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Erschienen in EasyLinux 03/2004   »   Ausgabe bestellen

Namesvetter für den kommenden Kernel

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Abb. 1: Linux Torvalds ließ sich für den guten Zweck untertauchen.

Im Rahmen der australischen Linux-Konferenz ließ sich bei der australischen Linux-Konferenz für den guten Zweck untertauchen: Mit drei Ballwürfen konnten Teilnehmer gegen einen Obulus den Vater des Linux-Kernels in ein Bassin befördern.

Während der fünftägigen Konferenz vom 12. bis zum 17. Januar 2004 versteigerte Torvalds außerdem während einer Auktion das Recht, den kommenden Kernel-Release nach einem australischen Tier zu benennen. Sollte sich der Gewinner nicht dagegen entscheiden, wolle er den Release "Wallaby" taufen.

Der glückliche Sieger der Auktion heißt Gernot Heiser. Der Informatik-Professor aus New South Wales bot 3600 australische Dollar und gewann dafür ein T-Shirt mit den Unterschriften von zahlreichen Linux-Persönlichkeiten sowie der Ehre, dass der Gnome-Release 2.6 nach ihm benannt wird.

Die Summe kommt einer australischen Stiftung zugute, die IT-Bedarf für benachteiligte Gemeinden beschafft. Unter den weiteren Devotionalien, die auf der Konferenz meistbietend versteigert wurden, waren unter anderem Appla-Notebooks mit den Autogrammen von Linux-Entwicklern.

Fehler im Gaim 0.75 behoben

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Abb. 1: Der Instant Messaging Client Gaim spricht viele Sprachen und erlaubt in der neuen Version einen verbesserten Dateitransfer zu Yahoo-Clients.

Anwender, die den freien Instant Messaging Client Gaim einsetzen, dürfen sich auf neue Features freuen. Spätestens mit dem nächsten Update Ihrer Distribution sollte der Client in der Version 0.75 beiliegen.

In dieser Release ist ein Fehler behoben, der die Kommunikation zu MSN-Clients behinderte. Die Unterstützung für das Jabber-Protokoll wurde verbessert und die Datei-Übertragung über Yahoo einfacher gestaltet.

Das freie Projekt basiert auf dem GUI-Toolkit GTK 2, das aus der GNOME-Welt stammt. Damit ist Gaim vom Look her anderen GNOME-Anwendungen sehr ähnlich.

Balsa mit neuem Backend

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Abb. 1: Mit einem neuen Backend soll der Mail-Client Balsa besser mit Mailboxen klarkommen.

Wer nach einer Alternative im Bereich Mail-Client Ausschau hält, sollte das Projekt Balsa im Auge behalten. Die Entwickler tauschten in der aktuellen Developer-Version 2.1.0 das Backend aus, mit dem die Software Mailboxen öffnet, verändert und speichert.

Mit dieser Änderung kommt eine Bibliothek des Projektes GMime zum Einsatz, die Mail-Nachrichten besser dekodiert und Attachments sauber aus den E-Mails trennt.

Vom Einsatz in einer normalen Arbeitsumgebung raten die Entwickler aber derzeit noch dringend ab: Es kann zu gravierenden Fehlfunktionen kommen, die den Verlust kompletter Mailboxen zur Folge haben. Die Geduld bis zur kommenden stabilen Version wird anschließend aber mit einem verbesserten Support für IMAP-Folder und einer erheblich besseren Performance belohnt.

Quickstart für Mozilla

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Abb. 1: Mit einem Quickstarter lässt sich Mozilla aus der Startleiste aufrufen.

Mit einem Quickstarter lassen sich Applikationen über ein Mini-Menü direkt aus der Startleiste aufrufen. Nachdem das Projekt OpenOffice einen solchen Schnellstarter für die Büroprogramme hat, zieht nun das Mozilla-Projekt nach.

Die Browser-Suite Mozilla besteht aus mehreren Teilen, die sich separat starten lassen. Ein neues Projekt nutzt die gleiche Technik wie das OpenOffice-Projekt, um dem Anwender den Zugriff auf die einzelnen Komponenten zu erleichtern. Sobald das Feature stabil ist, wird es vermutlich in allen aktuellen Distributionen zu finden sein.

OpenOffice im KDE-Look

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Abb. 1: Mit einem neuen Framework erscheinen die Menüs und Buttons von OpenOffice im Design von KDE.

Mit einem Trick verpassen die OpenOffice-Entwickler der Office-Suite einen Look, wie ihn die Anwender von KDE gewohnt sind. Der sehr technisch klingende Name des Projektes lautet "Native Widget Framework".

Die Projektseite erläutert die genaue Funktionsweise. Vereinfacht gesagt nutzt das Projekt die Trennung zwischen Look und Feel: Verändert wird durch die zusätzlichen Programmbestandteile nur das Aussehen der Software. Die Bedienung und das Verhalten von Dropdown-Listen, Menüs und Buttons bleiben beim alten.

DeCSS-Hacker in zweiter Instanz freigesprochen

Der als "DeCSS-Hacker" bekannte norwegische Geek Jon Lech Johansen wurde am 22. Dezember 2003 in zweiter Instanz freigesprochen. Johansen war gerade 15 Jahre alt, als er das als unknackbar geltende Content Scrambling System (CSS) umging. Bei der ersten Verhandlung versicherte er glaubhaft, den Kopierschutz nur umgangen zu haben, um damit legal erworbene Filme auf seinem Linux-Rechner anzusehen.

Die Industrie hatte in diesen Kopierschutz mehrere Millionen US-Dollar investiert und drängte darum auf eine Verurteilung des jungen Mannes.

Nach seinem Freispruch arbeitet Jon bereits daran, die Apple-iTunes-Musikdateien auf Linux- und Solaris-Rechnern abspielbar zu machen.

Mozilla 1.6 freigegeben

Mit der neuen Release von Mozilla, dem freien Web-Browser und E-Mail-Client, können Anwender sich in der Mail-Ansicht wahlweise die Absender- oder die Empfängeradresse anzeigen lassen. Zudem ist ein zeitlich gesteuertes Löschen von Nachrichten auf einem POP3-Server möglich.

Die neue Version behebt zudem einige Fehler, die den Browser zum Absturz brachten. Die Entwickler implementierten außerdem die NTLM-Authentifizierung, einen Standard von Microsoft, der mit dem Mozilla-Projekt zum ersten Mal in einem freien Programm zum Einsatz kommt.

Die Systemvoraussetzungen für die Installation des Software-Pakets sind moderat. Als Anwender sollte man sich aber unbedingt die Hinweise zur Installation durchlesen. Hier findet sich unter anderem der Hinweis, dass eine alte Installation am besten zuerst vollständig aus dem System entfernt wird. User-Daten bleiben davon allerdings unberührt; die neue Installation kann auf vorhandene Profile zugreifen.

OpenHBCI-Update

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Abb. 1: Eine veraltete Version der Bibliothek OpenHBCI verursacht im Zusammenspiel mit Gnucash unter Umständen Schäden an Chip-Karten.

HBCI-Anwender aufgepasst: Benutzer der Homebanking-Software Gnucash, die auf der freien Bibliothek OpenHBCI aufsetzt, sollten in den kommenden Tagen verstärkt nach einem Update für die Bibliothek Ausschau halten. Durch einen Bug in der Software kann unter Umständen bei der Eingabe einer falschen PIN über die Computer-Tastatur eine Chip-Karte im Lesegerät beschädigt werden.

Die OpenHBCI-Entwickler gaben bereits eine neue Version der Bibliothek frei, in der dieser Bug behoben wurde. Allerdings dauert es eine Weile, bin diese neue Version in allen Distributionen integriert ist.

Auf der Download-Seite des OpenHBCI-Projektes stehen bereits fertige SuSE-Pakete von OpenHBCI für die Version 9.0 bereit.

HP macht Milliardenumsatz mit Linux

Der IT-Konzern Hewlett-Packard hat nach eigenen Angaben 2,4 Milliarden Dollar Umsatz mit Linux-Produkten gemacht. Das dürfte nahezu ausschließlich auf den Verkauf von Servern zurückgehen. Desktop- und Notebook-Computer von HP sind weiterhin nur mit Windows erhältlich.

Der gesamte Umsatz des Konzerns betrug 2003 etwa 73 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: IBM gab im vergangenen Jahr bekannt, seine Umsätze mit Linux würden etwa 1,5 Milliarden US-Dollar betragen. Als größter IT-Konzern der Welt setzt IBM insgesamt jährlich über 80 Milliarden US-Dollar um.

KDE 3.1.5

Einen kleinen Versionssprung konnte das KDE-Projekt verzeichnen. Version 3.1.5 bringt keine neuen Features, sondern dient als "Maintenance Release" vor allem dazu, minderschwere Fehler in vergangenen Versionen zu beheben.

Für Normalanwender wird ein Update in der Regel nicht nötig sein. Zu Redaktionsschluss waren für Red Hat und Mandrake Linux noch keine vorkompilierten Pakete der neuen Version verfügbar. Für die SuSE-Distribution gibt es Pakete, von deren Installation unerfahrenen Benutzern aber dringend abgeraten wird, da dabei leicht die Systemkonfiguration beschädigt werden kann.

SuSE bleibt als Marke erhalten

Nachdem Novell den Kauf der SuSE Linux AG abgeschlossen hat, bleibt die Marke SuSE Linux dennoch erhalten. Auch soll zumindest mittelfristig die Firma SuSE weitgehend in der bisherigen Struktur bestehen bleiben und selbständig als "Business Unit" unter dem Dach von Novell agieren.

Derzeit laufen zwischen Novell und SuSE Gespräche darüber, wie es mit den SuSE-Produkten weitergehen wird. Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse spätestens zur Novell-Konferenz "Brainshare" bekannt gegeben werden, die vom 21. bis 26. März in Salt Lake City stattfindet.

SuSE-Chef Richard Seibt und Novell-Manager traten jedoch jetzt schon Befürchtungen entgegen, SuSE könne KDE zugunsten von GNOME aufgeben, da Novell auch die Firma Ximian der GNOME-Erfinder Miguel de Icaza und Nat Friedman übernommen hat.

De Icaza hatte kurz nach Bekanntwerden der SuSE-Übernahme für Irritationen gesorgt, als er auf einer Mailing-Liste verkündete, er sei für die Linux-Desktop-Strategie von Novell zuständig.

Richard Seibt meldete sich daraufhin persönlich auf einer Mailing-Liste der KDE-Entwickler und versicherte, dass SuSE weiterhin KDE stark unterstützen wolle. In amerikanischen Medien stellte Novell-Manager John Phillips noch einmal klar: "Wir erwarten nicht, dass Ximian zum voreingestellten User Interface wird. Mittelfristig wird KDE die standardmäßige grafische Oberfläche für SuSE Linux bleiben.

Kurz notiert

Gnumeric: Der Datenaustausch zwischen Open Source Software und proprietären Anwendungen stellt immer noch eine große Hürde für den Einsatz freier Programme dar. Hoffnungsvoll stimmt daher die Nachricht, dass die neue Version von Gnumeric (1.2.5) einen besseren Export in das Excel-Format bietet. http://www.gnome.org/projects/gnumeric/

Konserve: Mit dem Programm Konserve lassen sich einfach Backups von Verzeichnishierachien erstellen. Die Software klinkt sich in den Systray ein und kann von dort aus gestartet werden. In der neuen Version (0.10.1) ist ein Bug behoben, der verhinderte, dass neue Profile beim Backup berücksichtigt wurden. http://www.simnacher.net/konserve/konserve.html

Kaffeine Media Player: Der Media Player Kaffeine beherrscht die unterschiedlichsten Eingabeformate, darunter DVD, SVCD, MP3, AVI und MPG. Mit der neuen Version (0.4.1) verbesserten die Entwickler die Benutzerführung, indem sie die Standard-Shortcuts integrierten. Zudem ist es nun möglich, DVD-Menüs zu nutzen und Untertitel von externen Quellen nachzuladen. http://kaffeine.sourceforge.net

Quees: Quees ist eine kleine Erweiterung für KDE, die bei einem Rechtsklick auf eine MP3-Datei einen zusätzlichen Eintrag anbietet, über den die CDDB-Daten (Interpret, Titel, Album etc.) für das Stück aus dem Internet abgefragt werden können. http://www.kde-apps.org/content/download.php?content=10203&id=1

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