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von Inga Rapp
Erst sucht man noch geduldig, dann flucht man: Eigene Hintergrundbilder in OpenOffice-Präsentationen -- das muss doch irgendwie gehen. Tut es auch, doch die Programmierer des Allzweck-Office-Pakets haben diese Funktion sehr gut versteckt. Nachdem der Impress-Workshop in Ausgabe 11[1] sich mit den Grundlagen von Präsentationen beschäftigt hat, verraten wir in diesem Artikel, wie Sie Ihre Präsentation individuell gestalten.
Das Geheimnis liegt hinter dem Menüpunkt Fläche im Menü Format verborgen. Hier stellen Sie Hintergrundbilder, Farben, Farbverläufe und Schraffuren ein, die Sie später beim Einrichten der Präsentationsseiten anwenden (Abbildung 1).
Angenommen, Sie halten einen Vortrag über Linux. Ein Tux im Hintergrund wäre bei einem solchen Thema sicherlich angebracht. Aber wie das Leben so spielt -- ausgerechnet das klassische Linux-Maskottchen bringt Open Office Impress nicht mit. Haben auch Sie noch keines auf Ihrer Festplatte, finden Sie es auf der Easylinux-Homepage zum Download. Damit es sich dezent in den Hintergrund einfügt, haben wir das Bild zuvor im Bildbearbeitungsprogramm Gimp deutlich aufgehellt. So bekommen Sie es anschließend in den Hintergrund:
Anschließend klicken Sie auf gewohnte Art mit der rechten Maustaste auf den noch jungfräulich weißen Hintergrund Ihrer Präsentation und wählen Seite / Seite einrichten. Alternativ finden Sie denselben Dialog auch im Menü Format unter dem Punkt Seite. Die Registerkarte Hintergrund listet alle zur Verfügung stehenden Hintergründe auf. Markieren Sie den Punkt Bitmap und scrollen Sie in der Liste der Bilder bis ganz nach unten. Dort wartet der gerade hinzugefügte Tux auf Sie (Abbildung 2). Nach der Bestätigung mit OK erscheint ein Dialogfenster. Open Office möchte von Ihnen wissen, ob sie diesen Hintergrund für alle Seiten Ihrer Präsentation verwenden wollen. Wählen Sie Nein, wenn Tux nur diese eine Folie zieren soll und Ja, wenn er auf allen Folien zu sehen sein soll. Wenn alles geklappt hat, lächelt Ihnen nun Tux entgegen (Abbildung 3).
Die Bezeichnung Bitmapmuster, mit der die Registerkarte im Dialog Format, Fläche betitelt ist, ist etwas ireführend. Keinesfalls müssen Sie Ihr Lieblingsbild vor dem Import nach Open Office Impress ins BMP-Format konvertieren. Ebenso gut lassen sich Bilder in gängigen Formaten wie JPG, TIF oder PNG als Hintergrund einbinden. Nur das GIMP-eigene Format XCF erkennt Impress leider nicht.
Die ideale Auflösung eines Hintergrundbildes in einer Präsentation liegt bei 800x600 Pixeln. Größere Bilder kann Impress nicht ordnungsgemäß importieren, sprich: es schneidet den vermeintlich überflüssigen Rand einfach ab. In einem solchen Fall wird Tux einen halben Kopf kürzer und muß mit halben Füßen auskommen. Kleinere Bilder rechnet Open Office sich zurecht, um sie als Hintergrund zu nutzen.
Richtige Bilder als Hintergrund bei Präsentationen sind eine tolle Sache. Aber nicht jede Präsentation braucht gleich ein ganzes Bild. Oft reicht eine einfarbige Hintergrundfläche vollkommen aus. Aber auch Farbverläufe und Schraffuren untermalen auf peppige Art an die Wand geworfene Texte.
Die Registerkarte Farben bietet die Möglichkeit, die ganze Hintergrundfläche mit einer Farbe auszufüllen. Häufig gebrauchte Farben sind vordefiniert. Bei vielen Firmen gehört beispielsweise ein bestimmter Farbton zum Corporate Design. Exakt dieser Farbton ist allerdings nur in den seltensten Fällen unter den vordefinierten Farben zu finden. Nur Mitarbeiter der Firma SUN können sich langwierige Basteleien an dieser Stelle sparen, für sie hat Open Office Impress vier passende Farbtöne bereits im Gepäck.
Um eine neue Farbe zu erzeugen, markieren Sie zunächst diejenige Farbe, die Ihrem Wunschfarbton am nächsten kommt. Sie wird in den beiden Kontrollfeldern in der Mitte angezeigt. Um diesen Farbton nun in Richtung Ihre Wunschfarbtones zu verändern, haben Sie zwei Möglichkeiten: entweder geben Sie Ihre Wunschwerte direkt in die Zahlenfelder ein (Abbildung 4) oder Sie gehen den Weg über Bearbeiten und wildern direkt in der grafischen Farbraum-Darstellung (Abbildung 5). Hier können Sie auch Sättigung und Helligkeit manuell einstellen.
Auf diese Weise stellen Sie auch ganze Farbpaletten zusammen, die Ton in Ton ineinander greifen. Zu eng beieinander sollten die gewählten Farben allerdings nicht liegen. Die Ausgabe des Projektors entspricht selten exakt der des heimischen Bildschirms, Farbnuancen verschwimmen dort schnell.
Wenn Sie Ihren Wunsch-Farbton getroffen haben, klicken Sie entweder auf Hinzufügen, um die vorhandene Farbpalette mit dem neuen Ton zu ergänzen, oder sie wählen den Button Ändern, um den alten Farbton in der Palette durch den neuen zu ersetzen. In beiden Fällen schadet es nicht, wenn Sie dem neuen Farbton einen eigenen Namen gönnen, einzutragen im gleichnamigen Feld der Registerkarte. Auf diese Weise finden Sie ihn später leichter wieder.
Dieses Prinzip gilt übrigens auch für die anderen Registerkarten wie Farbverläufe oder Schraffuren: Ändern ersetzt das markierte Objekt durch Ihre neueste Errungenschaft, Hinzufügen verlängert die vorhandene Liste um das neue Objekt.
Wer es mehrfarbig und abstrakt liebt, ist auf der Registerkarte Farbverläufe im Dialog Format / Fläche richtig. Open Office Impress bringt eine Reihe Farbverläufe bereits von Haus aus mit, die Sie durch eigene ergänzt können. Auf der linken Seite der Registerkarte befinden sich die einzelnen Parameter zum Erstellen eigener Farbverläufe. Das kleine Vorschaubild in der Mitte unten zeigt das voraussichtliche Ergebnis der Bastelei an (Abbildung 6).
Im Feld Typ bestimmen Sie die Art des Farbverlaufes. Am häufigsten werden lineare Farbverläufe genutzt, weil sie relativ ruhig wirken und nicht vom Text der Folien ablenken (Abbildung 7). Über das Feld Winkel drehen Sie ihn in jede beliebige Richtung und über das Feld Rand bestimmen Sie, wieviel Platz jede Farbe auf dem Bild bekommt. Bei radialen, ellipsoiden, quadratischen und rechteckigen Verläufen können Sie außerdem noch definieren, wo das Zentrum des Verlaufs liegt. Mit den Feldern Zentrum X und Zentrum Yverschieben Sie den Verlauf so, wie es am besten zu Ihrer Präsentation passt.
Die Felder Von und Nach enthalten Angaben darüber, welche Farben der Farbverlauf enthalten soll. Alle bisher definierten Farben der Farbpalette stehen Ihnen hier zur Verfügung, auch Ihre selbstdefinierten. Häufig wird in Präsentationen eine Kombination mit Weiß benutzt. Eine Kombination mit Schwarz zwingt dazu, helle Schrift auf dem dunklen Hintergrund zu verwenden. In nicht ganz abgedunkelten Räumen ist dies nur schlecht lesbar.
Bleibt noch eine letzte Karte, auf der sich eigene Hintergründe basteln lassen: die Registerkarte Schraffuren. Das Feld Abstand definiert den Abstand zwischen den einzelnen Linien in Einheiten von Zentimetern. Die Voreinstellung von 0,10cm verursacht bei längerem Verweilen des Blicks auf dem Bildschirm zwar fast Kopfschmerzen, wirkt an der Wand allerdings wesentlich ruhiger. Im Feld darunter bestimmen Sie den Winkel der Linien. 45°-Abstände können Sie auch einfach mit einem Klick auf den entsprechenden Punkt in der Skizze direkt darunter festlegen. Der Linientyp variiert von einfach bis dreifach, und auch die Linienfarbe ist frei wählbar. Auch hier liegt die auf der Registerkarte Farben definierte Farbpalette zugrunde. Während die voreingestellten schwarzen Schraffuren in den meisten Fällen viel zu aufdringlich wirken, erzielen Sie mit Pastelltönen in der gleichen Farbe, die sich in der Helligkeit nur leicht unterscheiden, elegante Ergebnisse. Auch das Speichern folgt wieder demselben Prinzip. Im Dialog Seite / Seite einrichten unterlegen Sie dann wie gehabt Ihre Schraffur mit einem passenden Hintergrundton und wenden das Ganze auf die Präsentation an (Abbildung 8).
Open Office Impress ist und bleibt ein Tummelplatz für künstlerische Naturen und solche, die sich eigentlich nicht dafür gehalten hätten. Jede Präsentation wird so zum unverwechselbaren Einzelstück, die sich wohltuend aus der Masse der sattsam bekannten Vorlagen abhebt. (eba)
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[1] Inga Rapp: "Beam me up", Easylinux 11/2003, S.36
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Last modified: 2007-01-25 16:59
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