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von Andrea Müller
Normal präsentiert sich der Prozessmonitor top in schlichtem Schwarz-Weiß, doch unter SuSE Linux bringen Sie mit einem Trick Farbe in die Prozessliste. Die bei Red Hat Linux mitgelieferte, ältere top-Version beherrscht die Farbspielereien noch nicht.
Starten Sie den Systemmonitor mit dem Befehl top und drücken Sie [Z], um in den Farbauswahldialog zu gelangen. Acht Farben (0-7) stehen zur Auswahl, um die vier Elemente Statusanzeige (S), Überschrift (H), Prozessliste (T) und Meldungen (M) einzufärben. Hinter Selected: target steht der Kennbuchstabe des gerade aktiven Elements und hinter color die ausgewählte Farbe. Um beispielsweise die Prozessliste einzufärben, geben Sie [S] ein, was nun hinter target erscheint. Tippen Sie dann die Nummer der gewünschten Farbe, etwa [2] für grün. Analog dazu legen Sie auch die Farben für die anderen Elemente fest. Anhand der Vorschau (Abbildung 1) kontrollieren Sie direkt an Ort und Stelle, ob die Farben passen.
Am besten kommen die Farben zur Geltung, wenn Sie die KDE-Konsole mit schwarzem Hintergrund betreiben (Einstellungen / Farbschema / Weiß auf Schwarz). Mit [Enter] schließen Sie den Konfigurationsdialog und aktivieren die neuen Einstellungen. Speichern Sie sie danach mit [Umschalt-W], damit top zukünftig direkt in Ihren Lieblingsfarben startet. Wird es Ihnen doch einmal zu bunt, wechseln Sie mit [z] zwischen der klassischen Ansicht und der farblich aufgepeppten Variante hin und her.
Wer schon den einen oder anderen Ausflug auf die Kommandozeile unternommen hat, kennt bestimmt den Trick, mit den [Pfeil hoch]- und [Pfeil runter]-Tasten durch früher eingegebene Befehle zu blättern. Es gibt aber noch weitere Tastaturkürzel, mit denen Sie Ihre Arbeit beschleunigen. Tabelle 1 verrät die wichtigsten.
| Tabelle 1: Tastaturkürzel in der Shell | |
| Tastenkombination | Funktion |
|---|---|
| [Strg-a] | Cursor zum Anfang der Eingabezeile bewegen |
| [Strg-e] | Cursor zum Ende der Eingabezeile bewegen |
| [Alt-b] | Zum Anfang des vorigen Worts springen |
| [Alt-f] | Zum Ende des Worts springen |
| [Strg-l] | Bildschirminhalt löschen |
| [Strg-k] | Von der aktuellen Position bis zum Ende der Zeile löschen |
| [Strg-u] | Von der aktuellen Position bis zum Anfang der Zeile löschen |
| [Strg-w] | Wort vor der Cursor-Position löschen |
| [Strg-d] | Sitzung beenden, analog zu dem Befehl exit |
| [Strg-s] | Rückwärts in der History suchen -- die Shell vervollständigt, während Sie tippen |
| [Alt-.] | Setzt das letzte Wort des vorherigen Befehls an der aktuellen Cursor-Position ein -- sehr praktisch bei langen Pfaden. |
| [Strg-o] | Schickt den getippten Befehl ab und setzt ihn zum Editieren in die neue Eingabezeile |
| [Strg-y] | Mit [Strg-k], [Strg-u] oder [Strg-w] gelöschten Text einfügen. Eingefügt wird der zuletzt gelöschte Text. Mit [Alt-y] nach dem Einfügen rotieren Sie den so genannten kill ring, kommen also auch an den vorletzten gelöschten Eintrag ran. |
| [Alt-l] | Von der aktuellen Cursor-Position bis zum Wortende Groß- in Kleinbuchstaben umwandeln |
| [Alt-t] | Wort unter dem Cursor tauscht die Position mit dem vorigen Wort |
Wenn Sie es lästig finden, immer zwischen mehreren Arbeitsverzeichnissen hin- und herzuwechseln, löst ein weiteres Befehlsfenster das Problem. Sie müssen dafür keine zweite KDE-Konsole starten: Klicken Sie einfach auf den Button Neu am unteren Rand der Konsole (Abbildung 2). Schon erscheint ein Reiter mit einer weiteren Shell. Am schnellsten wechseln Sie mit den Tastenkombinationen [Umschalt-Pfeil rechts] und [Umschalt-Pfeil links] zwischen den Shells.
"Befehlsfenster 1, Befehlsfenster 2" -- mit Doppelklick auf die Registerreiter verpassen sie den einzelnen Fenstern eigene Namen. Wenn Sie sich anschließend bei laufender Konsole aus KDE abmelden und die Sitzungsspeicherung (Kontrollzentrum / KDE-Komponenten / Sitzungsverwaltung) aktiviert ist, startet beim nächsten Login die Konsole automatisch mit den selbst benannten Registerreitern.
Wer nicht mit KDE, sondern mit GNOME arbeitet, verwendet in der Regel das Programm gnome-terminal für Shell-Eingaben. Auch dort können Sie mehrere Shells gleichzeitig betreiben. Über den Menüpunkt Datei / Neuer Reiter / Default starten Sie eine weitere Eingabeaufforderung, die sich auf einer neuen Registerkarte des Fensters einreiht (Abbildung 3). Per Mausklick oder mit den Shortcuts [Strg-Bild auf] und [Strg-Bild ab] springen Sie zwischen ihnen hin und her. (eba)
Den ersten Kontakt mit dem als kompliziert geltenden Editor haben viele Anwender erst dann, wenn die grafische Oberfläche auf einmal nicht mehr startet und sie auf der Textkonsole Konfigurationsdateien bearbeiten müssen. Aber wie bedient man dieses Ungetüm, das bei fast jedem Tastendruck gequält fiept? vi unterscheidet zwischen einem Befehls- und dem Einfügemodus. Nur im Einfügemodus können Sie Text eingeben. Wenn Sie sich einige wenige Tastendrücke merken, sind Sie fit für den Notfall. Wir haben sie in Tabelle 2 zusammengestellt.
| Tabelle 2: Die wichtigsten vi-Shortcuts | |
| Tastenkombination | Funktion |
|---|---|
| i | Wechselt in den Einfügemodus: Am unteren Rand blendet vi EINFÜGEN oder INSERT ein |
| Esc | Wechselt zurück in den Befehlsmodus |
| :w | Datei speichern |
| :wq | Datei speichern und vi beenden |
| :q! | vi beenden, ohne Änderungen zu speichern |
| x | Zeichen unter dem Cursor löschen |
| dd | Aktuelle Zeile löschen |
| u | Letzte Änderung rückgängig machen, mehrfaches Undo möglich |
| /suchbegriff | Vorwärtssuche nach suchbegriff, [Enter] schließt die Eingabe ab. Mit [n] (next=nächster) und [p] (previous=voriger) navigieren Sie zwischen den Treffern |
| ?suchbegriff | Rückwärtssuche nach suchbegriff |
| Backup-Skript für Mails und Adressbuch |
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Nichts ist ärgerlicher, als wenn man durch einen Systemabsturz alle Daten im gut gepflegten Adressbuch verliert. Auch eine Mail hat man schnell versehentlich gelöscht. Dabei müssen Sie nur wenige Dateien sichern, um immer ein Backup Ihrer persönlichen Dateien aus KMail und dem KDE-Adressbuch griffbereit zu haben. Die Mails landen im Ordner /home/nutzername/Mail, die Account- und Programmeinstellungen liegen im Verzeichnis /home/nutzername/.kde/share/config . Ihre Adressbücher finden Sie in Dateien mit der Endung .vcf im Ordner /home/nutzername/.kde/share/apps/kabc. Das Shell-Skript legt ein Backup dieser Dateien mit dem Sicherungsdatum im Dateinamen an. So verwalten Sie bequem mehrere Backups. Speichern Sie die folgenden Zeilen in einer Textdatei mit dem Namen sicherung: #!/bin/bash dateien=".kde/share/apps/kabc/*.vcf .kde/share/config/kmail* Mail" datum=$(date +%Y-%m-%d_%H_%M) cd $HOME mkdir -p backup tar -cvf backup/sicherung"$datum".tar $dateien Im Detail erklärtDie erste Zeile legt den so genannten Interpreter fest, der das Skript ausführen soll -- in diesem Fall die Standard-Shell bash. Ab der zweiten Zeile beginnen die Befehlsaufrufe. Mit dateien=".kde/share/apps/kabc/*.vcf .kde/share/config/kmail* Mail" ordnen Sie alle Dateien, die gesichert werden sollen, der Variable dateien zu. Da das Skript das home-Verzeichnis des Benutzers als Arbeitsplatz nutzt, ist es nicht nötig, einen absoluten Pfad anzugeben. Statt /home/benutzername/Mail reicht die relative Pfadangabe Mail. Den Inhalt von dateien können Sie frei anpassen: Verwenden Sie gar nicht KMail oder wollen lieber andere Daten sichern, müssen Sie nur diese Zeile des Skripts ändern. Um beispielsweise Ihr Dokumentverzeichnis zu sichern, ändern Sie die Zeile in dateien="Documents". Die dritte Zeile erzeugt mit dem Kommando date einen Zeitstempel, der später für den Namen der Backup-Datei verwendet wird. Mit dem Ausdruck variable=$(kommando) führt die Shell den Befehl in den runden Klammern aus und fügt seine Ausgabe in die Variable ein. Diese nicht leicht zu verstehende Konstruktion können Sie in der Shell nachvollziehen: Mit date +%Y-%m-%d_%H_%M erhalten Sie das aktuelle Datum. Geben Sie die Zeile aus dem Skript ein: datum=$(date +%Y-%m-%d_%H_%M) und lassen Sie sich danach mit dem Befehl echo $datum den Inhalt der Variable datum anzeigen: Die beiden Ausgaben sind gleich. Das kryptische +%Y-%m-%d_%H_%M formatiert die Ausgabe von date nach Jahr, Monat, Tag, Stunde und Minute. In der nächsten Zeile wechselt das Skript in das Heimatverzeichnis des aufrufenden Benutzers (cd $HOME). Die vom System gesetzte Variable $HOME entspricht /home/benutzername. mkdir -p backup erzeugt das Datenlager für die Sicherungsdateien. Durch den Parameter -p meldet die Shell auch dann keinen Fehler, wenn das Verzeichnis schon existiert. Der tar-Aufruf in der letzten Zeile erledigt die eigentliche Arbeit: Er erstellt (c, "create"=erzeuge) die Sicherungsdatei (f, "file"=datei). Dabei ist er besonders geschwätzig (v für "verbose"), d. h. er meldet jede Datei, die er ins Archiv packt. backup/sicherung"$datum".tar ist der Name des Archivs, das tar anlegen soll. "$datum" fügt den anfangs generierten Zeitstempel ein: So erhalten Sie bei jedem Aufruf des Skripts im Verzeichnis backup eine frische Datei mit einem Namen wie sicherung2003-12-24_23_59.tar. Den Abschluss der Zeile bildet das, was tar einpacken soll. Hier sichert es alles, was in Zeile 2 der Variable dateien zugeordnet wurde. Das führende Dollar-Zeichen ist wie schon bei $HOME ein Hinweis für die Shell, dass nicht etwa eine Datei oder ein Verzeichnis namens dateien, sondern alles, was in der Variable dateien steht, gesichert werden soll. Skript ausführenMachen Sie nun das Skript, wie im Grundlagenkasten auf Seite ## beschrieben, ausführbar. Mit /pfad/zu/sicherung erstellen Sie das Backup. Voraussetzung ist, dass alle Dateien, die in der Variable dateien stehen, auch wirklich existieren. Backup zurückspielenWie Sie die Sicherung zurückspielen, hängt davon ab, was Sie alles wiederherstellen wollen. Schließen Sie zuerst die betroffenen Programme. Um das komplette Backup einzuspielen, wechseln Sie in der Shell mit cd in Ihr home-Verzeichnis und geben den Befehl tar -xvf backup/sicherungxxx.tar ein. xxx steht dabei für das Datum des zurückzuspielenden Backups. Dieser Aufruf ersetzt jedoch das aktuelle KDE-Adressbuch und die KMail-Konfiguration -- seit der letzten Sicherung hinzugekommene Daten gehen dadurch verloren. Um nur ausgewählte Dateien zurückzuspielen, wechseln Sie mit dem Konqueror in das Backup-Verzeichnis. Öffnen Sie die gewünschte Sicherung mit einem Mausklick und markieren die Dateien, die Sie wiederherstellen wollen. Kopieren Sie sie mit Bearbeiten / Kopieren und wechseln Sie in das Zielverzeichnis. Der Ordner .kde ist per Default nicht sichtbar. Mit dem Menüpunkt Ansicht / Versteckte Dateien anzeigen blenden Sie ihn ein. Am Zielort angekommen, stellen Sie die Datei aus dem Backup mit Bearbeiten / Einfügen wieder her. Wer sich nicht nur gegen versehentlich gelöschte Dateien, sondern auch gegen Hardware-Schäden wappnen will, brennt seinen Backup-Ordner regelmäßig auf CD. |
Mit Supermount bringt Mandrake Linux ein Feature mit, das Windows-Benutzern den Umstieg erleichtern soll. CDs und Disketten müssen nicht gemountet und wieder aus dem Dateisystem ausgehängt werden, sondern Mandrake Linux erledigt das automatisch, sobald Sie ein Medium einlegen oder die CD-Schublade herausfahren. Leider funktioniert das nicht überall gut. Bei mancher Hardware "verschluckt" sich Supermount und weigert sich, CDs auszuwerfen. Selbst ein von root aufgerufenes umount /mnt/cdrom bereitet dem Spuk kein Ende -- nur mit einem Neustart bekommen Sie die CD wieder aus dem Laufwerk. Leiden auch Sie unter diesem Problem, ist Supermount schnell deaktiviert.
Geben Sie in der KDE-Konsole su ein und authentifizieren Sie sich in der nächsten Zeile mit Ihrem Administratorpasswort. Mit supermount -i disable schalten Sie das automatische Mounten für alle Laufwerke ab. Der Parameter -i sorgt dafür, dass die Änderungen direkt in die Konfigurationsdatei /etc/fstab und nicht auf den Bildschirm geschrieben werden. Überlegen Sie es sich später anders, stellen Sie den Ursprungszustand mit supermount -i enable wieder her.
Haben Sie nur bei einem Ihrer Laufwerke Probleme mit Supermount, können Sie es mit dem Parameter -m speziell für ein Gerät abschalten. Um Supermount für das CD-ROM-Laufwerk zu deaktivieren, es für Disketten aber beizubehalten, lautet der Befehl
supermount -i -m=/mnt/\ cdrom disable
Hinter -m= steht der Einhängepunkt des Geräts, dessen Einstellungen Sie ändern wollen. Um die Default-Konfiguration wiederherzustellen, ersetzen Sie disable (deaktivieren) durch enable (aktivieren).
Auf Wunsch komprimiert das Pack-Kommando tar Ihre Archive, so dass sie weniger Platz auf der Festplatte brauchen. Das erreichen Sie mit dem Parameter z im Befehlsaufruf. tar -czvf archiv.tar.gz urlaubsbilder packt zunächst den Ordner urlaubsbilder in das Archiv und ruft dann das Komprimierungsprogramm gzip auf, das die Archivdatei komprimiert. Zum Auspacken brauchen Sie ebenfalls den Parameter z. tar -xzvf archiv.tar.gz dekomprimiert das Archiv und packt den Ordner urlaubsbilder im aktuellen Arbeitsverzeichnis aus.
Wenn Sie nur wissen wollen, was ein Tar-Archiv enthält, ohne es gleich auszupacken, hält tar auch dafür einen Parameter bereit. Der Befehl
tar -tf archiv.tar
präsentiert Ihnen eine Liste aller eingepackten Dateien (Abbildung 4). Sind sehr viele Dateien in einem Archiv, leiten Sie Ausgabe mit tar -tf archiv.tar | less an das Pager-Programm less um. Sie verwenden dabei eine so genannte Pipe (Röhre, |, siehe auch Guru-Training auf Seite ##).
Ist das Archiv komprimiert, erkennbar an der Dateiendung .tar.gz oder .tgz, listen Sie den Inhalt mit tar -tzf archiv.tar.gz auf. (eba)
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Last modified: 2007-01-25 16:58
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