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von Andrea Müller
Wer unter SuSE Linux 9.0 Mozilla zusammen mit der SuSE-Firewall verwendet, erlebt böse Überraschungen: Bei Tastatureingaben hängt sich der Browser auf und selbst das Laden kleiner Java-Applets dauert ewig. Verantwortlich dafür ist die neue Standardkonfiguration der SuSE-Firewall. Während der Distributor an der Lösung arbeitet, müssen Sie jedoch nicht auf die Firewall verzichten. Das Problem beheben Sie, indem Sie in Mozilla die Option Beim Eintippen innerhalb einer Webseite automatisch suchen ausschalten. Sie finden sie unter dem Menüpunkt Bearbeiten / Einstellungen / Erweitert / Navigation mit der Tastatur (Abbildung 1) oder Edit / Preferences / Advanced / Keyboard Navigation, wenn Sie das deutsche Sprachpaket nicht installiert haben. Die praktische Suche in Links durch Eintippen eines Suchbegriffs funktioniert jetzt allerdings nicht mehr.
Wollen Sie auf diese Mozilla-Funktion nicht verzichten, beheben Sie das Problem, indem Sie in der Datei /etc/hosts alle IPv6-Einträge auskommentieren. Mit IPv6 will man zukünftig das Problem der immer knapper werdenden IP-Adressen lösen. Zur Zeit benötigt jedoch kaum jemand IPv6.
Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort kdesu kwrite /etc/hosts ein, um die Datei als Administrator zu bearbeiten.
Tippen Sie Ihr root-Passwort ein. Nach Druck auf [Eingabe] öffnet der KDE-Editor /etc/hosts.
Setzen Sie vor alle Zeilen, in denen in der zweiten Spalte ipv6 vorkommt, eine Raute (#). Dieses manchmal auch "Schweinegatter" genannte Zeichen bewirkt, dass alles folgende in der selben Zeile als Kommentar gilt. Programme ignorieren diese Anweisungen nun. Die Datei sollte anschließend so aussehen wie in Abbildung 2.
Klicken Sie auf Speichern und schließen Sie Kwrite.
Zukünftig friert Mozilla nicht mehr ein. Um den Originalzustand der hosts-Datei später wieder herzustellen, entfernen Sie die eben eingefügten Kommentarzeichen.
Über das SuSE-Watcher-Icon (der grüne Kreis) im Systembereich der Kontrollleiste halten Sie Linux aktuell. Beim ersten Klick auf das Symbol überhaupt erscheint eine Nachfrage, ob Sie susewatcher automatisch starten wollen. Nach einem Klick auf Ja öffnet sich der Optionsdialog (Abbildung 3).

Haben Sie SuSE Linux bei der Installation erlaubt, nach neuen Paketen zu suchen, ist die Checkbox Automatisch Verfügbarkeit von Updates überprüfen -- außer bei Modem-Benutzern -- schon markiert. Wer sich ohne Flatrate über Modem ins Internet einwählt, sollte hier kein Häkchen setzen -- die Automatik funktioniert nur, wenn Sie dauernd online sind oder Dial on Demand eingestellt haben. Über die Schaltfläche Verfügbarkeit von Updates überprüfen informieren Sie sich dann am besten manuell.
Wenn Sie ein rotes statt ein grünes Symbol in der Kontrollleiste sehen, hat der Update-Wächter neue Pakete gefunden, die Sie einspielen sollten. Dazu rufen Sie über den Button Starte Online-Update das Online-Update-Modul von YaST auf.
Über Nachrichten anzeigen erfahren Sie genaueres zu Updates, bei denen sich gegenüber der Vorgängerversion viel geändert hat.
Sowohl unter SuSE als auch Red Hat Linux wacht das Update-Tool in der KDE-Leiste darüber, ob es neue Pakete für Ihre Distribution gibt. Ein Rechtsklick auf die kugelförmigen Icons und den Menüpunkt Beenden entfernt die Update-Wächter. Auch die Symbole zurück zu bekommen ist keine Hexerei, wenn man das Zauberwort kennt.
Red-Hat-Benutzer starten das Update-Werkzeug über den Befehl rhn-applet-gui in einem Schnellstartfenster ([Alt-F2]). In Version 9.0 verbirgt es sich außerdem im K-Menü unter Systemtools / Red Hat Network Alert Icon.
Beenden Sie unter SuSE Linux 8.2 den Update-Dienst in der KDE-Leiste, wirkt sich das unschön aus. Dieser wacht nicht nur über verfügbare Updates, sondern sorgt auch für passende Laufwerk-Icons. Zusammen mit dem Icon verschwinden alle Laufwerkssymbole vom Desktop; USB-Speicherriegel und Digitalkameras werden nicht mehr automatisch erkannt. Die Eingabe von susewatcher in einem Schnellstartfenster bringt den nützlichen Wächter zurück.
Praktisch für GNOME-Benutzer mit SuSE oder Red Hat 9: Neue Versionen des Datei-Managers Nautilus spielen Musikdateien auf der Festplatte ab -- allerdings versteckt sich diese Funktion sehr gut. Red-Hat-Nutzer haben den Nachteil, dass der Distributor auch aus Nautilus die Unterstützung für das MP3-Format entfernt hat: Musiksammlungen im Oggvorbis-Format spielt der Red-Hat-Linux-Nautilus jedoch klaglos ab.
Starten Sie den Datei-Manager und navigieren Sie in ein Verzeichnis mit Audio-Dateien.
Öffnen Sie den Ansichten-Dialog über Ansicht / Ansicht auswählen. Markieren Sie im Feld Name den Punkt Audio-Ansicht und klicken Sie auf Ändern
Zur Zeit ist dort der Punkt Nicht ins Menü für Ordner Objekte aufnehmen aktiv. Kreuzen Sie stattdessen die Checkbox vor Nur für "Name_des_aktuellen_Ordners" ins Menü aufnehmen an. Theoretisch können Sie die Audio-Ansicht für alle Ordner aktivieren, doch bei Verzeichnissen, die nur Textdateien enthalten, ist sie ziemlich nutzlos.
Klicken Sie auf OK und schließen Sie die Konfiguration über die Schaltfläche Fertig.
Im Ansicht-Menü gibt es jetzt eine neue Option: Wählen Sie dort Audio-Ansicht, damit Nautilus als Player fungiert.
Im unteren Fensterbereich blendet der Datei-Manager die klassischen Bedienelemente jeder Abspiel-Software ein (Abbildung 4). Mit Klick auf den Play-Knopf spielen Sie markierte Dateien ab. Um die Musikstücke in ein anderes Verzeichnis zu kopieren, schalten Sie wieder auf die Symbol- oder Listenansicht zurück.
Das KDE-Kontrollzentrum bietet nur die KDE-eigenen Wallpapers an. Doch auf Ihrer Festplatte liegen noch weitere schöne Desktop-Tapeten. Wählen Sie aus dem Kontextmenü des Desktops Arbeitsfläche einrichten. Klicken Sie in der linken Spalte auf Hintergrund und dort auf den Registerreiter Hintergrundbild. Der Button Auswählen führt ins KDE-Wallpaper-Verzeichnis. Navigieren Sie über den Pfeil zur obersten Verzeichnisebene (/) und von dort dann nach /usr/X11R6/share/WindowMaker/backgrounds. Die meisten Dateien dort zeigen einfache Muster, mit denen Sie Ihren Desktop kacheln können. Allerdings sind auch einige großformatige Bilder dabei, die einen schönen Hintergrund abgeben. Eine standesgemäße Desktop-Verzierung für Linux-Fans und Pinguinliebhaber ist das Bild Linux1.jpg (siehe Abbildung 5).
Das SuSE HelpCenter bietet Zugriff auf sämtliche installierte Dokumentation, von den so genannten Manpages bis hin zu den SuSE-Linux-Handbüchern. Wer das Hilfe-Icon mit dem rotweißen Rettungsring aus der Kontrollleiste entfernt hat oder als geübter Zehnfinger-Schreiber nicht zur Maus greifen will, startet es über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]) mit dem Befehl hilfe. Intuitiver geht es nicht.
Auch für den GNOME-Desktop gibt es Themes mit unterschiedlichen Fensterdekoration und Icons. Um auf ein anderes Theme umzuschalten, öffnen Sie über Hier starten die GNOME-Konfiguration und wählen Sie Präferenzen / Thema. Im Theme Manager (Abbildung 6) reicht es aus, einen Eintrag zu markieren. Nach einem kurzen Flackern zeigen sich die Fenster in neuem Gewand.
GNOME zeigt beim Start auf einem Splash Screen an, welche Desktop-Komponenten gerade starten. Wer das Gimmick abschalten will, um den Startvorgang zu beschleunigen, wird es mit dem gconf-editor los. Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie als Programmname gconf-editor ein. Wechseln Sie in der Baumansicht auf der linken Seite bis zu dem Eintrag apps / gnome-session / options. Entfernen Sie in der rechten Fensterhälfte das Häkchen vor show_splash_screen und schließen Sie den Konfigurations-Editor. Bei der nächsten Anmeldung startet GNOME ohne Splash Screen.
Beim ersten Login nach der Installation blendet SuSE Linux einen Willkommensbildschirm mit Links zur SuSE-Hardware-Datenbank, dem Installations-Support und der SuSE-Homepage ein. Dort finden Sie auch die Release Notes mit Informationen darüber, was sich seit der letzten SuSE-Linux-Version geändert hat.
Obwohl dieser Bildschirm Sie nur einmal automatisch begrüßt, können Sie ihn auch später jederzeit aufrufen. Tippen Sie dafür SuSEgreeter in ein über [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster ein: Schon heißt SuSE Linux Sie erneut willkommen. (eba)
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Last modified: 2007-01-25 16:51
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