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Erschienen in EasyLinux 02/2004   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Wenn das System aussieht und sich verhält, wie der Anwender es will, geht die Arbeit nochmal so schnell von der Hand. Mit diesen Tipps passen Sie Linux optimal an Ihre Bedürfnisse an.

Login Manager unter Red Hat Linux aufpeppen

Auch wenn man den Anmeldebildschirm stets nur ein paar Sekunden sieht: immer das gleiche Motiv wird auf Dauer langweilig. Der Austausch ist in ein paar Minuten erledigt. Doppelklicken Sie auf das Hier starten-Icon auf dem Desktop und wählen Sie dort den Punkt Systemeinstellungen. Mit dem Modul Anmeldebildschirm konfigurieren Sie den GNOME Display Manager. Authentifizieren Sie sich mit dem Administratorpasswort, denn Sie nehmen hier systemweite Einstellungen vor.

Auf der Registerkarte Grafischer Begrüßer (Abbildung 1) wählen Sie ein anderes Theme. Ist eins markiert, zeigt das Programm rechts die Vorschau an. Haben Sie sich für ein Motiv entschieden, beenden Sie die GDM-Konfiguration über den Schließen-Button. Um den neuen Look zu prüfen melden Sie sich über das Startmenü ab. Zur Neuanmeldung trägt der Login Manager bereits sein neues Gewand.

Abb. 1: Hier konfigurieren Sie das Aussehen des Anmeldebildschirms.

Theme-Auswahl für den GDM vergrößern

Selbst bescheidenen Gemütern sind die nur drei Themes, die Red Hat Linux für seinen Anmeldemanager vorsieht, zu wenig. Zum Glück gibt es unter http://art.gnome.org/themes/gdm_greeter/index.php viele weitere Motive. Stöbern Sie durch die Themes und laden Sie sich eins herunter. Bei manchen Themes ist angegeben, ab welcher GDM-Version Sie' s tun: Red Hat Linux 9.0 bringt Version 2.4.1.3 mit , bei Red Hat Linux 8.0 ist es die 2.4.0.7. Selbst wenn Sie versehentlich ein Theme herunterladen, dem Ihr Login Manager zu alt ist, ist das kein Beinbruch. Der Installationsassistent erkennt, dass er damit nichts anfangen kann und verweigert die Arbeit.

Die ist sonst mit wenigen Mausklicks erledigt. Starten Sie wie in Tipp ## beschrieben den GDM-Konfigurationsdialog und klicken Sie dort auf Neues Thema installieren. Navigieren Sie im Dateiauswahldialog in den Speicherordner des heruntergeladenen Themes, markieren Sie das und bestätigen Sie die Auswahl mit Klick auf OK. Das neue Theme erscheint sogleich in der Auswahlliste.

Einloggen mit KDM unter Red Hat Linux

Wer unter Red Hat Linux nicht den Standard-Desktop GNOME verwendet, sondern KDE, will vielleicht auch den KDE-Anmeldemanager KDM und nicht den GDM nutzen. Das ist kein Problem, auch wenn Red Hat Linux kein grafisches Konfigurationsprogramm dafür bereithält. So kommen Sie trotzdem zu einem anderen Anmeldemanager:

  1. Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort kdesu kwrite /etc/sysconfig/desktop ein, um die Datei /etc/sysconfig/desktop mit Administratorrechten zu öffnen.
  1. Authentifizieren Sie sich im nächsten Fenster mit Ihrem root-Passwort.
  1. In der Konfigurationsdatei steht zur Zeit nur eine mit DESKTOP= beginnende Zeile. Fügen Sie die folgende Zeile hinzu:
    DISPLAYMANAGER="KDE"

  1. Schreiben Sie die Änderungen mit Datei / Speichern auf die Festplatte und schließen Sie Kwrite.

Beim nächsten Systemstart begrüßt Sie der Anmeldebildschirm von KDE. Wie er im Detail aussieht, regeln Sie im KDE-Kontrollzentrum unter Systemverwaltung / Anmeldungsmanager. Angst vor Tippfehlern brauchen Sie beim Bearbeiten der Datei /etc/sysconfig/desktop nicht haben: Ist dort ein Eintrag ungültig, startet das System mit dem Default-Anmelde-Manager des GNOME-Desktops, dem GDM.

Newsticker-Anzeige von Evolution konfigurieren

In der Zusammenfassungsansicht des Mail-Programms Evolution können Sie Newsticker einblenden, die Sie mit neuesten Informationen versorgen, solange Sie mit dem Internet verbunden sind. Aus welcher Quelle die Nachrichten stammen, passen Sie über das Einstellungsmenü an. Öffnen Sie es über Werkzeuge / Einstellungen und wechseln Sie zum Punkt Summary Preferences auf den Registerreiter Schlagzeilen.

In der linken Fensterhälfte stehen die News-Quellen, die Evolution kennt. Markieren Sie z. B. den Eintrag KDE Dot News und klicken Sie auf Hinzufügen. Künftig integriert das Programm alle Neuigkeiten rund um KDE in seine Zusammenfassung.

Neue Schlagzeilen für Evolution

Die vorkonfigurierten Newsticker in Evolution (siehe Tipp ##) bieten fast nur Neuigkeiten in englischer Sprache. Im Konfigurationsdialog lassen sich aber auch deutsche Nachrichtenquellen einstellen. Klicken Sie dafür im Einstellungsmenü auf Summary Preferences / Schlagzeilen und wählen Sie Kanal hinzufügen (Abbildung 2).

Abb. 2: Hier machen Sie Evolution mit neuen Newstickern bekannt.

Im neuen Fenster geben Sie hinter Name eine kurze Beschreibung der Nachrichten-Quelle ein. In das Feld URL gehört der Link zu einer passenden RDF-Datei, das ist das Standard-Format für solche Newsticker-Dateien. Viele größere Web-Seiten bieten Ihnen die Möglichkeit einen Newsticker in Form einer auf .rdf endenden Datei zu beziehen. Für deutschsprachige Nachrichten zum Thema Linux tragen Sie z. B. den Schlagzeilen-Kanal von http://www.pro-linux.de ein. Der Link zur RDF-Datei, der hinter URL gehört ist http://www.pl-forum.de/backend/pro-linux.rdf. Mit dem Eintrag http://www.heise.de/newsticker/heise.rdf binden Sie den Newsticker des Heise-Verlags in Evolution ein.

Zeichensatzkodierung in Evolution einstellen

Wenn Ihre Korrespondenzpartner sich bei Ihnen beschweren, die Umlaute in Ihren E-Mails würden nicht richtig dargestellt, kann das an der von Evolution standardmäßig verwendeten UTF-8-Kodierung liegen. Der normale ASCII-Zeichensatz kennt keine Umlaute oder das ß. Damit solche Zeichen auch jeder E-Mail-Empfänger lesen kann, schreiben die Mailprogramme in den Kopfbereich jeder Mail, welchen Zeichensatz sie benutzen. UTF-8 deckt nicht nur deutsche Sonderzeichen, sondern fast jedes Alphabet der Welt ab. Leider kann aber (noch) nicht jedes E-Mail-Programm mit UTF-8 umgehen und interpretiert die so kodierten Sonderzeichen falsch.

Sofern Sie nicht regelmäßig E-Mails in kyrillischen oder arabischen Sprachen verfassen, sollten Sie Evolution auf den Zeichensatz ISO-8859-15 umstellen. Der enthält alle deutschen Umlaute sowie das Euro-Zeichen und fast jedes Mail-Programm kann damit umgehen. Öffnen Sie über Werkzeuge / Einstellungen den Konfigurationsdialog. Unter Editor-Einstellungen / Zeichensatz wählen Sie aus der Liste den Eintrag Westeuropäisch, Neu (ISO-8859-15). Benutzer von Red Hat Linux 8.0 konfigurieren den Zeichensatz über Werkzeuge / Mail-Einstellungen / Andere / Vorgegebene Zeichensatzkodierung. Die Einstellungen werden nach einem Neustart von Evolution wirksam. Künftig haben Ihre Mail-Empfänger keine Probleme mehr mit Umlauten (Abbildung 3).

Abb. 3: Eine Mail mit Umlauten in der Evolution-Vorschau. Im Quelltextfenster steht die neue Zeichensatzkodierung ISO-8859-15.

Die dicksten Software-Brocken mit YaST entlarven

Festplatten haben den Nachteil, dass sie immer zu klein sind -- egal, wievele Gigabyte darauf Platz haben. Wenn es auch bei Ihnen Zeit wird. einmal auszumisten, wollen Sie vielleicht auch überflüssige Software deinstallieren. Die Frage lautet dann: Was braucht denn da so viel Speicherplatz?

Die Antwort gibt das Software-Modul von YaST. Wählen Sie im Dropdown-Feld links oben den Eintrag Paketgruppen. Markieren Sie den letzten Punkt der Baumansicht (zzz Alle). Nun zeigt YaST alle Pakete alphabetisch nach Namen sortiert an. Klicken Sie nun auf die Fensterspalte Größe, schon wird Selbige zum Sortierkriterium. Mit einem erneuten Klick auf Größe kehrt YaST die Sortierreihenfolge um und Sie haben alle Platzfresser im Blick (Abbildung 4). Entfernen Sie aber wirklich nur, was Sie kennen und sicher nicht mehr brauchen.

Abb. 4: Alle Pakete der SuSE-Linux-CD ihrer Größe nach sortiert.

Hardware-Übersicht unter SuSE Linux erstellen

Wer auch mit Windows arbeitet kennt das Feature: Im Gerätemanager druckt man sich eine ausführliche Hardware-Liste aus. Dort steht alles, was man für eine Problem-Recherche im Internet oder die Support Hotline braucht. Eine ebenso ausführliche Liste gibt es von YaST unter SuSE Linux 9.0. Bei Version 8.2 gibt es zwar schon das passende YaST-Modul, das kann aber seine Ausgabe noch nicht in Datei schreiben.

Starten Sie das Konfigurationsprogramm über System / YaST aus dem K-Menü. Wechseln Sie in der linken Spalte zum Punkt Hardware und klicken Sie auf Hardware-Informationen. Abhängig von der Geschwindigkeit Ihres Rechners dauert es einige Minuten, bis alle Informationen beisammen sind. Das Ergebnisfenster zeigt alle Geräte alphabetisch sortiert in einer Baumstruktur. Über den Button In Datei speichern schreiben Sie die Übersicht in eine beliebige Textdatei. Als Lektüre ist sie nicht geeignet: Am schnellsten finden Sie Informationen zu einem Gerät, wenn Sie ein Stichwort wie Sound oder die Modellbezeichnung einer Festplatte in die Suchmaske eines Editors eingeben.

Druckbare Hardware-Liste unter SuSE Linux 8.2

Normalerweise kommt man unter SuSE Linux 8.2 über die grafische Oberfläche nicht an eine Datei mit allen Hardware-Informationen. Mit einem Trick geht es allerdings doch. Schon in Version 8.2 beherrscht das SuSE-Informationsbeschaffungs-Tool siga (SuSE information gathering) die Ausgabe in eine Datei. Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort kdesu "siga no -hw" ein. Tippen Sie im nächsten Fenster Ihr root-Passwort und klicken Sie auf OK. Nun ist Ihr System eine ganze Weile beschäftigt und Sie hören Disketten- und CD-Laufwerke rattern. Nach etwa 5 Minuten (vielleicht auch mehr) öffnen Sie erneut ein Schnellstartfenster. Der Befehl lautet diesmal kdesu konqueror /tmp/siga/siga.html -- dort steht alles, was siga an Hardware-Informationen zusammengetragen hat. Speichern Sie die HTML-Datei am besten auf einem externen Datenträger. Supportmitarbeiter freuen sich, wenn Sie bei Hardware-Problemen diese Datei bereit halten. (fan)

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