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von Andrea Müller
Telefonnummern, Adressen, Kochrezepte von Tante Lina, Zeitungsausschnitte und mitten drin der Zettel mit dem wichtigen Arzttermin. Fast jeder hat sich schon durch Papierberge auf dem Schreibtisch gewühlt, weil die benötigte Information in dem Chaos nicht auffindbar war. Um solche Informationsschnipsel mit dem Computer zu verwalten, wollen die meisten Programme nicht recht passen: Textverarbeitung und Datenbanken sind überdimensioniert, und Adressbücher decken nur einen kleinen Teil der zu verwaltenden Daten ab. Ein für diesen Zweck maßgeschneidertes Programm ist Tuxcards, das Informationen beliebiger Art in einer baumartigen Struktur speichert. Ähnlich einem Karteikasten sortieren Sie Ihre Daten in Kategorien ein und finden dank der Volltextsuche alles auf Anhieb wieder.
Wer die Professional-Version dieser Distribution verwendet, installiert das Paket über YaST. Starten Sie das Konfigurations-Tool über System / YaST aus dem K-Menü und geben Sie Ihr root-Passwort ein. Öffnen Sie Software installieren oder löschen in der Kategorie Software und stellen dort im Dropdown-Feld Suche ein. Mit dem Suchbegriff tuxcards zeigt YaST nach einem Klick auf Suche das richtige Paket im rechten Fenster an. Nachdem Sie es mit einem Häkchen versehen und auf Akzeptieren geklickt haben, installiert YaST die Software.
Anwender der Personal-Version laden sich das Paket von einem Mirror des SuSE-FTP-Servers herunter [1,2]. Wechseln Sie danach mit dem Konqueror in das Download-Verzeichnis und klicken Sie das RPM-Paket an. Über den Button Installiere Paket mit YaST spielen Sie die Software ein.
Auf Nutzer von Red Hat Linux warten die passenden Pakete im EasyLinux-Download-Bereich [3]. Laden Sie das zu Ihrer Distribution passende Paket herunter und wechseln Sie mit einem Datei-Manager in das Verzeichnis mit dem RPM-Paket. Ein Doppelklick startet das Programm redhat-install-packages, bei dem Sie sich erst als Administrator authentifizieren müssen. Danach überprüft es, ob noch andere Pakete benötigt werden, und blendet eine kurze Zusammenfassung ein. Nach einem Klick auf Weiter kopiert es die Tuxcards-Dateien auf Ihr System.
Auch Anwender von Mandrake Linux 9.2 finden ein zu ihrer Distribution passendes Paket in unserem Download-Bereich [3]. Nach dem Download wechseln Sie mit einem Datei-Manager in das Verzeichnis mit dem RPM-Paket. Ein Doppelklick darauf öffnet ein Authentifizierungsfenster, in das Sie Ihr root-Passwort eingeben. Danach startet das Mandrake-Installationsprogramm rpmdrake. Es prüft, ob noch weitere Software zum Betrieb von Tuxcards nötig ist und zeigt in einem Informationsfenster an, welche Pakete zur Installation anstehen. Schließen Sie es mit einem Klick auf OK, damit rpmdrake die Installation startet. Sind alle Dateien kopiert, schließt sich das Installationsprogramm automatisch, und Tuxcards steht Ihnen zur Verfügung.
Starten Sie den neu installierten Notizverwalter über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]), in das Sie tuxcards eingeben. Das Programm präsentiert sich mit englischsprachiger Oberfläche, doch auch Nicht-Fremdsprachler finden sich hier schnell zurecht. Per Default öffnet das Programm eine Begrüßungsdatei, die auch als Dokumentation dient. Es legt sie unter dem Namen tuxcards_greeting in Ihrem home-Verzeichnis ab, so dass Sie sie später jederzeit erneut öffnen können. Sobald Sie in der Baumansicht auf der linken Seite einen Eintrag markieren, blendet Tuxcards in der rechten Fensterhälfte den zugehörigen Text ein. Ein eigener Karteikasten, beispielsweise mit Tipps rund um das Thema Linux, ist schnell erstellt.
Legen Sie über File / New eine neue Zettelkastendatei an. Selbst wenn Sie in der Willkommensdatei nichts geändert haben, fragt Tuxcards, ob Sie Ihre Änderungen speichern wollen. Beantworten Sie die Frage mit einem Klick auf No.
In der neuen Datei gibt es bislang nur den Eintrag root (für Wurzel). Markieren Sie ihn und wählen Sie change Properties (Einstellungen ändern) aus dem Kontextmenü. Im Eigenschaften-Dialog vergeben Sie im Feld Entry Name einen thematisch passenden Namen. Über den Button use Icon und einen Klick auf das leere Icon-Feld legen Sie eventuell noch ein Icon fest, das Tuxcards neben dem Eintrag einblenden soll. Schöne Exemplare finden Sie in den Unterverzeichnissen von /usr/share/icons, für SuSE-Linux-Anwender lohnt sich auch ein Blick nach /opt/kde3/share/icons. Soll der Eintrag irgendwann verfallen, setzen Sie zusätzlich ein Häkchen vor Use Expiry Date und tragen im Feld dahinter das "Haltbarkeitsdatum" der Notiz ein. Ist es erreicht, entfernt Tuxcards den Eintrag.
Schließen Sie das Einstellungsfenster mit dem Apply-Button.
Jetzt können Sie erste Einträge oder weitere Unterkategorien anlegen. Markieren Sie dazu die eben bearbeitete Karte und wählen Sie Add Entry (Eintrag hinzufügen) aus dem Kontextmenü oder klicken Sie auf das Einfügensymbol in der Werkzeugleiste. Daraufhin öffnet sich der schon bekannte Eigenschaftsdialog, in dem Sie dem Eintrag Namen und Icon zuweisen können.

Um Text einzugeben, markieren Sie einen Eintrag in der Baumansicht und klicken ins rechte, noch leere Fenster. Zur Formatierung bietet Tuxcards die aus der Textverarbeitung bekannten Optionen an. Ganz links in der Formatierungsleiste entscheiden Sie, ob Sie Fließtext (Standard) oder eine von verschiedenen Aufzählungen erstellen wollen. Daneben stellen Sie Schriftart und Größe sowie Formatoptionen, wie fett (B), kursiv (I), unterstrichen (U), Textfarbe und Ausrichtung ein.
Die Notizen sind in einer Baumstruktur angeordnet. Mit den blauen Pfeilen in der Werkzeugleiste verschieben Sie markierte Einträge auf einer Hierarchieebene, mit der Maus bewegen Sie sie im linken Feld per Drag & Drop an andere Positionen im Baum.
Ihr fertiges Werk (Abbildung 1) speichern Sie über einen Klick auf das Disketten-Icon. Sichern Sie eine Datei zum ersten Mal, öffnet Tuxcards einen Auswahldialog, in dem Sie Name und Speicherort angeben.
| Tipp: Automatisch Speichern und Sicherungskopie |
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Damit ein Stromausfall Ihre Arbeit nicht zunichte macht, aktivieren Sie die automatische Speicherfunktion. Öffnen Sie die Tuxcard-Einstellungen über Edit / Edit Options und aktivieren Sie die Checkbox Autosave all 15 Minutes. Haken Sie zusätzlich Create Backupfile an, erzeugt Tuxcards bei jedem Speichern eine Sicherungskopie der alten Version. Sie liegt im selben Verzeichnis wie das Original und trägt den ursprünglichen Dateinamen mit einer angehängten Tilde (~). Mit der Option Save Data when leaving TuxCards speichert das Programm Ihre Änderungen automatisch beim Beenden, Sie sparen sich so eine entsprechende Nachfrage. |
| Tipp: Tipps zur Texteingabe |
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Standardmäßig öffnet Tuxcards bei jedem Start die zuletzt geöffnete Datei. Zusätzlich speichert es den Ausklappstatus der linken Fensterhälfte und springt automatisch zum zuletzt markierten Eintrag. Wollen Sie eine andere Datei öffnen, erledigen Sie das über File / Open File.
Idealerweise haben Sie die Daten so in Kategorien eingeteilt, dass Sie nicht lange suchen müssen, um etwas Bestimmtes wiederzufinden. Andernfalls hilft Ihnen die Suchfunktion aus der Patsche. Sie öffnen sie über das Lupen-Icon in der Symbolleiste. Geben Sie im nächsten Dialog hinter Search for den Suchbegriff ein und klicken Sie auf Go. Tuxcards durchsucht alle Einträge nach dem Suchbegriff und präsentiert das Ergebnis in der unteren Fensterhälfte des Suchdialogs (Abbildung 2). Ein Klick auf einen Treffer wechselt im Hauptfenster zur Fundstelle.
Wer seine in einer Tuxcards-Datei gespeicherten Informationen an andere weitergeben will, kann sich nicht darauf verlassen, dass auch dort das Programm installiert ist. Deshalb beherrscht Tuxcards den Export ins HTML-Format. Starten Sie ihn über File / Export to HTML. Legen Sie im Dateiauswahldialog über den Neuer-Ordner-Button (dritter von rechts) in der oberen Leiste einen neuen Ordner an, da Tuxcards jeden Eintrag in eine eigene HTML-Datei schreibt. Wechseln Sie dorthin und klicken Sie auf OK. Tuxcards exportiert alle Einträge und blendet eine Erfolgsmeldung ein, die Sie mit OK quittieren. Über die Datei index.html im Exportverzeichnis navigieren Sie mit einem Browser durch Ihre Tuxcards-Datenbank (Abbildung 3).
Exportieren Sie eine Tuxcards-Datei unter Red Hat Linux, stellt Mozilla die Umlaute nur verstümmelt dar, da Tuxcards die verwendete Zeichensatzkodierung (utf-8) nicht mit angibt. Über die manuelle Auswahl von View / Character Coding / Unicode (UTF-8) in Mozilla beheben Sie das Problem. Auch dem Internet Explorer unter Windows müssen Sie durch manuelle Angabe der richtigen Kodierung auf die Sprünge helfen. Der Konqueror zeigt dagegen die Notizen problemlos an. (eba)
| Tipp: Grafikspielereien |
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Wer grafische Spielereien mag, für den bietet Tuxcards die Cactus Bar. Aktivieren Sie sie über Edit / Edit Options / SideBar -- Colors / Enable CactusBar. Red-Hat-Linux-Anwender tragen im Feld Flower Directory /usr/share/tuxcards/flowers ein, damit Tuxcards das richtige Bilderverzeichnis nutzt. Nach einem Klick auf OK lenken Sie zukünftig in der blauen Seitenleiste wachsende Kakteen von der Arbeit ab.
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Last modified: 2007-01-25 16:56
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