KDE-Kontrollleiste konfigurieren
Die Super-Leiste
von Anja M. Wagner
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Einen Button mit der Maus anklicken -- das ist der klassische Zugang zu allen Funktionen des Systems bei einer grafischen Oberfläche. Die Kontrollleiste ist dabei neben den Schaltflächen auf dem Desktop die erste und wichtigste Anlaufstelle.
Die Kontrollleiste liegt bei KDE standardmäßig am unteren Bildschirmrand und kann variantenreich gestaltet werden. Im linken Teil befinden sich wichtige Menü- und Programm-Buttons. Der Button ganz links öffnet ein Menü und ist mit dem Start-Button bei Windows vergleichbar. In den rechten Teil ist die Fensterleiste integriert.
Abb. 1: Schnellen Zugang zu allen wichtigen Systemkomponenten bietet die Kontrollleiste.
Die grundsätzliche Konfiguration der Kontrollleiste erfolgt über das KDE-Kontrollzentrum im Bereich Arbeitsflächen/Kontrollleisten.
- An welchem Bildschirmrand die Leiste angedockt liegen soll, legen Sie auf der Registerkarte Anordnung im Bereich Position fest.
- Lassen Sie die Länge der Leiste unverändert bei 100 Prozent, haben Sie nur vier Positionsvarianten: unten, oben, rechts und links.
- Verkürzen Sie die Leiste über den Schieberegler im Bereich Länge, kann die Leiste an jedem Desktop-Rand in der Mitte, rechts- oder linksbündig angedockt werden.
- Die Größe der Buttons legen Sie im Bereich Größe fest -- wenn Sie möchten, sogar pixelgenau nach Ihren eigenen Vorstellungen.
- Alle Einstellungen zeigt Ihnen die Vorschau rechts. Mit Anwenden bestätigen Sie Ihre Konfiguration. Wildes Herumprobieren wird mit einem Klick auf Voreinstellungen wieder aufgehoben.
Mehr Platz für Fenster
Die Kontrollleiste kann ausgeblendet werden, um mehr Platz auf dem Desktop für geöffnete Fenster zu schaffen. Dies geschieht über einen Klick auf den kleinen Pfeil ganz rechts oder, falls im Bereich Ausblendknöpfe aktiviert, über den linken oder sogar beide.
Sie können auf der Registerkarte Ausblenden aber auch ein automatisches Verschwinden nach einem Sekundenintervall einstellen. Wird der Mauszeiger über den ursprünglichen Platz der Leiste geführt, erscheint sie wieder.
Dritte Möglichkeit: Maximierten Fenstern kann generell erlaubt werden, die Kontrollleiste zu überdecken. Bei dieser Option erscheint sie ebenfalls wieder, wenn der Mauszeiger über ihren ursprünglichen Platz geführt wird.
Die Einstellung, ob das Ausblenden der Kontrollleiste animiert dargestellt werden soll und wenn ja, wie schnell, ist eher eine Spielerei als eine wirklich wichtige Konfiguration.
Auf der dritten Registerkarte geht es um die Gestaltung des K-Menüs.
Das Erscheinungsbild der Einträge in diesem zentralen Menü sollte sich verändern lassen (Name, Beschreibung, Randbild), tut es aber nicht.
- Weitere optionale Untermenüs können per Häkchen aktiviert werden.
Auch können die einzelnen Einträge im K-Menü über den entsprechenden Button bearbeitet werden: Name und Symbol lassen sich verändern, und Sie können ein Kommentar hinterlegen.
- Der Schnellstarter, dessen Menüelemente im unteren Bereich der Registerkarte angepasst werden können, ist nicht mit dem Schnellstarter Befehl ausführen im K-Menü zu verwechseln, den Sie auch über [Alt-F2] erreichen. Hier ist mit "Schnellstarter" der obere Abschnitt des K-Menüs gemeint: Er zeigt entweder die zuletzt oder die am häufigsten verwendeten Programme an, voreingestellt fünf davon.
Im Bereich Erscheinungsbild & Design finden Sie einen weiteren Abschnitt Kontrollleisten. Auch hier geht es um Einstellungen zur Leiste insgesamt.
- Haben Sie weiter oben die Größe der Symbol-Buttons in der Kontrollleiste auf Normal oder kleiner eingestellt, können Sie hier im Bereich Allgemein die Symbol-Vergrößerung aktivieren: Einzelne Symbole werden dann größer, sobald Sie den Mauszeiger über sie bewegen.
- Sollten Sie die Kurzinfos nerven, die zu den Elementen in der Kontrollleiste immer dann erscheinen, wenn der Mauszeiger den Button berührt, entfernen Sie das Häkchen vor der Option Kurzinfos anzeigen.
- Wie bei KDE üblich, können im Abschnitt Knopfhintergrund und Hintergrund der Kontrollleiste grafische Elemente zur Verschönerung der Buttons und der Leiste gewählt werden (Abbildung 2).
Abb. 2: Wie der Innenraum eines modernes Autos kann auch die Kontrollleiste mit unterschiedlichen Dekors versehen werden.
Programm-Buttons einfügen
Die Konfigurationsmöglichkeiten sind damit aber noch nicht ausgeschöpft. Bis jetzt drehte sich alles um die Kontrollleiste als Ganzes. Welche einzelnen Bestandteile in der Leiste wie erscheinen, kann natürlich ebenfalls den persönlichen Vorlieben eines jeden Nutzers angepasst werden.
- Um Elemente oder Abschnitte in der Kontrollleiste zu verschieben, öffnen Sie mit einem Rechtsklick das Kontextmenü und wählen den Eintrag zum Verschieben. Ein Linksklick beendet die Aktion und speichert den aktuellen Platz.
- Das Kontextmenü der Kontrollleiste öffnen Sie über einen Rechtsklick auf eine freie Stelle in der Leiste. Hinter Hinzufügen verbergen sich vier Untermenüs:
- Wählen Sie ein Miniprogramm aus, zum Beispiel die Weltzeituhr, wird in der Kontrollleiste ein separater Bereich angelegt, in dem das gestartete Programm erscheint. Ein Rechtsklick auf das Miniprogramm ermöglicht dessen weitere Konfiguration. Entfernen können Sie ein Miniprogramm (wie alle anderen Elemente der Leiste) mit der Option Entfernen im Kontextmenü.
- Der Eintrag Hinzufügen/Programmknopf im Kontextmenü bietet Ihnen den Zugriff auf alle Einträge im K-Menü. Jedes Programm, das in einem der Untermenüs erscheint, kann bequem per Klick in die Leiste eingefügt werden (Abbildung 3).
- Auch per Drag & Drop können Buttons vom Desktop in die Kontrollleiste gezogen werden, ebenso wie von einem geöffneten Menü über den K-Button.
- Besondere Anwendungen fügen Sie über den Eintrag Spezialknopf in die Leiste ein, zum Beispiel die Lesezeichen oder den Schnellanzeiger. Zu diesen Buttons bietet KDE gleich die Möglichkeit, ein Symbol für den Button auszuwählen.
- Der vierte Eintrag im Untermenü Hinzufügen ermöglicht es, die Kontrollleiste zu vergrößern. Wichtig sind hier vor allem die Option Abhängige Kontrollleiste, in die weitere Buttons eingefügt werden können, und die Externe Fensterleiste, die geöffnete Fenster anzeigt. Konfiguriert werden diese Erweiterungen genau wie die Original-Kontrollleiste (Abbildung 4).
Abb. 3: Über das Kontextmenü der Kontrollleiste kann ein neuer Programm-Button eingefügt werden.
Abb. 4: Zusätzliche Leisten bieten mehr Platz für Buttons und Fenster.
Fensterleiste gestalten
Der Eintrag Kontrollleiste einrichten im Kontextmenü führt zu den Konfigurationsmöglichkeiten des KDE-Kontrollzentrums. Den Bereich Fensterleiste, der natürlich auch über das Kontrollzentrum zu erreichen ist, wurde noch nicht erläutert. Die Fensterleiste ist der Abschnitt der Kontrollleiste, in dem alle geöffneten Programmfenster angezeigt werden.
- Sie können in der Fensterleiste alle geöffneten Programme auf allen Desktops (maximal 16 sind möglich) oder nur die der jeweiligen Arbeitsfläche anzeigen lassen.
- Die Anzeige der Programmsymbole kann abgeschaltet werden.
- Sie können festlegen, dass in der Fensterleiste nur minimierte Fenster angezeigt werden. Das spart Platz, ist aber gewöhnungsbedürftig.
- Die kleine Fensterleiste ist schnell überfüllt, und KDE fasst mehrere Fenster einer Anwendung zu Gruppen zusammen. Dies können Sie ganz abstellen (Eintrag Zusammengehörige Fenster gruppieren: Niemals) oder KDE veranlassen, diese Fenster immer zusammenzufassen.
Bei der Konfiguration der Kontrollleiste sollte man sich Zeit lassen und ruhig ein bisschen experimentieren: Sie ist schließlich ein zentrales Element der grafischen Oberfläche. (hge)
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