten nutzen) und Lokale Installation (alle Daten noch einmal im eigenen Home ablegen). Wählen Sie die Workstation-Variante aus und klicken auf Weiter >>.
  8. Anschließend bestimmen Sie das Verzeichnis, in das installiert wird. Der Installer schlägt automatisch einen Unterordner OpenOffice.org1.1.0 im eigenen Home-Verzeichnis vor, wo auch standardmäßig das Verzeichnis OpenOffice.org (SuSE Linux 8.2) oder .openoffice (Red Hat Linux) für die alte Version liegt. Bestätigen Sie mit Weiter >> -- existiert dieses neue Verzeichnis noch nicht, wird es durch einen Klick auf Ja angelegt.
  9. Klicken Sie auf Installieren, um mit dem Einspielen der Komponenten zu beginnen.
  10. Die bei SuSE Linux 8.2 folgende Warnmeldung über Ersetzen von Dateien in /home/user/.kde/share/mimelnk/application/ übergehen Sie durch einen Klick auf Alle ersetzen.
  11. Nach erfolgreicher Installation klicken Sie auf Fertig, um den Installer zu beenden.

Start übers Menü

Die neue OpenOffice-Version sollte automatisch im K-Menü auftauchen (Abbildung 1). Ist dieses nicht der Fall, fügen Sie einen eigenen Eintrag mit wenigen Mausklicks hinzu:

Abb. 1: SuSEs Startmenü -- OpenOffice 1.1.0 dabei.

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf der K-Menü und starten den Menü-Editor.
  2. Im linken Feld sehen Sie die Strukturen der entsprechenden Menüs. Durch einen Klick auf die kleinen Pluszeichen vor den einzelnen Menüs öffnen sich die Folder, so dass Sie die Unter-Menüs sehen können. Hangeln Sie sich für SuSE Linux 8.2 bis zum Eintrag Büroprogramme durch. Bei Red Hat Linux 8 und 9 empfiehlt sich der Ordner Office.

  3. Klicken Sie auf den Button Neues Element in der Werkzeugleiste und geben Sie ins Feld den Namen für den neuen Eintrag ein, z. B. OpenOffice 1.1.0 -- rechts erscheinen nun detaillierte Informationen zu dem jeweiligen Eintrag.
  4. Im Feld Befehl muss der Name der ausführbaren Datei stehen, welche das Programm startet. Klicken Sie einfach auf den kleinen Ordner neben dem Feld, um über einen Dialog die richtige Datei zu finden. Diese heißt soffice und liegt im Verzeichnis OpenOffice.org1.1.0 im eigenen Home. Wählen Sie die Datei aus und klicken auf OK.

  5. Zum Schluss weisen Sie der Anwendung noch ein Symbol Ihrer Wahl zu, indem Sie auf den Button neben dem Name-Feld (SuSE Linux 8.2 und Red Hat Linux 9) oder Arbeitsverzeichnis-Feld (Red Hat Linux 8) klicken. In der Auswahl finden Sie mehrere OpenOffice-Symbole, wenn Sie in den alphabetisch sortierten Icons weiter nach unten blättern.

  6. Klicken Sie auf Anwenden und schließen Sie den Editor. Über das K-Menü starten Sie danach schnell und sicher beide OpenOffice-Programmversionen -- je nach Lust und Laune.

Neu dabei

Neu bei Version 1.1.0 ist neben verbesserter Kompatibilität zu anderen Office-Suiten der Export von PDF-Dateien. Dokumente lassen sich nun kinderleicht über Datei/Exportieren als PDF... im Portable Document Format abspeichern (Abbildung 2). Geben Sie einen Dateinamen an und klicken auf Exportieren..., um weitere Optionen zu wählen. Sie haben die Wahl, welche Seiten Sie exportieren und ob das anschließende Dokument für den Bildschirm, den Druck oder die Druckvorstufe optimiert werden soll.

Auch das Exportieren ins Macromedia-Flash-Format (SWF) ist neu im Programm. Leider hakt es an einigen Stellen noch, so zeigt Mozilla eine mit OpenOffice Impress erstellte Präsentation als SWF-Datei "leicht entstellt" an (Abbildung 3). (hge)

Abb. 2: Aus .doc wird .pdf.

Abb. 3: Probleme mit den Buchstaben -- eine nach SWF exportierte Präsentation.

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