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Erschienen in EasyLinux 02/2004   »   Ausgabe bestellen

Konsole

Neuer Look für die Kommandozeile

von Heike Jurzik


KDEs Konsole ist ein Terminal-Emulator, der das Arbeiten auf der Kommandozeile ermöglicht. In der Konsole verwalten Sie mehrere Shells in nur einem Fenster, geben den Sitzungen eigene Namen oder senden Signale wie STOP (Job anhalten) oder CONT (Job fortsetzen) an die laufenden Programme.

Wenn Linuxer von der Konsole sprechen, meinen sie häufig eine der "virtuellen" Konsolen, von denen es standardmäßig sechs gibt. Sie erreichen die erste von der grafischen Oberfläche aus über die Tastenkombination [Strg-Alt-F1], die zweite über [Strg-Alt-F2] usw. Zurück zu KDE finden Sie mit [Alt-F7]. KDEs Terminal-Emulator heißt ebenfalls Konsole und erlaubt textbasiertes Arbeiten auf der Befehlszeile, ohne KDE verlassen zu müssen.

Sie starten das Programm entweder durch einen Klick auf das Icon mit der Muschel und dem Monitor (Abbildung 1) in der Kontrollleiste oder über den Schnellstarter [Alt-F2] und Eingabe von konsole. Nach dem Start erscheint standardmäßig der "Tipp des Tages...", der Tricks zur Bedienung von Konsole verrät. Auf Wunsch kann dieses Feature durch Klick auf die Checkbox Tipps beim Start anzeigen deaktiviert werden.

Abb. 1: Über dieses Icon starten Sie KDEs Konsole.

Um eine zusätzliche Sitzung zu starten, klicken Sie wahlweise auf Neu (halten Sie die linke Maustaste länger gedrückt, um eine Liste der verfügbaren Sitzungstypen zu sehen) oder wählen im Menü Sitzung aus der Liste der Shells aus: Einfache Shell, Sitzung mit Dateimanager Midnight Commander, Midnight Commander mit Root-Rechten oder eine Root-Shell (für die Sie natürlich das Administratorpasswort eingeben müssen). Die einzelnen Menüeinträge haben je nach Linux- und KDE-Version unterschiedliche Bezeichnungen.

Navigiert wird zwischen den einzelnen Sitzungen entweder durch Mausklick auf den Sitzungsnamen oder über die Tastatur mit [Shift-Pfeil links] oder [Shift-Pfeil rechts]. Dank dieser Integration mehrerer Konsolen können Sie alle Terminal-Anwendungen in einem einzigen Fenster nutzen.

Kleine Extras

Konsole kann sich "merken", wo im Dateisystem Sie gerade arbeiten. Befinden Sie sich beispielsweise im Verzeichnis /usr/games und gehen im Menü auf Lesezeichen / Lesezeichen hinzufügen, lässt sich später über das Lesezeichen-Menü wieder dorthin wechseln, ohne das cd-Kommando zu verwenden. Zum Einsatz kommt das Feature auch im Menüpunkt Sitzung / Neues Befehlsfenster bei Lesezeichen -- hier starten Sie eine neue Sitzung direkt im richtigen Ordner.

Im Menüpunkt Bearbeiten finden Sie Funktionen zum Kopieren und Einfügen und vor allem den Punkt Signal senden, um Prozesse anzuhalten, wieder fortzusetzen oder gewaltsam zu beenden, wenn sich ein Programm einmal aufgehängt hat.

Standardmäßig benennt Konsole seine Sitzungen nach dem Typ (Befehlsfenster oder Root Console) und vergibt zusätzlich Nummern, wenn mehrere Sitzungen gleichen Typs vorhanden sind. Für mehr Übersichtlichkeit sorgt das Feature unter Ansicht / Sitzung umbenennen (alternativ: Doppelklick auf den Sitzungsnamen) -- geben Sie einen eigenen Sitzungsnamen ins Feld ein, um sich besser zurechtzufinden.

Wer es lieber bunt mag oder eine andere Schrift bevorzugt, findet im Menüpunkt Einstellungen die Möglichkeit, ein anderes Farbschema oder entsprechende Fonts auszuwählen. Soll die Konsole sich beim nächsten Start an diese Vorgaben erinnern, vergessen Sie nicht, unter Einstellungen die Konfiguration zu speichern.

Konsole konfigurieren

Die Arbeitsweise und das Aussehen der Konsole lassen sich einfach konfigurieren. Gehen Sie im Menü auf Einstellungen / Konsole einrichten.... Im ersten Reiter Allgemein stellen Sie ein, ob bei Größenveränderungen des Fensters die aktuellen Maße (Zeilenzahl und Breite in Zeichen) angezeigt werden und ob die Konsole einen Rahmen haben soll. Sinnvoll ist auch die Aktivierung der Option Nachfrage bei Beenden, falls noch Sitzungen laufen -- leicht übersieht man beim Beenden der Konsole, dass mehrere Sitzungen geöffnet sind, in denen eventuell noch Programme arbeiten.

Weiterhin definieren Sie hier, ob der Cursor blinkt und Dreifachklicks mit der Maus die ganze Zeile (Standard) oder ab dem aktuellen Wort bis zum Zeilenende markieren. Für bessere Lesbarkeit lässt sich der Zeilenabstand verändern.

Im Reiter Farbschema wählen Sie ein Schema aus der Liste aus, um es zu verändern. Um einen eigenen Look für die Shell zu definieren, geben Sie einen neuen Titel ein und legen anschließend das Aussehen fest.

Das Verhalten von Sitzungen konfigurieren Sie im dritten Reiter. Den einzelnen Shells können Sie Kommandos zuweisen. So wird beispielsweise beim Start einer Midnight-Commander-Sitzung der Befehl mc -c ausgeführt, welcher den Dateimanager im Fenster startet. Wer aus Root-Shells heraus auch grafische Anwendungen starten möchte, geht auf den Eintrag Root Console und ersetzt den voreingestellten Befehl su durch sux. (hge)

Abb. 2: Transparenter Blick auf den Hintergrund.

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