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Erschienen in EasyLinux 02/2004   »   Ausgabe bestellen

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Neue Photo-Datenbank und Bildbetrachter für KDE

Zur einfachen Verwaltung digitaler und analoger Bilder dient das Programm KDE Image Database, abgekürzt Kimdaba, http://ktown.kde.org/kimdaba/. Entwickler ist der Däne Jesper Petersen, der ein Jahr lang daran programmierte.

Zwar gibt es zahlreiche Programme mit ähnlicher Funktionalität, Petersen wollte jedoch eines, das benutzbar bleibt, wenn es Zehntausende Photos verwalten muss. Außerdem sollte die Indizierung der Bilder, also die Zuordnung zu bestimmten Kategorien, schnell und einfach zu erledigen sein.

Der Anwender fügt über Dropdown-Listen und Eingabefelder dem Bild Schlüsselworte hinzu, zum Beispiel wo und wann ein Bild aufgenommen wurde oder wer darauf zu sehen ist. Ein weiteres Ziel: Das Veröffentlichen auf Websites soll ganz einfach werden.

Leider gibt es derzeit keine einfach zu installierenden Pakete. Das Programm liegt nur im Quelltext vor, den der Anwender selber übersetzen muss. Es bleibt zu hoffen, dass Jesper Petersen oder andere KDE-Entwickler bald fertige Pakete bereitstellen, um das Programm für das breite Publikum verfübgar zu machen.

Gwenview (http://gwenview.sourceforge.net/) ist ein einfaches Bildbetrachtungsprogramm, das vor allem mit selbst aufgenommenen Digitalphotos gut zurechtkommt. Es liest die so genannten Exif-Erweiterungen aus, die bei JPG-Bildern zum Beispiel festlegen, ob ein Bild gedreht angezeigt werden soll.

Außerdem unterstützt es das XCF-Format der Bildbearbeitungs-Software Gimp. Gwenview ist eine Alternative für das beliebte Programm Pixie, dessen Autor die Software derzeit nicht weiterentwickelt. Von Gwenview gibt es installierbare Pakete für Mandranke 9.0, SuSE 8.2 und Red Hat 8.

Die Bildatenbank Kimdaba erlaubt einfache Indizierung von großen Mengen an Photos.

Gwenview ist ein Bildbetrachter, der Geschwindigkeit mit Vielseitikeit kombiniert.
Update für StarOffice 7

Mit einem ersten Update für die Office Suite StarOffice 7 behebt Sun Microsystems, http://www.sun.com, einige schwerwiegende Software-Fehler, die die Anwendung mitunter zum Absturz brachten.

So versuchte das Programm beispielsweise beim Start, eine Verbindung zum Internet aufzubauen, Formeln ließen sich nicht vernünftig kopieren, und wenn der Anwender nach einem Undo Text aus der Zwischenablage einzufügte, verursachte dies einen Programmabsturz.

Das Unternehmen stellt nun Patches für die Plattformen Linux, Solaris und Windows zur Verfügung, die jeweils um die 20 MB groß sind und auf der Web-Seite des Unternehmens zum Download bereit stehen. http://sunsolve.sun.com/pub-cgi/show.pl?target=patches/xprod-StarOffice&nav=pub-patches

Die OpenOffice-Entwickler zogen bis Redaktionsschluss noch nicht nach. Es ist aber abzusehen, dass den Anwendern, die auf das freie Office-Paket setzen, ebenfalls demnächst ein Update ins Haus steht.

Sun Microsystems bietet zudem künftig Support für das freie Office-Paket OpenOffice an. Diese Hilfsleistungen richten sich aber in erster Linie an Firmenkunden.

Das Unternehmen ist derzeit dabei, die Preise für die Support-Leistungen auszuarbeiten. Bisher hatte sich Sun auf Support für sein "offzielles" StarOffice konzentriert und OpenOffice als reines Open-Source-Projekt behandelt, obwohl die meisten Entwickler nach wie vor von Sun bezahlt werden.

Linux testen mit Mandrake-Move

Mandrake Move ähnelt dem in Deutschland sehr bekannten Projekt Knoppix. Der Anwender bekommt ein Live-System, das von der CD bootet und sich teilweise in den Arbeitspeicher entpackt. Danach ist es mit gewissen Einschränkungen bei der Performance wie ein vollwertiges Linux-System nutzbar.

Die Festplatten im System tastet die Distribution nicht an, eine Installation ist nicht notwendig. Damit lässt sich beispielweise Hardware sehr leicht auf ihre Linux-Verträglickeit testen, und man kann an fremden PCs mit Linux arbeiten, ohne das installierte System zu verändern.

Als Zugabe legt der französische Distributor Mandrake einen USB-Stick bei, auf dem der Anwender die Konfiguration sowie Nutzerdaten abspeichern kann. So lassen sich beispielsweise Internet-Zugangs- oder andere Netzwerkeinstellungen dauerhaft speichern und bei Bedarf wieder laden. Die persönlichen Daten bleiben immer synchron.

Die Systemvoraussetzungen sind moderat: 128 MB Arbeitsspeicher und ein durchschnittlicher Prozessor reichen aus, um die CD zu nutzen. Der Distributor bietet neben einer Download-Variante zwei Box-Versionen an. Mit einem 128 MB großen USB-Stick kostet das Paket 69,90 Euro, bei doppelter Speicherkapazität sind 129 Euro fällig. http://www.mandrakestore.com

Mandrake bietet ebenfalls ein Live-System an.
Linux treibt Cocktail-Mixer an

Etwas klobig sieht er schon aus, und die deutschen Schankgesetze verhindern sicher den Großeinsatz der ersten Version, aber Spaß macht das Projekt auf alle Fälle, das sich fünf Schüler im Alter von 17 beziehungsweise 18 Jahren ausgedacht haben: ein Linux-betriebener Cocktail-Mixer, http://www.pikulski.net/punica/index.html.

In einer Blechkiste schlummert die Elektronik: Zwei Erweiterungskarten können je acht Pumpen ansprechen, von denen derzeit 14 in Betrieb sind -- das Gerät ist also ausbaufähig. Als Grundsystem läuft ein Debian Linux auf einem 40-MHz-Prozessor. Mit 16 MB Arbeitspeicher kommt die Mixer-Software MixIt bestens aus. Sie steht ebenfalls unter der GPL und darf somit frei weiterentwickelt werden.

Der elektronische Barmixer hört auf den Namen Punica. Das bedeutet aber nicht, dass der große Safthersteller mit im Boot sitzt, sondern steht als Abkürzung für Portable Universal Cocktail Assembler. Auf die Idee kamen die Jugendlichen, nachdem sie auf der Nachrichtenseite Slashdot (http://www.slashdot.org) von einem ähnlichen Projekt lasen; dieses bot jedoch wenig Möglichkeiten zur Beteiligung.

Mit Hilfe von 14 Pumpen schenkt der elektronische Barmixer Mischgetränke ein.
Einbrüche in Projekt-Server

Nach dem Einbruch in den Debian-Server sind nun ein FTP-Server des Savannah-Projektes (http://savannah.gnu.org) der Free Software Foundation (FSF) sowie einen Server des Gentoo-Projektes (http://www.gentoo.org) von einem oder mehreren Unbekannten gecrackt worden. Der Angreifer verschaffte sich Root-Rechte und installierte ein so genanntes Root-Kit, um den Einbruch zu vertuschen und jederzeit wieder Zugriff auf den Rechner zu erlangen.

Der Angriff auf den FSF-Rechner erfolgte bereits am 1. November 2003; die Administratoren entdeckten den Vorfall am 1. Dezember. Mittlerweile ist der Server vom Netz und wird auf anderer Hardware neu aufgesetzt. Eine Infoseite informiert über den Vorfall und fordert alle Entwickler auf zu prüfen, ob ihre Software möglicherweise vom Angreifer verändert wurde. Nach einigen Tests soll der Hauptrechner wieder ans Netz gehen.

Savannah ist eine zentrale Sammelstelle für freie Projekte im Internet. Die einzelnen Projekte bleiben unabhängig, profitieren aber von einer gemeinsamen Infrastruktur. So kann der Anwender nach Projekten suchen, und die Projekte haben die Möglichkeit, ihre Software darzustellen.

Bei Gentoo handelt es sich um eine Distribution, die sich speziell an Entwickler richtet. Alle Pakete liegen in Quelltextform vor und werden erst auf dem Rechner des Anwenders in Binärdateien übersetzt. Dabei können zahlreiche Anpassungen an den Rechnertyp vorgenommen werden.

Für den Transfer zwischen einem Server im Internet und dem lokalen Rechner daheim nutzt die Gentoo-Distribution das Rsync-Protokoll, das einen Abgleich zwischen zwei Datenbeständen vornimmt und nur die Dateien kopiert, die Unterschiede aufweisen oder im Ziel nicht vorhanden sind.

Der von dem Angriff betroffene Gentoo-Rsync-Server gehörte einer Firma und war nicht Teil der eigentlichen Mirror-Liste. Auf ihm befanden sich nur gespiegelte Dateien von einem der Master-Server des Projektes. Die Integrität der Haupt-Server ist durch den Angriff somit nicht gefährdet gewesen. Der geknackte Server ist mittlerweile vom Netz genommen und wird ebenfalls neu aufgesetzt.

Nach diesen Angriffen auf drei sehr prominente Projekte der freien Software-Bewegung denken die Mitglieder der einzelnen Projekte nun darüber nach, wie sie sich in Zukunft noch besser gegen solche und andere Angriffe schützen können. Dabei arbeiten Beteiligte aus allen Gruppen an gemeinsamen Lösungsansätzen.

Schlanker SVG-Editor

Inkscape (http://www.inkscape.org) ist ein einfacher SVG-Editor, mit dem sich Logos und kleine Grafiken erstellen lassen. SVG steht für Scalable Vector Graphics und ist eine XML-Sprache. Das heißt, die Daten der Grafik liegen als strukturierter Klartext, ähnlich HTML, vor.

Der Vorteil eines solchen Formats ist die Tatsache, dass jede Datei zur Not mit einem einfachen Editor bearbeitet werden kann, um etwaige Fehler zu beheben. Viele hoffen darauf, dass sich dieses Format einmal als neuer Standard in vielen Bereichen durchsetzen wird. Vom Konzept her bietet es viele Möglichkeiten, bis hin zu bewegten Bildern ähnlich dem Flash-Format.

Das GNOME-Projekt setzt bereits verstärkt das SVG-Format für ihre Icons ein, und auch andere freie Zeichenprogramme, wie beispielsweise Sodipodi (http://www.sodipodi.com), (Sketch http://sketch.sourceforge.net) und Karbon 14 (http://www.koffice.org/karbon/) nutzen die Stärken des Standards aus.

Inkscape bietet einige Werkzeuge zur Gruppierung und Modifizierung von Objekten. In der aktuellen Version sind die wichtigsten Menüleisten in das Dokumentenfenster integriert; bisher schwebten sie frei neben dem Fenster. Damit ist es für Anwender einfacher, sich innerhalb mehrerer Anwendungsfenster zu orientieren.

Mit Inkscape erstellt der Anwender leicht einfache SVG-Grafiken.
Mozilla 1.6b freigegeben

Die aktuelle Beta der integrierten Browser-Suite Mozilla gibt dem Anwender bereits einen Vorgeschmack auf die kommende Version 1.6. In der vorliegenden Version behoben die Entwickler vor allem eine Reihe von sicherheitsrelevanten Bugs. Zudem aktivierten die Developer wieder die Übersetzungsfunktion für Web-Seiten. Weitere neue Features finden sich in der Software nicht; sie soll umfassend getestet werden, bevor die stabile Release freigegeben wird.

Der Browser unterstützt mit dieser Release auch für andere Plattformen als Windows das NTLM-Protokoll zu Authenfizierung, das überweigend in Anwendungen von Microsoft Verwendung findet.

Die Installation von Mozilla ist recht einfach, eine halbwegs aktuelle Distribution vorausgesetzt. Der Anwender entpackt einfach das Archiv an einem beliebigen Ort, wechselt in das Verzeichnis und startet das Programm durch Eingabe des Dateinamens.

Soll die Software von jedem Ort aus aufrufbar sein, bietet sich ein symbolischer Link in eines der Verzeichnisse an, die in der Variablen $PATH gespeichert sind.

Red Hat unterstützt Bildungseinrichtungen

Red Hat bietet staatlich anerkannten Bildungseinrichtungen neue Sonderkonditionen. Das Unternehmen ermöglicht Ausbildungsstätten und Einzelpersonen den kostengünstigen Zugriff auf Produkte für den Einsatz in ihrer Unterrichts- oder Produktionsumgebung.

Ein Abonnement von Red Hat Enterprise Linux WS (Workstation) kostet in der Academic Edition 25 Euro pro Jahr, der normale Straßenpreis liegt hier bei 347 Euro. Das Abonnement des Red Hat Enterprise Linux AS (Advanced Server) ist für 50 Euro zu haben. Hier liegt der Normalpreis bei 1739 Euro.

Mitglieder der zur Teilnahme berechtigten Ausbildungsstätten wählen zwischen Abonnements oder einem Site-Programm. Für Bildungseinrichtungen sind Site-Abonnements für Gruppen von Studenten, Institute oder komplette Institutionen verfügbar.

Ein Basispaket für 2500 Euro im Jahr bietet Schülern, Lehrenden und anderen Mitgliedern der Belegschaft auf allen Systemen uneingeschränkte Service-Abonnements für Red Hat Enterprise Linux WS (Academic Edition).

Weitere Informationen zu diesem Programm, insbesondere zu den Voraussetzungen für die Teilnahme, sind auf der Web-Seite http://www.redhat.com/solutions/industries/education zu finden. (Andreas Grytz/uwo)

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