claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 03/2004   »   Ausgabe bestellen

Visitenkarten mit OpenOffice gestalten

Ihre Karte, bitte

von Anja M. Wagner


Nicht nur Geschäftsleute brauchen Visitenkarten, der kleine Karton kommt auch im Privaten häufig zum Einsatz. Entscheidend für den guten Eindruck sind stabiles Papier mit glatten Rändern und ein professionelles Aussehen.

OpenOffice, das zu allen wichtigen Distributionen gehört, stellt mit der Komponente Writer ein Textverarbeitungsprogramm zur Verfügung, mit dem Sie Visitenkarten problemlos erstellen. Dabei können Sie die vorgegebenen Muster übernehmen oder sie nach seinen eigenen Vorstellungen weitgehend verändern -- alles eine Frage der Kreativität und des Zeitbudgets.

Bevor Sie sich an das Gestalten Ihrer Visitenkarte machen, sollten Sie eine grundsätzliche Entscheidung treffen: Wollen Sie vorgefertigte Visitenkarten bedrucken oder selbst zu Lineal und Schere greifen? In jedem Fall ist es ratsam, ein paar Euro zu investieren und vorgefertigten Karton zu benutzen, auch wenn Sie die Karten "nur" für den privaten Gebrauch erstellen wollen. Jemandem ein lappiges Stück Papier mit schiefen oder zackigen Rändern in die Hand zu drücken, ist schlimmer, als spontan einen Zettel zu bekritzeln.

Das Angebot an vorgefertigten Karten ist groß und je nach Qualität im Preis recht unterschiedlich. Für Visitenkarten, die Sie geschäftlich einsetzen wollen, sollten Sie keine Karten mit Perforation benutzen: So fein die Lochleiste auch ist, eine Fingerkuppe wird sie fühlen. Es gibt Hersteller, die die Karten geschnitten und mit speziellen Klebestreifen wieder zu einem Bogen zusammengefügt anbieten.

Damit die Visitenkarte perfekt aussieht, gehört natürlich auch ein guter Drucker zur Ausrüstung.

Marke auswählen

  1. Nachdem Sie OpenOffice Writer gestartet haben, wählen Sie Datei/Neu/Visitenkarten in der Menüleiste.
  2. Das Dialogfenster Visitenkarten öffnet sich. Dort wählen Sie zunächst die Register-Karte Medium.
  3. Writer bietet in den Dropdown-Menüs Marke und Typ einige Firmen und deren Produkte zur Auswahl an. Diese Listen sind aber bei Weitem nicht vollständig. Sollte Ihr Produkt dabei sein, markieren Sie es per Mausklick. Wenn nicht, was durchaus wahrscheinlich ist, lassen Sie die Voreinstellung unverändert.

  4. Bevor es an die Auswahl oder Gestaltung der Visitenkarten geht, tragen Sie auf den Registerkarten Privat und Geschäft zunächst alle Angaben ein, die auf Ihrer Karte erscheinen sollen.

  5. Wechseln Sie nun auf die Registerkarte Visitenkarten. "Writer" stellt fünf Design-Vorlagen bereit. Im rechten Fenster wird eine Vorschau der links angeklickten Vorlage gezeigt. Im Dropdown-Menü AutoText -- Bereich muss eine der beiden Sorten von Visitenkarten ausgewählt sein.
  6. Writer setzt die Einträge aus den Registerkarten Privat und Geschäft in die Vorlagen ein. An diese vorgegebenen Einstellungen müssen Sie sich nicht halten.

  7. Ehe Sie mit dem Feintuning beginnen, wechseln Sie auf die Registerkarte Format. Hier legen Sie die Maße Ihrer Visitenkarten fest, wenn Sie ein Produkt verwenden, das in den Menüs der Karte Medium nicht zu finden ist.
  8. Die Hersteller von vorgefertigten Visitenkartenbögen legen entweder ein Blatt mit den millimetergenauen Maßen der einzelnen Bögen bei, oder Sie finden diese Angaben auf der Verpackung.
  9. Mit "horizontalem Abstand" ist der Abstand vom linken Rand einer Visitenkarte bis zum linken Rand der daneben liegenden Visitenkarte gemeint, also Breite plus Abstand. Der "vertikale Abstand" bezeichnet entsprechend den Abstand vom oberen Rand einer Visitenkarte bis zum oberen Rand einer darunter liegenden Karte, also Höhe plus Abstand. Sind die Karten auf dem Bogen ohne Abstand direkt nebeneinander angeordnet, sind diese Maße gleich der Breite bzw. Höhe einer einzelnen Karte. Alle anderen Einstellungen sprechen für sich.

  10. Mit einem Klick auf Speichern öffnen Sie ein Dialogfenster. Hier wählen Sie eine Produktmarke und den Eintrag Benutzer. Vergeben Sie einen eigenen Namen, speichert Writer diesen, und er erscheint beim nächsten Start des Programms in der Liste auf der Registerkarte Medium.
  11. Um den konfigurierten Visitenkartenbogen zu erzeugen, klicken Sie auf Neues Dokument. Der Bogen erscheint in der klassischen Writer-Ansicht und kann über Datei/Drucken ausgedruckt werden.

Qualitätssicherung

Prüfen Sie die Druckqualität zunächst mit einem Probeausdruck. Dabei sollte die Beschichtung des Papiers möglichst derjenigen des Visitenkartenkartons gleichen. Achten Sie beim Einlegen des Originalbogens auf die Herstellerangaben zur Einlegerichtung.

Feintuning

Die Voreinstellungen von Writer sind nützlich, wenn es schnell gehen soll oder wenn sie genau Ihren Geschmack treffen. Da man sich aber in der Regel Zeit lässt, seine Visitenkarten zu gestalten, können Sie (fast) alles verändern und mit dem Layout experimentieren. Eine Möglichkeit besteht darin, sich für ein Layout zu entscheiden, aber die voreingestellten Einträge anzupassen.

  1. Sie wählen zum Beispiel auf der Registerkarte Visitenkarten im Feld Inhalt das Layout Klassisch, mit Namen, ohne Slogan.
  2. Im Vorschaufenster sehen Sie, welche Angaben aus den Bereichen Privat und Geschäft an welchen Stellen der Visitenkarte platziert werden.
  3. Gefällt Ihnen das generelle Design, aber wollen Sie zum Bespiel an die Stelle, an die Writer den Firmennamen setzt, Ihren Namen stellen, verändern Sie einfach den Eintrag auf der Registerkarte Geschäft. Ebenso können Sie mit allen anderen Bestandteilen verfahren.

Selbst gestalten

Dabei muss es nicht bleiben. Sie können das Aussehen der Visitenkarte auch viel radikaler umgestalten. Nach der Vorauswahl des Layouts klicken Sie auf Neues Dokument. Der Visitenkartenbogen erscheint dann in der normalen Ansicht des Textverarbeitungsprogramm. Hier können Sie nun die Einträge manipulieren.

  1. Sie können nur die erste der in der Regel zehn Visitenkarten auf einem Bogen verändern. Ein Klick auf Etiketten synchronisieren bewirkt, dass die Veränderungen in alle übrigen Karten übernommen werden.

  2. Wollen Sie mehrere Karten unterschiedlich gestalten, um in einem Probeausdruck die Ergebnisse auf Papier begutachten zu können, müssen Sie jeweils ein neues Dokument erzeugen.
  3. Vergrößern Sie bei Bedarf über Ansicht/Maßstab den Zoom der Seite, so dass alle Feinheiten gut sichtbar sind.

  4. Markieren Sie nun, wie von der Textverarbeitung gewohnt, die einzelnen Bestandteile der Visitenkarte und verändern Sie Schriftart, -größe und Farbe.
  5. Einträge können ebenso gelöscht wie verschoben werden.
  6. Über Einfügen/Grafik/Aus Datei gelangen Sie zur einer Auswahl von Bildern, die OpenOffice anbietet. Darüber lassen sich natürlich auch eigene Grafiken einbinden.

  7. Um eine Visitenkarte in den festgelegten Maßen völlig frei gestalten zu können, wählen Sie aus den Vorlagen entweder Modern, nur Firma oder Modern, mit Namen und löschen alle Einträge aus dem neuen Dokument.

Tipp zum Schluss

Lassen Sie sich nicht von den gestalterischen Möglichkeiten des Programms hinreißen. Für Visitenkarten, vor allem für beruflich genutzte, gilt generell: je schlichter desto besser. (hge)

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2012 Linux New Media AG | Last modified: 2007-01-25 17:01

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community] [Admin-Magazin] [Ubuntu User] [Smart Developer] [Linux Events] [Linux Magazine] [Ubuntu User] [Admin Magazine] [Smart Developer] [Linux Magazine Poland] [Linux Community Poland] [Linux Magazine Brasil] [Linux Magazine Spain] [Linux Technical Review]