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GnocatanSiedler-Fiebervon Heike Jurzik |
Wer kennt sie nicht, die "Siedler von Catan" von Klaus Teuber? Das "Spiel des Jahres" 1995 gibt es auch als Netzwerkspiel für Linux. Sammeln Sie Rohstoffe, besiedeln Sie neue Kontinente, kämpfen Sie mit Rittern gegen hartnäckige Räuberbanden oder handeln Sie geschickt mit Ihren Gegnern. Wir stellen Gnocatan vor und zeigen, wie Sie mit Computer-Gegnern oder lebenden Mitspielern um die Wette siedeln.
Auf der EasyLinux-Homepage finden Sie im Download-Bereich RPM-Pakete für SuSE Linux 8.2 und 9.0 sowie Red Hat Linux 9. Für Red Hat Linux 8 ließ sich auch in mehreren Anläufen leider kein Paket bauen. Diese EasyLinux-RPMs entsprechen außer ein paar deutschsprachigen Anpassungen der aktuellen Version 0.8.0.0, die auf der Gnocatan-Website bisher nur im Quelltext vorliegt.
Unter SuSE Linux installieren Sie die Pakete mit wenigen Schritten:
Auf Red-Hat-Systemen geht es ähnlich einfach über den Konqueror oder Nautilus -- hier ist ein Doppelklick auf die Datei nötig. Tippen Sie das Root-Passwort in die Dialogbox, um redhat-install-packages zu starten. Nach Überprüfung der Abhängigkeiten beginnt die Installation.
Ein Eintrag im K-Menü sorgt dafür, dass sich der Server und das Spiel komfortabel starten lassen:
Egal, ob Sie alleine gegen den Computer oder mit anderen Spielern übers Netz siedeln wollen -- den Server müssen Sie zuerst starten. Gehen Sie über das K-Menü auf Spiele/Brettspiele/Gnocatan Server. Im Feld Spielname wählen Sie aus, welches Szenario Sie spielen möchten: Das Standard-Spielfeld (Default), Seefahrer (Seafarers), die vier Inseln (The Four Islands) und viele andere kreative Spielfelder haben die Gnocatan-Entwickler erschaffen. Über den Button Geländeverteilung legen Sie fest, ob die Rohstoffkarten im Szenario jedes Mal gleich oder zufällig verteilt sind. Auch die Anzahl der Spieler und wieviele Punkte man zum Sieg braucht, wird im Server konfiguriert.
Bei den Server-Einstellungen legen Sie den Port fest, auf dem der Server läuft. Die Voreinstellung 5556 können Sie einfach übernehmen. Nur wenn der Rechner eine permanente Internet-Verbindung hat und Sie fremde Siedler einladen wollen, sollte im Feld Server registrieren ein Ja auftauchen. Andernfalls klicken Sie einmal auf den Button, um auf Nein umzustellen.
Jetzt kann es losgehen: Klicken Sie auf Start Server. Um gegen Computer-Gegner anzutreten, klicken Sie auf Computerspieler hinzufügen -- in der EasyLinux-Variante spielen Sie u. a. gegen Redaktionsmitarbeiter. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Computer-Gegner weniger hinzufügen als die definierte Spieleranzahl vorgibt, sonst können Sie selbst nicht mehr mitspielen und den Phantasiegestalten nur noch beim Würfeln zusehen. Eine Funktion, jemanden vom Server auszuschließen, gibt es nämlich leider nicht. Ebenso gilt: Wenn andere Siedler übers Netzwerk mitspielen wollen, muss genug Platz auf dem Server bleiben.
Starten Sie als nächstes den Client über das K-Menü, Spiele/Brettspiele/Gnocatan. Zuerst erscheint das Fenster Verbinden zu einem Gnocatan-Server. Voreingestellt sind als Server-Rechner localhost, der Port 5556 und als Spielername Ihr eigener Benutzername. Verbinden Sie von einem anderen Computer aus dem lokalen Netz, muss im Serverrechner-Feld entweder die IP-Adresse (z. B. 192.168.1.1) oder der Rechnername (z. B. transpluto) des Computers stehen, auf dem der Server gestartet wurde. Tipp: Wenn Sie vergessen haben, wie der Computer oder die IP-Adresse heißt, schauen Sie in YaSTs Modul Netzwerkgeräte/Netzwerkkarte (SuSE Linux) nach. Bei Red Hat Linux finden Sie diese Info über das K-Menü, Systemeinstellungen/Netzwerk.
Stimmen alle Angaben, klicken Sie auf OK, und das Spiel kann beginnen. Zunächst startet die Gründungsphase, d. h. jeder Spieler baut zunächst einmal zwei Siedlungen und zwei Straßen. Dabei geht es reihum -- der erste Spieler baut eine Siedlung und eine Straße, dann der zweite Spieler. Der letzte in der Runde ist zweimal dran, und dann geht es wieder in umgekehrter Reihenfolge zurück. Dadurch geht es ein bisschen gerechter bei der Verteilung der guten Felder zu.
Um eine Siedlung zu bauen, klicken Sie in der Werkzeugleiste auf Siedlung und setzen diese dann mit der Maus auf dem Spielfeld ab. Genauso gehen Sie für Straßen oder Schiffe vor -- nicht vergessen: Diese dürfen immer nur direkt an eine eigene Siedlung oder Straße angebaut werden. Schiffe dürfen im Gegensatz zu Straßen auch in späteren Runden versetzt werden (eins pro Spielzug) -- eine Regel, die aus dem Originalspiel übernommen wurde.
Zwischen zwei Siedlungen müssen mindestens zwei Kantenlängen eines Feldes Platz bleiben, damit sich die Bewohner nicht auf die Pelle rücken. Spielzüge können über den Button Rückgängig noch einmal zurückgenommen werden. Alles erledigt? Dann klicken Sie auf Beenden, und der nächste Spieler ist dran.
Vor Beginn einer Runde wird immer gewürfelt (Button oben links) -- welche Zahl gefallen ist, sehen Sie links oben von der Karte und im Nachrichtenfeld. Siedlungen, die an ein Rohstofffeld angrenzen, dessen Zahl gewürfelt wurde, bekommen den entsprechenden Rohstoff dazu. Wieviele Güter Sie brauchen, um eine Siedlung, Straße, Schiff oder Stadt zu bauen, verrät Ihnen die Legende. Diese erreichen Sie über das Menü Hilfe/Erklärung (Abbildung 4).
Auf Wunsch kann diese Legende hinter dem eigentlichen Spielfeld in einem eigenen Reiter abgelegt werden. Dazu gehen Sie über das Menü, Spiel/Einstellungen und markieren die Checkbox Erklärung als extra Seite.... In diesem Dialog können noch mehr Dinge konfiguriert werden, z. B. ob in der Werkzeugleiste nur Text, Bilder oder Text und Bilder angezeigt werden. Im Pull-Down-Menü Thema verändern Sie das Layout des Spielfelds und verpassen der Karte auf Wunsch einen FreeCIV- oder Iceland-Look, wenn Ihnen die Voreinstellung zu langweilig ist. Im Reiter Farbeinstellungen legen Sie fest, ob Spiel- oder Chat-Nachrichten farblich abgehoben werden. Die Spracheinstellungen (Englisch, Deutsch und Spanisch stehen zur Auswahl) werden erst nach einem Neustart des Spiels wirksam.
Haben Sie genug Rohstoffe gesammelt, können Sie bauen. Jede gebaute Siedlung bedeutet einen Siegpunkt. Städte dürfen nur über existierende Siedlungen gebaut werden und bringen zwei Punkte. Zusätzliche Siegpunkte gibt es für die längste zusammenhängende Straße. Zusammenhängend heißt: Die Straße darf nicht durch eine fremde Siedlung unterbrochen werden.
Vorsicht beim Anhäufen von Rohstoffkarten. Bleiben Sie nicht auf Ihren Karten sitzen, denn wer mehr als sieben Karten hat, verliert (abgerundet) die Hälfte seiner Rohstoffe, wenn eine Sieben gewürfelt wird (Abbildung 5). Nicht genug damit: Bei einer Sieben darf auch noch der Räuber versetzt werden. Ein Feld, auf dem der gefürchtete Fiesling steht, produziert keine Rohstoffe mehr. Außerdem darf der Spieler, der den Räuber setzt, bei einer angrenzenden Siedlung oder Stadt eine Rohstoffkarte mopsen.
Es gibt nur ein wirksames Mittel gegen den Bösewicht -- so genannte Ritter-Karten. Mit diesen versetzen Sie den Räuber auch ohne eine Sieben. Ritter-Karten können Sie erwerben, wenn Sie eine Entwicklungskarte kaufen. In diesem Stapel befinden sich verschiedene Schätze, wie z. B. Siegpunkte in Form von Regierungsgebäuden oder Universitäten, Straßenbaukarten (mit denen Sie zwei Straßen oder Schiffe setzen dürfen), Monopol-Karten (mit denen Sie den Mitspielern alle Rohstoffe eines Typs wegnehmen können) und andere Geschenke. Entwicklungskarten dürfen erst nach einer Runde ausgespielt werden -- entweder vor oder nach dem Würfeln. Tipp: Wer mehr als drei Ritterkarten auspielt, bekommt zwei zusätzliche Siegpunkte für die größte Rittermacht.
Ein wichtiges Spielkonzept ist das Handeln. Wenn Sie mit "lebenden" Mitspielern siedeln, können Sie um Rohstoffe feilschen. Dazu klicken Sie vor dem Bauen auf den Handel-Button. Ein neuer Reiter wird geöffnet, und das Tauschen kann beginnen. Zunächst markieren Sie im Bereich Ich will per Checkbox, welcher Rohstoff Ihnen fehlt, dann erhöhen Mausklicks auf <weniger und >mehr die Anzahl des Geforderten. Im unteren Feld gehen Sie genauso für das Angebot vor, das Sie im Gegenzug unterbreiten.
Mit den Computer-Gegnern lässt sich (noch) nicht handeln -- in diesem Fall können Sie lediglich vier gleiche Karten gegen einen anderen Rohstoff tauschen (Abbildung 6). Ausnahme: Manche Felder besitzen einen Hafen. Bauen Sie dort eine Siedlung, um günstiger 3:1 oder 2:1 tauschen zu können.
Leider ist das Handeln auch zwischen lebenden Spielern im Moment nicht sehr stabil, und es kann zu Fehlern kommen. In der derzeitigen Version verschwindet beispielsweise der Button Angebot manchmal und nicht vorhersehbar. Sie können diesen zurückholen, wenn Sie das Handelsfenster von Hand mit der Maus größer ziehen. Bis zur nächsten stabilen Version von Gnocatan ist dieses Problem aber hoffentlich behoben.
Beim Feilschen (und natürlich auch zum Schwätzchen zwischendurch) kommt die Chat-Zeile zum Einsatz. Nettes Feature: Wie im IRC lässt sich mit einem vorangestellten /me eine Handlung ausdrücken. Ein /me grummelt. erscheint für die Mitspieler als Benutzername grummelt..
Es ist taktisch klug, möglichst an Feldern mit häufig gewürfelten Zahlen zu bauen. Das Würfelhistogramm (zu finden über das Menü Hilfe) verrät die Statistik der am häufigsten gefallenen Augen in der jeweiligen Spielrunde. Weiterhin ist es für einen raschen Start in die Bebauungsphase sinnvoll, möglichst verschiedene Güterfelder zu besiedeln, damit Sie Rohstoffe aller Art einheimsen können. Ein Monopol auf Holz hilft nicht viel, wenn niemand mit Ihnen handelt.
Auch die längste Handelsstraße oder die größte Rittermacht liefern jeweils zwei Extra-Punkte. Wer viel Holz und Wolle/Lehm hat, heimst durch geschickten Handelswegbau zusätzliche Punkte ein.
Für die Entwicklungskarten, die einen Siegpunkt liefern, gilt: Spielen Sie sie zu einem späten Zeitpunkt, um den Mitspielern nicht zu verraten, wie weit Sie wirklich sind. Wer die geforderten Siegpunkte als erstes erreicht, darf sich Gnocatan-Meister nennen. (hge)
| Infos |
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[1] Gnocatan-Homepage: http://gnocatan.sourceforge.net/ |
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Last modified: 2007-01-25 16:50
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